Denn Tiere sind keine Maschinen
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Der traurige Unterschied

von Admin | 5. Juni 2020 | noch kein Kommentar

Im Abendvideo möchten wir nochmal Bezug auf die Kastenstand-Diskussion nehmen, die wir mit dem Tagesbild begonnen haben. Einfach weil jedem fühlenden Wesen nur das Herz brechen kann, wenn man den Alltag von Winfried und Eberhard mit dem der Millionen anonymen Artgenossen in der Tierindustrie vergleicht. Die Opfer dieser Ausbeutung können nicht mal ihre Beine ausstrecken geschweige denn sich auf andere Art bewegen, während unser Gärtnerteam nur die Belastung kennt, wegen dem verregneten Tag notgedrungen die Pflege der Außenanlagen zu vernachlässigen. Und dabei unterscheidet sie nichts von den Kameraden in den Tierknästen. Die Torturen werden da ausschließlich an intelligenten, sozialen und schmerzempfindlichen Lebewesen durchgeführt, ohne Gnade und mit dem sehr vagen und nicht mal ansatzweise ausreichenden Pseudo-Hoffnungssstrahl auf etwas mehr Bewegungsfreiheit auf dem tristen Leidensweg. Shame on you.


Das neue Kapitel der unendlichen Kastenstand-Geschichte

von Admin | 5. Juni 2020 | 6 Kommentare

Der Bundesrat hat heute am 5. Juni 2020 einen Verordnungsentwurf der Bundesregierung zur Schweinehaltung kurzfristig von der Tagesordnung abgesetzt. Ursprünglich sollte der Bundesrat schon am 14. Februar 2020 über die Verordnung abstimmen. Auch an diesem Tag war die Vorlage jedoch kurzfristig von der Tagesordnung abgesetzt worden.

Eigentlich sollte es heute also spannend in der deutschen Politik werden, denn die Länder wollten ursprünglich über die Zukunft der Kastenstände in der Muttersauhaltung entscheiden. Damit wäre eines der Themen auf den Tisch gekommen, das kaum ein Politiker mehr erklären kann, aber trotzdem seit Jahrzehnten quer durch alle Parteien rechtswidrig durchdrückt. Fast schon absehbar wurde der Spuk aber auch heute in letzter Minute zum wiederholten Mal vertagt.

Bereits 1992, also vor unfassbaren 28 Jahren, wurde per Verordnung beschlossen, dass diese Stände rechtswidrig sind, und den Bauern wurde eine Frist von 4 Jahren eingeräumt, um ihre Abferkelanlagen (allein dieses Wort ist so unglaublich widerlich und lebensverachtend) tiergerechter zu gestalten. Da wir bei den Bauern aber von einer der größten Lobby im Land sprechen, haben die meisten Halter das einfach ausgesessen, nichts umgebaut und das Thema wurde nach 4 Jahren einfach nicht mehr angesprochen. Wahrscheinlich lief gerade eine Fußball-EM oder -WM, da hakt dann kein Mensch mehr nach und das Langzeitgedächtnis beschäftigt sich nur noch damit, wie oft Deutschland eigentlich schon Pokale abräumen konnte und wer im Finale die Tore geschossen hat. 2015, also 13 Jahre später, beschäftigte sich ein Gericht mal wieder mit dem Fall und bestätigte (Überraschung, Überraschung) die Rechtswidrigkeit der Stände, 2016 wurde das Urteil vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Diesmal passierte aber gar nichts, wieso soll man als Politiker auch Streß mit sowieso nicht eingehaltenen Übergangszeiten riskieren, wenn man richterliche Urteile auch einfach ignorieren kann?

