Denn Tiere sind keine Maschinen

Abschiede

Flauschi

(* 10.8.2013 † 28.9.2013)

flauschi

Kleines Flauschi, es tut uns so unendlich leid…

Wir konnten dich nicht vor dem Schrecklichen beschützen: Tagsüber warst du entweder bei uns im Haus oder direkt davor zu finden, immer dicht bei Mama Hanni. Karin kam ständig gucken, was du machst und wo du bist, nachts hat sie dich sicher an Mama Hannis Seite in unserer “Hühnersauna” untergebracht…

In den letzten Tagen bist du immer mutiger geworden, hast dich weiter vorgewagt und wir haben uns gefreut, dass du jetzt bald erwachsen wirst.

Doch heute geschah das Schreckliche: Ein Greifvogel hat sich in unsere Gegend verirrt und dich uns entrissen. Wir wissen nicht, was ihn hierher verschlagen hatte, denn eigentlich gibt es bei uns keine Greifvögel. Feriengäste haben es zufällig beobachtet, konnten aber nicht helfen, dafür ging es zu schnell.

Du warst nur eine kurze Zeit bei uns, doch wir werden dich immer im Herzen tragen. Es tut uns leid.

Das einzige im Leben sind die Spuren der Liebe,
die wir hinterlassen, wenn wir ungefragt weggehen
und Abschied nehmen müssen.

(Albert Schweitzer)

 

Penelope

(* 25.11.1993 † 25.9.2013)

penelope

Penelope, jetzt tut’s nicht mehr weh…

Ein Jahr nach Giselas Tod ist ihre Freundin Penelope von uns gegangen.

Penelope kam im Dezember 2010 zusammen mit ihrer Leidensgenossin Gisela auf Hof Butenland an. Penelope hatte zwölf Kälber geboren, die sie nie erleben durfte. Wie auch Gisela hat sie über 100.000 Liter Milch gegeben. Beide Kühe kamen verbraucht, ausgezehrt und mit chronischen Gelenkproblemen zu uns. Penelope humpelte stark, ihre Klaue war brüchig und das Bein chronisch geschwollen.

Seit einigen Wochen fiel Penelope das Aufstehen schwer, ihr Gang wurde schleppender. In den letzten Tagen zeigte sich die eher distanzierte Penelope uns gegenüber sehr zugewandt. Nachmittags fanden wir Penelope tot auf der Weide liegend. Vermutlich ist sie an einem akuten Herzversagen oder einem Hirnschlag gestorben.

Gisela und Penelope, ihr bleibt ein Mahnmal gegen das Leid der Kühe.

Wir konnten nichts wiedergutmachen. Aber wir haben versucht euch durch Liebe, Schutz und durch die Freundschaft vieler Menschen und lieber Paten, die euch unterstützt haben, Würde zurückzugeben.

Für Penelope und Gisela:

I am sailing, I am sailing
Home again, ‘cross the sea
I am sailing, stormy waters
To be near you, to be free

 

Nikolaus

(* unbekannt † 24.7.2013)

nikolaus

Ob auch die Stunden uns wieder entfernen: Wir sind immer beisammen…

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
Und er verarmte mir in den Armen
Und wurde klein und ich wurde groß
Und auf einmal war ich das Erbarmen,
Und er eine zitternde Bitte bloß.
Da hab ich ihm seine Himmel gegeben,
Und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand,
Er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
Und wir haben langsam einander erkannt.

Was ist Leben und Tod ungeheuer, wenn man nicht beides immerfort in einem sieht und fast nicht unterscheidet. Aber das ist ja eben Sache der Engel, das zu tun, nicht unsere, oder doch unsrig nur ausnahmsweise, für langsam erschmerzte Augenblicke.

(Rainer Maria Rilke)

Nikolaus litt seit einigen Wochen unter Ataxie (eine Koordinationsstörung, die entweder auf einer Fehlfunktion des Kleinhirns (zerebelläre Ataxie) beruht oder durch eine Störung der Gefühlswahrnehmung und damit der Bewegungsrückmeldung (sensible Ataxie) ausgelöst wird). Anfänglich schlug die medikamentöse Behandlung erfolgreich an, aber dann verschlimmerten sich die Bewegungsstörungen, Nikolaus aß nicht mehr, taumelte zunehmend und wurde apathisch. Der Tierarzt vermutete ursächlich einen Hirntumor. Wir haben Nikolaus erlöst.

 

Zwergenmännchen

(* unbekannt † 2.7.2013)

zwergenmännchen

Immer in unseren Herzen…

Wenn durch ein Wesen mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat das Leben einen Sinn gehabt.

(nach Alfred Delp)

Zum Abschied für ein wundervolles Wesen:

Obwohl wir diesen Weg der Demut gemein haben, allein
wie zerbrechlich ist das Herz.
Oh, gib diesen wackligen Füßen Flügel zum Fliegen
um das Antlitz der Sterne zu berühren

Trotz ausreichender medikamentöser Behandlung fiel Zwergenmännchen in ein schweres Lungenödem mit akuter Atemnot. In der Tierklinik wurde alles versucht: Sauerstoffgabe und weitere medikamentöse Versuche, das Wasser aus der Lunge zu bekommen, blieben wegen der geringen Herzleistung wirkungslos. Zwergenmännchens Herz-Kreislauf-System kollabierte. Wir haben gehofft und gekämpft, waren bis zuletzt bei ihm, aber ein weiteres Leid wollten wir ihm ersparen. Wir haben ihn erlöst.

