Denn Tiere sind keine Maschinen
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Ein Nikolaus aus Wuppertal

von Admin | 6. Dezember 2019 | ein Kommentar

Der heutige Morgen wartete auf Butenland mit einer Enttäuschung auf, denn obwohl uns gestern mehrfach geraten wurde, die Stiefel herauzustellen und Jan das sehr brav befolgt waren, wurden die Dinger vor unserer Tür nicht gefüllt. Wir haben den Verdacht, dass uns Puschek beim Nikolaus als unartig verpetzt hat, weil wir in diesem Jahr nicht alle Anweisungen von ihm 1:1 umgesetzt haben.

Zum Glück konnten wir diese Pleite aber direkt vergessen, denn vor unserem Haupttor hat sich dann ein anonymer Engel nicht lumpen lassen und einen Sack Möhren und Äpfel da gelassen. Indizienbeweise deuten darauf hin, dass dieser Gruß aus Wuppertal gekommen ist, deshalb schicken wir unseren Dank auch in diese Richtung.

Im Stall ist die Bescherung natürlich super angekommen. Als erstes waren wie gewohnt die zwei üblichen Verdächtigen Anna und Fine am Start. Supermuddi Dina war so begeistert von der Überraschung, dass sie sich nach dem Naschen ihren Ruheplatz direkt daneben eingerichtet hat. So konnte sie auch ihr Riesenbaby Mattis besser überwachen. Alle Eltern in der Leserschaft werden ja wissen, wie gerne es der Nachwuchs mit Süßigkeiten übertreibt, wenn man als verantwortungsvolle Erziehungsberechtige nicht beizeiten dazwischen geht.

Martin hatte dagegen heute so einen chilligen Tag, dass wir ihn per Lieferservice versorgen mussten. Aber warum sollte man sich auch bewegen, wenn man seit Jahren das Butenländer Rundum-sorglos-Paket gebucht hat und entsprechende Leistungen erwarten darf? Da wollten Chaya und Dani beim Geniessen auch gar nicht stören, beschränkten sich auf einen kurzen Blick in die Leckereien und lebten ansonsten nur ihre Gönnerseite aus.

Den Abschluß im Video macht Emil, der das Ganze raffiniert zu einem Stall-Light-Dinner mit Pippilotta ausgenutzt hat. Das ist zwar nur von kurzer Dauer, aber dennoch verlässt unsere Hundeoma deutlich angetan die Runde. Im Hintergrund macht sich deshalb Puschek auch eifrige Notizen, um so vielleicht doch noch irgendwann bei Pippilottchen zu landen. Alles in allem war das eine mehr als gelungene Überraschung, für die wir uns nochmal im Namen aller Rinder beim Wuppertaler Nikolausbeauftragten bedanken möchten.


Das 6. Törchen öffnen Pippilotta und Kuddel

von Admin | 6. Dezember 2019 | ein Kommentar


Dabei hat das Traum-Duo auch direkt seine Altersweisheit unter Beweis gestellt. Denn die beiden haben gestern Karins beste Stiefel vor die Tür gestellt, die selbstverständlich entsprechend großzügig gefüllt wurden. Schließlich hat auch der Nikolaus ein funktionierendes Modeverständnis und war deshalb sehr angetan.

Die bald 14jährige Pippilotta (sie feiert am 23.12. ihren Geburtstag) wohnt nun auch schon fast drei Jahre auf Butenland. Sie kam als etwas verfrühtes Weihnachtsgeschenk im Winter 2016 in unsere Familie. Vorher lebte sie auf Mallora in einem Massenzwinger und lernte dort sogar die Todesstation kennen. Weil sie sich dort trotz ihrer Größe durchsetzen musste, hat sie ein Problem mit dem Urinieren. Denn in Hundekreisen lassen sich Besitzverhältnisse nunmal nicht besser als durch konsequentes Anstrullen klären. Diese Angewohnheit hat sie leider auch hier, wo sie um nichts mehr kämpfen muss, beibehalten. Kunststück, wenn man sich fast 11 Jahre seines Lebens mit dieser einzigen Waffe behaupten muss. Allerdings bekommt sie das immer besser in den Griff, ihren Status als liebenswertes und unverzichtbares Familienmitglied hat es sowieso nie tangiert.