Makabererweise ging es bei dem ganzen Hickhack sowieso nur um eine sehr lächerliche Verschlimmbesserung, die Stände sollten nämlich schon immer erlaubt bleiben, der Sau musste nur gewährt werden, dabei ihre Beine ausstrecken zu können. Es fällt wirklich schwer, über so etwas zu schreiben und nicht beleidigend zu werden. Da wird ein schmerzempfindliches Lebewesen, das jederzeit mit der Intelligenz eines Hundes mithalten kann und mit dem sich der Mensch über 90 % seiner genetischen Komponenten teilt, gegen seinen Willen gefangengehalten, es wird so sehr fixiert, dass es nur noch den Kopf bewegen kann, ihm werden die Kinder im jährlichen Akkord geraubt und am Ende des Leidensweg darf es sich endlich aufrichten, aber nur weil das Schlachtermesser wartet. Und empathielose Menschen unterhalten sich nicht nur darüber, ob es unter dieser Tortur die Beine ausstrecken sollte und ob diese Gewährung die Hölle in ein Disneyland verwandeln könnte, sie schaffen es nicht mal, so etwas durchzudrücken, obwohl sogar Gerichte es als dringend erforderlich herausstellen.

Das sind auch immer die Situationen, in denen man unglaublich enttäuscht über Parteien sein muss, denn sie hätten nicht nur die Gerichte hinter sich, laut Umfragen sind auch 90 % der Deutschen gegen Kastenstände. Und trotzdem gibt es von allen nur einen butterweichen Kompromissvorschlag, in dem dazu geraten wird, dass die Schweine ihre Beine ausstrecken können, ohne dass ein bauliches Hindernis im Weg steht. Eine einzige Farce in einer Industrie, in denen die Sauen dicht an dicht liegen, aber die Nachbarin natürlich nicht als bauliches Hindernis gilt.

Zum Schluß müssen wir uns wohl selber korrigieren, denn eigentlich wäre es heute gar nicht so spannend in der deutschen Politik geworden, zumindest nicht aus Sicht der Schweine. Denn selbst wenn die Länder mit grüner Regierungsbeteiligung irgendwo auf dem Dachboden überraschend Charakter entdecken und deshalb irgendwann bei der nächste Terminansetzung gegen den eigenen Kompromiss stimmen, ändert sich für die Sauen nichts. Wenn der Kompromiss dagegen angenommen wird, passiert auch nichts, denn ihre Beine können sie dann höchstens direkt in den Rücken der Nachbarin ausstrecken. Die sicherste Wette ist sogar, dass der Kompromiss irgendwann wahrscheinlich in einer der berühmten Mitternachtssitzungen angenommen wird, die Bauern eine Übergangsfrist bis mindestens zur nächsten Legislaturperiode bekommen und das Thema danach einfach nicht mehr angesprochen wird. Das hat sich gerade bei den Kastenständen schließlich seit 28 Jahren politisch bewährt. Ganz bitter wird es übrigens, wenn man beim Thema in andere Länder schaut. Schweden hat den Kastenstand bereits 1988 verboten, Großbritannien 1991 und die Schweiz 1997. Auch in den Niederlanden, Österreich und Norwegen gelten inzwischen Verbote. Das macht das Armutszeugnis unserer Regierungen der letzten 30 Jahre um so deutlicher.
https://www.facebook.com/reportmainz/videos/705406383623423/?__xts__[0]=

Nachtrag: Wie wir gerade aus einem Rundbrief erfahren, wurde die Abstimmung vertagt, weil die Grünen im Probelauf „Nein“ gesagt haben und deshalb keine Mehrheit zustande gekommen ist. Das wollen wir auf keinen Fall verschweigen und dieses wichtige Signal sogar nochmal lobend herausstreichen.


Ein Graf wird 14 Jahre alt

von Admin | 4. Juni 2020 | 12 Kommentare


Heute flattern auf Butenland die skandalöserweise noch gar nicht vorhandenen Pekinesenflaggen auf höchstem Mast, denn unser Hofleiter Puschek wird 14 Jahre alt. Heute vor 2 Jahren hat der Graf seine Stelle auf Butenland angetreten, damals konnten wir mit ihm ein unglaubliches Schnäppchen machen. Denn während andere Unternehmen ihre Top-Manager nur mit astronomischen Gehältern zu sich locken können, fanden wir unseren Geschäftsführer in einem Tierheim und bekamen seinen Pfotenschlag direkt beim ersten Angebot für ein paar Mahlzeiten inklusive Leckerchen pro Tag. Vorher lebte das Vampirzähnchen bei einem Obdachlosen, der ihn aber nicht mehr versorgen konnte und deshalb im Tierheim abgegeben hat. Dieser Mann hat unsere Hochachtung, denn sicherlich fällt so ein selbstloser Entschluß unglaublich schwer. Gerne hätten wir ihn auch nach Butenland eingeladen, um ihm zu zeigen, wie rasant sein Kumpel hier die Karriereleiter nach oben gefallen ist. Aber leider hat weder die Caritas noch die Obdachlosenhilfe auf unsere Anfragen geantwortet, im Tierheim hat der Mann nie eine Kontaktadresse hinterlegt.

