Denn Tiere sind keine Maschinen

Abschiede

Danksagung an die Patinnen und Paten

Wir möchten uns an dieser Stelle im Namen jedes Butenland-Tieres, welches von Ihnen unterstützt wurde, herzlich bedanken. Auf Hof Butenland versuchen wir den Tieren ein freies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, doch leider kommt auch für die tierischen Bewohner irgendwann die Zeit Abschied zu nehmen. Nachfolgend gedenken wir der Tiere, die von uns gegangen sind.

Beim Aufgang der Sonne und bei ihrem Untergang erinnern wir uns an sie;
Beim Wehen des Windes und in der Kälte des Winters erinnern wir uns an sie;
Beim Öffnen der Knospen und in der Wärme des Sommers erinnern wir uns an sie;
Beim Rauschen der Blätter und in der Schönheit des Herbstes erinnern wir uns an sie;
Zu Beginn des Jahres und wenn es zu Ende geht, erinnern wir uns an sie;
Wenn wir müde sind und Kraft brauchen, erinnern wir uns an sie;
Wenn wir verloren sind und krank in unserem Herzen, erinnern wir uns an sie;
Wenn wir Freude erleben, die wir so gern teilen würden, erinnern wir uns an sie;
So lange wir leben, werden sie auch leben, denn sie sind nun ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern.

(jüdisches Gebetbuch)

Lady Welle
(* 17.04.1999 † 26.10.2018)

„Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
eine Last fallen lassen können,
die man lange getragen hat,
das ist eine tröstliche, eine wunderbare Sache.“
(Hermann Hesse)

Heute nachmittag fanden wir Lady Welle tot auf der Weide. Es gab weder aufgewühlte Erde noch andere Anzeichen für einen Todeskampf. Deshalb können wir davon ausgehen, dass sie friedlich eingeschlafen ist.

Lady Welle war eine sogenannte Turbo-Kuh. Unfassbare 140.000 Liter Milch musste sie in ihrem Leben geben, dafür wurden ihr 12 Kinder von der unbarmherzigen Industrie geraubt. Sie war außerdem eine Ausstellungskuh, die auf diversen Messen vorgeführt wurde.

Als sie im Dezember 2015 auf unserem Hof ankam, dachten wir insgeheim, dass sie die Weidesaison wohl nicht mehr erleben würde. Zu ausgemergelt wirkte dieser Strich in der Landschaft, zu mitgenommen von der jahrzehntelangen Ausbeutung präsentierte sich ihr Körper. Selten wurden wir von einem Rind und seinem unbändigen Lebenswillen mehr überrascht. Die Lady kämpfte sich nicht nur ins Leben zurück, sie war darüberhinaus nie ein Fall für unsere Krankenweide, sondern lief zwar sehr langsam, aber ohne Unterbrechung direkt in der großen Herde mit. Wir versorgten sie zusätzlich jeden Tag mit Extrakraftfutter, auf diese Portionen wartete die Adelige von Hof Butenland auch immer stets pünktlich zu den selben Uhrzeiten. Genauso regelmäßig warf sie uns den Eimer hinterher, wenn sie mit dem Menü fertig war.

Bereits vor einigen Wochen machten wir uns große Sorgen um die Lady, denn plötzlich stellte sich gleich mehrmals hintereinander ihre Pansenfunktion ein und wir verbrachten mit diversen Tierärzten sehr turbulente drei Wochen zwischen Hoffen und Bangen. Aber zu diesem Zeitpunkt bewies sie noch einmal ihre Kämpfernatur und lief irgendwann wieder über die Weiden, als wäre nie etwas gewesen. Kraft hat das Ganze aber definitiv gekostet, Kraft, die sie jetzt nicht mehr hatte und deshalb heute für immer die Augen geschlossen hat.

Wir restlichen Butenländer pendeln gerade zwischen Trauer und Dankbarkeit, denn natürlich ist es immer schmerzhaft, wenn ein Familienmitglied stirbt. Aber wenn man sich Lady Welles Lebenslauf und vor allem ihre körperliche Verfassung in Erinnerung ruft, dann kann man eigentlich nur staunen, wie lange diese Kuh noch durchgehalten hat, dass sie überhaupt 19 Jahre alt wurde und wie konsequent sie sich noch fast drei Jahre ihre Anteile von einem anständigen Leben abgeholt hat. Und da kommt dann eben auch die Dankbarkeit ins Spiel. Darüber, wie schön es war, dass auch diese Kuh nicht nur die häßliche Seite einer „Nutzvieh“existenz erleben musste, sondern noch jahrelang erfahren durfte, was es in einer besseren Welt heißt, Kuh zu sein. Und das bei uns täglich in vollen Zügen geniessen konnte.

Für Lady Welle:
https://www.youtube.com/watch?v=_Jtpf8N5IDE

Rudi
(* 30.04.2003 † 24.08.2018)

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe,
die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

(Albert Schweitzer)

Heute mittag ist Rudi eingeschlafen. So schrecklich uns das auch getroffen hat, konnten wir uns trotzdem darauf vorbereiten. Denn wir mussten unserem Grumpy Pig in den letzten Wochen bereits mehrmals wieder aufgrund einer Arthrose auf die Beine helfen und er zeigte auch öfter Appetitlosigkeit, die wir mit einem immer abwechslungsreicheren Menü abfangen mussten. Rudi wurde über 15 Jahre alt, was für ein Mini-Schwein ein fast schon biblisches Alter ist. So bitter dieser Abschied auch ist, können wir uns doch damit trösten, dass der grummelige Schweinemann unseres Herzens ohne Schmerzen an Altersschwäche gestorben ist und davor 13 Jahre lang auf unserem Hof das Leben führen durfte, das er selber gewählt hat. Das macht den Abschied zwar momentan nicht leichter, aber in der Erinnerung wird uns das irgendwann doch das eine oder andere Lächeln auf die Lippen treiben, da sind wir jetzt schon sicher.

Rudis Start ins Leben war grausam. Irgendein empathieloses Wesen kam auf die Idee, einem Autohaus zum 25jährigen Jubiläum ein Schwein zu schenken. Das gab bei der Übergabe ein großes Hallo, Rudi bekam sogar eine Schleife umgebunden, doch schon am nächsten Tag stürzte das Interesse seiner neuen Halter ins Bodenlose. So musste Rudi zwei Jahre lang auf 2 Quadratmetern vor sich hin vegetieren, die er nie verlassen durfte. Die tragische Quittung war nicht nur massives Übergewicht, durch die Verfettung der Augen erblindete er auch komplett.

Zum Glück konnte er dann nach Butenland vermittelt werden, und hier blühte er auf. Sein Augenlicht war zwar nicht zu retten, aber dennoch speckte er schnell ab. War er von seinen ersten Hofrunden noch total erschöpft, so wurden diese schnell erweitert und schon nach kurzer Zeit sah man ihn ständig seine Umgebung erkunden. Trotzdem ist Rudi aber schon immer ein Eigenbrötler gewesen und hat das auch bis zu seinem Tod beibehalten. Nur mit seinen Hühner- und Entenfreunden verstand er sich prächtig und teilte mit diesen sogar seinen heißgeliebten Heidelbeer-Sojajoghurt und andere Köstlichkeiten. Kontakt zu Menschen oder gar zu anderen Schweinen lehnte er jedoch ab und bezog deshalb auch folgerichtig ein Einzelschlafzimmer direkt im Kuhstall. Dorthin zog er sich jeden Abend pünktlich zur Nachtruhe zurück, im Sommer gegen 18 Uhr, im Winter auch schon zwei Stunden früher. Seine Motzereien dabei sind inzwischen legendär, und auch hier im letzten Gruß wollen wir sie niemandem vorenthalten: https://www.youtube.com/watch?v=6xy93lVYu7U

Hach Rudi, wie sehr werden wir deine Einlagen vermissen. Dankeschön für jede Sekunde, die du uns Menschen und andere nicht gefiederte Lebewesen so heldenhaft und charmant ertragen hast. Grüß bitte Prinz Lui von uns. Wir sind sicher, dass er auf dich wartet, egal auf welchen Weg du gerade wandelst und dich dabei lautstark über den fehlenden Service beschwerst.

Unser Abschiedsvideo ist standesgemäß auch etwas härter und trotzdem im Inneren total sanft. Eben genau so, wie wir auch Rudi kennen und lieben gelernt haben. Mach´s gut, bestes und unersetzliches Grumpy Pig, das wir jemals kennen lernen durften.

https://www.youtube.com/watch?v=x7bIbVlIqEc

„Es kümmerte mich nie, was sie sagen,
es interessierte mich nie, was für Spiele sie spielen,
es kümmerte mich nie, was sie tun,
es kümmerte mich nie, was sie wissen,
denn ich weiß …“

Else
(* 16.06.2009 † 22.06.2018)

“Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt,
nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.”
(Sergio Bambaren)

Wir haben heute Abend Else tot vor der Tür zum Schweinegarten gefunden. Sie wollte seit gestern nicht mehr fressen und die Darmblutungen traten heute mittag verstärkt auf. Bei ihr wurde ein Gebärmuttertumor diagnostiziert, deshalb war uns schon die ganze Woche klar, dass der Zeitpunkt bald kommen wird, an dem wir sie erlösen müssen. Als der von uns alamierte Tierarzt auf dem Hof eintraf, hatte Else aber schon selber den letzten Schritt gemacht und war für immer eingeschlafen.

Else wurde erst letzte Woche 9 Jahre alt und war seit Februar 2010 eine Butenländerin. Zusammen mit ihrer besten Freundin Erna lebte sie zuvor in einem Tierversuchslabor. Dort wurden ihnen alle Zähne direkt nach der Geburt abgekniffen. Was genau für Experimente an ihnen durchgeführt wurden, haben wir nie erfahren, was jede Behandlung sehr erschwerte und bei Erna auch in Zukunft stark behindern wird. Beide Schweinedamen hatten Operationsnarben am Bauch und an den Lenden. Direkt nach Elses Ankunft bildete sich ein faustgroßer Abszess, als der aufplatzte, zogen wir circa 20 cm lange Plastikfäden aus ihrem Bauchraum.

Auf dem Hof haben sich die beiden schnell eingewöhnt. Anfangs noch schreckhaft und sogar mißtrauisch gegenüber dem Sonnenlicht, entdeckten sie Schritt für Schritt die neue Welt, in der Gegenwart waren die täglichen Ausflüge zur eigenen Schweineweide oder auch an die Wasserkanäle absolute Routine. Erna und Else waren nur als Team anzutreffen und schliefen auch im eigenen Stallbereich immer eng aneinandergekuschelt. Das ist auch der Grund, warum wir uns gerade große Sorgen um Erna machen, da müssen wir sehr genau beobachten, wie sie den Tod ihrer besten Freundin verkraftet.

