Denn Tiere sind keine Maschinen
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Frederik – Ein Ferkel sprang aus fahrendem Transporter in die Freiheit

von Admin | 25. Mai 2019 | 10 Kommentare
Mit dem Tagesbild haben wir für morgen einen neuen Butenländer angekündigt, aber das Schicksal hat es gut mit euren Nerven gemeint und die Reise kurzfristig auf heute vorverlegt. So können wir euch schon jetzt begeistert Frederik vorstellen, ein 2 Wochen altes männliches Ferkel.
 
Angeboten hätten sich auch „McGyver“ oder „Colt Seavers“, aber leider sind diese Name doch etwas sperrig und schweineinkompatibel. Geeignet wären sie aber auf jeden Fall gewesen, denn wir haben es bei Frederik mit einem waschechten Tüftler und Stuntman zu tun. Unser neues Familienmitglied hat sich nicht nur irgendwie aus einem fahrenden Schweinetransporter (voller Ferkel, die dafür bestimmt waren, als Spanferkel in Holland umgebracht zu werden) befreien können, danach ist es auch noch bei 80 bis 90 km/h abgesprungen und hat sich so perfekt abgerollt, dass es diesen Husarenritt überlebt hat und lediglich einige Schürfwunden davon getragen hat. Gleichzeitig war auch noch an weiteren Stellen jede Menge Glück dabei, denn erstens wurde das Kunststück von einer Tierfreundin bemerkt, die zufällig hinter dem Transporter fuhr, und zweitens hat Frederik die Leitplanke verfehlt und ist darunter aufgeprallt. Eine direkte Kollision mit dem Teil wäre wohl sein Todesurteil gewesen.
 
So konnte die bereits erwähnte Tierfreundin die nächste Ausfahrt nehmen, parken und zusammen mit der Polizei das tollkühne Ferkel erfolgreich suchen. Die Beamten kontaktierten sofort die Firma aus Holland und es stellte sich heraus, dass der Fahrer die Flucht nicht mal bemerkt hatte. Und da es in diesen Kreisen (ausnahmsweise zum Glück) nur um das Geld geht, eine Rückfahrt sich aber finanziell nicht lohnte, wurde das Tier einfach verschenkt. Schnell fand sich eine Freundin, die es nach dem Tierarztbesuch zur Pflege aufnehmen konnte, und ab sofort bereichert das neue Schweinchen unseren Hofalltag. Hier könnt ihr die Geschichte der mutigen Flucht nochmal nachlesen: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/kurz-notiert/ferkel-flucht-tiertransport-oyten-100.html?fbclid=
 
Auf Butenland wird Frederik vorerst bei Marliessa übernachten, denn Vergesellschaftungen von Schweinen können doch sehr ruppig enden, darauf möchten wir deshalb ein ständiges Auge habe. Obwohl auch alle Hunde sich schon mehr als interessiert gezeigt haben und man einen besseren Leibwächter als Kuddel auf ganz Butenland nicht finden kann. Die Beruhigungsbanane nach der Anreise und das erste Abendbrot entpuppten sich ebenfalls als sehr lecker und die Menschen verstehen auch etwas vom Kraulen. Jetzt fehlen zum perfekten Glück nur noch ein paar Paten. Interessierte sollten sich diesen Link hier näher anschauen: https://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/spenden/patenschaft/ Und jetzt freut euch einfach alle auf die nächsten Tage, denn natürlich werden wir sehr intensiv von Frederiks Butenland-Eroberung berichten.

Willkommen bei „Butenland Mystery“

von Admin | 25. Mai 2019 | 10 Kommentare


Noch haben Pippilotta, Puschek und Kuddel ihre Outdoor-Decke ganz für sich allein, aber das ändert sich morgen, denn dann heißt es etwas zusammenrücken. Für wen sie da ein Plätzchen freihalten müssen, wird an dieser Stelle nicht verraten und erst morgen Abend im Tagesvideo aufgelöst. Es soll uns ja niemand vorwerfen, dass wir keine Spannungsbögen kreieren können. Versucht in den nächsten Stunden noch etwas von euren Fingernägeln übrig zu lassen. Wir wünschen viel Spaß beim wilden Spekulieren im Kommentarbereich.