 
Um diesen höchsten Feiertag auf Butenland entsprechend zu würdigen, hat Karin ein kleines Best of aus bekannten und unveröffentlichten Heldentaten unseres Chefs zusammengeschnitten. Erlebt den kleinen Ritter also nochmal in mehreren tollkühnen Kämpfen gegen die mit Federn getarnten Drachen auf dem Hof. Wenn euer Herz das mitmacht, könnt ihr ihn auch nochmal direkt im Cockpit bei einer seiner rasanten Ausfahrten im Hundeporsche begleiten. Natürlich haben wir auch nochmal seine überragenden Flirtfähigkeiten publik gemacht, sowohl die „Kalte Schulter“-Masche als auch die nicht weniger erfolgreiche „Ich kläff dir in die Ohren, Großes“-Taktik. Auch seinen gänsehauterzeugenden Winnetou-Gedächtnis-Rundblick haben wir nicht vergessen, wegen dem er beinahe zusammen mit Mattis für die Hauptrollen bei den Karl-May-Festspielen in Elspe gecastet worden wäre. Bei den Bildern erklingt quasi automatisch die berühmte Erkennungsmelodie dieser Western im Hinterkopf. In einer noch nicht veröffentlichten Szene zeigen wir euch außerdem, dass er selbst bei seinen geflügelten Endgegnern „Hühnerpredatoren“ immer besonnen reagiert. Denn er explodiert trotz unerhörten Fast-Körperkontakt nicht etwa vor Elfriede, sondern knurrt sie nur warnend an und beeeindruckt sie dadurch, dass er seine Augen um das mindestens Fünffache vergrößern kann. Die manchmal rauen, aber immer liebevoll gemeinten Erziehungsmethoden bei seinem Adoptivsohn Frederik dürfen selbstverständlich genausowenig fehlen wie seine ehrenamtliche Tätigkeit als Bademeister von Rosa Mariechen. Und auch ganz private Bilder aus der persönlichen Chill-Out-Lounge in seinem Lieblings-Club haben wir in den Film eingefügt.
 

Und wenn ihr euch jetzt fragt, wieso es keine aktuellen Bilder von der Geburtstagsparty gibt, dann können wir euch in der Antwort den entscheidenden Charakterzug unseres Chefs verraten. Es gab nämlich heute keine Feier, da Puschek erfahren hat, dass Pippilotta einen Arzttermin wahrnehmen muss. Also hat er der gesamten Gästeliste abgesagt und hielt lieber unterstützend das Pfötchen seiner besten Freundin bei den Untersuchungen. Hinter der harten Wutpekinesenschale verbirgt sich nämlich ein Herz aus Gold, das er nur aus berufsbedingten Respektgründen vor seinen Angestellten nicht zu offensichtlich zeigen darf. Wir haben dich trotzdem oder gerade deshalb lieb, Graf Puschek, und können uns ein Butenland ohne deine leitende Pfote gar nicht mehr vorstellen.

