Denn Tiere sind keine Maschinen
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Willkommen auf Hof Butenland

von Admin | 22. August 2019 | 10 Kommentare


Seit gestern hat der Hof einen neuen Bewohner. Auf der Suche nach einem Namen für seinen brandneuen Lebensabschnitt inklusive glücklichen Ruhestand konsultiert Indira gerade noch isländische Namensverzeichnisse. Seine Geschichte ist dagegen bekannt, und die ist leider ziemlich haarsträubend.

Der Wallach ist 30 Jahre alt und wurde vor 18 Jahren von einer Reitschule aus Island importiert. Als er aus der grausamen Sicht dieser Schule zu alt war, um geritten zu werden, bekam er als zynisches Dankeschön einen Tötungstermin beim Schlachter. Im letzten Moment konnte er aber von einer Dame gerettet werden, bei der er dann ein Jahr untergekommen ist, bis die Vermittelung nach Butenland klappte.

Gleich am ersten Tag auf dem Hof nahm ihn unsere Pferdetierärztin mit einem Blutbild, einer Kotprobe und weiteren Behandlungen unter die Lupe und zeigte sich ziemlich entsetzt. Er leidet unter einem Sommerekzem und ziemlich starken Milbenbefall. Die gelben Beine auf dem Bild sind das Resultat unserer ersten Gegenbehandlung mit einer Salbe. Außerdem wurde eine Nebenhöhlenentzündung diagnostiziert. Sein Gebiss ist eine ziemliche Katastrophe und deutet darauf hin, dass er jahrelang an Gitterstäben aus Metall genagt hat. Da steht nächste Woche eine komplette Zahnsanierung an.

Was unsere Ärztin aber am meisten schockiert hat, war seine fehlende Gegenwehr bei allen Untersuchungen. Wenn man einem Pferd zum Beispiel in den Mund greift, kommt eigentlich immer eine Abwehrreaktion, unser neues Familienmitglied liess aber alles willenlos über sich ergehen. Das tun nur Pferde, die sich bereits aufgegeben haben. Dagegen reagiert er sehr verstört auf schnelle Bewegung in seiner Umgebung, was wiederum darauf hindeutet, dass er regelmäßig geschlagen wurde. Was leider für ein Schulpferd nichts Ungewöhnliches ist und oft zu dieser grausamen Karriere dazugehört. Auch die vielen Narben und die fehlenden Stücke in beiden Ohren sprechen Bände. Die Ohren sind eine der empfindlichsten Stellen am Körper, dementsprechend werden sie gerne von skrupellosen Menschen benutzt, um einen Willen zu brechen.

Jetzt bekommt unser Patient auf jeden Fall eine Augensalbe, seine Nebenhöhlen werden behandelt, auch den Milben haben wir den Kampf angesagt und wie erwähnt kommt nächste Woche der Zahnarzt. Außerdem wird es nicht lange dauern, bis ihn Loriot in seine Obhut nimmt. Für diesen familienorientierten Wallach brauchten wir schließlich Gesellschaft und er ist darauf spezialisiert, Artgenossen mit dem guten Butenländer Leben vertraut zu machen. Damals hat er Kaspar unter seine Fittiche genommen und schnell ein unzertrennliches Team mit ihm gebildet, es dauerte auch nicht lange, bis er Tjocks bester Freund war, und so sind wir uns sicher, dass er auch unseren isländischen Neuzugang zurück in das Leben holen wird. Und auch selber davon profitiert, denn er benötigte dringend einen ruhigen Lebenspartner an seiner Seite, ein Platz, an dem unser Einzelgänger Cello leider noch nie Interesse zeigte.

Die Behandlungen werden nicht sehr billig sein, deshalb sind wir dankbar für jede Spende, die hier https://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/spenden/einzelspende/ vorgenommen werden kann. Auch über Patenschaften freuen wir uns, dafür kann man diesen Link https://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/spenden/patenschaft/ benutzen.


Siesta unter Freunden

von Admin | 22. August 2019 | 2 Kommentare

Das Anstrengende an einer ausufernden Stofftierbande ist definitiv, die ganze Belegschaft bei den Siestas zusammenzusuchen. Da kann auch unser Stuntferkel Frederik ein Lied von singen und ist glatt während der Positionierung seines Plüschebenbilds eingeschlafen.
 