Der zehnjährige Kuddel ist dagegen erst seit Anfang dieses Jahres ein Butenländer. Tagelang saß er in der Stadt Cluj vor einem Laden, ohne dass ihn jemand abgeholt oder sich überhaupt für ihn interessiert hat. Zum Glück wurde ein Verein auf ihn aufmerksam, auf dessen Internetseite wir den Schatz dann auch entdeckt haben. Kuddel ist fast taub und hat starke Arthrose. Deshalb bekommt er zweimal die Woche Besuch von einer Physiotherapeutin. Trotz dieser Behinderung kämpft er sich tapfer durch seinen Alltag und geniesst den Ruhestand auf Butenland sichtlich. Und auch wir wollen ihn nicht mehr missen, auch wenn sich sein Interesse als Herdenschutzhund mehr auf den Leckerchenschrank als auf das Haupttor konzentriert. Aber das zeigt ja nur, dass er vernünftige Prioritäten setzen kann.


Warten auf die KUHlen Stiefel

von Admin | 5. Dezember 2019 | 4 Kommentare

Wir schreiben mittlerweile Dezember, da kann man es auch nicht mehr in unserer Herde ignorieren, dass Weihnachten vor der Tür steht. Höchste Zeit also, den Stall stimmungsvoll zu dekorieren. Und wer könnte den Job besser erledigen als die selbsternannte Herdenchefin Chaya? An dieser Stelle vermitteln wir auch direkt wieder etwas MUHpedia-Wissen, indem wir die geneigte Leserschaft darüber aufklären, dass sich ein Tannenbaum in Rinderkreisen nie als Dekoration durchsetzen konnte. Die Dinger lassen sich einfach viel zu schlecht rollen und verteilen, außerdem kann es unangenehm stechen, wenn man so ein vor lauter Nadeln starrendes Teil mit dem Kopf durch das Wohnzimmer befördert.

Nein, dieser menschliche Unsinn wird von Rindern nicht unterstützt, also hat Chaya traditionell einen Heuballen bestellt und damit direkt das KUHle Domizil in Festtagsstimmung versetzt. Und nebenbei auch noch Platz für die Heerscharen an Stiefeln geschaffen, die sie pünktlich morgen beim Aufstehen erwartet, schließlich gibt es kein Rind auf dieser Welt, das zumindest laut Eigendiagnose braver war als unsere Chuckeline MUHrris. Da müssen natürlich selbst wir Menschen zugeben, dass kein geschmückter Baum der Welt an diese Ausstattungssensation heranreicht. Und St. Ramboline ist jedem Kerl mit Bart sowieso um Längen überlegen. Die festliche Zeit auf Butenland kann also beginnen.


Das 5. Törchen wird mit filigraner Hornarbeit von Emil geöffnet

von Admin | 5. Dezember 2019 | ein Kommentar

Der vierjährige Ochse ist nun auch schon seit dem späten Frühjahr 2015 ein Butenländer. Bis wir ihn tatsächlich auf dem Hof begrüßen konnten, mussten wir aber unsere kompletten Recherchefähigkeiten in die Waagschale werfen.

Eigentlich wollten wir damals nur Lenchen den Ruhestand ermöglichen, als wir aber erfuhren, dass das letzte Kind der 11maligen Mutter noch lebt, wollten wir die kleine Familie natürlich nicht auseinanderreißen. Der Bauer versprach uns auch Emil, aber leider zählte sein Gedächtnis nicht zu seinen Stärken, deshalb vergaß er die Zusage und Emil wurde weiterverkauft. So begann für uns eine echte Verfolgungsjagd über 2 Händler, bis wir ihn endlich auf seiner dritten Station erwischen konnten. Das war dramatischerweise schon der Mäster, der eigentlich als das Ende von Emils Lebensweg geplant war. Vor diesem Schicksal konnten wir den damals knapp 3 Monate alten Schatz bewahren und ihm stattdessen ein glückliches Leben im Kuhaltersheim anbieten. Sein Name ist dementsprechend angelehnt an den Kästner-Roman „Emil und die Detektive“, denn unsere hartnäckige Detektivleistung über mehrere Monate konnte sich wirklich sehen lassen.

Lenchen hat ihren Sohn leider nicht mehr richtig erkannt, aber wer kann ihr da einen Vorwurf machen? Wem 11 Kinder direkt nach der Geburt gestohlen werden, der rechnet natürlich nicht damit, dass nach drei Monaten der letzte Sohn, den man nach der Niederkunft ebenfalls nur viel zu kurz erleben durfte, nochmal zurückkommt. Emil hat das aber nicht geschadet, denn er wurde von den KUHlen Tanten auf der Krankenweide großgezogen. Inzwischen laufen aber sowohl er als auch Lenchen in der großen Herde mit, haben ihren sicheren Platz in der Hierarchie, verfügen über Freundeskreise und geniessen einfach endlich das artgerechte Leben in Freiheit und Selbstbestimmung.