Erna und Bademeister Puschek

von Admin | 24. Mai 2019 | 3 Kommentare

Gute Nachrichten: Jan hat aus den Gräben soviel Wasser abgepumpt, dass die Suhle der Schweine aufgefüllt werden konnte und ihren Namen endlich verdient. Das hat Erna direkt ausgenutzt und ihre Fähigkeiten im Luft anhalten perfektioniert. Weit rausgeschwommen ist sie aber trotzdem nicht und hat sich stattdessen lieber am Rand aufgehalten. Völlig unverständlich, denn natürlich ist Bademeister Puschek die ganze Zeit auf seinem Posten gewesen, es hätte also nie etwas passieren können. Na ja, vielleicht ist es ganz gut, dass sich Erna trotz geballter Rettungsschwimmerkompetenz nicht auf unseren David Hasseldog verlässt. Sau muss ihr Glück ja nicht grundlos strapazieren, solange sie sich ihre Nase voll Schlamm auch im Uferbereich abholen kann.


Der Butenland-Garten im Mai

von Admin | 24. Mai 2019 | 9 Kommentare

Heute sorgen wir mal für richtige Sommerlaune und präsentieren euch den Butenland-Garten im Mai. Da haben die Insektenhotels Hochkonjunktur und überall brummt und summt es.

Wir haben auch extra Bienenwiesen angelegt, allerdings auf eine eher untypische Art. Denn wir verzichten darauf, nur einzelne Streifen hochzuziehen und diese auch noch zwischen Feldern zu platzieren, die wir ausgiebig mit Neonicotinoiden getränkt haben. Das ist so makaber, was da nicht nur teilweise, sondern hauptsächlich in der Landwirtschaft abgeht.

Hagen Rether hat es wie immer auch sehr passend ausgedrückt: „Wir können nicht zehn Jahre Insektenvernichtungsmittel auf die Felder kippen und uns jetzt beschweren, dass die Insekten vernichtet sind.“ Und vor allem können wir keine Alibi-Bienenstreifen anpflanzen, wenn wir neben diesen Streifen auf den Feldern die Insekten weiter systematisch vernichten.

Zu dem Thema empfehlen wir auch diesen interessanten Artikel: https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/15815-rtkl-tatort-wiese-pestizide-und-das-ende-unserer-insekten


Happy Kuhday, Lillemor

von Admin | 23. Mai 2019 | 7 Kommentare

Mit Lillemor feiert heute die Kuh mit der jüngsten Butenlandgeschichte ihren 9. Muhday. Die „kleine Mutter“ ist erst Anfang April in unser Kuhaltersheim gezogen, davor lebte sie in einem Milchbetrieb, der ihr drei Kinder geraubt hat. Wie in diesen Kreisen üblich sollte sie wegen nachlassender Produktionsleistung umgebracht werden, doch zum Glück kämpfte ein Tierfreund für sie und konnte stattdessen die Reise nach Butenland vermitteln.

Hier hat Lillemor einen Rekord aufgestellt, denn schneller als sie hat sich noch kein Rind in die Herde eingefügt. Oft beobachten wir bei Neuankömmlingen richtige Jagdszenen, weil die alteingesessenen Damen und Herren vor Neugierde brennen und das neue Gesicht von den fremden Eindrücken verständlicherweise leicht überfordert ist. In solchen Situationen wird schnell die Flucht nach vorne angetreten, doch nicht, wenn man Lillemor heißt. Das Geburtstagskind setzte seine erste Klaue auf die Weide und trabte von da an sehr tiefenentspannt neben seinen neuen Familienmitgliedern. Dabei bemuhte sie so geduldig wie ausführlich alle auf sie einprasselnden Fragen und hatte schon am Abend ihrer Ankunft einen festen Hierarchieplatz so selbstverständlich wie dankbar eingenommen.

