Denn Tiere sind keine Maschinen
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KUHle Kopfablage

von Admin | 13. Juli 2019 | 3 Kommentare

Eigentlich wollte Indira heute mal eine neue Kraultechnik bei Fiete ausprobieren, die nicht ganz so anstrengend ist. Normalerweise legt unser Schnurrochse nämlich vorsichtig seinen Kopf auf die Schulter der menschlichen Freundin und schläft dabei gerne ein. Das ist dann bei einem 1.000-Kilo-Ochsen schon eine Herausforderung, egal wie behutsam er zumindest im wachen Zustand dabei auch vorgeht.

Also wurde heute testweise nur die Kinnpartie gestreichelt und als Ablagefläche diente der Bauch statt der Schulter. Das hat Fiete aber nicht wirklich überzeugt, also beantragte er zum Ende des Videos direkt wieder die traditionell bewährten Kuschelpositionen. Da konnte er Indira auch erfolgreich mit SachargMUHmenten überreden, so dass er gleich im Anschluss direkt auf Indiras Kopf sein hochverdientes Mittagsschläfchen erledigen durfte.

Aber damit sich niemand in der Leserschaft Sorgen macht, schwenken wir in den Schlußsekunden auf Puschek und Pippilotta, unser hochspezialisiertes Bergungsteam, das die Situation ständig im Auge hatte und natürlich sofort eingreifen würde, falls Indira mal unter einer schlaftrunkenen Fiete-Lawine verschüttet wird. Es konnte also wie immer nichts passieren.


Rosa Mariechen nimmt Stellung

von Admin | 13. Juli 2019 | 3 Kommentare
Eine der großartigen Sachen an den sozialen Medien ist sicherlich, dass jeder sie nutzt und sich dort auch grundsätzlich für eine Koryphäe hält. Da machen viele Bauern keine Ausnahme, präsentieren ihre ganz normalen Gedanken einer breiten Öffentlichkeit und leisten so die vielleicht wertvollste Tierrechtsarbeit, einfach weil die meisten anderen Menschen sehr irritiert auf diese kalten und grundsätzlich tierfeindlichen Ansichten reagieren. Besser als mit diesen als Blogeinträge getarnten Geständnissen kann man Außenstehende wohl nicht davon überzeugen, dass ein Bauer in der industriellen Tierhaltung und Tierliebe kaum Schnittmengen besitzen.
 
Diese Woche hat der Mastbetrieb „Brokser Sauen“ mal wieder ein Standardwerk zum Thema veröffentlicht. https://broksersauen.wordpress.com/2019/07/09/liebe-medien-shame-on-you/?fbclid= Das geht gleich in der Überschrift in die Vollen und fordert die Medien dazu auf, sich zu schämen. Was ist passiert? Die Süddeutsche Zeitung und die Fernsehsendung „Report Mainz“ wurden Aufnahmen der SOKO Tierschutz zugespielt, auf der schwerste Tiermisshandlungen zu sehen sind. Da wird eine lebende Kuh mit zusammengebundenen Beinen an einer Baggerschaufel über ein Gatter gezerrt und schlägt danach mit dem Kopf hart auf den Boden auf, andere Tiere liegen tot in einem Krankenstall, wieder andere werden wie leblose Gegenstände von einem Ort zum anderen geschleift. Das Ganze ist so eindrucksvoll, dass mittlerweile die Staatsanwaltschaft ermittelt und der Fall eine Sondersitzung im bayrischen Landtag nach sich zieht. Bei dem Hof handelt es sich auch noch um einen Betrieb, der schon mehrmals angezeigt wurde und auch immer wieder bei Kontrollen auffiel.
 
Trotzdem ist sich die Dame von den Brokser Sauen nicht zu schade, einen Blogeintrag auf die Öffentlichkeit loszulassen, in dem sie über eine Hexenjagd fantasiert. Sie gibt sogar gleich am Anfang zu, dass sie die Bilder nicht kennt, sich aber trotzdem eine sehr konkrete Meinung gebildet hat. Was sie nämlich schlimm findet, hat nichts mit den massiven Tierquälereien zu tun, sie macht sich Sorgen um die Betreiber des Endres-Hof, weil über sie in den Medien namentlich berichtet wird.
 