Nachtrag: Das Personal von Puschek ist gerade vom Tierarzttermin wiedergekommen und kann deshalb berichten, dass die Verlagerung der Party beim Grafen hervorragend angekommen ist. Wegen COVID19 durfte nur Pippilotta in die Praxis, was der Graf direkt zu einer unvergesslichen Feier ausgenutzt hat. Sämtliche Büsche der Umgebung wurden gründlich markiert und vor allem gab es vor dem Gebäude natürlich einen ziemlichen Andrang von Hunde-Chicas mit Termin. Die wurden alle galant begrüßt und verabschiedet. Die ganz besonders netten Neukontakte durften sogar am frisch manikürten Grafenpopo schnüffeln. Auf dem Rückweg wurde deshalb direkt die Forderung festgebellt, zukünftig alle Geburtstage dort zu feiern. Und als bestes Geschenk des Tages hat sich auch Pippilottas Lungenödem nicht bestätigt und als Ursache ihres Hustens wurde ein Infekt festgestellt. Die Party, die Butenland heute noch zum wackeln bringt, kann jetzt also gestartet werden.


Ein Arzttermin für Pippilotta

von Admin | 4. Juni 2020 | 16 Kommentare


Das Tagesbild widmen wir heute unserem zweiten Sorgenfellchen neben Kuddel in der Hundefamilie. Pippilotta hustet seit einigen Tagen trocken, dabei wirkt sie schlapp und antriebsarm. Das sofort in Auftrag gegebene Röntgenbild bestätigte leider unsere Vermutung: Die Süße leidet an einem kardialen Lungenödem. Seit der Diagnose erhält sie Entwässerungsmedikamente und unterstützende Herzmedikation. Heute steht ein längerer Tag bei einer Fachärztin an, dort haben wir einen Herzultraschall-Termin organisiert und die Einstellung der Medikation wird genauer abgeklärt. Unnötig zu erwähnen, dass unsere 14 1/2 Jahre alte Oma den einen oder anderen gedrückten Daumen gebrauchen könnte.


Zwei Freundinnen tauschen Schminktipps aus

von Admin | 3. Juni 2020 | 4 Kommentare

Im heutigen Video wird Carlotta von Manuela ausgehfein geleckt. Die Geschichten der zwei ProtaMUHnistinnen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Während die einjährige Carlotta sich erst im April von einem Nachbarn zu uns rübergemacht hat und deshalb Tierleid fast nur aus den Erzählungen der anderen Butenländer kennt, hat die fast 15jährige Manuela (sie feiert in gut 3 Wochen Muhday) vier Jahre lang in einem Versuchslabor gelebt. Dort war sie eine sogenannte Fistelkuh. Bei dem Tierversuch „Fistulierung“ wird einem Rind ein Loch (Fistel) in den Bauchraum geschnitten. In dieses Loch setzen Wissenschaftler eine Art Stöpsel ein, der wiederverschließbar ist. Auf die Weise können sie täglich direkt in den Pansen des Opfers greifen. Manuela wurde diese Prozedur angetan, um die Wirkung von leistungssteigernden Futtermitteln zu testen.

Als sie 2011 nach Butenland kam, gelang die erste operative Schließung des Bauchraumes nicht. Schon im Vorfeld stand fest, wie kompliziert dieser Eingriff ist, von manchen Tierärzten haben wir deshalb sogar eine Absage bekommen. Fistelkühe sind einfach in der eiskalten Industrie nicht dazu bestimmt, wieder vollständig zu genesen, sondern werden als Testobjekt so lange wie möglich missbraucht, um danach zum Schlachter abgeschoben zu werden. So traten bei Manuela weiterhin Pansensaft und -gase aus, die einen ständigen Juckreiz verursachten und die Gefahr von Entzündungen bargen. Die zweite OP im Sommer 2012 glückte aber, und Manuela konnte fortan ihre Freiheit ohne diese Belastung genießen. Die Narbe der OP ist im Video zu sehen, sie wird auch eine ständige Erinnerung bleiben, die aber glücklicherweise inzwischen für Manuela den Schrecken verloren hat.


Oma ist die Beste!

von Admin | 3. Juni 2020 | 14 Kommentare


Auf unserem Tagesbild präsentieren wir heute das älteste und das jüngste Rind auf Butenland. Während Oma Maret bereits auf über 23 Lebensjahre zurückblicken kann, hüpft Karlsson gerade mal 2 1/2 Monate über diesen Planeten. Da ist es klar, dass unser Nesthäkchen sich öfter mal eine spannende Geschichte aus dem reichlich vorhandenen Lebenserfahrungsschatz vormuhen lässt. Überhaupt ist Maret als echtes Einhorn selbstverständlich prädestiniert für die tollsten Märchenerzählungen. Und natürlich ist es bei Oma auch nicht so streng wie bei Mama Tilda, und man kann auch mal ein halbes Stündchen länger aufbleiben oder eine Extraportion Klee naschen. Kurzum gilt hier wie überall: Oma ist einfach die Beste.