Wie immer hat es sich der Hofleiter Puschek nicht nehmen lassen, die Heutorte und das Glückwunschpaket von Silke aus Hamburg persönlich zu überreichen. Auch hierbei zeigte sich, wie relaxt Lillemor bereits ihre Zeit auf Butenland verbringt, denn sie liess doch tatsächlich den wichtigsten Grafen Norddeutschlands warten wie bestellt und nicht abgeholt und näherte sich erst nach der akademischen Verspätungsviertelstunde. Das kam bei unserem Wutpekinesen aber super an, denn er beobachtet Lillemor seit ihrer Ankunft auf dem Hof mehr als fasziniert, da wirkt ein geheimnisvolles Rar machen natürlich wie Benzin in diesem eh schon lodernden Feuer.

Schließlich bereicherte mit Colorida auch noch ein so schöner wie seltener Partygast die Feier, es blieb sogar noch etwas Zeit, um die Schuhe der fleißigen Haus-und-Hof-Filmerin zu putzen, und trotzdem waren das alles noch nicht mal die letzten Highlights, über die wir berichten können. Denn bereits gestern hat Lillemors menschlicher Retter und Übergangs-WG-Kumpel vorbeigeschaut und KUHle Leckerchen ohne Ende überreicht. Wenn das mal nicht der Stoff ist, aus dem legendäre MUHga-Events gebastelt werden. Wir wünschen natürlich auch alles Gute, liebe Lillemor, und freuen uns, wie schnell du unsere Familie komplett gemacht hast und seitdem den Hofalltag versüßt, als wärst du schon immer da gewesen. <3


Power-Piggy-Napping mit Winfried

von Admin | 23. Mai 2019 | 4 Kommentare


Nicht nur in Japan machen die Angestellten einer Firma sehr kreative Mittagspausen, auch Winfried hat jetzt auf Butenland das Power-Piggy-Napping direkt am Arbeitsplatz eingeführt. Da man sich für diese Freizeitbeschäftigung nicht mehr bewegen muss, sondern gleich vor Ort einschlafen kann, hat man nicht nur mehr Zeit für das Nickerchen. Gleichzeitig muss man nach Wiederaufnahme der Nachmittagsschicht auch nicht mehr umständlich die Grashalme im Garten suchen, die man zuletzt bearbeitet hat, sondern kann direkt und ohne mühsame Neuorientierung wieder die Beißerchen als Rasenmäherersatz kreisen lassen. Der perfekt gepflegte Butenländer Garten kommt schließlich nicht von ungefähr, dieser Premium-Standard ist nur durch ständige Innovationen des beauftragten Experten-Teams zu erreichen.


Kleine Tag- und Nachtmusik

von Admin | 22. Mai 2019 | 2 Kommentare

Da wir immer um das Wohlergehen der Leser besorgt sind, bieten wir euch nach dem sehr diskussionslastigen Tagesfoto als Video eine wahre Entspannungsoase an. Dabei bitten wir die Bildprobleme ab Minute 0:32 zu entschuldigen. Die Nachtschicht der hochbegabten Künstler hat echt scharfe Anwälte, da sind wir auf Nummer Sicher gegangen und haben das Konzert geschickt anonymisiert. Dem Chill-Out-Effekt sollte das aber keinen Abbruch tun.