Dieser Hof lebt hauptsächlich von öffentlichen Subventionen aus Steuergeldern, schon allein deshalb ist es natürlich von öffentlichen Interesse, wenn sich dort strafrelevante Vorfälle ereignen. Aber viel schlimmer ist dieser Reflex, der mit diesem Blogeintrag vermittelt wird, und der unter Bauern weit verbreitet ist. Es ist bisher noch nicht vorgekommen, dass ein Bauer Tierschutzverstösse auf einem anderen Betrieb angezeigt hat. Bei industrieller Tierhaltung ist das anscheinend ausschließlich Sache der privaten Tierschutzorganisationen, von Bauernseite kommt da nichts. Im Gegenteil rücken diese Menschen immer nur enger zusammen, sobald irgendwo grauenhafte Bilder an die Öffentlichkeit kommen, faseln etwas von Ausnahmen, nur um sich dann geschlossen vor diese Ausnahme zu stellen und einen kruden Korpsgeist zu beschwören.
 
Wer wundert sich bei so einem Verhalten noch ernsthaft über den schlechten Ruf der Bauern? Was soll man denn von einer Organisation halten, die in den eigenen Reihen schwere Verbrechen toleriert und diese höchstens intern und streng anonym über kleine Geldstrafen regeln möchte? Die wichtigste Frage ist sowieso, warum so ein Verhalten dort Usus ist, wenn nicht deswegen, um gute Tierschutzstandards zu verhindern, da die teuer, vielleicht sogar unmöglich zu erreichen sind, und deshalb kein Bauer konkret daran interessiert ist? Wenn wir kurz als reine Utopie annehmen, dass da draußen ein industrieller Tierbetrieb existiert, der vorbildlich arbeitet, auf keinem Gebiet dunkle Flecken hat und einfach jederzeit bedenkenlos kontrolliert werden könnte, wieso zeigt dieser Betrieb dann nicht die Leute an, die seinen makellosen Ruf durch leidende Tiere gefährden? Und wieso solidarisiert er sich sogar mit diesen Menschen? Fragen über Fragen, deshalb wollen wir eine letzte nicht vergessen: Wieso gibt es diese Verhaltensmuster eigentlich nur unter industriellen Tierhaltern und in keiner anderen Branche?
 
Die Brokser Sauen sorgen sich im Artikel dann noch über den fehlenden Aufschrei. Auch das ist so realitätsfern, denn natürlich fordern sie diesen Aufschrei, der jahrelang in Sachen Tierquälerei ausgeblieben ist und von den Bauern konsequent unterdrückt wurde, jetzt wegen der Berichterstattung über Tiermisshandlungen, in der Schuldige benannt werden. Das peppen sie mit einem Foto auf, nach dem sie lange suchen mussten und mit dem eine Einzelperson einen Bauern bedroht. Grund genug für diesen Betrieb, um Bauern sogar mit Politikern zu vergleichen, die von Irren Morddrohungen erhalten. Das ist dann endgültig so, als würde sich die AfD über das durch sie vergiftete Gesellschaftsklima beschweren. Denn es vergeht keine Facebook-Diskussion über Tierbefreiungen, in der Bauern nicht unangenehm auffallen. Da werden Bilder von Schusswaffen gepostet, es wird auf den Kampfhund hingewiesen, der auf Menschen trainiert wurde, und man schwelgt in Folterfantasien gegen die Tierrechtler, sofern man eines dieser Opfer endlich mal auf seinen Grund und Boden erwischt und ausnahmsweise nicht direkt über den Haufen schiesst.
 
