Denn Tiere sind keine Maschinen

Die Pferde

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Nanna, Mimi, Duko und Hermann: Zusammen das große Glück erobern

Nanna:

Geboren: 01.05.1994
Butenländerin seit: 07.03.2024

Duko:

Geboren: 06.05.2010
Butenländer seit: 07.03.2024

Mimi:

Geboren: 15.05.2011
Butenländerin seit: 07.03.2024

Hermann:

Geboren: 14.06.2015
Butenländer seit: 07.03.2024

Das Quartett stammt von einem Gnadenhof, der aufgelöst werden muss, da ihn die zwei Betreiber aufgrund ihres Alters nicht mehr bewirtschaften können. Das wollen wir an dieser Stelle nicht bewerten, dazu haben wir viel zu viel Respekt vor der Entscheidung, ein Leben im Zeichen der Tiere zu führen. Und auch davor, selber einzusehen, dass es zuviel wird und man Hilfe braucht.

Nanna ist sehr menschenzugewandt und kontaktfreudig, hat allerdings einen sehr steifen Bewegungsapparat und wohl auch Hufrehe-Probleme beim Weidegang. Das Shetlandpony Duko ist sehr mißtrauisch gegenüber Menschen, gleichzeitig aber total neugierig und verspielt. Auch er hatte einen Hufreheschub. Die beiden standen auf dem anderen Lebenshof zusammen und sind deshalb sehr vertraut miteinander.

Das zweite Team besteht aus dem Wallach Hermann, der ein sehr ruhiges und geduldiges Wesen besitzt. Er hat eine hohe Atemfrequenz, die im Moment therapiert wird. Die besitzt auch die letzte im Bunde, die Shettystute Mimi. Sie musste das härteste Schicksal im Quartett durchleben, denn sie wurde vor einem Schlachter gerettet, der sie wahrscheinlich misshandelt hat. Auch Hermann und Mimi standen bisher zusammen und beiden wird die gute Nordseeluft sowie die Sole-Sauna von Cello, die er sicher gerne teilt, gut tun.

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Pferdinand: Ein liebenswerter Sturkopf erobert Butenland


Geboren: 27.11.1994
Butenländer seit: 27.11.2019

Dieses Shetland-Pony wurde beim Vorbesitzer beschlagnahmt, da sich dieser trotz mehrfacher Verwarnung vom Veterinäramt überhaupt nicht gekümmert hat. Diese Vernachlässigung hat Pferdinand einen aufgerollten Vorderhuf, Hufrehe und eine Hufbeinabsenkung mit Rotation eingebracht. Trotzdem präsentierte sich der kleine Schatz bei seiner Ankunft sofort sehr neugierig und demonstrierte auch gleich den Dickkopf, für den Shettys in Pferdekreisen bekannt sind. Denn wenn diese Tiere irgendetwas nicht wollen, hat man wenig Durchsetzungsmöglichkeiten, da sie dann einfach auf stur schalten. Zum Glück muss Pferdinand aber sowieso nichts mehr gegen seinen Willen tun, das ist schließlich eines der Grundpakete, die die Freiheit und die Selbstbestimmung auf Butenland automatisch mitbringen.

Dass Pferdinand zu uns kam, war wirklich höchste Zeit, denn er hatte bei seiner Ankunft ziemliche Magen-Darm-Probleme und ihm tat sogar das Stehen im Sand ziemlich weh. Er knirschte auch mit den Zähnen, was auch auf Schmerzen, Stress oder Magen-/Zahnprobleme zurückzuführen ist. Am Anfang stand er deshalb noch isoliert von den anderen, lediglich mit Sichtkontakt. Denn eine Vergesellschaftung ziehen wir natürlich erst durch, wenn alle Teilnehmer das Ganze in ihrer Geschwindigkeit durchziehen und entsprechend auch mal vernünftig weglaufen können. Trotz der Beschwerden wirkte unser neues Familienmitglied aber sehr selbstbewusst.

Nun hat er regelmäßig eine feste Verabredung mit einer erfahrenen Hufbearbeiterin. Die Therapie mit Reheponys ist schwierig und erfordert viel Erfahrung, bei falscher Durchführung kann sogar ein neuer Reheschub ausgelöst werden. Zwar befindet sich der kleine Schatz aktuell nicht in einem akuten Schub, allerdings hat er wie oben erwähnt eine Hufbeinrotation und -absenkung durch vorausgegangene Schübe. Zusätzlich wurden seine Hufe seit ca. 1,5 Jahren nicht mehr bearbeitet, was zusätzliche Schmerzen verursacht. Reheponys müssen auch öfter vom Hufpfleger bearbeitet werden, gerade in der Anfangsphase ist eine engmaschige Bearbeitung wichtig, um seine Hufstellung optimal zu korrigieren.