Zum Glück gibt es wenigstens keine Platzprobleme, da seine Ausstellungsfläche theoretisch der ganze Hof ist. Auf die Kuscheldecke muss ja nur Frederiks Anführerpopo passen, Stofftiere können auch durchaus auf dem ungeschützten Boden schlafen. In der Beziehung sind diese unverzichtbaren Gefährten echt knallhart, Hauptsache sie liegen in Reichweite.

Happy Riesenbaby Day

von Admin | 21. August 2019 | 4 Kommentare

Die heutige Heutorte hätten wir gerne mit Actionfiguren dekoriert, denn da unser Riesenbaby Mattis 8 Jahre alt wird, steht ein waschechter Kindergeburtstag an. Aber leider existieren Captain AMUHrica, the Incredible KUHlk, Iron OX und Spider COW nur in den spannenden Gute-Nacht-Geschichten von Supermuddi Dina, so konnten wir diese Figuren leider nirgendwo besorgen.

Aber das wird dem Jubilar nicht viel ausmachen, denn er führt hier auch ohne Spielzeug ein Leben im Paradies. Vor 8 Jahren hat sich seine Mama hochschwanger vom Nachbarbauern auf den Weg gemacht und trotzte Sicherheitszäunen und Wassergräben, um dann am nächsten Morgen auf einer unserer Weiden zu stehen. Auf Butenland gilt das Motto, dass jeder bleiben darf, der es aus eigenem Antrieb auf den Hof schafft, das galt natürlich auch für diese kleine Familie. Kaum hatten wir die beiden dem Nachbarn abgeschwatzt, traf Mattis auch schon die Vorbereitungen zur Verlagerung seines Wohnorts von Dinas Bauch in das pralle Butenland-Leben und wurde drei Tage nach der erfolgreichen Flucht geboren.

Die Horrorgeschichten der anderen Rinder kennt er deshalb nur vom Hörenmuhen. Das einzige Tierleid, das er erfahren musste, waren das Versiegen der leckeren Muttermilch an Mamas Euterbar, wo er aktuell höchstens noch etwas Milchschaum abstauben kann, und Dinas empörte Strafpredigten, wenn er mal wieder unter der Kuhputzmaschine die eine oder andere Körperstelle vergessen hat. Ansonsten ist sein Leben frei, glücklich und muttibestimmt, der letzte Punkt liegt aber auch teilweise an ihm, da er selber sehr viel Wert auf das unzertrennliche Team mit seiner Erziehungsberechtigten legt. Zwar nicht so sehr wie Dina, die ihren süßen Fratz selten länger als eine Sekunde aus den Augen lässt, aber wenn Mattis das unangenehm wäre, dann würde er das schon deutlich machen und sich nicht so sehr nach Mama orientieren.

Wie tolerant Mutti aber inzwischen ist, zeigt unser Geburtstagsvideo. Da darf Mattis doch tatsächlich die ersten Minuten nicht nur ohne mütterlichen Schatten feiern, sondern sich auch noch KUHle Mädels wie Leevke, Emma, Anna, Fine, Janne und Greta einladen. Das ist zumindest die offizielle Fassung, die Dina für diesen Text freigegeben hat, es kursiert auch noch eine andere, nicht so glaubwürdige Version, die davon handelt, dass Mutti nicht mehr die Jüngste ist und deshalb die ersten Minuten glatt verpennt hat. Wie auch immer kommt sie dann aber dazu und kann sogar noch ein paar Stücke der Heutorte retten, die wir extra für sie dazugestellt haben. Was die Mattis-Groupies übrig gelassen haben, reicht aber nicht mehr so richtig, deshalb gibt es auch noch eine Szene, in der sich Janne, Anna und Mutti gegenseitig beim „Ist das alles, wo bleibt der Nachschub?“-Bettelblick übertreffen.

Wer bei der Fete Puschek vermisst hat, weil er nur einmal kurz durch das Bild gehuscht ist, muss sich übrigens keine Sorgen machen. Unser Hofleiter war diesmal hinter der Kamera mit Regieanweisungen beschäftigt, gerade bei solchen Massenszenen muss er seiner Kamerafrau Karin klare Anweisungen bellen, um die gewohnte Qualität zu gewährleisten. Aber ganz am Ende des Videos hat sich der Großmeister dann doch einen Cameo-Auftritt ins Script geschrieben. Zusammenfassend ist also eine weitere erfolgreiche Geburtstagsfeier im Kasten.