Natürlich sind auch Bauernfamilien nicht vogelfrei. Die Verwendung dieses Begriffes ist aber nicht angebracht, wenn jemand bei schwersten Tierquälereien, die er auch noch seit Jahren praktiziert, erwischt wird und dann der Name seines Betriebs erwähnt wird. Sollte daraufhin ein Kind in der Schule gemobbt werden, „nur“ weil sein Vater Lebewesen an Baggerschaufeln kettet und sie dort halb zu Tode schleift, dann steht keine berichtende Zeitung der Welt in der Schuld, sondern immer nur der Erzeuger, dessen Ethikverständnis irgendwann komplett verstorben ist. Und sicher auch noch die geistigen Mittäter, die solche Vorfälle lieber unter dem Teppich halten wollen, weil es doch nur um Tiere geht, die in diesen Gehirnwelten eben ganz selbstverständlich als minderwertiges Leben besetzt sind, und deshalb von Fairness, Anstand und Respekt höchstens träumen können.


Update zu Frederik

von Admin | 12. Juli 2019 | 7 Kommentare

Natürlich bekommt ihr auch in unserem Tagesvideo ein Update zu Frederik. Unser Stuntferkel hat gestern bravourös einen doch recht anspruchsvollen OP-Eingriff in Vollnarkose überstanden. Der war fällig, weil sein entzündetes Knie immer wieder Probleme gemacht hat und die Medikamente nur kurzfristig geholfen haben. Zwar hat der kleine Held die ganze Praxis zusammengebrüllt und zeigte auch sonst recht deutlich, dass solche Termine auf keinen Fall sein neues Hobby werden, aber dafür ist es jetzt überstanden.

Zumindest sobald die Wunde vollständig abgeheilt ist. Die müssen wir aber vorerst dreimal täglich mit einer Sonde spülen. Vor dieser Aktion hatten wir doch etwas Respekt, nicht zuletzt weil Frederik bereits gestern ein Stimmvolumen unter Beweis gestellt hat, hinter dem sich sogar Tarzan verstecken könnte. Aber in der gewohnten Umgebung seines Zuhauses, mit allen Stofftieren in Reichweite und liebevoll geknuddelt zeigte sich die Schweineantwort auf Colt Seavers galant wie eh und je, und das Prozedere lief absolut komplikationsfrei und entspannt ab.

Aber gut, schließlich hat Frederik als Weltstar auch einen Ruf zu verteidigen, darauf wurden wir auch heute wieder aufmerksam gemacht. Denn als der operierende Doktor Indira angerufen hat, um sich nach dem Befinden seines Patienten zu erkundigen, erzählte er auch gleich, dass er nun auch ein Star-Tierarzt wäre. Das hat er daran festgemacht, weil ihn seine Kunden heute mit Fragen ala „Wie geht es dem Schwein?“ empfangen haben, da der gestrige Eingriff bereits im Radio thematisiert wurde und der FFN-Moderator sogar alle Hörer dazu aufgerufen hat, die Daumen für Frederik zu drücken.

Das zusammen mit den guten Wünschen aus den Kommentaren unserer Internet-Auftritte hat dann auch dazu geführt, dass unser jüngster Schweinebewohner alles super überstanden hat. Für uns sind solche Aktionen sowieso selbstverständlich, und wir verstehen deshalb gar nicht den Rummel, der darum gemacht wird. Denn natürlich muss auch ein Tier operiert werden, wenn es so vor weiterem Leiden bewahrt werden kann. Das ist weder heldenhaft, noch gnädig von uns, sondern einfach das, was der Anstand gebietet. Unsere treue Leserin Ute hat es am besten mit dem folgenden Zitat zusammengefasst: „Es endet nicht mit einer Rettung. Das ist nur der Zeitpunkt, zu dem die lebenslange Verantwortung für ein Tier wirklich beginnt.“ Und diese Verantwortung umfasst dann eben auch alle medizinische Hilfe, die ein Tier benötigt.


OP-Eingriff beim tapferen Frederik

von Admin | 12. Juli 2019 | 3 Kommentare

Vor gut einem Monat ist unser Frederik todesmutig auf der Autobahn von einem Tiertransporter gesprungen. Das Ganze bei 80 – 90 km/h, es ist also durchaus ein kleines Wunder, dass unser Stuntferkel diese Aktion überlebt hat. Ganz ohne Blessuren ist es logischerweise nicht vonstatten gegangen, so hatte der kleine Held seit seiner Ankunft Probleme mit einem Knie. Mehrmals haben wir deswegen Tierärzte konsultiert, da die verschriebenen Medikamente aber immer nur kurzfristigen Erfolg brachten, mussten wir gestern ernstere Konsequenzen ergreifen.

