Denn Tiere sind keine Maschinen

Die Pferde

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Pferdinand: Ein liebenswerter Sturkopf erobert Butenland


Das 26 Jahre alte Shetland-Pony wurde beim Vorbesitzer beschlagnahmt, da sich dieser trotz mehrfacher Verwarnung vom Veterinäramt überhaupt nicht gekümmert hat. Diese Vernachlässigung hat Pferdinand einen aufgerollten Vorderhuf, Hufrehe und eine Hufbeinabsenkung mit Rotation eingebracht. Trotzdem präsentierte sich der kleine Schatz bei seiner Ankunft sofort sehr neugierig und demonstrierte auch gleich den Dickkopf, für den Shettys in Pferdekreisen bekannt sind. Denn wenn diese Tiere irgendetwas nicht wollen, hat man wenig Durchsetzungsmöglichkeiten, da sie dann einfach auf stur schalten. Zum Glück muss Pferdinand aber sowieso nichts mehr gegen seinen Willen tun, das ist schließlich eines der Grundpakete, die die Freiheit und die Selbstbestimmung auf Butenland automatisch mitbringen.

Dass Pferdinand zu uns kam, war wirklich höchste Zeit, denn er hatte bei seiner Ankunft ziemliche Magen-Darm-Probleme und ihm tat sogar das Stehen im Sand ziemlich weh. Er knirschte auch mit den Zähnen, was auch auf Schmerzen, Stress oder Magen-/Zahnprobleme zurückzuführen ist. Am Anfang stand er deshalb noch isoliert von den anderen, lediglich mit Sichtkontakt. Denn eine Vergesellschaftung ziehen wir natürlich erst durch, wenn alle Teilnehmer das Ganze in ihrer Geschwindigkeit durchziehen und entsprechend auch mal vernünftig weglaufen können. Trotz der Beschwerden wirkte unser neues Familienmitglied aber sehr selbstbewusst.

Nun hat er regelmäßig eine feste Verabredung mit einer erfahrenen Hufbearbeiterin. Die Therapie mit Reheponys ist schwierig und erfordert viel Erfahrung, bei falscher Durchführung kann sogar ein neuer Reheschub ausgelöst werden. Zwar befindet sich der kleine Schatz aktuell nicht in einem akuten Schub, allerdings hat er wie oben erwähnt eine Hufbeinrotation und -absenkung durch vorausgegangene Schübe. Zusätzlich wurden seine Hufe seit ca. 1,5 Jahren nicht mehr bearbeitet, was zusätzliche Schmerzen verursacht. Reheponys müssen auch öfter vom Hufpfleger bearbeitet werden, gerade in der Anfangsphase ist eine engmaschige Bearbeitung wichtig, um seine Hufstellung optimal zu korrigieren.

Alles in allem ist unsere Pferdeexpertin Indira zwar zuversichtlich, dass wir Pferdinand gut wieder auf die Beine bekommen, aber so eine langfristige Behandlung wird natürlich nicht billig werden. Wer also Butenland schon immer mal oder erneut unterstützen möchte, der hätte sich mit Pferdinand das ideale Patentier ausgesucht.

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Runi: Ein freundlicher Pferdeopa bekommt seinen verdienten Ruhestand


Geboren: 20.8.1989

Der 30jährige Runi ist 2019 auf den Hof gekommen und wurde mit 12 Jahren von einer deutschen Reitschule aus Island importiert. Als er nicht mehr geritten werden konnte, stand sein Schlachttermin fest, im letzten Moment hat ihn aber eine Dame gerettet und schließlich nach Butenland vermittelt. Hier stellte unsere Pferdetierärztin eine ganze Litanei an Beschwerden fest, angefangen von starkem Milbenbefall über eine Nebenhöhlenentzündung und einem Sommerekzem bis hin zum katastrophalen Gebisszustand. Auch das sofort angefertigte große Blutbild eröffnete viele Baustellen.

Dort wurden weitere Parasiten festgestellt, der arme Kerl war völlig verwurmt. Seine Blutwerte waren allgemein schlecht, da er zu wenig rote Blutkörperchen gebildet hatte. Auch die Leber- und Nierenwerte befanden sich im tiefsten Keller, dort wurde unter anderem eine Unterversorgung mit Selen und Zink diagnostiziert. Also wurden Runi eine große Wurmkur, ein Mittel zur Blutbildung und ein Aufbaupräparat für die Leber verschrieben. Außerdem mussten wir auch seinen Penis reinigen lassen, weil sich dort Smegmasteine angereichert hatten.