Damit der Butenländer Bildungsauftrag aber nicht buchstäblich ins Wasser fällt, gibt es auch noch ein paar Informationen zu den Ausnahmekünstlern: Die feuchten Bühnen werden besonders während der Paarungszeit gerne gewechselt. Dort betätigen sich nur die Männchen als Musiker und bilden dabei riesige Orchester in einem Gewässer oder an größeren Weihern, die offiziell als Rufgemeinschaften bezeichnet werden. Das laute Quaken lockt derweil weitere Männchen an. Sobald ein Weibchen auftaucht, wird es belästungstechnisch etwas kritisch, denn die Dame wird sofort vom Herren gepackt. Als Verteidigung kann man allerdings einräumen, dass nur paarungsbereite Fröschinnen von den Rufen angelockt werden. Sollten zu wenig Frosch-Chicas Lust auf einen One-Night-Platsch haben, brechen regelrechte Tümpelschlägereien zwischen den Herren aus. Direkt nach der Paarung entfernt sich das Weibchen wieder von dem Männchen, hinterlässt nicht mal Nachrichten auf seinem Handy und egalisiert somit die etwas plumpe Beischlafeinladung. Um den liebeslustigen Männchen aus dem Weg zu gehen, wandern die nicht paarungsbereiten Weibchen in ein ruhigeres Gewässer ab oder verhalten sich still in einer versteckten Ecke des Rufgewässers. Das klappt so super, dass in Froschgesellschaften Anwälte des Belästigungsstrafrechts nicht mal bekannt sind.

Bei den ersten Temperaturen über 20°C beginnen die Quakkonzert. Erst noch verhalten und nur selten, bei längerer oder grösserer Wärme wird das Gequake lauter und häufiger, und der eine oder andere Hasennachbar klopft schon mal mit dem Besen an seine Höhlendecke. Bei grösseren Rufgemeinschaften kann das Quakkonzert den ganzen Tag über ununterbrochen andauern, hierzu können Zusatzinformationen aus der Menschenwelt unter den Suchbegriffen „Wacken Open Air“, „Rock am Ring“ oder „Rock im Park“ ergoogelt werden. Die typischen sommerlichen Froschkonzerte stammen vorwiegend von den Grünfroscharten. Die Stimme erzeugen die Grünfrösche, indem sie Luft in ihre zwei seitlichen Schallblasen einpressen. Diese dienen als Resonanzkörper und verstärken so ihre Stimme. Das Quaken des Teichfroschs ist ein Stück lauter als das des kleinen Wasserfroschs.

Bald nachdem das Froschkonzert begonnen hat, beginnt die Paarungszeit. Sie erstreckt sich von Ende April bis in den Juni hinein. Dabei legen die Grünfrösche mehrere kleine Ballen (je rund 500 Eier), die sie an Wasserpflanzen anheften. Die Kaulquappen entwickeln sich binnen 2 – 3 Monaten zu Jungfröschen heran. Die Entwicklungszeit ist stark von der Witterung abhängig und wird mit tieferen Temperaturen verlängert. Einzelne Kaulquappen können auch im Wasser überwintern und verwandeln sich erst im folgenden Frühjahr zu landlebenden Tieren.

Trefft die Opfer

von Admin | 22. Mai 2019 | 6 Kommentare
In den Niederlanden besetzten neulich Aktivisten der Tierrechtsgruppe „Meat the victims“ eine Schweinezuchtanlage, indem sie direkt die Gänge mit ihren Körpern blockierten. Und das mit beachtlichem Erfolg, denn selbst in Nachbarländern wie hier in Deutschland überschlugen sich die Medien mit Berichterstattungen. Natürlich liessen es sich auch die Bauern nicht nehmen, ihren katastrophalen Ruf in der Gesellschaft zu unterstreichen, indem sie einen Extra-Grillevent direkt vor der Anlage veranstalteten und die Autos der Aktivisten durch Randale zerstörten. Und selbst heute, Tage nach diesem Vorfall, wird dieser Menschenschlag nicht müde, die Bevölkerung gegen sich aufzubringen, das ist schon echt faszinierend. Wir wollen stellvertretend nur dieses Video hier https://www.facebook.com/watch/?v=2700740823270717 kommentieren, denn das fasst die kläglichen Versuche dieser Tierquäler sehr schön zusammen.
 