Ein Tag auf Hof Butenland

von Admin | 21. August 2019 | ein Kommentar
https://www.facebook.com/watch/?v=732687027191160
Auch heute teilen wir nochmal einen Beitrag der Bulli-Boys von Bremen 1. Auf diesem Sender läuft momentan eine Aktion, bei der die zwei Moderatoren interessante Orte im Sendegebiet besuchen und den Mitarbeitern dort einen Tag lang über die Schulter schauen. Am Montag hat Butenland den Anfang gemacht. Die persönliche Zusammenfassung der beiden haben wir euch schon gestern präsentiert, heute gibt es nochmal eine Extraportion bewegte Bilder mit vielen tierischen Bewohnern.
 
Achtet dabei bitte nicht so sehr auf die falsch geschriebenen Namen. Schließlich geht es doch um die Begegnungen, und die sind mit Shaya mindestens so eindrucksvoll wie mit Chaya. Zumal unsere Rambo-Kuh mit beiden Besuchern Brüderschaft geleckt hat und deshalb auch Ansprechpartnerin für jede Kritik ist. Und wer will so etwas schon ernsthaft im Vier-Augen-Gespräch bei unserer Chuckeline MUHrris ansprechen? Wir wünschen viel Spaß mit dieser süßen Zusammenfassung.

Zwei neue Fans für Ramboline Chaya

von Admin | 20. August 2019 | ein Kommentar

https://www.facebook.com/bremen.eins/videos/480714479386801/?__xts__[0]=
Gestern hatten wir Besuch von den Bulli-Boys. Das sind zwei Moderatoren des Radiosenders Bremen 1, die momentan im Zuge einer Aktion interessante Orte im Sendegebiet besuchen und den ganzen Tag via Radio darüber berichten. Im Video seht ihr die Zusammenfassung der beiden von diesen unterhaltsamen Stunden bei uns. Am Beeindruckendsten ist wohl Chaya rübergekommen, was sicherlich an ihrer schüchternen und sanften Art liegt. Hier https://www.radiobremen.de/bremeneins/buntes/bulli-boys-kuhaltersheim-butjadingen100.html könnt ihr auch noch ein paar Bildimpressionen begutachten. Uns hat dieser Besuch nur darin bestätigt, dass Bremen 1 unser Lieblingssender und auch bei unserer KUHlen Truppe die Nummer 1 im Stallradio ist.


Berlin, Berlin – Wir fahren nach Berlin!

von Admin | 20. August 2019 | noch kein Kommentar

Am Donnerstag setzt Jan seine Butenland-Tournee fort, denn dann düst er nach Berlin. Dort findet von Freitag bis Sonntag ein veganes Sommerfest statt. https://www.facebook.com/VeganesSommerfestBerlin/?__tn__= Da könnt ihr nicht nur mit unserem Bauern schnacken, es finden auch Podiumsdiskussionen und Vorträge statt, Konzerte werden veranstaltet, es gibt eine Tombola mit tollen Preisen, und natürlich ist auch an vielen Ständen für das leibliche Wohl gesorgt. Jan hält auch selber am Freitag einen Vortrag, in dem er nochmal in Bildern und Worten das Leben von unserem Paulchen Revue passieren lässt. Er wird voraussichtlich von 17.30 Uhr bis 18.15 Uhr auf der Bühne stehen. Ein Programm des ganzen Events findet ihr hier: https://www.veganes-sommerfest-berlin.de/
 
Am Sonntag steht dann der Official Animal Rights March auf dem Programm. https://www.facebook.com/events/410199039734088/ Diese Demonstration wurde zum ersten Mal 2016 in London abgehalten, wo sich schon 2.500 vegane Menschen beteiligten. Im letzten Jahr konnte bereits eine Null angehängt werden und es liefen weltweit 25.000 Teilnehmer mit. Ziel des Marsches ist es, die vegane Gemeinschaft weltweit zu vereinen und Veganer*innen zu inspirieren, sich für Tiere in ihrem Alltag einzusetzen und sie zu ermutigen, in ihrem Umfeld aktiv zu werden. Da dürfen also weder Butenland noch die zwei Füße der LeserInnen fehlen. Wir hoffen, viele von euch an diesem Wochenende in Berlin zu treffen.