Die Diagnose „Gebärmuttertumor“ bekamen wir erst letzte Woche während eines Telefonats mit dem Universitätsklinikum Hannover. Alle Symptome waren zu eindeutig für einen anderen Befund, die Darmblutungen wiesen zusätzlich daraufhin, dass der Tumor sich bereits ausgebreitet und andere Organe befallen hat. Eine Behandlung war nur mit enorm hohen Risiko möglich, denn dafür hätte Else in Vollnarkose gelegt werden müssen, was bei Schweinen fast immer in Kreislaufzusammenbrüchen und anderen schweren Komplikationen endet. Zusätzlich hätte der Eingriff nicht auf Butenland stattfinden können, sondern in Hannover. Von dieser Tortur der Reise und des Eingriffs hat uns sowohl unserer Tierarzt als auch der Experte in Hannover abgeraten, vor allem weil die Überlebenschance von Else nur gering gewesen wäre. Dem haben wir schweren Herzens zugestimmt und wollten ihr stattdessen noch auf dem Hof eine schöne Zeit machen und sie dann in Würde im Kreis ihrer Lieben gehen lassen. Das ist uns schlußendlich auch gelungen, von der Geschwindigkeit des Krankheitsverlauf wurden wir dann aber doch total überrumpelt. Das hätten wir aber über jeden Termin gefühlt, denn wenn man ein geliebtes Familienmitglied loslassen muss, gibt es dafür nunmal kein ideales Zeitfenster, das nicht unglaublich weh tut.

Für Else und auch für Erna:
https://www.youtube.com/watch?v=rhAFJGu5uOw

„Ich habe einen Schatz gefunden und er trägt deinen Namen,
so wunderschön und wertvoll und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
Du schläfst neben mir ein, ich könnt‘ dich die ganze Nacht betrachten,
sehen wie du schläfst, hören wie du atmest, bis wir am morgen erwachen.
Hast es wieder einmal geschafft, mir den Atem zu rauben,
wenn du neben mir liegst, dann kann ich es kaum glauben,
dass jemand wie ich sowas Schönes wie dich verdient hat.

Dein Verlassen würde Welten zerstören, doch daran will ich nicht denken,
viel zu schön ist es mit dir, wenn wir uns gegenseitig Liebe schenken.
Betank‘ mich mit Kraft, nimm mir Zweifel von den Augen,
erzähl‘ mir tausend Lügen, ich würd‘ sie dir alle glauben,
doch ein Zweifel bleibt, dass ich jemand wie dich verdient hab‘.

Du bist das Beste was mir je passiert ist,
es tut so gut wie du mich liebst,
vergess‘ den Rest der Welt, wenn du bei mir bist.“

Pumba
(* ? † 25.05.2018)

Gestern abend mussten wir Pumba erlösen. Bei ihm wurde eine chronische Nierensuffizienz im Endstadium diagnostiziert, er war apathisch, zog sich immer weiter zurück und litt deutlich. Deshalb waren wir ihm diesen schwersten aller Schritte schuldig, so sehr es uns auch das Herz zerbrochen hat.

„Langsam graut der Morgen, die Nacht sie will es so,
du bist auf dem Weg ins Land der Freiheit irgendwo,
es war ein schwerer Abschied, doch war uns lang bewusst,
es kommt einmal der Tag, an dem du weiterziehen musst.

Viele gute Tage haben wir gesehen,
manche schwere Stunde mussten wir bestehen,
es bleibt nur noch zu sagen: Es war ’ne schöne Zeit,
hab Dank und gute Reise, bring dich in Sicherheit.

Auch wenn ich jetzt traurig bin, denke ich daran,
was werden wir erst feiern, wenn ich nachkomm irgendwann.

Langsam graut der Morgen, der Tag er will es so,
du bist auf dem Weg ins Land der Träume irgendwo …“

(Gunnar Schröder)

Pumba ist etwa 13 bis 14 Jahre alt geworden und war seit Mai 2015 ein Butenländer. Er wurde in Spanien schwer verletzt auf einer Straße gefunden, glücklicherweise zum Tierarzt gebracht und dort operiert. Von diesem Unfall behielt er ein leicht deformiertes Vorderbein als Erinnerung, das ihn aber im Alltag überhaupt nicht behinderte. Offensichtlich war er ein Straßenhund, denn im Tierheim in Alicante meldete sich niemand, so kam er erst für drei Monate auf eine Pflegestelle und konnte dann auf unseren Hof vermittelt werden.

Charakterlich war Pumba immer mindestens drei Meter größer als sein äußeres Erscheinungsbild. Wir haben vermutet, dass dieses Platzhirschverhalten, das er bis zu seinem Tod nie ganz abgelegt hat, an Verlustängsten gelegen hat. Trotzdem war schnell keine Hofrunde mehr ohne ihn denkbar, er suchte Kontakt zu den verschiedenen Tieren und wurde so auf regelmäßiger Basis von so manchem Rind, aber vor allem von Julchen bewundert.

Letzte Woche wollte er dann plötzlich nicht mehr den Spaziergang mitmachen, ignorierte seine Mahlzeiten und bellte noch nicht mal die anderen Hunde oder uns an, was für Pumba ein besonderes Alarmsignal war. Beim Tierarzt gab es dann die niederschmetternde Diagnose „Chronische Niereninsuffizienz“, das Ganze mit Harnstoff- und Kreatenin-Werten, die auf einen fortgeschrittenen Verlauf hindeuteten. Das Teuflische an dieser Krankheit ist, dass der Hund erst Symptome zeigt, wenn 75 % des Nierengewebes bereits zerstört sind.

Uns war auch sofort klar, dass wir ihn nicht mit Infusionen behandeln konnten, da selbst die Blutabnahme nur unter Vollnarkose möglich war. Außerdem bedeutete für Pumba jede Art von Hochheben, Anleinen, Autofahrt, Eingabe von Medikamenten oder Spritzen enormen Stress, da er sich nicht mal berühren liess und dabei schreiend um sich biss. Gestern fanden wir blutige Flocken im Urin, was zusätzlich auf einen Tumor hinweisen könnte. Als er sich dann stundenlang unter das Carport zurückgezogen und sogar den ansonsten dauernden Blickkontakt zu Karin nicht mehr gesucht hat, erinnerten wir uns daran, dass der Tierarzt uns nur Hoffnung für maximal einige Wochen machen konnte, da sämtliche Körperzeichen und Werte nur den Schluß „Endstadium“ zuliessen.

Pumba hat uns durch seinen Rückzug gezeigt, dass er selber seine Zeit für gekommen sah. Deshalb haben wir entschieden, dass wir unserem Lebenslicht (wie wir ihn immer liebevoll nannten, wenn er uns die Zähne zeigte) nicht noch tagelang Gewalt mit Spritzen und Infusionen antun und so seinen Abschied würdelos verlängern werden. Also haben wir ihm den letzten Freundschaftsdienst gewährt und ihn hier vor Ort an seiner selbst gewählten Stelle mit unserem Tierarzt erlöst. So konnte er gehen wie er war, selbstbewusst, mir seiner Würde, ohne Angst und im Kreis seiner Menschen, die ihm vertraut waren.

Für Pumba, das Lebenslicht, die Bildverschönerung, und für die tiefe, oft komplizierte Liebe zwischen Pumba und Karin:

Love of my life

https://www.youtube.com/watch?v=6esrOpgKHOY

„Du hast mein Herz gebrochen und nun hast du mich verlassen,
Liebe meines Lebens, kannst du nicht verstehen?
Bringe es zurück, bringe es zurück, nimm es nicht fort von mir,
weil du nicht weisst, was es mir bedeutet.
Zurück, eile zurück,
bitte bringe es zurück nach Hause zu mir,
weil du nicht weisst, was es mir bedeutet,
Liebe meines Lebens,
Liebe meines Lebens.“

Minna
(* 15.05.1999 † 04.05.2018)

„Die letzte Strophe deines Liedes war verklungen,
als es deinen Namen rief,
in uns jedoch wird’s nie verstummen,
es singt ganz leise – seelentief.“

(Edith Maria Bürger)

Gestern abend fanden wir Minna tot auf der Weide. Es gab in ihrer Nähe weder platt gedrücktes Gras oder aufgewühlte Erde noch andere Zeichen für einen Todeskampf. Alles spricht dafür, dass sie einfach friedlich eingeschlafen ist.

Minna wäre am 15.5. 19 Jahre alt geworden. Sie stammt aus einem Betrieb, der so verwahrlost war, dass das Veterinäramt Anfang 2015 den Bestand beschlagnahmte. Dort verbrachte sie fast 16 Jahre ihres Lebens in einem baufälligen Stall, zusätzlich verschärft durch Anbindehaltung. Sie musste etliche Kinder an die Milchindustrie angeben, ihr letztes Kind war Stine, die am 18.3.2008 geboren wurde. Mutter und Tocher verbrachten fast 7 Jahre täglich nebeneinander angebunden, ohne sich dabei auch nur einmal berühren zu dürfen. Zum Glück konnte die kleine Familie am 14.2.2015 gemeinsam nach Butenland vermittelt werden. Nach ihrer Ankunft haben die beiden fast eine Stunde lang Körperkontakt gepflegt.

Die jahrelange Anbindehaltung hatte bei Minna schwere Spuren hinterlassen. Wenn man sich 16 Jahre lang kaum bewegen darf und nur kleine Schritte zur Seite und nach vorne erlaubt sind, dann geht diese Tortur natürlich auf die Gelenke, die man bei Minna folgerichtig oft knacken hörte. So konnte Stine auch nach einiger Zeit auf der Krankenweide in die große Herde entlassen werden, während Minna bis zu ihrem Abschied im Kreis unserer Sorgenfellchen geblieben ist. Da sie sich auf dem Hof schnell von den Strapazen erholt hatte, allerdings bei für ihre Verhältnisse so guter Gesundheit, dass uns ihr plötzlicher Tod doch mehr als überrascht hat. Gleichzeitig spricht das aber auch für ein Sterben, wie es sich jeder nur wünschen kann: Schnell, ohne Leiden, einfach die Augen schliessen, weil die Zeit gekommen ist. Bei aller Trauer kann uns gerade dieser Gedanken sehr trösten.

Für Minna:
https://www.youtube.com/watch…

„Irgendwo über dem Regenbogen, weit oben,
da ist ein Land, von dem ich einmal in einem Wiegenlied hörte.
Irgendwo über dem Regenbogen sind die Himmel blau
und die Träume, die du wirklich träumst, werden wahr.