Da sitzt also ein Bauer in seiner Schweinezuchtanlage und hat sich so gut vorbereitet, dass er nicht mal mehr den Namen der Tierrechtsgruppe weiß, über die er sich lustig machen will. Da helfen wir gerne, denn diese Leute haben sich nicht wie von ihm vermutet nach „Irgendwas mit Veganismus“ benannt, sondern heißen „Meat the victims“, also ein Wortspiel aus „Trefft euer Fleisch“ und „Trefft die Opfer“. Vielleicht hat die Rechercheschwäche des Typen auch etwas damit zu tun, dass der Name erstens sehr schön zusammenfasst, um was es bei solchen Aktionen geht, und zweitens darin auch noch das Wort „Opfer“ vorkommt, ein Begriff, den jeder industrielle Tierquäler meidet wie der Teufel das Weihwasser.
 
Dann wagt es der Kerl tatsächlich darüber zu schwadronieren, dass die Aktivisten die Tiere angeblich in massive Gefahr gebracht haben, weil sie keine Schutzkleidung getragen haben. Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Der Täter, der regelmäßig seine Opfer abschlachtet, faselt etwas von Gefahr, nur weil er die Todeskandidaten womöglich 10 Tage vor ihrem geplanten Hinrichtungstermin vergasen muss. Das Ganze wegen einer Schutzverordnung, die für diese sterilen Höllen mal ausgegeben wurde, weil die Betreiber die Tiere dort stapeln und jeder Erreger sich deshalb schnell verbreiten kann. Natürlich wird sich auch darüber ausgeschwiegen, dass bei solchen Keulungsaktionen überwiegend kerngesunde Tiere getötet werden, weil Einzeluntersuchungen echt ins Geld gehen und beim Thema Zaster jede „Tierliebe“ dieser Menschen endet. Perverser geht es wohl kaum.
 
Danach labert er etwas davon, dass die Tiere es angeblich überhaupt nicht gerne haben, wenn man sie besucht, weil sie das nicht kennen und so Unruhe entsteht. Weil er anscheinend so sehr um seine Gefangenen besorgt ist, können wir ihm hier versichern, dass es die Tiere bestimmt ebenfalls nicht schätzen, dass man sie umbringt, weil jemand ihren toten Körper lecker findet. Vielleicht sollte man dort mal ansetzen, wenn es einem wirklich ums Tierwohl geht. Garantiert werden die Tiere bei einer eigenen Auswahlmöglichkeit auch jeden Besuch dem Tod im Kindesalter vorziehen.
 
Dass der Mann nichts begriffen hat, sieht man auch sehr deutlich daran, dass er immer wieder stolz durch seine Anlage zoomt und die als „Schöner Wohnen“-Luxusmodell verkaufen will. So etwas geht dann sogar bei Fleischessern in die Hose, denn es hat schon seinen Grund, warum Bauern jahrzehntelang im Anonymen gearbeitet haben und jedes Bild aus einem Tierbetrieb verpönt war. Da kann die Anlage noch so sauber sein, einen Sauenstand kann trotzdem niemand als Wohlfühloase vermitteln. Das funktioniert auch nicht, wenn man ihn öffnet, der Sau jede Fluchtmöglichkeit verstellt und dann darüber referiert, dass die Person überhaupt nicht fliehen möchte. Es will auch niemand hören, dass man demnächst vielleicht womöglich mal gucken kann schon sein etwas verbessern möchte, wenn man vorher in einem Nebensatz selber zugibt, dass die arme Mutter 4 Wochen in ein und derselben Position fixiert wurde.
 
Alles in allem wird aber klar, wie wichtig solche Solidaritätsaktionen mit den Tieren sind. Nicht zuletzt, weil danach Bauern an die Öffentlichkeit gehen und Bilder aus ihrem Stall präsentieren. Da kann man dann verbindlich davon ausgehen, dass diese Selfmade-Reportagen immer nur den Tierrechtlern helfen, einfach weil Bauern gegenüber Tieren komplett abgestumpft sind und deshalb auch das größte Horrorszenario sehr stolz als sauber, profitabel und traditionell darstellen und es so verteidigen werden. Und das kommt halt beim Hauptteil der Bevölkerung eher schlecht an und ist somit die beste Aufklärung, die wir uns wünschen können.
 