Abschied von Erna

von Admin | 4. Dezember 2019 | 15 Kommentare

„Ich liebe dich, ich vermisse dich,
ich werde versuchen, nach oben zu blicken.“
(Aus „Der kleine Prinz“)

Wir haben heute zusammen mit unserem Tierarzt Erna erlösen müssen.

Im Februar wurde bei ihr eine Niereninsuffizienz festgestellt, eine Krankheit, die leider nicht therapierbar ist und immer fortschreitend verläuft. In den letzten Monaten erlebte unsere Schweineoma dementsprechend Höhen und Tiefen, da sie aber heute trotz Hilfestellung nicht aufstehen und auf den Beinen bleiben konnte, haben wir uns entschlossen, ihre Leiden zu beenden und sie vor allem schmerzfrei gehen zu lassen.

Erna wurde 10 Jahre alt. Zusammen mit ihrer besten Freundin Else kam sie im Februar 2010 auf unseren Hof. Sie stammt aus einem Tierversuchslabor, was dort genau mit ihr angestellt wurde, haben wir nie erfahren. Fest stand nur, dass beiden Schweinen direkt nach der Geburt die Zähne abgekniffen wurden, auch die Operationsnarben am Bauch und an den Lenden liessen nur Raum, um auf eine dramatische Geschichte zu spekulieren. Direkt nach Elses Ankunft bildete sich ein faustgroßer Abszess, als der aufplatzte, zogen wir circa 20 cm lange Plastikfäden aus ihrem Bauchraum. Diese Ungewissheit über ihre medizinische Vorgeschichte hat jede Behandlung bei den beiden entsprechend erschwert, weil auch unsere Tierärzte nie wussten, auf was sie sich genau einstellen mussten und welche Rückschlüsse sie ziehen könnten.

Im Juni 2018 starb Else an den Folgen eines Gebärmuttertumors. Erna trauerte lange, um so schöner war es, dass sie nochmal ins Leben zurückfand und mit unserer Diva Rosa Mariechen nach kleineren Anlaufschwierigkeiten ein tolles neues Team bildete. Fortan huschten die beiden wieder zu zweit über die Schweineweide, durch das Zusammenlegen beider Lebensräume, was vorher durch das deutliche Veto von Else nie möglich war, vergrößerten sich die sowieso unendlich erscheinenden Weiten von Butenland nochmal für die zwei Damen. Im Februar kam es dann aber zu der niederschmetternden Diagnose Niereninsuffizienz, und wir mussten uns auf den Abschied von „Örnie“ vorbereiten. Das ist uns nie gelungen, entsprechend hart trifft er uns jetzt. Da ist es auch nur ein schwacher Trost, dass unser Schatz sehr sanft und ohne Komplikationen eingeschlafen ist.

Wie werden wir die Schmuserunden mit dir vermissen, liebe Erna. Noch nie haben wir eine so kuschelbedürftige, ausgeglichene, zärtliche und stets freundliche Schweinedame wie dich erlebt. Dankeschön für die zauberhaften 10 Jahre, die wir zusammen erleben durften. Wir hoffen, du schaust hin und wieder vorbei, um ein Auge auf all deine Freunde zu werfen. Hier wirst du auf jeden Fall unvergesslich bleiben.

Für Erna:

https://www.youtube.com/watch?v=r8qpTL1wxGQ

Ich schwöre, ich werde die ganze Nacht fahren,

um Dir Ananas (Schuhe) zu kaufen,

und Deinen zärtlichen Charme zu erleben.

Und ich will heute Nacht nur wieder in Deinen Armen schlafen.

Heute Nacht gibt es gefallene Engel, und sie warten auf uns

unten in der Straße.

Heute Nacht gibt es rufende Fremde,

hör sie besiegt schreien.

Laß sie gehen, laß sie gehen, laß sie gehen,

laß sie ihre Todestänze tanzen ( laß sie vorausgehen).

Trockne nur Deine Augen, Mädchen, und komm,

komm, komm, laß uns ins Bett gehen,

Baby, Baby, Baby.

…….aber Baby,

sie können uns jetzt nicht wehtun.

Weil, Du kriegst , Du kriegst, Du kriegst, Du kriegst meine
Liebe,

Du kriegst meine Liebe.