Marieke, endlich in die große Freiheit

von Admin | 2. Juni 2020 | 11 Kommentare

Gestern war ein ganz besonderer Tag für unsere Marieke. Die 12jährige Dame kam einen Tag vor ihrem Schlachttermin zu uns. Ihren ersten Lebensabschnitt musste sie in Anbindehaltung verbringen und war gleichzeitig zu einem Schicksal als Hochleistungsmaschine und Ausstellungskuh verdammt, in der ihr über 100.000 Liter Muttermilch geraubt wurden. Durch diese Behandlung, aber auch durch die Zucht, war ihr Körper bereits sehr angeschlagen. Zu allem Unglück wurde sie von ihrer ersten Brunst in Freiheit so überwältigt, dass sie dabei ganz unglücklich gestürzt ist und sich eine Beckenfraktur zugezogen hat. So konnte sie die Weideneröffnung nicht mitmachen, musste sich drei Monate lang schonen und in einem abgetrennten Stallbereich leben, damit sie ihren Bewegungsapparat nicht überstrapazierte.

Gestern ist dann aber doch der große Tag gekommen und wir konnten sie auf die Weide entlassen. Unterstützt wurde sie dabei von ihren Freundinnen Lisbeth und Lenchen. Mit denen hat sie dann auch erstmal einen ganz gemütlichen Nachmittag mit Leckstein und Heuhäppchen verbracht und die offene Tür zur Weide ignoriert. Gegen Abend siegte aber die Neugier und sie brach in die zwar noch abgesteckte, aber trotzdem zumindest größere Freiheit auf. Dort hat sie uns gleich überrascht, denn wir hätten ihr die Strecken, die sie direkt zurücklegte, gar nicht zugetraut. Der Tierarzt meinte schon nach ihrem Unfall, dass Marieke durchaus die Chance auf eine zufriedenstellende Genesung hat und danach sieht es jetzt auch aus. Ein Andenken des Unfalls wird sie zwar immer in ihrem Bewegungsablauf behalten, aber sie wäre nicht die erste Butenländerin, die sich trotz eines kleinen Handicaps das pralle Kuhleben mit allen vier Klauen nimmt. Wir wünschen es dir von Herzen, Marieke.


Butenländer für eine knappe halbe Stunde

von Admin | 2. Juni 2020 | 11 Kommentare


Der kleine Kerl auf dem Foto machte heute auf Butenland eine Bruchlandung, erholte sich glücklicherweise aber recht schnell davon und verabschiedete sich nach der sehr kurzen Pause wieder von uns. Da wir dementsprechend wenig Zeit für eine Unterhaltung hatten und Trillerisch leider sowieso nicht fliessend sprechen, möchten wir mal einfach die Leserschaft fragen: Weiß jemand, was das für eine Vogelart ist?


Ein Gedicht zum Weltmilchtag

von Admin | 1. Juni 2020 | noch kein Kommentar
Als Tagesvideo möchten wir heute einen Beitrag des VGT zum Weltmilchtag teilen. https://www.facebook.com/VGT.Austria/videos/857373504757371/ Im Film gibt es neben dem nachdenklichen Gedicht auch einige Butenländer wie zum Beispiel Jule, Jette, Anton, Tilda und Karlsson zu entdecken.
 
Dazu lohnt sich ein Blick in diesen Artikel: https://vgt.at/presse/news/2020/news20200529mn.php „Rinderfamilien auf Lebenshöfen zeigen für die Öffentlichkeit oft überraschende Verhaltensweisen: So ist es nicht unüblich, dass manche Kuhmütter ihre Kinder selbst im Erwachsenenalter noch behüten und beschützen. Am Hof Butenland beweisen das Kuhmama Dina und ihr mittlerweile bald 9-jähriger Sohn Mattis: Trotz der äußerst stattlichen Größe des Sohns lässt Mama Dina ihren Sohn kaum aus den Augen, leckt ihn fürsorglich und verbringt ihre Zeit fast immer an seiner Seite.
 