Ein renommierter holländischer Rechtsanwalt hat übrigens mittlerweile die von „Meat the victims“ veröffentlichten Bilder gesehen und spontan seinen Rechtsbeistand zugesagt. Das hat er mit einem sehr schönen Satz, denn wir als Schlußfazit setzen wollen, erklärt: „Die Sklaverei war auch mal legal, das hat sie deshalb moralisch nicht gerechtfertigt.“ Mehr gibt es zum Thema eigentlich auch nicht zu sagen.

 



Abschied von Lola

von Admin | 21. Mai 2019 | 24 Kommentare

„Die Erinnerungen und die Liebe, die ich zurücklasse,
sind für euch zum Behalten.
Ich habe Ruhe gefunden,
mein Gesicht der Sonne zugedreht und schlafe jetzt.“
Alan Curtis

Gestern abend wurde Lola mit unserem Einverständnis in der Rinderklinik der Uni Hannover erlöst. Dorthin mussten wir sie am Sonntag bringen, nachdem sie sich von der Herde absonderte und am Sonntag Morgen eine große Schwellung im Bauchbereich zeigte. Die erste Diagnose von unserer Tierärztin vor Ort waren Pansenprobleme, verbunden mit weiteren ernsthaften Beschwerden, die vor Ort auf Butenland nicht behandelbar waren. Die Ärzte in der Uni diagnostizierten eine Bauchfellentzündung und stellten dabei 60 Liter Fremdflüssigkeit in ihrem Bauchraum fest. Ursächlich hierfür kann eine Leberzirrhose, aber auch eine Thrombose sein. Beide Erkrankungen sind beim Rind nicht therapierbar. Die Ärzte vor Ort haben immer in Absprache mit uns alles Menschenmögliche versucht, leider stand aber irgendwann nur noch die Erlösung im Raum, der wir schweren Herzens zustimmten, um Lola weiteres Leid zu ersparen.

Die 11jährige Lola war seit dem Januar 2015 eine Butenländerin. Davor wurden ihr in einem Milchbetrieb drei Kinder geraubt, die letzten beiden Kälber waren Totgeburten, so dass für sie der Weg zum Schlachter vorprogrammiert war. Hier auf dem Hof hat sich Lola in Rekordgeschwindigkeit eingelebt und lief schon nach wenigen Tagen ganz selbstverständlich in der großen Herde mit. Wir kannten sie als bescheidene, freundliche Kuh, die sich nie in den Vordergrund gedrängt hat und einfach das Leben auf Butenland im Stillen genossen hat.

Jeder Abschied von einem der bei uns lebenden Tiere ist schwer. Aber in einem Altersheim muss man leider immer damit rechnen. Und gerade die Aufnahme von älteren Tieren, die woanders keine Chance hätten, ist ein Schwerpunkt, zu dem wir uns bewusst entschieden haben und der uns sehr am Herzen liegt. Dadurch erreichen die Butenländer Tiere ein Alter, das in der Nutztierindustrie nie für sie vorgesehen war. Viele unserer Rinder sind dreimal so alt und älter, was kein Kunststück ist, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter einer Kuh in dieser Industrie bei 5 Jahren liegt. Hinzu kommt die Tatsache, dass fast jeder tierische Butenländer eine tragische Vorgeschichte besitzt. So kommt es oft durch frühere Haltungsbedingungen zu Schädigungen wie Klauen- und Gelenkserkrankungen, Arthrose ist auch ein ständiges Thema, die meisten dieser Krankheiten treten sogar bei Rindern unter 10 Jahren auf, also in einem Alter, in dem sie auf natürliche Weise gar nicht oder höchst selten vorkommen würden. Deshalb sind wir auf die nur noch kurze Lebenszeit einiger Rinder vorbereitet und haben stets ein wachsames Auge auf sie. Jeden Tag aufs neue, denn jeder Tag ist für die Tiere in unserer Familie ein Tag mehr, ein Tag mehr Liebe, Selbstbestimmung, Fürsorge, Respekt, Sonne, Wind und Freiheit.