Also wurde Frederik geröntgt, es stand eine Ultraschalluntersuchung auf dem Programm, und sein entzündetes Knie wurde punktiert. Dabei trat schon ziemlich viel Eiter aus der Wunde, so dass eine OP unumgänglich wurde. Die dauerte ganz schön lange und Frederik hat auch eine tiefe und nicht unbedingt kleine Wunde als Erinnerung behalten, die wir nun täglich spülen müssen. Sobald Karins PC Signale gibt, dass er gnädigerweise wieder Bilder hochladen könnte, werden wir euch selbstverständlich Schnappschüsse davon präsentieren. Bis dahin bringen wir als Tagesbilder die Aufnahmen, die Indira während des Termins gemacht hat.

Die Bilder sind nur noch halb so schlimm, wenn man sich dabei bewusst macht, dass Frederiks Heilprognose exzellent ist. Der Eiter hat den Knochen noch nicht erreicht und nur das Gewebe befallen. Deshalb hat Frederik diese spannende Episode in seinem Leben auch gut überstanden und die Probleme mit dem Knie gehören spätestens dann endgültig der Vergangenheit an, wenn die Wunde vollständig verheilt ist. Und über so einen Eingriff kann ein tollkühnes Stuntferkel natürlich sowieso nur müde lächeln. Denn wer sich bei 90 Sachen vom obersten Dach eines Tiertransporters in die Tiefe stürzt, ist ganz andere Adrenalinkicks gewohnt.







Wie geht es Frederik?

von Admin | 11. Juli 2019 | 5 Kommentare

Sicher hat sich der eine oder andere in der Leserschaft schon Sorgen gemacht, weil wir uns heute Abend noch nicht gemeldet haben. Tatsächlich ist auch jemand verstorben, zum Glück ist es aber nur Karins PC, so dass hier die ganze Videoversorgung zusammengebrochen ist. Deshalb gibt es das Update zu Frederik auch nur mit einem älteren Bild.
 
An dieser Front ist aber alles hervorragend gelaufen, unser Stuntferkel hat die Vollnarkose super überstanden und sein Knie konnte behandelt werden. Es wurde jede Menge Eiter beim Punktieren freigesetzt, glücklicherweise ist aber der Knochen nicht betroffen und alles spielte sich im Gewebe ab. Der kleine Schatz hat nun von der OP eine Wunde als Erinnerung, die wir täglich spülen müssen.
 
Die Prognose ist aber bestens, weil eben der Knochen nicht angegriffen wurde. Bald folgen bestimmt auch Bilder, obwohl wir den Genesungsprozeß für Karins PC längst nicht so positiv diagnostizieren können. Zusammengefasst: Alles gut auf Butenland, nur die technische Seite stottert etwas.

OP-Termin für Frederik

von Admin | 11. Juli 2019 | 7 Kommentare

Frederik kann in einer knappen Stunde ein paar gedrückte Daumen gebrauchen, denn um 14 Uhr muss er seine erste OP im Leben überstehen. Dafür wird er in Vollnarkose gelegt, das ist zwar ein Routineeingriff, aber trotzdem kann geistige Fernunterstützung nicht schaden.
 
Er hat seit seinem mutigen Sprung vom Tiertransporter Probleme mit seinem entzündeten Knie, die durch die Medikamente immer nur temporär verschwinden und Tage später dann wieder akut werden. Also werden jetzt etwas härtere Geschütze aufgefahren, er wird geröntgt, es gibt eine Ultraschalluntersuchung und das Knie wird punktiert.
 
Wir sind aber zuversichtlich, dass unser Stuntferkel danach endlich die hinkende Episode in seinem Leben abschliessen und zukünftig immer nur Vollgas geben kann. Schließlich hat er all seine Stofftiere dabei, was soll also passieren?