Wenige Tage nach seiner Ankunft kam der Zahnarzt zum ersten Besuch. Es wurden direkt drei Zähne gezogen, der Rest wurde geschliffen und Haken konnten entfernt werden. Nach dieser Behandlung konnte Runi wieder schmerzfrei essen, gerade die wackelnden Beißerchen haben ihn da doch stark behindert.

Und es gibt mittlerweile noch mehr Positives zu vermelden: Schon nach wenigen Tagen sah unser Eselchen immer mehr wie ein Pferd aus, er hat zugenommen, wird nun regelmäßig gebürstet, gewaschen und gecremt, und taute durch diesen wohlverdienten täglichen Betüdelungsservice recht schnell auf. So zeigte er bald deutliche Freude, wenn wir das Essen servierten. Ruftechnisch hört er nur auf Indira und ignoriert alle anderen, aber dass er überhaupt auf jemanden reagiert und sich zu einem Menschen orientiert, nehmen wir als sehr gutes Zeichen. Mit den anderen beiden Pferden versteht er sich auch gut. Und überhaupt ist er jetzt auf Butenland, wo Himmel und Hölle für seine rasche Genesung in Bewegung gesetzt werden. Da wäre es doch wirklich gelacht, wenn wir ihm mit Hilfe seiner Paten und Patinnen nicht noch einen schönen und langen Ruhestand ermöglichen könnten.

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Cello: ein ehemaliges Turnierpferd findet ins Leben

cello

Geboren: 1995

Ende Mai 2013 kam ein neuer Mitbewohner nach Hof Butenland. Seinen Turniernamen Challenger änderten wir in Cello. Er war bei der Ankunft 18 Jahre alt (für ein Pferd ist das noch relativ jung) und für den Reitsport schon nicht mehr zu gebrauchen – oder besser gesagt: er war vom Reitsport verbraucht. Er wurde im Training und auf internationalen Springturnieren kaputtgeritten, zuletzt noch unter Verabreichung starker Schmerzmittel, was im Reitsport häufig praktiziert wird. Auch psychisch kam Cello reichlich kaputt bei uns an, bei Menschen würde man vielleicht von Burn-Out-Syndrom sprechen: Alles, was ihn an Arbeit erinnerte (z.B. Halftern), ließ Cello zurückscheuen und machte ihn nervös. Seine anfängliche Zurückhaltung und Skepsis hatte er nach einigen Monaten abgelegt und zeigt sich uns gegenüber heute lieb und ruhig. Wenn wir ihn rufen, kommt er zu uns. Solange Cello nicht das Gefühl hat, dass wir irgendetwas von ihm wollen, ist er umgänglich und entspannt.

Cello kam mit einem Sommerekzem und einem bereits chronischen Lungenemphysem zu uns. Bislang konnten wir seine Lungenerkrankung mit sanfter Medizin behandeln. Jetzt aber müssen wir leider Cortison zur Linderung seiner häufig massiven Hustenanfälle einsetzen.

Die Zusammenführung mit den anderen beiden Jungs Lolle und Kaspar klappte problemlos und schon am ersten Tag galoppierten die drei über die Weide, während Kaspar selbstverständlich wieder Kapriolen machen musste. Wir freuen uns zu sehen, wie Cello täglich mehr Vertrauen fasst, seine Umgebung interessiert erkundet und die Weite seiner neuen Welt genießt.

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Loriot: „Welle machen“ ist nicht sein Ding!

loriot

Geboren: 27.2.1989

Dieser optische und charakterliche Traum diente bis 2005 als Schulpferd auf einem Reiterhof. Als er auf Hof Butenland ankam, war Loriot desinteressiert an allem und jedem. Kein Wunder nach der Monotonie. Mittlerweile nimmt er aktiv am aufregenden Leben auf Hof Butenland teil und ist in allen Lebenslagen Kaspars Beschützer.

Loriot beeindruckt nicht nur durch seine Größe – zum Striegeln benötigen wir eine Leiter – sondern auch durch seine Souveränität und Gelassenheit. Er ist tolerant, erhaben, gutmütig und geht vornehm jedem Streit aus dem Weg. Der Schöne sieht’s halt einfach nicht so eng. Kaspars Spielattacken lässt er cool abwartend über sich ergehen, bis der Lütte sich wieder ausgetobt hat. Na ja – eine Macke hat Loriot zugegebenermaßen doch, denn er streckt gerne, oft und lange seine Zunge heraus und wir rätseln immer noch, wie er das wohl meint…

Mit seinen inzwischen 29 Jahren ist Loriot der Älteste im Stall und auf der Weide. Körperlich machen sich jetzt zunehmend Alterserscheinungen bemerkbar: Loriot leidet unter Arthrose und ist dünner geworden. Wir füttern abends extra Müsli und Möhren- und Apfelstücke zu.

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