Manchmal wünsche ich mich auf einen Stern,
wo ich dann aufwache und die Wolken weit hinter mir lasse,
wo Probleme wie Zitronenbonbons schmecken,
hoch über den Schornsteinspitzen – da wirst du mich finden.

Irgendwo über dem Regenbogen fliegen blaue Vögel
und die Träume, dass du es auch wagst,
oh warum – oh warum kann ich es nicht?

Wenn ich grüne Bäume sehe und auch rote Rosen,
ich sehe sie dann für mich und dich blühen.
und ich denke zu mir selbst: Was für eine wunderschöne Welt.

Wenn ich blaue Himmel sehe und weiße Wolken
und die Helligkeit des Tages, mag ich die Dunkelheit der Nacht,
und ich denke zu mir selbst: Was für eine wunderschöne Welt.

Und ich höre Babys weinen und sehe sie aufwachsen,
sie lernen soviel mehr – soviel mehr als wir wissen,
und ich denke zu mir selbst: Was für eine wunderschöne Welt.

Manchmal wünsche ich mich auf einen Stern,
wo ich dann aufwache und die Wolken weit hinter mir lasse,
wo Probleme wie Zitronenbonbons schmecken,
hoch über den Schornsteinspitzen – da wirst du mich finden,
irgendwo über dem Regenbogen, weit oben.“

Marie
(* 14.09.2006 † 14.02.2018)

Wir mussten heute nachmittag Marie erlösen lassen. Sie hatte sich seit gestern abend festgelegen und konnte weder durch selbstständige Aufrichtversuche noch durch unsere Hilfe mehr stehen.

„Ihr könnt Tränen vergießen, weil sie gegangen ist,
oder ihr könnt lächeln, weil sie gelebt hat.

Ihr könnt eure Augen schließen und beten, dass sie wiederkehrt,
oder ihr könnt die Augen öffnen und all das sehen, was sie hinterlassen hat.

Euer Herz kann leer sein, weil ihr sie nicht mehr seht,
oder es kann mit der Liebe gefüllt sein, die ihr geteilt habt.

Ihr könnt euch vom Morgen abwenden und im Gestern leben,
oder ihr könnt morgen glücklich sein wegen des Gestern.

Ihr könnt euch nur daran erinnern, dass sie gegangen ist,
oder ihr könnt ihr Andenken bewahren und es weiterleben lassen.

Ihr könnt weinen und euch verschließen, leer sein und euch abwenden,
oder Ihr könnt tun, was sie gewollt hätte:
Lächeln, eure Augen öffnen, lieben und weitermachen.“

(David Harkins)

Marie wurde am 14.9.2006 geboren und kam im Dezember 2008 auf unseren Hof. Sie ist als Kälbchen auf einem Spaltenboden ausgerutscht und brach sich dabei das Becken und das rechte Hinterbein mehrfach. Diese Frakturen waren eigentlich ihr Todesurteil. Doch dann geschah das Wunder und der Termin beim Schlachter wurde gegen ein Leben auf Butenland eingetauscht.

Hier wurde Marie wochenlang gelagert und mobilisiert, und wie es an einem Krankenbett üblich ist, gab es auch jede Menge Liebe, Zuspruch, haufenweise Aufmerksamkeiten und Leckereien, und so fand sie tatsächlich die Kraft und den Mut, allen medizinischen Prognosen zu trotzen. Als Überbleibsel ihrer Frakturen behielt sie zwar ein steifes Bein sowie ein verschobenes Becken, aber dennoch kämpfte sich die kleine Heldin tapfer durch ihren Alltag. Und das über 11 Jahre, eine Lebensspanne, die ihr kein Arzt zugetraut hätte.

Da es immer wieder zum Festliegen kam und wir ihr mit unserem Hebegerät oft auf die Beine helfen mussten, hatte Marie auch schnell gelernt, dass sie nur auf der linken Seite ruhen kann. Natürlich stand sie hier unter verstärkter Beobachtung und war Teil unserer Krankenweide inklusive Krankenstall, wo wir sie einfach viel besser im Blick hatten als auf den normalen, sehr weitläufigen Varianten des Hofes. Wie eingeschränkt ihr Bewegungsablauf war, kann man am Anfang dieses Videos https://www.youtube.com/watch?v=YtNO4HGSqaA erkennen. Auch heute bei der letzten Visite hat unser Tierarzt nochmal betont, was es für ein Wunder war, dass Marie nicht nur über 11 Jahre durchgehalten hat, sondern sich nach jedem Festliegen mit ein bißchen Hilfe von uns, aber vor allem mit beispiellosen Überlebenswillen wieder hochgekämpft hat.

Trotz der Einschränkungen war Marie ein echter Dickkopf, konnte sich hervorragend durchsetzen und hatte so einen dominanten und sicheren Platz in der Herdenhierarchie. Sie wurde sogar einmal als Fotomodell gebucht und ziert das Cover einer Sammlung mit Sprachglossen der Feministin Luise F. Pusch. Unsere Wunder-Marie war einfach ein leuchtendes Beispiel dafür, dass jeder eine zweite Chance verdient hat und für einen starken Willen ein Leben mit Einschränkungen nicht unmöglich ist, sondern zufrieden tagtäglich zelebriert werden kann.

Das tat sie dann auch bis zuletzt. Wir wissen gar nicht mehr, wie oft wir Marie über die Jahre wieder auf die Beine geholfen haben, egal ob Tag oder Nacht. Ganz selbstverständlich hat unsere Kämpferin sofort danach wieder weitergemacht hat, als wäre nichts gewesen. Bei ihrem letzten Festliegen signalisierte sie uns aber, dass sie nicht mehr stehen bleiben wollte, und als uns auch der sofort herbeigerufene Tierarzt keine Hoffnung mehr machen konnte, mussten wir schweren Herzens realisieren, dass es Zeit war, Abschied zu nehmen. Hoffentlich ist Marie nun irgendwo mit ihrem besten Freund Paul wiedervereint.

Für Marie:
https://www.youtube.com/watch?v=3h0apAcQGPQ

„Lege deinen süßen und müden Kopf nun nieder,
die Nacht ist gekommen, du bist am Ende deiner Reise.
Schlaf jetzt und träume von denen, die vor dir gingen,
sie rufen von einer weit entfernten Küste.
Warum weinst du? Warum sind Tränen auf deinem Gesicht?
Bald wirst du sehen, dass all deine Ängste vergehen werden,
Beschützt in meinen Armen wirst du nur schlafen.“

T4
(* ? † 01.01.2018)

Frei wie der Wind wirst Du sein,
mit offenen Armen über den Meeren wohnen,
im Morgenrot über die Bergkuppen ziehen,
mit den Wolken im Gleichklang schweben,
im Herbst über die weiten Felder treiben –
und am Ende der Reise
wird dich der Abendwind betten
irgendwo …

(unbekannt)

Gestern nachmittag fanden wir T4 tot in seinem Schlafzimmer. Es ist uns ein absolutes Rätsel, woran er gestorben ist. Zwar zeigte er sich am Abend davor sehr verstört durch die Silvesterböllerei, aber trotzdem verbrachte er die ganze Nacht noch wie gewohnt bei seiner menschlichen Mitbewohnerin und verabschiedete diese auch noch ohne irgendwelche alamierenden Anzeichen am Morgen. Wenige Stunden später entdeckten wir ihn im gleichen Zimmer wie schlafend eingerollt und ohne jede Verletzung tot auf dem Tisch.

Eigentlich sind alle Katzen auf Butenland Streuner, die von sich aus auf unserem Hof eingezogen sind. T4 stach allerdings etwas aus diesem Schema hervor, denn ihn fanden wir im Motorblock unseres alten VW-T4-Busses, was uns die Namensgebung extrem erleichterte. Nachdem wir ihn vom Öl gesäubert hatten, entschloß sich der schwarz-weiße Stubentiger direkt, bei uns zu bleiben. Vor allem unsere weiblichen Helferinnen hatten es ihm angetan, deren Nähe er stets suchte. Diese erklärte er folgerichtig immer schnell zu seinen Bezugspersonen, wich kaum mehr von ihrer Seite und teilte sich auch das Zimmer mit ihnen.

So war er auch in der Nacht und dem Morgen vor seinem Tod nicht alleine und zeigte als einzige Auffälligkeit, dass er nicht wie gewohnt im Bett schlief, sondern sich eine separate Ecke im Raum suchte. Dennoch war er nicht scheu, nur verstört von dem nächtlichen Silvesterfeuerwerk. Unsere einzige Erklärung ist deshalb auch, dass er doch einen so großen Schock abgeräumt hat, der ihn noch Stunden später wieder eingeholt hat.

Für T4

https://www.youtube.com/watch?v=4oaGsxfGoVY&list=PLSK7WJ2x0vp1kY9CdiuA5fAB-ZN21hIeH&index=22

„Du kommst mit nichts auf die Welt,
und bleibst besser auf diesem Weg
bald hast du etwas, was dir wichtig ist
etwas, was du versuchen und behalten willst
Du kannst diese Strasse langfahren bis zum Morgengrauen
ohne ein anderes menschliches Wesen gesehen zu haben
nur die kids, die irgenwas wichtiges in der Nacht verloren haben
das „Etwas“ in der Nacht.

Nichts ist vergessen und vergeben
wenn dein letzter Moment gekommen ist
mir gehen Sachen durch den Kopf
die ich nicht ungesehen machen kann

Wenn wir die Dinge im Leben gefunden haben, die wir lieben,
werden sie runtergezogen und sterben im Schmutz
wir versuchen, die zerbrochenen Stücke wieder aufzusammeln,
und weiterzukommen, ohne verletzt zu werden
aber sie holen uns zum Schluß ein
und verbrennen unser Lebensschiff in einem letzten Kampf
und lassen uns blind und verbrannt durch die Gegend rennen
und wir jagen dem “ Etwas“ in der Nacht hinterher“

Frieda
(* 19.11.1999 † 09.10.2017)

„Es gibt keine Stunde am Tag oder in der träumenden Nacht,
die ich nicht bei Dir bin;
es gibt keine Brise,
die nicht von Deinem Namen flüstert,
und keine Blume schläft unterm Mond,
die in ihrem Duft von Dir keine Geschichte erzählt.“

„There’s not an hour
Of day or dreaming night but I am with thee;
There’s not a breeze but whispers of thy name,
And not a flower that sleeps beneath the moon
But in its fragrance tells a tale of thee.“
Jane Placide

Vor zwei Tagen fanden wir Herdenchefin Frieda friedlich eingeschlafen im Stall. Wie der Tierarzt uns bestätigte, ist sie ohne langes Leid an einem Herz-Kreislaufversagen gestorben.