Durch den Wind, durch den Regen, den Schnee, den Wind, den Regen,

Du kriegtest, Du kriegtest meine, meine Liebe,

Herz und Seele.


Das vierte Törchen öffnet Tomte Herrmann Tummetott

von Admin | 4. Dezember 2019 | 2 Kommentare


Den Schutzgeist von Butenland haben wir Anfang Oktober an der Hauptstrasse gefunden. Damals wurde bei dem wenige Wochen alten Katzenbaby eine abgebrochene Kralle am Hinterbein und eine Schwanzfraktur diagnostiziert. Außerdem hatte Tomte Verbrennungen am Rücken und Nervenschädigungen in beiden Lendenbereichen. Sehr wahrscheinlich hat er sich unter einem Auto ein warmes Plätzchen gesucht, ist nach dem Start irgendwann auf den heißen Auspuff oder den Motorraum gefallen und wurde dann hinausgeschleudert. Leider ein Schicksal, das nicht katzenuntypisch ist. Die abgebrochene Kralle verheilte glücklicherweise von selbst, was eine große Erleichterung war, denn bei solchen Diagnosen stehen gerade bei Katzenbabys auch schon mal Amputationen im Raum.

Seinen Schwanz konnte Herr Tummetott allerdings nicht behalten, doch auch hier hatte er noch Glück, denn hätte man ihn einen Wirbel weiter entfernen müssen, dann wäre der kleine Mann jetzt inkontinent. Der Kelch ist aber an ihm (und an uns als menschlicher Putzdienst) vorbeigegangen und den Schwanz hat er noch keine Sekunde vermisst. Wie auch, wo es auf Butenland doch soviel zu erkunden gibt, man sich Rennen mit eigener Gewinngarantie mit Pekinesen liefern kann und sogar große Herdenschutzhunde sich als Trampolin und Klettergerüst gutmütig zur Verfügung stellen? Da wird es keine Sekunde langweilig, die Abenteuer stehen Spalier, und das gute Katzenleben stellt sich deshalb ganz automatisch ein. 


Unter Schweinen

von Admin | 3. Dezember 2019 | 8 Kommentare

Heute haben wir viel Zeit mit unseren Schweinen verbracht, denn wir müssen Erna verstärkt beobachten. Seit im Februar bei ihr eine Niereninsuffizienz diagnostiziert wurde, durchlebte sie immer wieder Höhen und Tiefen, seit gestern ruht sie wieder viel und frisst kaum. Diese Signale haben auch die anderen Schweine wahrgenommen. So suchten Rosa-Mariechen, Frederik, Winfried und später auch Eberhard intensiv ihre Nähe, was Erna sichtlich genossen hat. Ihr kennt unsere Videos, in denen wir neben unserer Schweineoma liegen und ihr den Bauch kraulen, heute waren wir aber nur Zuschauer einer Schweinefamilie, die unter sich bleiben will.


Das dritte Törchen im Adventskalender öffnet unsere fast komplette Schweinefamilie

von Admin | 3. Dezember 2019 | 5 Kommentare


Bei unserer 10jährigen Schweineoma Erna wurde im Februar eine Niereninsuffizienz diagnostiziert, seitdem wechseln sich bei ihr die Höhen und Tiefen ab. Seit gestern geht es ihr wieder sehr schlecht. Die anderen Schweine haben das sofort bemerkt und suchen deshalb verstärkt ihre Nähe. Es ist so faszinierend, wie sozial diese hochintelligenten Wesen sind und wie sensibel sie es wahrnehmen, wenn es anderen Familienmitgliedern nicht gut geht. Da heisst es jetzt Daumendrücken, dass das kein Abschied nehmen ist und Erna sich nochmal erholen kann.


Muhpedia mit Maret Einhorn

von Admin | 2. Dezember 2019 | 2 Kommentare

Rinder gehören zu den Wiederkäuern und haben über 20 Wiederkäuperioden am Tag. Die Mahlzeiten bestehen gerade im Sommer zumeist aus Gras. Der Speiseplan wird aber auch gerne mit Heu aufgepeppt, in der Stallsaison besteht er sogar fast nur daraus. Aber auch zu Möhren oder Äpfeln als Zwischendurch-Snack hat bisher noch kein Rind Nein gesagt. Dabei sind Rinder reine Herbivore, also Pflanzenfresser.