Wenn Familienmitglieder wie Lola, die stets gesund und fit in der Herde zu beobachten waren, so plötzlich und unerwartet, so endgültig und mit so einer niederschmetternden, überraschenden Diagnose von uns gehen, dann verdunkelt sich aber auch der Butenlandhimmel ziemlich. Mehr konnten wir jedoch für sie nicht tun. Immerhin hatten wir 4 1/2 gemeinsame Jahre, von denen wir nur hoffen können, dass sie für Lola genug waren. Wir versuchen uns jedenfalls damit zu trösten, dass sie diese Zeit hatte und wir nichts unversucht gelassen haben, ihr ein bißchen Würde zurückzugeben. Gute Reise, Lola.

Für Lola:
https://www.youtube.com/watch?v=UoVaK2NXmJA

„Leg ihn hin deinen süßen und müden Kopf,
die Nacht bricht herein, du bist am Ende der Reise angelangt,
Schlaf jetzt, und träum von denen, die vorher gegangen sind,
sie rufen von jenseits des fernen Ufers.
Warum weinst du?
Was sind das für Tränen auf deinem Gesicht?
Bald wirst du sehen, dass all deine Ängste vergehen,
sicher in meinen Armen schläfst du nur.“

Nachtrag: Da Lolas Krankheitsverlauf für alle Ärzte so mysteriös war, haben wir einer Obduktion zugestimmt. Gerade eben wurden uns die Ergebnisse mitgeteilt: Lola litt an einer Mesotheliose, das ist eine tumoröse Erkrankung der Lymphdrüsen. http://www.rinderskript.net/skripten/b11-10.html?fbclid= Leider ist diese Krankheit bei Rindern nicht erforscht, so kann man nur von den Erkenntnissen beim Menschen übertragen, dass sie durch Asbest ausgelöst wird. Auf Butenland gibt es aber kein Asbest, deshalb gehen wir davon aus, dass Lola in ihrem Vorleben in einem entsprechend belasteten Stall gestanden haben muss.


Lola in der Uniklinik

von Admin | 20. Mai 2019 | 13 Kommentare


Natürlich bringen wir euch auch durch das heutige Tagesbild bei Lola auf den neuesten Stand. Die Uniklinik Hannover hat bereits einige Untersuchungen durchgezogen, einige sind auch noch nicht abgeschlossen. Die vorläufige Diagnose ist, dass es sich nicht wie im Vorfeld vermutet um eine Pansenproblematik handelt, sondern eine Peritonitis, also eine Bauchfellentzündung, vorliegt. In Lolas Bauchraum wurden 60 Liter freie Flüssigkeit festgestellt, durch eine Punktion soll nun herausgefunden werden, ob es sich dabei um Harn aus der Blase handelt und was überhaupt die Ursache ist. Die vorsichtige Prognose ist leider nachwievor kritisch. Es hängt jetzt alles davon ab, ob erstens Lolas Nieren das alles mitmachen, und was zweitens die noch ausstehenden Untersuchungsergebnisse aussagen. Sie hat seit gestern Abend eine Dauerinfusion, um ein Dehydrieren zu verhindern und den Kreislauf zu stabilisieren.

Bitte seid nicht böse, dass wir heute vermutlich kein Tagesvideo bringen werden. Wir waren erst gegen 3 Uhr im Bett und mussten aber natürlich um 7 Uhr wieder aufstehen, da die anderen Tiere selbstverständlich nicht auf ihr Frühstück verzichten sollten. Da wir aber auch heute den letzten Kontrollgang gegen 1 Uhr absolvieren werden, investieren wir die Online-Zeit lieber in das eine oder andere Zwischendurch-Nickerchen. Morgen geht es dann in gewohnter Frische mit Tagesbild und -video weiter, versprochen.


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