Frieda lebte 13 Jahre mit uns und war die erste Kuh, die wir vor dem Schlachter retten konnten.

Mit Frieda begann alles.

Sie wurde am 19.11.1999 geboren.
Die ersten fünf Jahre ihres Lebens verbrachte Frieda in dem Milchviehbetrieb eines Nachbarn. Sie brachte drei Kälber zur Welt, aber ihre Milchleistung von 5000 Litern war zu gering und Frieda war somit als Produktionsmaschine nicht rentabel.
Als Gebärmaschine für einen Embryotransfer war Frieda jedoch noch zu „gebrauchen“.

Ein Embryonentransfer ist eine Technik, die in der Tierzucht eingesetzt wird, um von leistungsfähigen Kandidaten möglichst viele Nachkommen zu erhalten. Um diese „Supertiere“ zu schonen oder mehrere Zyklusphasen für die Eizellengewinnung zu nutzen, werden ihre Embryonen anderen weiblichen Tieren eingesetzt. Doch nach dem dritten Kalb, das sie wie ihre anderen Kinder nie sehen und kennenlernen durfte, kam es bei Frieda zu einer Beckenbänderdehnung. Sie erholte sich nur langsam und sollte noch an Gewicht zunehmen, um dann geschlachtet zu werden.

Eines Tages sahen wir, wie der Landwirt neben Frieda auf der Weide dem Schlachter einen Handschlag gab. Das war Friedas Todesurteil. Jan schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr zum Nachbarbauern. Da Frieda bereits verkauft war, rief er den Schlachter an, verhandelte und konnte somit Friedas Leben retten.

13 Jahre lang lebten wir mit Frieda.
12 Jahre lang zeigte sie sich zurückhaltend und abweisend. Wir begegneten uns mehrmals täglich, erzählten ihr, wie schön es ist, dass sie schon so lange bei uns ist, und bewunderten ihre Schönheit.
Plötzlich im letzten Winter kam sie unerwartet auf Karin zu, legte ihren Kopf in ihre Hände und ließ sich berühren. Von da an forderte sie tägliche Streicheleinheiten ein.

Frieda, Du fehlst. Pass auf Paulchen auf.
In Liebe
Jan, Karin, Indira, Alex und Deine beste Kuhfreundin Hanni

Für Frieda:

https://www.youtube.com/watch?v=git6DCXSqjE

„Weil du in meinem Herzen sein wirst
ja, du wirst in meinem Herzen sein.
Von diesem Tag an
Jetzt und für immer
Du wirst in meinem Herzen sein
Unwichtig was sie sagen.
Du wirst hier in meinem Herzen sein,
immer.

Warum können sie nicht verstehen
was wir fühlen
Sie können nur nicht in das vertrauen
was sie nicht erklären können.
Ich weiß, wir sind anders
aber tief in uns
sind wir nicht wirklich so viel anders.

Und du wirst in meinem Herzen sein
ja, du wirst in meinem Herzen sein.
Von diesem Tag an
Jetzt und für immer
Du wirst in meinem Herzen sein
Unwichtig was sie sagen.
Du wirst hier in meinem Herzen sein,
immer.“

Paul
(* 06.10.2014 † 09.10.2017)


Liebster Paul,

Fridolin
(* ? † 07.10.2017)

Gestern nachmittag hat uns eine Nachbarin Fridolin gebracht. Er wurde bei einem seiner Streifzüge von einem Auto erfasst und überfahren.

„Ich liebe dich, ich vermisse dich,
ich werde versuchen, nach oben zu blicken.“
Aus der kleine Prinz

Wie auch alle anderen Katzen auf Butenland ist uns Fridolin zugelaufen und war schätzungsweise 10 Jahre alt. Streicheleinheiten hat er nur bei Karin eingefordert und liess sich auch nur von ihr überhaupt berühren, allen anderen Menschen gegenüber verhielt er sich extrem scheu.

Wenn der Winter etwas kältere Temperaturen brachte, zog er bei uns ins Haupthaus ein, das er aber auch sofort wieder für ausgiebige, oft tagelange Spaziergänge verliess, sobald der Frühling ins Haus stand. Wir sind deshalb absolut überzeugt davon, dass Fridolin seine 10 Jahre in absoluter Freiheit trotz aller damit verbundenen Risiken mehr genossen hat, als eine Variante, bei der wir ihn aus Schutzgründen nicht aus dem Haus gelassen hätten.

Wir werden Fridolin sehr vermissen, sowohl auf dem Hof als auch bei unseren Hundespaziergängen, die er öfter gerne mitgemacht hat .

Für Fridolin:
https://www.youtube.com/watch?v=RmUG1ffgKFw

„We said we’d walk together baby come what may
That come the twilight should we lose our way
If as we’re walking a hand should slip free
I’ll wait for you
And should I fall behind
Wait for me.

We swore we’d travel darlin‘ side by side
We’d help each other stay in stride
But each lover’s steps fall so differently
But I’ll wait for you
And if I should fall behind
Wait for me.“

Amy
(* 29.02.2000 † 06.07.2017)

Wir fanden heute nachmittag Amy tot auf der Weide. Alles deutet darauf hin, dass sie im Schlaf an einem Herzversagen gestorben ist.

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
das ist eine tröstliche, eine wunderbare Sache.
(Hermann Hesse)

Amy, (geb. 29.2.2000) war seit 2008 eine Butenländerin. Bevor sie zu uns kam, wurde sie als Milchmaschine benutzt, hat zwei Kinder direkt nach der Geburt an die Tierindustrie verloren und ihr viertes Baby tot geboren. Davon und von der Haltung psychisch schwer angeschlagen, baute sie auch körperlich ab und hatte deshalb für den Landwirt keinen Wert mehr. Dank des engagierten Einsatzes von zwei jungen Frauen konnte Amy zusammen mit ihrer dritten Tochter Agathe aus der Anbindehaltung gerettet und nach Butenland vermittelt werden.

Im Mai 2015 verstarb Agathe durch einen akuten Herz-Kreislauf-Zusammenbruch, ein Ereignis, das Amy schwer mitgenommen hat. Sie starrte tagelang nur noch vor sich hin Richtung Deich, entfernte sich aus der Herde und wurde zur Einzelgängerin.

Am 10. Juni dieses Jahres fanden wir Amy auf unserer ersten Tagesrunde im Wassergraben. Schon damals ist sie über Nacht kollabiert, der sofort benachrichtigte Tierarzt attestierte ihr ein sehr schwaches Herz und wir machten uns größte Sorgen um sie. Wir brauchten auch fast einen ganzen Tag, um sie wieder auf die Beine zu stellen, als das aber geschafft war, nahm sie reichlich Wasser und Futter zu sich und erholte sich auch wieder. Selbst heute morgen präsentierte sie sich aktiv und aufmerksam, und sie nahm auch reichlich Kraftfutter aus dem Extraeimer zu sich, den wir ihr seit dem Grabenvorfall zusammen mit Wasser mehrmals am Tag auf ihre Lieblingsweide getragen haben.

Alle Anzeichen wie nicht platt gedrücktes Gras und fehlende Abdrücke im Boden deuten darauf hin, dass Amy weder gekämpft noch gelitten hat. Sie ist auch nicht umgefallen, sondern sehr wahrscheinlich einfach im Schlaf gestorben, weil ihr sowieso stark in Mitleidenschaft gezogenes Herz endgültig den Dienst versagt hat. Dieser friedliche Tod und die 9 Jahre, die wir ihr in einem artgerecht und selbstbestimmten Leben auf unserem Hof schenken durften, sind zwar ein schwacher Trost, aber trotzdem wollen wir ihn nicht verschweigen. Gute Reise, Amy, wir hoffen sehr, dass du jetzt irgendwo bei Agathe und deinen anderen Kindern bist.

Für Amy:
https://www.youtube.com/watch?v=Jus6JxYMHD8

„Lass nun ruhig los das Ruder,
dein Schiff kennt den Kurs allein,
du bist sicher, Schlafes Bruder
wird ein guter Lotse sein.

Lass nun Zirkel, Log und Lot
getrost aus deinen müden Händen,
aller Kummer, alle Not,
alle Schmerzen enden.

Heimkehr’n in den guten Hafen
über spiegelglattes Meer,
nicht mehr kämpfen, ruhig schlafen,
nun ist Frieden ringsumher.

Und das Dunkel weicht dem Licht,
mag es noch so finster scheinen.
Nein, hadern dürfen wir nicht –
Doch wir dürfen weinen.“

In Erinnerung an Amy:
https://www.youtube.com/watch?v=rEKDrVj8T48

Auguste & Amadeus
(† 09.03.2017)

Heute fanden wir Auguste und Amadeus tot auf einer Weide, auf die sich die beiden sonst nie verirrt haben. Ihr Zustand deutet darauf hin, dass sie entweder Opfer eines Fuchses oder eines streunenden Hundes geworden sind.

Leben ist wie Schnee,
Du kannst ihn nicht bewahren.
Trost ist,
dass Du da warst,
Stunden,
Monate,
Jahre.
Herman van Veen

Auguste lebte seit Anfang 2013 auf Hof Butenland. Menschen gegenüber war sie immer etwas auf Krawall gebürstet, wie sehr werden wir nun ihre bestimmt immer liebevoll gemeinten Wadentattoos vermissen.
Amadeus wurde von uns eigentlich schon weitervermittelt, als seine damalige Frau verstarb und er zu der Zeit keine Artgenossen hier auf dem Hof hatte. Bei der Gänseschar unseres Bekannten hielt es Amadeus aber nicht lange aus, er fand dort seine neue Liebe Amanda und ist mit ihr prompt wieder in Eigeninitiative bei uns eingezogen. Wie Amanda den Verlust ihres Ganters verkraftet, werden wir in den nächsten Wochen verstärkt im Auge behalten.
Euer Leben in Freiheit war ein gutes Leben.
Es war ein Leben ohne Gefangenschaft.

Für Auguste und Amadeus:

https://www.youtube.com/watch?v=_bTdLi0YUVM

Eine andere Wende
Eine Abzweigung
Zeit packt dich am Handgelenk
Leitet dich, wohin es geht

Also mach‘ das beste aus diesem Test
Und frage nicht warum
Es ist keine Frage
Aber eine, in der Zeit gelernte Lektion

Es ist etwas Unvorhersehbares
Aber am Ende ist es richtig
Ich hoffe du hattest die Zeit deines Lebens

Milla
(* 01.05.1991 † 20.02.2017)

Milla ist heute friedlich eingeschlafen.

„Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast.“

Antoine de Saint-Exupéry

Milla ist im März 2016 zu uns gekommen.
Der Landwirt hatte sie unter so katastrophalen Umständen gehalten, dass selbst das Veterinäramt nicht mehr wegschauen konnte, sie zusammen mit Marte, Maret und Maja (die nach nur wenigen Tagen hier verstarb) beschlagnahmte und nach Butenland vermittelte.
Schon damals war klar, dass gerade Milla aufgrund ihres hohen Alters, im Mai wäre sie 26 Jahre alt geworden und ihres schlechten Allgemeinzustands nur noch eine kurze Lebenszeit vergönnt war.

Heute ist Milla gegangen. Sie hatte keine Kraft mehr und schlief friedlich ein.

Wir sind froh, dass Milla in ihrem letzten Jahr nochmal Sonne, Wind, Himmel und Weiden, sowie ein Leben in Freiheit erleben konnte.

Milla bleibt ein Mahnmal gegen das Leid der Kühe.
Wir konnten nur wenig und eine kurze Zeit wieder gutmachen.
Wir haben versucht, ihr durch Liebe, Schutz und durch die Freundschaft vieler Menschen und ihrer Paten Würde zurück zu geben.

Für Milla:
https://www.youtube.com/watch?v=3h0apAcQGPQ

Lege deinen lieblichen und erschöpften Kopf nieder
die Nacht bricht herein
du bist am Ende deiner Reise angekommen,
schlafe jetzt und träume von denen, die vor uns kamen
sie rufen
vom fernen Ufer.

Warum weinst du?
Was haben diese Tränen auf deinem Gesicht zu bedeuten?
Schon bald wirst du erkennen
dass alle deine Ängste verfliegen werden
sicher in meinen Armen
wirst du einfach nur schlafen.

Was kannst du am Horizont sehen?
Warum rufen die weißen Möwen?
Jenseits des Meeres
geht ein blasser Mond auf
die Schiffe sind gekommen, um dich nach Hause zu bringen.

Und alles wird sich in silbernes Glas verwandeln
ein Licht auf dem Wasser
dass alle Seelen passieren.

Die Hoffnung verblasst in der Welt der Nacht
durch Schatten entfällt sie der Erinnerung und der Zeit
Sag nicht, dass wir am Ende angekommen sind
Weiße Ufer rufen
Du und ich werden uns wiedersehen.

Und du liegst hier in meinen Armen
nur schlafend.

Hier noch einmal der WDR Bericht über die Ankunft von Milla, Maret, Marte und Maja auf Hof Butenland:
https://www.youtube.com/watch?v=5-n25C7qy44&feature=share&list=PLSDMCR7Se6uId0dbUNL0XoBW_ml4F3hoA&index=3

 

Jenny
(* 15.12.2001 † 15.01.2017)

jenny

Für all die Zeiten, in denen du zu uns hieltest
Für all die Wahrheit, die du uns vor Augen führtest
Für all die Freude, die du in unser Leben brachtest
Für all das Unrecht, dass du wieder Recht machtest
Für jeden Traum, den du wahr werden ließest
Für die Liebe, die wir in dir fanden
Werden wir dir immer dankbar sein.

Jenny, geboren 2001 lebte seit Sommer 2008 mit uns auf Hof Butenland.
Jennys Milchleistung war unrentabel, was gleichbedeutend mit einem Todesurteil für eine Kuh in einem Milchbetrieb ist.
Aber Jenny hatte Glück. Jenny hatte neun Jahre in Freiheit.

Seit drei Jahren lebte Jenny in der Krankenabteilung. Die Athrose schritt voran und sie schaffte die weiten Wege mit der großen Herde nicht mehr.
Gestern kam es zum Festliegen. Wir brachten Jenny in eine stabile Liegehaltung und holten den Tierarzt. Sie erhielt Schmerzmittel, trank und fraß, so dass wir hofften, sie würde wieder zu Kräften kommen. Mit Hilfe des Hebegerätes und des Treckers stellten wir sie heute auf. Jenny war nicht mehr in der Lage selbstständig zu stehen und wurde vom Tierarzt erlöst.

Princessa

(* 2002 † 18.11.2016)

Von dem Land, das verloren ist ohne deine Seele, das die Flügel deines Erbarmens vermissen wird, mehr, als du je wissen wirst.

Princessa starb vergangene Nacht in meinen Armen.
So tapfer und bescheiden, wie sie im Leben war, so war sie auch im Sterben. Sie hat uns die bevorstehende Entscheidung abgenommen und ist innerhalb von Sekunden ohne Leid eingeschlafen.

Princessa hat acht Jahre lang in einem spanischen Tierheim gelebt, bevor sie Ende 2010 zu uns kam. Ihr Zustand war sehr kritisch. Sie hatte zwei alte unbehandelte Beinfrakturen und kaum Muskulatur. Die tierärztliche Untersuchung ließ uns kaum hoffen: In beiden Vorderbeinen waren die Gelenke stark entzündet und die Sehnen ausgetrocknet, sodass die Deformation der Gelenke eine erhebliche Bewegungsunfähigkeit auslöste. Im Halsbereich zeigten sich alte Strangulationsnarben. Ein Ohr war zerfetzt. Es hieß, sie würde nie wieder laufen können. Doch mit Physiotherapie, Massagen u.v.m. war sie knapp fünf Monate später in der Lage, sich selbstständig bis zu 20 Meter ohne Pause fortzubewegen. Für alle anderen Wege hatten wir selbstverständlich einen speziellen Hundeporsche. Princessa liebte es darin gefahren zu werden, und konnte so überall dabei sein.

Für unsere Herzens Princessa:

Lieblichkeit verloren wir, diese leeren Tage ohne dein Lächeln.
Wir werden das goldene Kind unseres (Buten) Landes immer verehren.
Und selbst wenn wir es versuchen die Wahrheit bringt uns zum Weinen.
Und all diese Tränen können nicht die Freude, die du uns über die Jahre hinweg gebracht hast wiedergeben.

Jetzt gehörst du dem Himmel und die Sterne rufen deinen Namen.

Du hast zu deinem (Buten) Land gesprochen und du hast zu denjenigen geflüstert, die Schmerzen hatten.
Jetzt gehörst du dem Himmel und die Sterne rufen deinen Namen.

Und es erscheint mir so, als lebtest du dein Leben wie eine Kerze im Wind.

Lebewohl Rose Butenlands
Von dem Land, das verloren ist ohne deine Seele, das die Flügel deines Erbarmens vermissen wird, mehr, als du je wissen wirst.

In Erinnerung an die schöne Zeit mit Princessa singt hier Luna für ihre Freundin:


Christine

(* März 2002 † 02.11.2016)


Für all die Zeiten, in denen du zu uns hieltest
Für all die Wahrheit, die du uns vor Augen führtest
Für all die Freude, die du in unser Leben brachtest
Für all das Unrecht, dass du wieder Recht machtest
Für jeden Traum, den du wahr werden ließest
Für die Liebe, die wir in dir fanden
Werden wir dir immer dankbar sein.

Christine wurde im März 2002 auf Hof Butenland geboren. Im Sommer 2006 überraschte sie uns mit der Geburt ihrer Tochter Trine. Neun Monate zuvor hatte der ausgebrochene Bulle eines Nachbarn unbemerkt die Nacht mit ihr verbracht. Christine war uns gegenüber sehr scheu, aber als wir sie nach der Geburt ihres Kälbchens in den Stall holten und sie spürte, dass ihr niemand ihre Tochter Trine wegnehmen wollte, wurde sie schnell immer zutraulicher.
Seit Anfang des Jahres litt sie unter einer fortschreitenden Beckenathrose, so dass wir sie auf die Krankenweide brachten.
In den letzten Tagen verschlechterte sich ihr Gangbild zunehmend, das Abliegen fiel immer schwerer und wir injizierten Schmerzmittel.
Nach Untersuchung und Absprache mit dem Tierarzt entschlossen wir uns sie zu erlösen, weil die Gefahr des Festliegens absehbar war und sie sich Tage zuvor bereits von der Herde getrennt hatte.

Für Christine

Jeder träumt von einer Liebe, dauerhaft und ehrlich
Aber Du und ich wissen was diese Welt tun kann
Darum lass uns unsere Schritte deutlich machen
Damit die anderen es sehen können

Und ich warte auf Dich
Und wenn ich zurückbleiben sollte, warte auf mich

Katinka

(* 25.01.2004 † 28.09.2016)

Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst dich daran erinnern, wie gerne du mit mir gelacht hast.

Antoine de Saint-Exupéry

Wir konnten nichts mehr für Katinka tun und haben ihr Leid erlöst.
Am vergangenen Donnerstag kam es zum Festliegen. Mit allen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln (Maschine, Hebegerät – Beckenklammer), haben wir versucht Katinka wieder auf die Klauen zu stellen, aber die Hinterbeine versagten. Wir vermuteten eine Schwellung die den Nerv irritiert. Das passiert durch das Aufspringen in der Brunst. Katinka wurde tierärztlich mit Schmerzmitteln versorgt. Wir hofften, dass Katinka es aus eigenen Kräften schaffen würde wieder auf die Beine zu kommen. In stabiler Bauchlage konnten wir sie gut versorgen. Heute mittag jedoch konnte sie diese Lage nicht mehr halten und fiel immer wieder auf die Seite. Wir versuchten mehrfach sie wieder in die richtige Position zu lagern, aber Katinka hatte nicht mehr die Kraft.

Katinka wurde am 25.1.2004 geboren und lebte seit 2008 auf Hof Butenland.
Im Alter von vier Jahren hatte sie bereits drei Kälbchen zur Welt gebracht: Zwillinge und ein totes Kalb. Dann sollte sie den Betrieb verlassen, da sie sich während der Geburt ihres Kälbchens verletzt hatte. Der Landwirt hatte zwei Möglichkeiten: den Schlachter oder das Kuhaltersheim, von dem er schon öfter gehört hatte. Er meldete sich bei uns, schilderte sein Anliegen, schenkte uns Katinka und ihr das Leben.

Für Katinka
Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt.
Und du lässt sie gehen. Und Du lässt sie gehen.

Merle

(* ? † 15.07.2016)

Merle wurde heute operiert. Sie ist während der Operation verstorben. Nach Entfernung der Eierschalen aus dem Legedarm zeigten sich nicht operable – metastasierende Tumorknoten. Nach diesem Befund hätte Merle erlöst werden müssen.

„Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus
flog durch die stillen Lande
als flöge sie nach Haus…“

Joseph von Eichendorff

Wir werden Merles unbekümmerte Art durchs Leben zu gehen vermissen. Merle liebte ihre spezielle Art der Freiheit, unsere gemeinsame Küche, sie liebte uns Menschen, sie unterhielt uns mit ihrem gackernden Gesang vor dem Spiegel, ihrer Fröhlichkeit, ihrer besonderen Art, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sie zeigte uns, dass jedes Wesen eine Persönlichkeit ist. Danke für die gemeinsamen Wege, die wir mit dir gehen durften.

Für Merle:
https://www.youtube.com/watch?time_continue=20&v=wa-u7cV2HlU

Wenn die Dämmerung kommt
Wir vom Weg abkommen
Und wenn uns beim gehen keine Hand festhält
Ich werde auf Dich warten
Und sollte ich zurückbleiben, warte auf mich

Jeder träumt von einer Liebe, dauerhaft und ehrlich
Aber Du und ich wissen was diese Welt tun kann
Darum laß uns unsere Schritte deutlich machen
Damit die anderen es sehen können

Da ist ein wunderschöner Fluß
Hinten im Tal
Dort neben dem Eichenast
Sollten wir uns verlieren
Im Schatten der abendlichen Bäume

Dann werde ich auf Dich warten
Und sollte ich zurückbleiben, warte auf mich

Lotta

(* 31.12.2006 † 20.05.2016)

Sie ist nun frei
und unsere Tränen
wünschen ihr Glück
Johann Wolfgang von Goethe

Lotta, geboren am 31.12.2006 lebte seit Juni 2008 auf Hof Butenland. Seit vergangenem Herbst litt sie zunehmend unter Gelenkproblemen. Das Aufstehen fiel schwerer, so dass sie bereits zum Winter in Krankenstall-und weide umzog. In den letzten Tagen verschlechterte sich ihr Zustand so sehr, dass wir sie erlöst haben.
Für Lotta: https://www.youtube.com/watch?v=qHFxncb1gRY

Es gibt eine Dame, die sich sicher ist, dass alles Gold ist, was glänzt.
Und so erwirbt sie eine Treppe in den Himmel – die Stufen ins Glück.
Sie weiß, wenn sie dort ankommt, kann sie mit einem Fingerschnippen alles
bekommen, weswegen sie herkam.
Und sie erwirbt eine Treppe in den Himmel.
Und so wie wir den (Lebens-)Weg abspulen, unsere Schatten größer als unser Herz, geht da eine Dame, die wir alle kennen, die in weißem Licht erstrahlt und uns zeigen will, wie sich alles immer noch in Gold verwandelt.
Und wenn du ganz genau hinhörst, wird der Einklang schließlich auch dich erreichen, wenn alle eins sind und eines alles bedeutet, ja, ein Felsen zu sein und sich nicht mehr zu bewegen.
Und sie erwirbt eine Treppe in den Himmel.

Maja

(* 1997 † 29.3.2016)

…Obwohl wir diesen Weg der Demut gemein haben, allein
wie zerbrechlich ist das Herz.
Oh, gib diesen wackligen Füßen Flügel zum Fliegen
um das Antlitz der Sterne zu berühren …

Maja, Du starbst im Alter von 19 Jahren, erst wenige Tage in Freiheit an den Folgen einer Tierhaltung, die Tiere wie Maschinen behandelt.
Dir wurde nicht nur Deine Seele gebrochen, sondern auch Deine Gesundheit. Du hattest nicht mehr die Kraft und die Energie für ein Leben in Freiheit.
Einige Male hast Du noch den Wind und die Sonne spüren können. Vielleicht hat es Dir genügt. Du hast es erlebt. Dann hast Du Dich erschöpft ins Stroh gelegt und bist eingeschlafen.
Wir konnten nichts wiedergutmachen, aber Du konntest in Würde gehen.
Maja war blind und befand sich bereits nach Rettung in einem schlechten Allgemeinzustand. Sie wog nur 440 Kilo, aber zeigte noch einen starken Lebenswillen.
Während Milla, Marte und Maret täglich Fortschritte machen und an Gewicht zunehmen, hatte Maja nicht mehr die Kraft. Sie legte sich hin, ihren Kopf seitlich gelagert und schlief dämmernd und friedlich ein.
Unser Versprechen an Maja:
https://www.youtube.com/watch?v=cQ0kh3k0LKE

Ich habe für dich immer einen Platz in meinem Herzen
Wenn du an mich denkst, Wenn du mich einmal in all der Zeit vermisst
Dann werde ich zu dir zurück kommen
Ich werde zurück kommen und den Platz in deinem Herzen füllen.
Wenn du von mir träumst, wie ich von dir träume
An einem Ort an dem es warm und dunkel ist
An einem Ort, an dem ich das Klopfen deines Herzens spüren kann
Wo all meine Reisen ein Ende haben
Wenn du ein Versprechen machen kannst
Wenn es eines ist, das du halten kannst,
Ich schwöre zu dir zurück zu kommen
Wenn du auf mich wartest und sagst, dass du für
mich einen Platz in deinem Herzen bereit hältst

 

Prinz Lui

(* April 1998 † 20.3.2016)

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…
Rainer Maria Rilke

Wir konnten Prinz Lui nicht mehr helfen. Die Medikamente brachten nicht die erhoffte Wirkung, und so haben wir Prinz Lui heute morgen erlöst.
Prinz Lui, geb. im April 1998 lebte seit 11 Jahren mit uns.
Unser Prinz verstand es, mit seinem Charme jeden um die Klaue zu wickeln, so dass seine Wünsche (fast) immer erfüllt wurden und er stets im Mittelpunkt des Geschehens stand. Wir werden unsere männliche Dramaqueen und seine skandalösen Auftritte sehr vermissen.
Prinz Lui war ein großer Musikfan. Stundenlang saß er in seinem Korb, daneben das Radio und lauschte seiner Lieblingsmusik.
Knowing Me, Knowing You – Für Lui, ein letztes Lied, wie er es liebte: https://www.youtube.com/watch?v=VjIyfY4dMFc

Kein sorgenfreies Gelächter mehr
Stille bis ans Ende unserer Tage
Ich gehe durch ein leeres Haus
Tränen in meinen Augen
Hier ist es wo die Geschichte endet,
Dies ist der Abschied
Wie ich mich kenne, wie ich dich kenne
Gibt es nichts, was wir tun können
Wie ich mich kenne, wie ich dich kenne
Müssen wir uns dem stellen,
Dieses mal ist es endgültig vorbei
Eine Trennung ist niemals leicht, ich weiß,
Aber ich muss gehen
(Ich muss jetzt gehen, ich muss gehen, jetzt ich weiß)
Wie ich mich kenne, wie ich dich kenne
Ist es das Beste, das ich tun kann
Erinnerungen, gute Tage, schlechte Tage
Sie werden immer bei mir seinv
In diesen altvertrauten Zimmern
Spielten einst Kinder
Nun ist da nur Leer,
Nichts zu sagen
Wie ich mich kenne, wie ich dich kenne
Gibt es nichts, was wir tun können
Wie ich mich kenne, wie ich dich kenne
Müssen wir uns dem stellen,
Dieses mal ist es endgültig vorbei
Eine Trennung ist niemals leicht, ich weiß,
Aber ich muss gehen
(Ich muss jetzt gehen, ich muss gehen, jetzt ich weiß)
Wie ich mich kenne, wie ich dich kenne
Ist es das Beste, das ich tun kann

 

Pietje

(* 9.7.2005 † 7.3.2016)

Pietje, geb. am 9.7.2005 lebte seit Juni 2008 mit uns.
In unserem Beisein und inmitten ihrer Herde brach Pietje unerwartet und plötzlich zusammen und verstarb wenige Minuten später vermutlich an einer Lungenembolie.
Pietje wurde damals als junges Kalb in Holland entdeckt. Sie lag völlig geschwächt auf der Weide. Mit viel Geduld und großem Aufwand wurde Pietje soweit aufgepäppelt, bis sie transportfähig war.

Zum Abschied für Pietje:
https://www.youtube.com/watch?v=cIQuItwVO0w

…Immer wenn ich dich besuch,
fühl ich mich grenzenlos.
Alles andre ist von hier aus so weit weg
Ich mag die Ruhe hier
zwischen all den Bäumen,
als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt.
Es ist ein schöner Weg,
der unauffällig zu dir führt,
ja ich hab ihn gern,
weil er so hell und freundlich wirkt.
Ich habe Blumen mit.
Weiß nicht, ob du sie magst…..
will nicht, dass du dir Sorgen machst.
Und so red ich mit dir wie immer,
so als ob es wie früher wär,
so als hätten wir jede Menge Zeit.
Ich spür dich ganz nah hier bei mir
kann deine Stimme im Wind hör’n
und wenn es regnet, weiß ich, dass du manchmal weinst
bis die Sonne scheint,
bis sie wieder scheint.
Ich soll dich grüßen
von den andern, sie denken alle noch ganz oft an dich
Und so red ich mit dir wie immer
und ich verspreche dir,
wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wieder sehn.
Du kannst dich ja kümmern, wenn du willst,
dass die Sonne an diesem Tag auch auf mein Grab scheint.
dass die Sonne scheint,
dass sie wieder scheint ……

 

Käthe

(* 26.4.2002 † 9.10.2015)

Für all die Zeiten, in denen du zu uns hieltest
Für all die Wahrheit, die du uns vor Augen führtest
Für all die Freude, die du in unser Leben brachtest
Für all das Unrecht, dass du wieder Recht machtest
Für jeden Traum, den du wahr werden ließest
Für die Liebe, die wir in dir fanden
Werden wir dir immer dankbar sein.

Käthe wurde am 26.4.2002 frei auf Hof Butenland geboren. Sie blieb scheu und distanziert uns gegenüber. Sie lebte ihr eigenes Leben und in ihrer eigenen Welt. In den letzten Monaten lief sie verlangsamt, die Gelenkprobleme verschlechterten sich. Während der letzten Tagen lag sie viel. Morgens konnte Käthe nicht mehr selbstständig aufstehen und lag fest. Wir konnten nichts mehr für sie tun. Der gerufenene Tierarzt kam schnell und erlöste Käthe.

Für Käthe – immer in unseren Herzen:

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt.
Und du lässt sie gehen…… Du siehst sie, wenn du deine Augen schließt.
Vielleicht wirst du eines Tages verstehen, warum

An die Decke in der Dunkelheit starrend.
Das gleiche leere Gefühl in deinem Herzen.
Liebe kommt langsam und vergeht so schnell.
Nun, du siehst sie, wenn du einschläfst.
Niemals zu berühren und niemals zu halten.
Weil du sie zu sehr geliebt hast.
Und du tauchst zu tief.

 

Angelika

(* 20.1.2002 † 5.10.2015)

Angelika Abschied

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
ist eine gute Sache.