Lebenshof = Lebensaufgabe

von Admin | 19. August 2019 | 8 Kommentare

https://www.facebook.com/870716029607864/videos/2266797843418027

Dieses Statement möchten wir sehr gerne weiterverbreiten, denn wir haben die im Video angesprochene Mail auch erhalten und können uns allen Kritikpunkten nur anschliessen. Zumal das nicht die erste Nachricht dieser Art war. Es ist wirklich unglaublich, wie manche Leute einen Lebenshof führen möchten und an dieses gigantische Projekt herantreten. Da verwundert es nicht mehr, wieviele dieser nicht durchgedachten Ideen scheitern und wie oft Verantwortliche tragischen Schiffbruch erleiden.

Man kann einen Lebenshof nicht nebenbei mit ganz vielen Ehrenamtlichen und Freiwilligen führen. So ein Betrieb darf grundsätzlich nur so viele Tiere versorgen, wie ein immer anwesendes Grundteam betreuen kann. Wie schnell sind Ehrenamtliche mal verhindert, wie oft sind Freiwillige nicht zuverlässig, wie stark kann man von anderen Menschen enttäuscht werden oder sich mit ihnen zerstreiten? Man kann einen Lebenshof nicht planen, nur weil man weiß, wer die nächsten 14 Tage dort arbeiten möchte, weil er/sie es fest versprochen hat. Das ist ein Langzeitprojekt, Tiere wie zum Beispiel Rinder können bis zu 30 Jahre alt werden. Das sind dann auch die Zeiträume, mit denen man planen muss. Butenland hat schon öfter einen Aufnahmestopp gehabt, ganz aktuell gibt es auch einen. Das liegt nicht etwa am fehlenden Platz, sondern daran, dass wir die Kapazität erreicht haben, die ein 4-Leute-Team täglich erledigen kann. Da hilft es niemandem, wenn wir uns übernehmen und mit Arbeitskräften oder auch Geldern planen würden, die einfach in der Gegenwart nicht vorhanden sind.

Wenn man zu so einem festem Team gehört, dann sollte man sich auch klar darüber sein, was das heißt. Karin und Jan versuchen nun schon seit Jahren mal ihren Patenaffen in Wales zu besuchen, das ist aber nur ein schöner Traum, weil sich ein Lebenshof und ein Kurzurlaub nicht miteinander verbinden lassen. Auch der geplante Tagesausflug zur Auswilderung einer von ihnen gefundenen Seehunddame musste abgesagt werden. Gerne sitzt man auch mal mit Fieber auf dem Trecker, weil gewisse Basisarbeiten nicht aufgeschoben werden können, und nur Jan die großen Maschinen wie Mähwerk, Heudrescher usw. bedienen kann. Mit freien Sonntagen oder Pausen über Weihnachten sollte man sich auch gar nicht erst beschäftigen, denn die Tiere sind das Non Plus Ultra auf so einem Hof und die verzichten nicht auf Futter und Pflege, nur weil der Mensch mal auftanken möchte.

Das geht auf Butenland so weit, dass wir auch keine spontane Unterstützung zulassen. Mal ganz davon abgesehen, dass wir da Ärger mit der Berufsgenossenschaft bekommen würden, weil hier alle Tiere so frei wie möglich laufen und das für unbeaufsichtigte Fremde durchaus ins Auge gehen kann. Auch wir würden niemanden zu Chaya schicken oder Rosa Mariechen streicheln lassen, weil diese Person dann schon selber schnell lernt, was da alles schiefgehen kann. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin hat eine individuelle Krankengeschichte, einen unterschiedlichen Charakter sowieso. Darauf muss man sich einstellen, das ist niemals durch Ehrenamtliche zu schaffen, die vielleicht auch noch alle paar Wochen wechseln.