Wenn eine Kuh ausschliesslich Heu zu sich nimmt, benötigt sie knapp 25 Kilo pro Tag, um gesättigt zu sein. Sollte sie ihre Tagesrationen aber mit Gras bestreiten, hört der Magen erst auf zu knurren, wenn er mit bis zu 130 kg gefüllt wurde. Das liegt daran, dass der Wasseranteil im Heu zwischen 12 und 16 % liegt, während Gras bis zu 85 % enthalten kann. Eine Kuh benötigt zwischen 80 und 120 Liter Wasser pro Tag, auf Butenland werden in der Stallsaison täglich zwei Ballen Heu verfüttert.

Oma Maret, ihres Zeichens mit 23 Jahren die älteste Kuh auf Butenland, ist das natürlich alles eher egal. Sie nimmt ihre Snacks zu sich, wenn sie zu einem KUHlen Kaffeeklatsch eingeladen wird oder die feste Zeit für das Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot ansteht. Die zuckersüße Schnute, die sie beim Schmausen zieht, ist übrigens ein Naturtalent von ihr, deshalb hat sie heute auch die Hauptrolle in unserem Tagesvideo ergattert.


Das Öffnen des 2. Törchens ist Chefsache

von Admin | 2. Dezember 2019 | 3 Kommentare


Somit wurde wie üblich bereits in der Überschrift verraten, wer sich in unserem Butenland-Adventskalender die 2. Leckerei gesichert hat, denn den Chefposten hat selbstverständlich Hofleiter Puschek inne. Überhaupt darf er schon aus fotogenen Gründen in dieser Reihe nicht fehlen, denn unser Wutpekinese ist nicht nur echtes Eye-Candy, darüberhinaus ist auch nur sein Ego riesig und das Säckchen kommt entsprechend groß auf dem Tagesbild rüber.

Inzwischen hat Karins Herzenslicht schon seit 1 1/2 Jahren die Geschäftsführung auf Butenland übernommen. Damals haben wir ihn aus dem Tierheim geholt, in das ihn sein Vorbesitzer geben musste, da er selber die Versorgung nicht mehr gewährleisten konnte. Was übrigens kein Grund ist, diesen Menschen zu verurteilen, im Gegenteil finden wir den Schritt sehr bemerkenswert. Denn wie sehr muss es schmerzen, seinen treuen Begleiter aus Vernunftsgründen abzugeben, damit er nicht leidet? Gerne hätten wir Puscheks obdachlosen Lebensgefährten auch nach Butenland eingeladen oder ihm zumindest eine Nachricht zukommen lassen, damit er weiß, wie gut es seinem besten Freund nun geht. Doch leider hat weder die Obdachlosenhilfe noch die Diakonie auf unsere Anfragen reagiert.

Puschek selber ist auf jeden Fall in seinem persönlichen Himmel angekommen, auch wenn er das nie wirklich zeigt. Als Chef muss man einfach in jeder Lage seine Seriösität bewahren, da bleibt keine Zeit für irgendwelche dankbaren Sentimentalitäten. Also stellt sich unser 13jähriger Hundeopa täglich geradezu heroisch allen Gefahren auf dem Hof, egal ob es sich dabei um Meinungsverschiedenheiten mit den anderen Hunden oder mit dem menschlichen Personal handelt, das störrisch seine besonnenen, immer durchdachten Entscheidungen nicht 1:1 umsetzt. Selbst gefährliche Predatoren wie Hühner, die nicht umsonst direkt von den Dinosauriern abstammen, werden souverän konfrontiert und zur Räson gebellt. Natürlich ist auch keine Rinderrunde mehr ohne unseren Vampirgrafen denkbar, bei der er ganz selbstverständlich selbst dem größten Ochsen furchtlos um die Beine herumtänzelt.

Nicht vergessen darf man in dem Zusammenhang das große Herz, das Puschek besitzt, was er ganz besonders zeigt, wenn neue Bewohner auf seiner Augenhöhe einziehen. Egal ob wir über unser Stuntferkel Frederik oder unseren Katzenhausgeist Tomte Herrmann Tummetott reden, beide Babys hat Puschek großgezogen (laut eigenen gewohnt etwas größenwahnsinnigen Angaben sogar im Alleingang) und in manchem Männergespräch auf dem Kuhdamm oder im Haupthaus an seiner Altersweisheit teilhaben lassen und so ideal auf das Leben vorbereitet. Zusammengefasst können wir im Fazit nur Loriot frei zitieren: Ein Leben ohne Pekinese ist möglich, aber sinnlos.


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