(Hermann Hesse)

Angelika lebte seit Juni 2008 auf Hof Butenland.

Wir entdeckten Angelika Muh bei einem Bauern. Sie war völlig abgemagert. Der Bauer hatte versucht, während der Geburt Angelikas Kalb mit einem Strick herauszuziehen und dabei den Geburtskanal verletzt. Sie kam in eine Klinik, wo sie medizinisch versorgt wurde und eine aufgetretene Labmagenverlagerung operativ behoben wurde. Angelika hat sich danach aber nicht mehr richtig erholt und war als Milchkuh für den Bauern wertlos geworden. Dank guter und intensiver Pflege wurde Angelika wieder gesund und zunehmend selbstbewusster. Angelika hat sich lange Zeit den Job der Herdenchefin mit Frieda geteilt und wurde dadurch auch uns Menschen gegenüber zugewandt. Im Sommer 2014 haben wir sie auf unsere Krankenweide gebracht, da Angelika körperlich abgebaut hatte und wir sie lieber im Blick behalten wollen.

In den vergangenen Wochen wurde ihr Gangbild schlechter. Die Athrose behandelten wir mit Schmerzmedikamenten. Mehr konnten wir nicht tun. Heute konnte Angelika nur noch schwerfällig aufstehen und legte sich bereits nach wenigen Schritten wieder hin. Der Tierarzt kam und wir haben sie erlöst.

Für Angelika:

Obwohl wir diesen Weg der Demut gemein haben, allein
wie zerbrechlich ist das Herz
Oh gib diesen wackligen Füßen Flügel zum Fliegen
Um das Antlitz der Sterne zu berühren
Richte deine Augen auf den Ozean
Richte deine Seele auf das Meer
Wenn die dunkle Nacht endlos scheint
Erinnere dich bitte an mich
Erinnere dich bitte an mich

 

Mathilde

(* 12.2.1998 † 27.5.2015)

mathilde abschied

Wie schön muss es erst im Himmel sein, wenn er von außen schon so schön aussieht.

(Astrid Lindgren)

Mathilde ist friedlich auf der Weide eingeschlafen. Sie wurde 17 Jahre alt.

Mathilde lebte seit 2008 auf Hof Butenland und zeigte schon bei der Aufnahme Gelenkprobleme. Ihre Gelenke wurden zunehmend steifer, und das Aufstehen wurde beschwerlich. Auch ihr Herz wurde schwächer.

Für Mathilde:

Obwohl wir diesen Weg der Demut gemein haben, allein
wie zerbrechlich ist das Herz
Oh gib diesen wackligen Füßen Flügel zum Fliegen
Um das Antlitz der Sterne zu berühren
Richte deine Augen auf den Ozean
Richte deine Seele auf das Meer
Wenn die dunkle Nacht endlos scheint
Erinnere dich bitte an mich
Erinnere dich bitte an mich

 

Agathe

(* 19.4.2002 † 24.5.2015)

agathe

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt.
Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

(Sergio Bambaren)

Agathes Kreislauf war zusammengebrochen. Eine medikamentöse Behandlung zeigte nicht die erhoffte Wirkung. Die Herztöne wurden schwächer. Wir haben sie erlöst. Agathe wurde 13 Jahre alt und kam im Juni 2008 nach Hof Butenland. Vorher lebte sie mit ihrer Mutter Amy in jahrelanger Anbindehaltung.

Dieses Video entstand einige Tage vor ihrem Zusammenbruch und zeigt die Zuneigung zwischen Mutter Amy und ihrer Tochter Agathe (liegend).

Für Agathe

Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster mit müden Augen, so staubig und scheu.
Ich bin hier oben auf meiner Wolke, ich seh dich kommen, aber du gehst vorbei.
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh, nein, jetzt tut’s nicht mehr weh.
Und alles bleibt still und kein Sturm kommt auf, wenn ich dich seh.

Es ist vorbei, bye bye Junimond.
Es ist vorbei, es ist vorbei,
bye bye.

(Rio Reiser)

 

Mastercard

(* 1998 † 19.12.2014)

mastercard abschied

Mastercard ist friedlich eingeschlafen.

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
Und er verarmte mir in den Armen
Und wurde klein und ich wurde groß
Und auf einmal war ich das Erbarmen,
Und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben,
Und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand,
Er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
Und wir haben langsam einander erkannt.

(Rainer Maria Rilke)

Mastercard wurde 18 Jahre alt. Als er 2005 zu uns kam, begeisterte der damals etwa acht Jahre alte ehemalige mallorquinische Straßenhund vom allerersten Augenblick an Mensch und Tier. Er fühlte sich stets verantwortlich, kümmerte sich um schwächere Tiere und beschützte sie liebevoll. Als seine beste Freundin Nusha im letzten Jahr verstarb, baute er kontinuierlich ab. Zuerst wurde er taub, dann ließ seine Sehkraft nach, schließlich erblindete er ganz und wurde dement. In letzter Zeit verließ er kaum noch sein Körbchen und schlief tief und fest, mit nur kurzen Unterbrechungen, 23 Stunden täglich.

Für Mastercard:

Für immer und dich – 
Ich bieg dir den Regenbogen – Für immer und dich – 
Ich regne und ich schein für dich – 
Ich schrei für dich – ich bleib für dich – Für immer und dich

Foto: Mastercards Lieblingsplatz waren im Sommer die von der Sonne gewärmten Futterschüsseln…

 

Rosalie

(* 2.9.2000 † 12.12.2014)

rosalie

So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne durch jenes Übermaß von Nacht getrennt, das eine Nähe ist, die sich an Ferne erprobt und an dem Fernsten sich erkennt. 

(Rainer Maria Rilke)

Rosalie lebte über neun Jahre mit uns. 2005, im Alter von fünf Jahren, hatte sie bereits drei Kälber geboren und sollte getötet werden. Zufällig sahen wir, wie der Bauer auf der Weide dem Schlachter den Kauf-Handschlag gab. Es gelang uns, Rosalie und auch Frieda zu retten.

Rosalie litt seit Aufnahme unter einem ataktischen Gangbild (Krämpfe mit ausfahrenden Beinbewegungen, Anheben und hackendem Aufsetzen der Füße), das ursächlich bei Verdacht auf Rückenmarksverletzung und Störung der Tiefensensibilität ist. Inzwischen war die Wirbelsäule stark verknorpelt, sodass es zum Schluss zum Festliegen kam. Rosalie erhielt stabilisierende Infusionen, einen Mineralstoff-Boli sowie eine Schmerzmedikation. Stunden später stand Rosalie noch einmal auf, trank und fraß ausgiebig und legte sich dann wieder ins Stroh. Wir hofften, dass sich ihr Zustand stabilisiert, aber weder in der Nacht noch am Tage konnte sie selbstständig ihre Position verändern. Mit Hilfe des Hebegerätes stellten wir sie auf, aber sie konnte ihre Hinterbeine nicht mehr koordinieren. Die Tierärztin kam umgehend und wir haben Rosalie erlöst.

Für Rosalie:

Wenn du auf mich wartest, dann werde ich zu dir kommen
Obwohl ich so weit gereist bin
Ich habe für dich immer einen Platz in meinem Herzen
Wenn du an mich denkst, wenn du mich einmal in all der Zeit vermisst
Dann werde ich zu dir zurückkommen
Ich werde zurückkommen und den Platz in deinem Herzen füllen…
Wenn du von mir träumst, wie ich von dir träume
An einem Ort, an dem es warm und dunkel ist
An einem Ort, an dem ich das Klopfen deines Herzens spüren kann

Wir danken allen, die Rosalie durch eine Patenschaft ein freies und selbstbestimmtes Leben ermöglicht haben.

 

Findus

(* Anfang 2013 † 22.11.2014)

findus

Morgens haben wir noch gemeinsam mit Findus gefrühstückt, eine Stunde später fanden wir ihn leblos auf der Straße, überfahren.

Findus war ein Findekater – jemand hatte ihn 2013 bei uns ausgesetzt. Er war unser jüngster Kater, ungestüm, immer und überall dabei, verkuschelt, neugierig, frech, verspielt…

Wir werden deine unbekümmerte Art durchs Leben zu gehen vermissen, kleiner Findus.

Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in euch weiter.

(Rainer Maria Rilke)

Für Findus:

Du bist das Geschenk aller Geschenke,
Seit ich dich kenne, trag‘ ich Glück im Blick.
Oh, du bist das Geschenk aller Geschenke,
Seit ich dich kenne, kenne, trag‘ ich Glück im Blick.

 

Alma

(* 27.1.2005 † 26.8.2014)

alma

Wir nehmen Abschied von Alma

Sie ist nun frei
und unsere Tränen
wünschen ihr Glück.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Für Alma:

Here is my heart and I give it to you
Take me with you across this land
These are my dreams, so simple and few
Dreams we hold in the palm of our hands

Hier ist mein Herz, ich schenke es dir
Nimm mich mit dir über dieses Land
Dies sind meine Träume, so einfach, so wenige
Träume, die wir in unseren Händen halten

Im Sommer 2012 war Alma bei uns eingezogen. Sie stammte aus einem Betrieb, in dem die noch wenig erforschte Krankheit Chronischer Botulismus aufgetreten war. Alma war die einzige überlebende Kuh aus dem Bestand von 180 Tieren. Im Anschluss verbrachte sie knapp zwei Jahre an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, wo Frau Prof. Dr. Krüger sie im Rahmen ihrer Forschungen zu den Auswirkungen des aggressiven Pflanzenschutzmittels Glyphosat (bekannt unter dem Handelsnamen Roundup) untersuchte und betreute. Mit Glyphosat verseuchtes Futter war mit großer Wahrscheinlichkeit der Auslöser für die schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme bei Alma. Regelmäßige Mineralstoffgaben und tierärztliche Untersuchungen, die Frau Krüger selbst weiterhin bei uns durchführte, waren notwendig. Alma hatte ein schweres Leben. Sie erlitt eine Mastitis in der Hochträchtigkeit, eine Gebärmutterdrehung, und ihr totes Kalb musste per Kaiserschnitt geholt werden. Danach erlitt Alma eine Labmagendrehung, die operativ behoben wurde.

Wir fanden Alma heute morgen auf der Weide und vermuten, dass sie einen plötzlichen Hirnschlag hatte, möglicherweise verursacht durch einen Gehirntumor. Wir gaben eine Obduktion in Auftrag, die die genaue Todesursache jedoch nicht klären konnte.

Wir schenken Alma unsere Herzen.