Alles in allem wird so eine langfristige Behandlung natürlich nicht billig werden. Wer also Butenland schon immer mal oder erneut unterstützen möchte, der hätte sich mit Pferdinand das ideale Patentier ausgesucht.

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Runi: Ein freundlicher Pferdeopa bekommt seinen verdienten Ruhestand


Geboren: 20.8.1989
Butenländer seit: 23.08.2019

Runi ist 2019 auf den Hof gekommen und wurde mit 12 Jahren von einer deutschen Reitschule aus Island importiert. Als er nicht mehr geritten werden konnte, stand sein Schlachttermin fest, im letzten Moment hat ihn aber eine Dame gerettet und schließlich nach Butenland vermittelt. Hier stellte unsere Pferdetierärztin eine ganze Litanei an Beschwerden fest, angefangen von starkem Milbenbefall über eine Nebenhöhlenentzündung und einem Sommerekzem bis hin zum katastrophalen Gebisszustand. Auch das sofort angefertigte große Blutbild eröffnete viele Baustellen.

Dort wurden weitere Parasiten festgestellt, der arme Kerl war völlig verwurmt. Seine Blutwerte waren allgemein schlecht, da er zu wenig rote Blutkörperchen gebildet hatte. Auch die Leber- und Nierenwerte befanden sich im tiefsten Keller, dort wurde unter anderem eine Unterversorgung mit Selen und Zink diagnostiziert. Also wurden Runi eine große Wurmkur, ein Mittel zur Blutbildung und ein Aufbaupräparat für die Leber verschrieben. Außerdem mussten wir auch seinen Penis reinigen lassen, weil sich dort Smegmasteine angereichert hatten.

Wenige Tage nach seiner Ankunft kam der Zahnarzt zum ersten Besuch. Es wurden direkt drei Zähne gezogen, der Rest wurde geschliffen und Haken konnten entfernt werden. Nach dieser Behandlung konnte Runi wieder schmerzfrei essen, gerade die wackelnden Beißerchen haben ihn da doch stark behindert.

Und es gibt mittlerweile noch mehr Positives zu vermelden: Schon nach wenigen Tagen sah unser Eselchen immer mehr wie ein Pferd aus, er hat zugenommen, wird nun regelmäßig gebürstet, gewaschen und gecremt, und taute durch diesen wohlverdienten täglichen Betüdelungsservice recht schnell auf. So zeigte er bald deutliche Freude, wenn wir das Essen servierten. Mit den anderen Pferden versteht er sich auch gut. Und überhaupt ist er jetzt auf Butenland, wo Himmel und Hölle für seine rasche Genesung in Bewegung gesetzt werden. Da wäre es doch wirklich gelacht, wenn wir ihm mit Hilfe seiner Paten und Patinnen nicht noch einen schönen und langen Ruhestand ermöglichen könnten.

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Cello: ein ehemaliges Turnierpferd findet ins Leben

cello

Geboren: 18.7.1995
Butenländer seit: 21.05.2013

Ende Mai 2013 kam ein neuer Mitbewohner nach Hof Butenland. Seinen Turniernamen Challenger änderten wir in Cello. Er war bei der Ankunft 18 Jahre alt (für ein Pferd ist das noch relativ jung) und für den Reitsport schon nicht mehr zu gebrauchen – oder besser gesagt: er war vom Reitsport verbraucht. Er wurde im Training und auf internationalen Springturnieren kaputtgeritten, zuletzt noch unter Verabreichung starker Schmerzmittel, was im Reitsport häufig praktiziert wird. Auch psychisch kam Cello reichlich kaputt bei uns an, bei Menschen würde man vielleicht von Burn-Out-Syndrom sprechen: Alles, was ihn an Arbeit erinnerte (z.B. Halftern), ließ Cello zurückscheuen und machte ihn nervös. Seine anfängliche Zurückhaltung und Skepsis hatte er nach einigen Monaten abgelegt und zeigt sich uns gegenüber heute lieb und ruhig. Wenn wir ihn rufen, kommt er zu uns. Solange Cello nicht das Gefühl hat, dass wir irgendetwas von ihm wollen, ist er umgänglich und entspannt.

Cello kam mit einem Sommerekzem und einem bereits chronischen Lungenemphysem zu uns. Bislang konnten wir seine Lungenerkrankung mit sanfter Medizin behandeln. Jetzt aber müssen wir leider Cortison zur Linderung seiner häufig massiven Hustenanfälle einsetzen. Im Sommer 2018 wurde zusätzlich ein Cushing-Syndrom bei ihm diagnostiziert. Sein ACTH-Wert ist extrem erhöht. Normalerweise liegt er bei 49, bei Cello wurden 485 festgestellt.

Die Zusammenführung mit den anderen Pferden klappte problemlos und schon am ersten Tag galoppierten alle zusammen über die Weide. Wir freuen uns zu sehen, wie Cello täglich mehr Vertrauen fasst, seine Umgebung interessiert erkundet und die Weite seiner neuen Welt genießt.

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