In der Schubkarre zur Chayapraktikerin

von Admin | 10. Juli 2019 | 4 Kommentare

In letzter Zeit haben sich die Outdoor-Videos auf dieser Seite etwas rar gemacht, da unsere Fotografin und Videoproduzentin Karin sich vor einer Woche den Zeh gebrochen hat und deswegen auf größere Runden außerhalb des Hauses schweren Herzens verzichten muss. Heute konnte allerdings eine Ausnahme gemacht werden, denn es stand ein Kontrolltermin bei unserer hofinternen Chayapraktikerin auf dem Programm. Also hat Jan kurzerhand seine Original-Hofperle in eine gut ausgepolsterte Schubkarre geladen und sie so zu dieser KUHryphäe auf eigentlich allen Gebieten gebracht.

Der Weg hat sich dann auch absolut gelohnt, denn unsere praktizierende Ramboline zeigte sich sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf und hatte nur im Vorfeld etwas zu meckern, damit ihr bedrohlicher Ruf in der Nachbarschaft nicht unnötig ramponiert wird. Nach der kurzen Untersuchung wurde auch noch gewissenhaft die Zulassung der bis dato unbekannten Schubkarre von ihr überprüft, aber auch hier gab es nichts zu beanstanden, so dass die Zeichen in diesem Beitrag eigentlich auf Happy-End standen.

Leider betreibt Chaya aber nicht die einzige Praxis auf der Weide, so dass die Schubkarre plötzlich von KUHlem Fachpersonal umzingelt war und die verschiedensten Diagnosen gestellt wurden. Das schaute sich wiederum Puschek nicht lange an und ging energisch dazwischen. Bei so etwas ist ein Bellen der Vernunft einfach unheimlich wichtig, ansonsten verzettelt sich Karin als Patientin schnell in den unterschiedlichen Rezeptvorschlägen, und das nützt dann ja auch niemandem etwas. Also durfte nur noch Chaya als ärztlicher Erstkontakt einen abschließenden Kommentar abgeben, und dann ging es auch schon wieder nach Hause, damit Karin diese nützlichen Vorschläge und strikten Ruheanordnungen auch gleich in die Tat umsetzen konnte.


Der Bauernverband outet sich endgültig

von Admin | 10. Juli 2019 | 6 Kommentare

Eigentlich wollten wir heute nur diesen Bericht https://www.sueddeutsche.de/bayern/tierquaelerei-milchviehbetrieb-bad-groenenbach-1.4517486?fbclid= aus der Süddeutschen Zeitung bringen, weil er so hervorragend die Missstände bei den Kontrollen von Tierhaltungsbetrieben anspricht und zusammenfasst. Aber dann erschien plötzlich auch dieser Beitrag https://www.facebook.com/BauernverbandSchleswigHolstein/photos/a.329685690456055/2369635029794434/?type=3&theater des Bauernverbands Schleswig Holstein auf unserer Startseite, und auf den möchten wir auch noch unbedingt eingehen. Denn er zeigt sehr deutlich, was in dem Bericht der SZ unter den Tisch gefallen ist, nämlich die Meinung der Bauernvertreter zu diesen Missständen.

Der Aufhänger ist eine Attacke gegen die SOKO Tierschutz. Logisch, dass diese Organisation zumindest den schwarzen Schafen unter den Bauern, die in diesem Verband anscheinend als wahre Heere operieren, ein Dorn im Auge ist. Immerhin stammt gefühlt jeder zweite Hinweis auf Tierquälerei in den Betrieben von dieser Gruppe. Nun ist es auch kein Geheimnis, wie manche Bauern reagieren, wenn über solche Undercover-Einsätze diskutiert wird. Da herrscht in vielen Kommentarbereichen die reinste Wildwest-Romantik. Waffenbilder werden kommentarlos gepostet, man prahlt mit seinem Kampfhund, der angeblich auf Menschen abgerichtet ist, und es wird sich immer mehr in Gewaltfantasien hineingesteigert, die damit gerechtfertigt werden, dass angeblich alles erlaubt ist, wenn man jemandem auf dem eigenen Grundstück erwischt.