Zumal es unter Ehrenamtlichen garantiert die Leute gibt, die sich auch bei uns schon öfter beworben haben. Menschen, die sich selbst verwirklichen wollen, die eine Auszeit brauchen, die den ganzen Tag mit Streicheln von Tieren verbringen könnten … und die man alle nicht auf einem Lebenshof gebrauchen kann, so schade das auch ist. Die Arbeit auf einem Lebenshof besteht zu 80 % aus Exkremente entfernen, auch der Rest des Jobs enthält so manches an Knochenarbeit. Dazu ist es enorm wichtig, dass man über den Tellerrand hinausblickt und auch Dinge lernen möchte. Das umfasst dann nicht das Streicheln eines neuen Bewohners, sondern eher wie man eine Heuernte einbringt, ein Weidezelt aufbaut oder eine Futterraufe repariert. Sicher werden hier auch täglich die tierischen Bewohner verwöhnt und umsorgt, aber die meisten Kuscheleinheiten gehören nicht zur Jobbeschreibung, sondern sind ein Hobby, das entsprechend in die Freizeit gelegt wird. Es braucht außerdem nicht nur Disziplin und Kompetenz, sondern auch die Bereitschaft, ständig mit dem Tod umgehen zu müssen, eine Tatsache, die viele Leute unterschätzen.

Wir bekommen auch eine kleine Krise, wenn jemand fragt, wie so ein Lebenshof wohl ermöglicht werden kann, sich darüber also noch nicht viele Gedanken gemacht hat, aber schon sehr genau weiß, dass er einen Hundesitterdienst, ein Cafe, Kochkurse, oder sogar Therapieangebote ins Leben rufen will. Das ist für uns immer das Signal für einen Gesprächsabbruch. Denn wie kann man einen Lebenshof ernsthaft ins Auge fassen, für den man auch noch Ehrenamtliche sucht, und gleichzeitig noch zig andere Gewerbe gedanklich hochziehen? Wer so ein Projekt verwirklichen möchte, für den oder die sollte der erste Grundsatz sein, dass sich ab sofort wirklich alles um die Tiere dreht, dass jede „Ich“-Idee in eine „Sie“-Realität umgewandelt wird, und dass 24 Stunden jemand parat stehen muss, der auf die Bedürfnisse dieser Tiere reagieren kann. Da bleibt dann keine Zeit mehr für ein Cafe, bei der Aussage kann man uns voll vertrauen. Und auch Therapieangebote haben auf einem Lebenshof nichts zu suchen, da so etwas kein Streichelzoo, keine Touristenattraktion und eben leider auch kein Genesungszentrum für kranke Menschen ist, sondern ein Hof, auf dem Tiere ihren Lebensabend in Ruhe und Würde verbringen sollen. Das schließt jedes Sommerfest, verbindliche Termine und regelmäßige Besucherströme absolut aus.

Als Hof Butenland gegründet wurde, haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie lange unser komplettes Privatvermögen reichen wird, wieviele Tiere wir damit und mit unserer Arbeitskraft auf Jahrzehnte versorgen können, wie wir diese Versorgung durch regelmäßige Spenden auf eine solide Basis stellen können und so weiter. Auch heute rechnen wir vor jedem neuen Bewohner durch und gehen dabei immer von einer holprigen Strecke aus, selbst wenn die aktuell nicht zu bemerken ist. Denn das kann sich immer ruckzuck ändern.

Außerdem war uns schnell unser Konzept klar, dass aus den schon angesprochenen Punkten besteht, aber auch zum Beispiel aus dem Fehlen von Gehegen und anderen Begrenzungen, so weit das eben möglich ist. Das sind die Überlegungen, die man sich bei so einem Projekt machen muss, nicht wie man die Tiere in eine Maschinerie integrieren kann, die dann richtig viel Geld ausspuckt. Die tierischen BewohnerInnen sind gerade erst aus der industriellen Tierhaltung entkommen, da brauchen sie keine abgeschwächtere Version, in der sie auch wieder nur funktionieren müssen, sondern ein ernstgemeintes Angebot auf einen Ruhestand, den sie sich selbstbestimmt und frei ganz nach ihren eigenen Bedürfnissen einrichten können.


Ein Radiotag für Hof Butenland

von Admin | 19. August 2019 | ein Kommentar
Zu dieser frühen Stunde haben die Butenland-Fans noch nie etwas von uns gehört, das hat aber einen sehr schönen Grund. Unser Lieblingssender Bremen 1 startet heute eine Aktion, bei der die zwei Moderatoren Michael Kruse und Marcus Rudolph auf Entdeckertour durch das Sendegebiet gehen. Herr Kruse ist bei uns Kuhpate, für die Sendung werden außergewöhnliche Orte gesucht, und deshalb steht heute Butenland als Ziel auf dem Programm.
 