Auch Kuhmutter Jette und Tochter Jule lassen Unwissende womöglich staunen: Selbst als mehrjährige Jungkuh darf Tochter Jule immer noch bei ihrer Mutter Milch saugen. Die Rinder auf Lebenshöfen zeigen, zu welchen Beziehungen und Emotionen sie eigentlich fähig sind. Sie schließen Freundschaften und tragen auch mal Auseinandersetzungen aus, sie vermissen und suchen einander, sie pflegen und kümmern sich um ihre Artgenoss_innen.“
 
Und auch ein Hinweis in eigener Sache soll nicht fehlen: In knapp 1 1/2 Stunden startet die Online-Vorführung von „BUTENLAND“ inklusive anschließendem Filmgespräch mit Karin, Jan und dem Regisseur Marc Pierschel. Hier https://www.facebook.com/events/289080602102311/ können sich Kurzentschlossene noch Karten sichern. 50 % der Einnahmen gehen an die Kinos, die den Film zeigen wollten, aber von der COVID19-Krise ausgebremst wurden.

Gedanken zum Tag der Milch

von Admin | 1. Juni 2020 | 8 Kommentare
Wieder ist ein Jahr vorbei und noch immer „feiern“ die Menschen am heutigen Datum den „Tag der Milch“. Was für ein gruseliges Ereignis. Da stimmen sogar die Befürworter zu, denn sie trauen sich nicht mal, ihren ausgedachten Ehrentag richtig zu benennen. Überall wird gerade verschärft gegen Pflanzenmilch mobil gemacht, weil diese Bezeichnung angeblich so viele arme Kunden verwirrt, aber die gleichen Kritiker reagieren mehr als gereizt, wenn man ihr Gesöff unter dem korrekten Namen führt. Täte das jemand, dann würden wir heute nämlich den „Tag der Muttermilch“ begehen. Und das wäre dann nicht etwa eine Ode an das Getränk, das jedem von uns einen gesunden Lebensstart garantiert und jede unserer Gehirnleistungen erst ermöglicht hat, denn von diesem Ambrosium wird jeder erwachsene Mensch in jungen Jahren entwöhnt, was man allgemein als Abstillen bezeichnet. Nein, die Menschen feiern heute artfremde Muttermilch, die nicht für sie bestimmt ist, wissen das auch ganz genau und lassen das Ganze deshalb überall nur unter „Milch“ firmieren.
 
Wer in Biologie aufgepasst hat, für den ist es auch kein Geheimnis, wann ein Säugetier Muttermilch produziert. Da wir uns mit Rindern und vielen anderen Lebewesen diese Klasse teilen, durchlaufen die weiblichen Exemplare unserer Art dafür sogar den exakt gleichen Vorgang: Sie werden schwanger und gebären ein Kind nach 9 Monaten. Die Unterschiede finden sich da nur in der Besamung, die beim Menschen fast immer, bei Rindern und anderen Arten, auf deren Muttermilch eine ganze Industrie gegründet wurde, fast nie auf freiwilliger Basis erfolgt. Die meisten Menschen können ihren Nachwuchs nach der Geburt behalten, während die Rinder ihre Zeit mit ihrem Baby wenn überhaupt nur in Stunden bemessen dürfen.
 
