Denn Tiere sind keine Maschinen

Abschiede

Herr Karger

(* unbekannt † 1.11.2012)

herr karger

Herr Karger ist im Alter von fast 20 Jahren eingeschlafen:

Oh, gib diesen wackligen Füßen Flügel zum Fliegen
um das Antlitz der Sterne zu berühren

Jetzt tut’s nicht mehr weh:

Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster, mit müden Augen, so staubig und scheu.
Ich bin hier oben auf meiner Wolke, ich seh dich kommen, aber du gehst vorbei.
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh, nee, jetzt tut’s nicht mehr weh.
Und alles bleibt still und kein Sturm komm auf, wenn ich dich seh.

 

Fivel

(verschwunden im Herbst 2012)

fivel

Fivel war uns auf der Rückfahrt von einer der inzwischen regelmäßig stattfindenden veganen Messen buchstäblich auf der Autobahn über den Weg gelaufen. Wir zögerten nicht lange und nahmen den herumirrenden, noch sehr jungen Kater kurzerhand mit nach Butenland. Nachdem wir ihn aufgepäppelt hatten, hat er sich sofort heimisch gefühlt und war ein guter Kumpel von Kater T4. Im Herbst 2012 ist er verschwunden, und auch durch ausgedehnte Suchaktionen konnten wir unseren grauen Tiger nicht wieder aufspüren.

Mach’s gut, kleiner Schatz, wo immer du jetzt sein magst…

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab.

Bald sinkt’s von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu –
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.

(Christian Morgenstern)

 

Gisela

(* 21.10.1992 † 25.9.2012)

gisela

Wenn durch ein Wesen mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat das Leben einen Sinn gehabt.

(nach Alfred Delp)

Gisela, du hast die Herzen vieler Menschen erreicht, und bleibst ein Mahnmal gegen das Leid der Kühe.

Du hast 14 Kälber geboren, die du nie erleben durftest, dir wurden über 100.000 Liter Milch geraubt, du bist misshandelt worden, dein Auge wurde blind geprügelt, dein Schwanz, dein Körper und deine Seele wurden dir gebrochen.

Fast zwei Jahre lebtest du bei uns. Wir haben drei Tage lang gehofft, dass du selbstständig wieder aufstehst. Es ging nicht mehr und wir haben dich erlöst, um dir weitere Schmerzen zu ersparen. Wir konnten nichts wiedergutmachen. Aber wir haben versucht dir durch Liebe, Schutz, mit Hilfe von Kalb Mattis und durch die Freundschaft vieler Menschen und lieber Paten, die dich unterstützt haben, Würde zurückzugeben.
Für Gisela:
Obwohl wir diesen Weg der Demut gemein haben, allein
wie zerbrechlich ist das Herz.
Oh, gib diesen wackligen Füßen Flügel zum Fliegen
um das Antlitz der Sterne zu berühren

 

Smutje

(* ca. 2008 † 4.5.2012)

smutje

Kater Smutje war an Leukose erkrankt. Zusätzlich begannen sich Tumore im Bauchraum zu bilden.

Einige Wochen lang konnten wir seinen Zustand mit der Gabe von Schmerzmitteln und Aufbaupräparaten lindern. Smutje nahm an Körpergewicht stark ab. Als er begann zu taumeln und deutliche Anzeichen einer Verschlechterung zeigte, haben wir uns entschlossen ihn von seinem Leiden zu erlösen und den Tierarzt gerufen.

 

Hilde

(* 5.4.2002 † 21.4.2012)

hilde

Jetzt tut’s nicht mehr weh…

Heute erlösten wir die erst zehn Jahre alte Hilde, da sie bedingt durch eine chronische Gelenkserkrankung ihr Hinterbein nicht mehr belasten konnte. Bye Hilde, wir werden dich nie vergessen.

Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster, mit müden Augen, so staubig und scheu. 
Ich bin hier oben auf meiner Wolke, ich seh dich kommen, aber du gehst vorbei. 
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh, nee, jetzt tut’s nicht mehr weh. 
Und alles bleibt still und kein Sturm komm auf, wenn ich dich seh. 
Es ist vorbei, bye bye Junimond. 
Es ist vorbei, es ist vorbei, bye bye.

(Rio Reiser)


 

Lore

(* 1988 † 1.7.2012)

lore

Die 24 Jahre alte Lore litt schon seit längerer Zeit unter Gelenkproblemen. Mittags war sie nicht mehr in der Lage selbstständig aufzustehen. Beim Versuch, sie mit Hilfe des Treckers und des Hebegerät auf die Beine zu stellen, rutschten ihre Beine auseinander. Wir informierten sofort den Tierarzt, doch auch er konnte nicht mehr helfen. Wir haben Lore erlöst.

Dass wir erschraken, da du starbst, nein,
dass 
dein starker Tod uns dunkel unterbrach,
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.

(Rainer Maria Rilke)

Für Lore. Sie hätte diesen Song gemocht.

 

Zwerghahn Heinerich

(* unbekannt † 5.2.2012)

heinerich

Ich bin nicht tot,
ich tausche nur die Räume,
ich leb‘ in euch
und geh‘ durch eure Träume.

(Michelangelo)

 

Willem The Boss

(* 28.3.2002 † 23.7.2011)

willem

Der neun Jahre alte Ochse Willem wurde hier geboren und begleitete wie kein anderer unseren Arbeitsalltag.

Vor einigen Monaten erkrankte er an einer unheilbaren Krankheit. Nachdem Willem zunehmend abbaute, die Herde verließ und schließlich kraflos aufgab, haben wir den Tierarzt geholt, um ihn zu erlösen.

32 Rinder und wir sind sehr traurig und werden unseren Boss sehr vermissen.

Unser Abschied von einem guten Freund

 

Kuddel

(* unbekannt † 3.7.2011)

kuddel

Wir haben unseren Tierarzt fast geweckt…

Kuddel drohte zu ersticken, weil sich die Geschwüre an den Stimmbändern vergrößert hatten. In Narkose wurde er nochmals untersucht.

Die bisher verabreichten Medikamente blieben wirkungslos. Eine Operation wäre mit schlechter Prognose und nur mit einem zeitweise gelegten Tubus möglich gewesen.

Wir schenken dir zum Abschied unsere Tränen…

 

Tante Karger

(* unbekannt † 30.6.2011)

tante karger

Gestern hatten wir einen Operationstermin für Tante Karger.

Sie litt seit langem an einem eosinophilen Granulom, das wir über ein Jahr lang erfolgreich mit einer Pilztherapie (Mandelpilzextrakt) behandelten. In den letzten Wochen verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand rapide. Zu einer Herzinsuffizienz wuchs ein Trommelbauch. Der Tierarzt vermutete einen Lebertumor und wollte versuchen ihn zu entfernen. Nach telefonischer Rücksprache während der Narkose riet er uns Tante Karger zu erlösen, da er operativ keine Chancen mehr sah.

Wir wissen nicht, ob wir das Richtige getan haben. Aber wir wissen, dass Tantchen hier eine schöne Zeit erleben durfte und dass aus der anfänglich wilden Dame über Jahre ein Wesen wurde, das Vertrauen zu Menschen aufbaute.

Das letzte Jahr lebte sie befreundet mit Huhn Dementi zusammen. Und durch Dementis zutrauliche Art wurde Tante Karger sogar anhänglich und genoss zaghaft Streicheleinheiten. Als dann Dementi im Frühjahr verstarb, nahmen die Symptome bei Tante Karger zu.

Nun sind die Freundinnen wieder zusammen.

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