Unter diesen Bedingungen ist es natürlich klar, dass eine mutige Organisation wie die SOKO Tierschutz sich absichert, und das auch sehr offen kommuniziert. Im Gegensatz zu manchen Bauern steigern sich diese Leute aber nicht in Blut- und Folterszenarien hinein, sondern geben sachlich an, dass sie alle juristischen, operativen und kommunikativen Mittel ausschöpfen werden, wenn Mitarbeiter bedroht oder sogar angegriffen werden. Dass daraus ausgerechnet der Bauernverband interpretiert, dass die SOKO „mit allen Mitteln“ zurückschlagen will, „nur“ weil man sie für vogelfrei erklärt und das Leben ihrer Aktivisten bedroht, geht schon wirklich ins Makabere. Und es zeigt auch sehr schön, dass anscheinend viele Bauern bereits den Boden der Legalität verlassen haben und sich deshalb gar nichts mehr unter juristischen, operativen und kommunikativen Mitteln vorstellen können, geschweige denn wissen, dass diese Mittel durch den Rechtsstaat gedeckt sind und deshalb weit weg von jeder Illegalität sind.

In den Kommentaren ist sich dieser Verband, der in jeder gerechteren Welt ein grundsätzliches Annäherungsverbot für jedes Tier erhalten würde, dann nicht mal zu schade, bedenkliche Zitate wie dieses hier loszulassen: „Wer Tieren ein Recht auf Leben zubilligt, der ist wider die Natur. Wer es situationsabhängig macht, der hat keine Ethik. Was wählt ihr?“ Das ist echt so übel, dass einem spontan schlecht wird. Der Bauernverband Schleswig Holstein, ein offizieller Vertreter der Landwirtschaft, sieht es also als unnatürlich an, Tiere nicht zu töten, weil auch Löwen in der Steppe oder wilde Wölfe Beutetiere reißen. Im weiteren Kommentarverlauf wird erschreckenderweise immer klarer, worauf das Ganze hinausläuft. Da fallen Zitate, wohlgemerkt noch immer von der offiziellen Seite des Bauernverbandes, wie dieses hier: „Es bleibt dabei. Tierrechtler verfolgen eine Täterethik, der Tod eines Tieres ist ihnen egal, wenn es nicht der Mensch ist, der tötet.“

Diese ganzen Stellungnahmen lassen nur ein Fazit zu: Zumindest der zuständige Administrator des Bauernverbands Schleswig Holstein sieht sich nicht als vernunftbegabt an, sondern verlässt sich wie der Wolf rein auf seinen Instinkt. Denn die Vernunft ist es, die den Menschen von anderen Tieren unterscheidet. Als Mensch ist man eben nicht instinktgesteuert wie ein Raubtier, sondern kann über seine Taten nachdenken und ist deshalb auch in der Lage, auf etwas zu verzichten, weil man es als ethisch nicht richtig einstuft. Es sei denn, man gehört zum Bauernverband. Dann reißt man anscheinend alles, worauf man gerade Appetit entwickelt, und ist nicht in der Lage, darüber zu reflektieren. Das erklärt dann auch jeden Zustand in der heutigen Landwirtschaft.


Rackete und Pittiplatsch haben die Seepferdchenprüfung bestanden

von Admin | 9. Juli 2019 | 6 Kommentare

Breaking News vom Hof Butenland: Rackete und Pittiplatsch, unsere zwei Entenbabys, haben heute direkt im ersten Versuch erfolgreich ihr Seepferdchen im Außenschwimmbecken gemacht. Aber da hatten wir auch wenig Bedenken, die zwei sind eben wie alle Enten Wassertiere, sie sind also quasi mit allen erreichbaren Schwimmauszeichnungen bereits auf die Welt gekommen. Trotzdem ist es natürlich schön, dass sie diese Vermutung nun auch bestätigt haben. Bademeister Puschek hatte zwar aus dem Off noch hier und da etwas zu meckern, aber das waren nur marginale Verbesserungsvorschläge, weil unser Pekinese nunmal Perfektionist ist und sich deshalb auch an Kleinigkeiten wie unregelmäßige Beinarbeit oder leichtes Touchieren des Beckenrands etwas pingelig aufhängt.