Die beiden werden uns heute Morgen in ihrem Tourbulli besuchen und bei der Arbeit begleiten. Deshalb gibt es den ganzen Tag über Schaltungen, mal mit Live-Ereignissen direkt vom Hof, mal mit aufgezeichneten Geschichten über das pralle Butenländer Leben.
 
Wir wurden selber von der Aktion etwas überrascht, deshalb geben wir erst jetzt Bescheid. Aber bestimmt erreicht dieser Beitrag ja trotzdem noch viele Butenland-Fans, die deshalb heute ihre Radio-Frequenz auf Bremen 1 eingerastet lassen. Wie ihr den Sender empfangen könnt, erfahrt ihr hier: https://www.radiobremen.de/bremeneins/info_und_kontakt/frequenzen/frequenzen102.html Und jetzt sind wir selber sehr gespannt, was uns da in ein paar Stunden erwartet.
 

Eine Glückskuh feiert ihren 7. Muhday

von Admin | 18. August 2019 | 6 Kommentare

Die heutige Geburtstagsparty ist etwas bunter als sonst üblich, denn unsere Glückskuh La Colorida wird 7 Jahre alt. Vor ihrer Butenland-Zeit musste sie 1 1/2 Jahre in einem Milchbetrieb auf Spaltenboden verbringen, aber die sonst in diesen Haltungen üblichen Schrecken blieben ihr glücklickerweise erspart. Das lag vor allem an ihrem Retter Bernhard, der fast ein Jahr um sie gekämpft hat, und sie dann tatsächlich kurz vor ihrem ersten Besamungstermin auf unseren Hof vermitteln konnte.

Hier hat sich Colorida schnell eingelebt und besitzt längst einen sicheren Stand in der Herdenhierarchie. Den Menschen gegenüber bleibt sie distanziert, würde nie etwas direkt aus unserer Hand annehmen und fordert dementsprechend keine Kuschelrunden ein, aber das muss sie ja auch nicht. Wieso sollte man sich auch intensiver mit dem Personal beschäftigen, wenn man so KUHle Artgenossen auf der Weide zum Schnacken hat?

Über die Heutorte hat sich das Geburtstagskind dann so enthusiastisch hergemacht, dass kein Gast etwas abbekommen hat. Denn am Anfang waren nur Pippilotta und Puschek vor Ort, ein Pärchen, das hier unseren Catering-Dienst leitet und sich kaum etwas aus Delikatessen für Rinder macht. Als dann die ersten offiziellen Gratulanten Julchen, Leevke und Bo eintrudelten, war erstens die Tafel leergefuttert, und zweitens zeigte sich die Jubilarin auch von ihrer ruppigen Seite und machte sehr deutlich klar, wer hier Geburtstag feiert und für wen ergo die Geschenke sind. Das hat uns sehr überrascht, denn ansonsten ist Colorida eine passive Kuh, die gerade den „Hoppla, hier komm ich“-Rindern wie Julchen eher ausweicht, statt ihnen eine Ansage zu machen. Da ist uns die Heutorte diesmal wohl besonders geglückt, so dass unsere Glückskuh zum ersten Mal die Leckerei vor Essensdieben verteidigen wollte. Auf das Rezept werden wir jetzt also öfter zurückgreifen. Wir wünschen jedenfalls alles Gute, liebe Colorida, auf dass du noch lange unseren Alltag bereicherst und das Hofleben noch etwas bunter machst.


Die Sprache der Tiere

von Admin | 18. August 2019 | 4 Kommentare

„Die Mitteilungsmöglichkeit des Menschen ist gewaltig, doch das meiste, was er sagt, ist hohl und falsch. Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie damit zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich. Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge.“
 
Und das hat Leonardo da Vinci damals schon herausgefunden, ohne unseren Frederik zu kennen. Um das Zitat zu bestätigen, zeigen wir euch deshalb auf dem Tagesfoto, was dieses Stuntferkel bereits schlafend für ein Glück, eine Zufriedenheit und innere Ruhe ausdrücken kann. Und das potenziert sich sogar noch, sobald der kleine Schatz die Augen öffnet. Er hätte sich bestimmt gut mit Leo verstanden, vielleicht hätte der sogar kurz seinen besten Stoffkumpel halten dürfen, wer weiß?

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