Wir danken Frau Prof. Dr. Krüger für ihren Einsatz und ihre Anteilnahme, auch danken wir allen Paten und Patinnen, die mit Alma einen kleinen Weg gegangen sind.

Alle Butenländer und Almas bester Freund Ochse Samuell

Almas Ankunft im Sommer 2012 auf Hof Butenland.

 

Lulu

(* 1997 † 19.8.2014)

lulu

Einschlafen dürfen,
wenn man müde ist,
eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
ist eine gute Sache.

(Hermann Hesse)

Für Lulu, die nach einem erfüllten Leben eingeschlafen ist:

Ich habe für dich immer einen Platz in meinem Herzen
Wenn du an mich denkst, wenn du mich einmal in all der Zeit vermisst
Dann werde ich zu dir zurückkommen
Ich werde zurückkommen und den Platz in deinem Herzen füllen…
Wenn du von mir träumst, wie ich von dir träume
An einem Ort, an dem es warm und dunkel ist
An einem Ort, an dem ich das Klopfen deines Herzens spüren kann

Lulu lebte 17 Jahre auf Hof Butenland, die erste Hälfte davon als Stall- und Sorgloskatze. Kraul- und Streicheleinheiten fand sie allerdings schon immer gut, und irgendwann hat sie ihr Weg dann auch zu uns ins Haus geführt. Lulu war immer präsent.

Danke für die gemeinsamen Wege, die wir jahrelang mit dir gehen durften.

 

Kylie

(* 2001 † 5.5.2014)

kylie

Kylie lebte über 13 Jahre mit uns. Heute ist sie eingeschlafen.

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
Und er verarmte mir in den Armen
Und wurde klein und ich wurde groß
Und auf einmal war ich das Erbarmen,
Und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben,
Und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand,
Er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
Und wir haben langsam einander erkannt.

(Rainer Maria Rilke)

Von Jan für Kylie.

 

Herr Höcker

(* unbekannt † 18.2.2014)

herr höcker

Die Blätter fallen. Fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke)

Franz, genannt Herr Höcker, ist friedlich eingeschlafen. Wir fanden ihn morgens leblos im Stall.

Franz kam zusammen mit der Höckerdame Franziska von einem Hof zu uns, auf den das Veterinäramt aufmerksam geworden war. Da die beiden nicht mehr die Jüngsten waren und Herr Höcker seit einiger Zeit an Arthrose litt, bekam das alte Ehepaar eine separate kleine Weide nebst eigenem Stall im Schweden-Stil. Franz und Franziska waren ein Herz und eine Seele. Wir befürchteten, dass Franziska nach Franz‘ Tod abbauen würde, doch die alte Dame scheint mit ihrer Witwenschaft gut leben zu können, sodass wir auch davon abgesehen haben, einen neuen Partner für sie zu suchen.

 

Nusha

(* ca. 2000 † 11.12.2013)

nusha

Einschlafen dürfen,
wenn man müde ist,
eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
ist eine gute Sache.

(Hermann Hesse)

Bei einer Routineuntersuchung wurde bei der bis dahin symptomatisch nicht auffälligen Nusha ein unheilbares Lungenkarzinom mit schlechter Prognose diagnostiziert. Nachts hustete Nusha mehrfach stark. Ihre Atmung wurde kürzer und flacher. Morgens hatten wir einen Termin bei einem Onkologen, um uns einen zweiten Rat zu holen. Nach eingehender Untersuchung und Sicht der Röntgenaufnahmen riet er dazu, Nusha gehen zu lassen, da die Gefahr einer Erstickung drohe. Ihr Freund Master war bis zuletzt an ihrer Seite.

Ein Lied für Nusha:

Für jemanden, der so klein ist,
Wirkst du so stark.
Meine Arme werden dich halten.
beschützen dich und halten dich warm
Diese Verbindung zwischen uns
kann nicht zerbrechen
Ich werde hier sein, weine nicht

Weil du in meinem Herzen sein wirst
ja, du wirst in meinem Herzen sein.
Von diesem Tag an
Jetzt und für immer
Du wirst in meinem Herzen sein
Unwichtig was sie sagen.
Du wirst hier in meinem Herzen sein,
immer.

 

Luna

(* 2012 † 5.11.2013)

luna

Luna war jemand, nicht etwas:

Luna liebte die Freiheit, die Sonne, sie liebte Musik, sie unterhielt uns mit ihrem unentwegt gackernden Gesang, ihrer Fröhlichkeit, ihrer besonderen Art, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sie zeigte uns, dass jedes Wesen eine Persönlichkeit ist. Luna ist sanft in ihrem Strohhaus eingeschlafen.

Für Luna: Thank you for the music

So sage ich danke für die Musik, die Lieder, die ich singe,
Danke für all die Freude, die sie bringt.
Wer kann ohne sie leben, frage ich in aller Ehre.
Was würde das Leben sein, ohne ein Lied oder einen Tanz, was wären wir?
So sage ich, danke für die Musik, dass sie mir gegeben wurde.
Was für eine Freude, was für ein Leben, was für eine Chance.

Luna hatte Glück. Sie wurde kurz vor dem Schlachttermin aus einer Mastanlage befreit. Sie war erst ca. 30 Tage alt.
Masthühner müssen ihr Mastendgewicht zwischen 1,5 und 1,8 Kilogramm bereits im Alter von 30 bis 34 Tagen erreichen und werden dann geschlachtet.

Masthühner wachsen dreimal so schnell wie Legehennen, Gewichtszunahmen von 51 Gramm pro Tag sind in der Kurzmast die Regel. Ein Masthuhn kann pro Tag etwa 6,5 Prozent Körpergewicht zunehmen. Kein Wunder also, dass die Hühner oft unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Diese Tiere sind auf ein rasches Wachstum gezüchtet, wobei zusätzlich das Sättigungsgefühl weggezüchtet wurde.

Als Folge dieser grausamen Züchtung wog Luna zuletzt 5,8 Kilo. Ihr Körper ist unter diesem Gewicht gebrochen, die Organe haben die Funktionen eingestellt.

Dennoch hat sie bis zum letzten Tag tanzen und singen dürfen. Noch einen Tag vor ihrem Tod hat sie uns in die Küche begleitet und wir haben miteinander gesungen.

 

Susi

(* 2011 † 25.10.2013)

susi

Susi kam mit 18 weiteren Hennen im Dezember 2012 aus einer Bio-Freiland-Haltung zu uns. Susi war kleiner als ihre Kolleginnen und hatte sich an einer unmöglichen Stelle in dem großen Stall verkrochen, den zwei Freundinnen von uns nach der alljährlichen Ausstallung mit Erlaubnis des Besitzers nach versteckten Hennen durchkämmten. Susi war es, die sie zu noch drei weiteren Hennen führte, da Nicola immer wieder versicherte, sie habe da noch ein kleines Huhn mit schwarzen Füßen gesehen und sie müssten es finden.

Da sie so klein und schwach war und von den anderen Hühnern gemobbt wurde, hat Susi die erste Zeit bei uns in der sogenannten Sauna zusammen mit Huhn Luna und einer Elvira, die nicht mehr gut zu Fuß ist, verbracht. An den Luxus der Dreier-Suite gewöhnt, haben sich die drei Hübschen dann sehr schwer getan, als sie später in den richtigen Hühnerstall umsiedeln sollten. Sie haben sich bestimmt gedacht, „Wir wären doch schön blöd-gack, wenn wir unser schickes Etablisse-gack-ment gegen diese Massenunterkunft tauschen, gack!“ Also trugen wir die drolligen Drei über eine Woche lang abends zur Schlafenszeit immer hinüber in den Hühnerstall, damit sie lernten, wo ihr neues Quartier ist. Susi verbrachte ihren Mittagsschlaf übrigens am liebsten hinter dem Drucker in Karins Arbeitszimmer und half uns mit ihrer Freundin Luna regelmäßig bei der Küchenarbeit.

Wir fanden Susi leblos im Stall. Sie hatte vorher keine Anzeichen von Krankheit gezeigt und ist – so hoffen wir – einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Wir vermissen unser kleines Heldenhuhn.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande
als flöge sie nach Haus…

(Joseph von Eichendorff)

 

Stina

(* 17.3.2007 † 6.10.2013)

stina

Stina, You’ll Be In My Heart

Stina ist in unseren Armen eingeschlafen:

Du wirst in meinem Herzen sein
Komm, hör auf zu weinen, alles wird gut werden.
Nimm einfach meine Hand, ich werde dich beschützen vor allem was um dich herum passiert.
Ich werde da sein, weine nicht.

Für jemand Kleinen wirkst du stark,
meine Arme werden dich festhalten,
werden dich warm und sicher halten.
Dieses Band zwischen uns kann nicht gebrochen werden.
Ich werde da sein, weine nicht.

Weil du in meinem Herzen sein wirst,
Ja, du wirst in meinem Herzen sein,
von diesem Tag an, jetzt und für immer.

Du wirst in meinem Herzen sein,
es zählt nicht was sie sagen.
Du wirst hier in meinem Herzen sein, immer.
Warum verstehen sie nicht wie wir beide fühlen, sie vertrauen einfach dem nicht, was sie sich nicht erklären können.
Ich weiß wir sind unterschiedlich. Aber tief in uns drinnen sind wir gar nicht so verschieden.

Weil du in meinem Herzen sein wirst,
Ja, du wirst in meinem Herzen sein,
von diesem Tag an, jetzt und für immer.

Als das Schicksal dich rief musstest du stark sein
Ich mag vielleicht nicht mit dir zusammen sein,
aber du musst durchhalten und weitermachen.
Später werden sie es sehen, ich weiß es.
Wir werden es ihnen zusammen zeigen.

Weil du in meinem Herzen sein wirst glaub mir,
du wirst in meinem Herzen sein.
Ich werde da sein, von diesem Tag an für immer.
Oh, du wirst in meinem Herzen sein,
es zählt nicht was sie sagen.
Du wirst in meinem Herzen sein, immer.

Schau einfach über deine Schulter.
Ich werde immer da sein.

Stina wurde am 24.01.2008 aufgenommen, sie war noch kein Jahr alt. Stina war deutlich zu klein für ihr Alter und ihre Rasse (Charolais). Aufgrund einer nicht behandelten Lungenentzündung blieb sie kleiner als für ihre Rasse üblich, für die Zucht war sie nicht geeignet.

Wir haben gehofft und gekämpft, aber Stina hatte keine Kraft mehr. Noch bevor der Tierarzt kam, ist sie eingeschlafen.

Danke an Alisa, die sich in den letzten Tagen so fürsorglich um Stina gekümmert hat, die stundenlang bei Stina saß, und dafür, dass Stina in ihren Armen einschlafen durfte.

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