Der Ausstieg klappte noch nicht ganz so gut, aber als wir das Zweitbecken mit einem Stein optimiert haben, gab es auch da keine Beschwerden mehr. Und als zum Abschluß noch eine Lokalrunde Entengrütze aus den ansässigen Kanälen geschmissen wurde, war das große Badeglück perfekt.

Da hatten die beiden ihrer Mama Indira einiges zu erzählen, als diese ihre Schützlinge mit einem Handtuch wieder abgeholt und diesen spannenden Tag so super abgerundet hat. Aber die ist sowieso sehr zufrieden mit ihren zwei Kindern, denn Rackete legt täglich circa 20 Gramm zu, während Pittiplatsch mit ihren 6 – 8 Gramm auch völlig im normalen Altersschnitt liegt. Die Zeichen stehen also auf 2 kerngesunde Enten-Teenager in ein paar Wochen. Was will ein Mutterherz mehr?


Aktueller Fernsehtipp

von Admin | 9. Juli 2019 | 6 Kommentare

Heute haben wir mal wieder eine Fernsehtipp für euch parat. Um 21.45 Uhr berichtet in der ARD die Sendung „Report Mainz“ über Tierquälereien in einem der größten Milchbetriebe Bayerns. https://www.swr.de/report/presseinformation-tierquaelereien-in-einem-der-groessten-deutschen-milchviehbetriebe/-/id=13839326/did=24151650/nid=13839326/7t4f4j/index.html?fbclid= Einlesen über diesen eigentlich unglaublichen und mittlerweile doch so gewohnten Fall kann man sich auch hier https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-allgaeu-grossbetrieb-tierschutz-1.4515975?fbclid=

Erst vor 2 Monaten erschütterte ein Skandal diese Branche, das kann man hier nachlesen https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Schlachthofskandale-Vorwuerfe-gegen-Tieraerzte,tieraerzte114.html Die TAZ hat auch berichtet und bringt freundlicherweise gleich noch ein paar weitere Höfe ins Spiel, das scheint immer nur eine Sache der Rechercheintensivität zu sein. https://taz.de/Schlachthof-Skandale-in-Niedersachsen/!5561146/ Interessant ist sicher auch, dass es uralte Fälle gibt, die juristisch noch immer nicht aufgearbeitet sind, wie dieses Beispiel von vor 5 Jahren. https://www.kn-online.de/Lokales/Segeberg/Schlachthofskandal-von-2014-juristisch-nocht-immer-nicht-abgeschlossen Viele erinnern sich wahrscheinlich auch noch an den Skandal vom letzten Jahr, wo es auf mehreren Schlachthöfen zu Tuberkuloseausbrüchen gekommen ist. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Schlachthofmitarbeiter-an-Tuberkulose-gestorben,tuberkulose152.html Fast schon lustig, wie in dem Bericht auf die nicht gegebene Ansteckungsgefahr hingewiesen wird, lediglich festgestellt, weil eine Landkreissprecherin es aus einer Laune heraus versprochen hat.

Man muss wohl auch nicht darauf hinweisen, dass all diese Fälle entweder von einer privaten Tierschutzorganisation aufgedeckt oder eben aufgrund eines nicht mehr zu verheimlichenden Krankheitsausbruchs festgestellt wurden. Die zuständige Ministerin Klöckner ist ja mehr auf reines Labern spezialisiert und will jetzt als Top-Priorität erstmal diese privaten Ermittlungen kriminalisieren. Die von ihrem Ministerium beantragten Kontrollen von Tierhaltungsbetrieben sind ein einziges Trauerspiel und finden in Niedersachsen alle 21 Jahre statt, in Bayern dauert es unfassbare 48 Jahre, bis ein Kontrolleur vorbeischaut und im bundesweiten Durchschnitt sind es satte 17 Jahre. Gruseliger „Fun“ Fact: Wenn der Prüfer dann mal unangemeldet vorbeischaut, findet er auch meistens etwas zum Beanstanden. https://animalequality.de/blog/nutztierbetriebe-deutschland-kontrolle-nur-etwa-alle-17-jahre/


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