Dass die Entführung des eigenen Babys eine echt miese Sache darstellt, wissen die meisten Verbraucher auch. Aber leider ist ihre Gier auf ein Pseudo-Lebensmittel größer als ihr Gewissen, ein Lebensmittel, das von der Natur sogar lichtempfindlich gemacht wurde, weil es nur zwischen Euter der Mutter und Mund des Kindes transportiert werden sollte und deshalb als menschennutzbares Endprodukt soviel mit Natürlichkeit zu tun hat wie ein gelber Sack. Also lassen sich die Konsumenten Märchen einreden, zum Beispiel dass eine Kuh ihr Kind nicht vermisst, weil sie jährlich ihren Nachwuchs abgeben muss und sich daran irgendwann gewöhnt. So etwas können wir uns sogar vorstellen, zwar nicht beim ersten Kind, aber durchaus beim 12.. Wie abgestumpft und verroht muss man jedoch sein, um dadurch beruhigt zu werden, dass der Wille einer Mutter so sehr gebrochen werden kann, dass er nicht mal mehr das eigene Baby vermisst? Wobei das sowieso nur einen Bruchteil der Kühe betrifft, die Mehrheit ruft tagelang nach ihren geraubten Kindern, einfach auch schon, weil der Mensch kein Copyright auf Mutterliebe besitzt.
 
Eine normale Milchkuh ist ihr Leben lang dauerschwanger. Selbst in den kurzen Trockenstehphasen, die sich in wenige Wochen jährlich berechnen, hat der gegen ihren Willen eingesetzte Samen eines fremden Stiers bereits wieder eine Eizelle in ihr befruchtet. Denn diese Tiere ziehen ihr Lebensrecht nur noch aus der Existenz als Produktionseinheit. Lässt die Produktion nach, wird die nächste Milchmaschine an den Milchroboter angeschlossen, in vielen Fälllen die eigene Tochter, weil auch deren Lebensweg vorbestimmt und per Tunnelblick auf Tierleid ausgerichtet wurde. Eine durchschnittliche Milchkuh in Deutschland wird 5 1/2 Jahre alt, danach wird sie auf einem Schlachthof ermordet. Die älteste Kuh der Welt hat dagegen ein Alter von 48 Jahren erreicht. Würde man in diesem Beitrag die Worte „Kuh“ mit „Frau“ austauschen, dann würden wir von ungeheuerlichen, hochgradig geisteskranken Verbrechen reden. Aber da es hier „nur“ um Tiere geht, ist plötzlich auch die perverseste Sache voll in Ordnung, kriegt ein neues verniedlichtes Label und fast alle erwachsenen Menschen lassen sich selig von einer Kuh stillen, weil sie sich dafür nicht unter ein Euter legen müssen und das deshalb voll in Ordnung finden.
 
Und als wäre das alles nicht genug, kommt durch das Thema Klimaschutz auch noch eine ganz besondere Würze ins Spiel. Denn ohne die industrielle Tierhaltung wäre es auf dem Gebiet des Umweltschutzes nicht wie aktuell eine Minute vor zwölf, sondern eher früher Nachmittag. Viele Menschen sehen jetzt langsam ein, dass sie auf etwas verzichten müssen, falls dieser Planet im nächsten Jahrzehnt noch gerettet werden soll. Klappt das nicht in diesem Zeitfenster, dann ist nichts mehr rückgängig zu machen und keine Talfahrt könnte mehr gestoppt werden. Es ist so bitter, wenn man weiß, dass im Grunde genommen niemand für das perfekte Happy End auf etwas verzichten müsste, sondern jeder nur seinen Spaßkonsum und seine Nahrungslieferanten ändern müsste. Trotzdem wird die Menschheit zu dieser lächerlich anmutenden Kleinigkeit wohl nicht fähig sein und deshalb zurecht an diesem und vor allem auch allgemein als Witz final scheitern wird.
 
Heute wird übrigens nicht nur der „Tag der Milch“ gefeiert, gleichzeitig wurde an diesem Termin auch zumindest in China und vielen osteuropäischen Staaten der „Internationale Kindertag“ angesetzt, und das sicher nicht im Gedenken an die Millionen Kinder, die täglich wegen Milch von ihrer Mutter getrennt, als Junge getötet und als Mädchen zu einer Sklavenkarriere verurteilt werden. Nichts beschreibt besser den kritischen Geisteszustand, in dem wir modernen Dinosaurier uns befinden.
 
„Und kriechend über der Erden Land
ein paar Insekten, die Menschheit genannt,
verloren in Zeit, verloren im Raum
und in der Bedeutung.“
(Richard O`Brien)


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