Zwergi lebte über acht Jahre mit uns. Todkrank, nur Haut und Knochen, voller Angst und Panik saß Zwergi in einer spanischen Tötungsstation. Sein Leben war keinen Pfifferling mehr wert. Der Pinschermix musste, als er 2005 zu uns kam, erst einmal wieder Laufen lernen. Denn aufgrund diverser nicht behandelter und daher schlecht verheilter Knochenbrüche waren seine Läufe deformiert. Überdies war Zwergi chronisch an Leishmaniose – der sogenannten Hundemalaria – erkrankt und wurde medikamentös behandelt.

 

Heidi

(verschwunden im Juni 2013)

heidi

Heidi kam im Herbst 2012 zusammen mit einigen Hühnern und Enten zu uns. Da die geflügelte Gruppe zuvor bei einer befreundeten Tierschützerin gelebt hatte, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um die Tiere kümmern konnte, gab es kaum Eingewöhnungsprobleme. Heidi kam eines Tages nicht wieder nach Hause. Wir suchten und wir riefen sie, doch sie blieb verschwunden.

Die Hoffnung ist der Regenbogen
über den herabstürzenden Bach
des Lebens.

(Friedrich Nietzsche)

 

Eberhard

(*unbekannt † 14.5.2013)

eberhard

Hinterm Horizont – für einen geliebten Freund:

Wir war’n zwei Detektive 
die Hüte tief im Gesicht 
alle Straßen endlos 
Barrikaden gab’s für uns doch nicht. 
Du und ich 
das war einfach unschlagbar 
ein Paar wie Blitz und Donner 
und immer nur auf brennend heißer Spur. 
Wir war’n so richtig Freunde für die Ewigkeit 
das war doch klar 
haben die Wolken nicht gesehen am Horizont 
bis es dunkel war 
und dann war’s passiert 
hab es nicht kapiert 
ging alles viel zu schnell 
doch zwei wie wir 
die können sich nie verlier’n!

Eberhard ist unvorhersehbar, plötzlich und friedlich eingeschlafen.

Viele Jahre lang hat Eberhard uns stets präsent und dabei immer fauchend begleitet. Regelmäßig hat er uns dabei aus dem Hinterhalt beißend in die Waden gezwickt. Es war Liebe…

Mein Traummann, ich werde dich und deine Wadenbeißattacken vermissen…

Karin und alle Butenländer

 

Nicolina

(* 1988 † 6.5.2013)

nicolina

Nicolina ist gegangen…

Since I lost you 

Es erscheint in einem Augenblick, 
deine heile Welt kann zerbrechen, 
wie Morgenträume, die einfach verschwinden, 
wie Staub, der aus deiner Hand auf den Boden fällt. 
Wie kann das Leben immer gleich sein? 

Weil mein Herz in Stücke bricht 
ja, mein Herz ist in Stücke zerbrochen,
seit du gegangen bist. 

Es ist so leicht, so viel Unterstützung zu nehmen, 
aber es ist so schwer, die Worte zu finden, um es dir zu sagen. 
Wie eine Sandburg, die das Wasser davonschwemmt. 
Wie kann das Leben immer gleich sein? 

Weil mein Herz in Stücke bricht 
ja, mein Herz ist in Stücke zerbrochen,
seit du gegangen bist. 

Ooh, jetzt wirst du niemals sehen, 
ooh, jetzt wist du niemals wissen 
all die Dinge, die ich für dich geplant habe, 
Dinge für dich und mich 

Ich halte deine Hand so fest, 
dass ich sie nicht gehen lassen kann. 
Jetzt, wie kann das Leben immer gleich sein? 

Weil mein Herz in Stücke bricht 
ja, mein Herz ist in Stücke zerbrochen, 
seit du gegangen bist.

It seems in a moment, your whole world can shatter
like morning dreams they just disappear
like dust in your hand falling to the floor
how can life ever be the same

cos my heart is broken in pieces
yes my heart is broken in pieces
since you’ve been gone

Wir mussten Nicolina erlösen. Sie hatte schwere Koliken. Zweimal war der Tierarzt da. Doch ihr Zustand besserte sich nicht, sie konnte nicht mehr selbstständig aufstehen und wäre auch nicht mehr transportfähig gewesen.

Nicolina hat fast ihr ganzes Leben, 25 Jahre, auf Hof Butenland verbracht und war eine zutrauliche Pferdedame, die mit großer Hingabe Hände, Jacken, Hosen und was ihr sonst noch vor die Schnute geriet abgeschleckt hat. Sie war eine große Dame, die uns auch durch Tiefs begleitet hat.

Ihre Lebensfreude werden wir nie vergessen.

 

Dolores

(* 16.7.2003 † 12.4.2013)

dolores

Zum Abschied für Dolores

Für all die Zeiten, in denen du zu mir hieltest
Für all die Wahrheit, die du mir vor Augen führtest
Für all die Freude, die du in mein Leben brachtest
Für all das Unrecht, dass du wieder Recht machtest
Für jeden Traum, den du wahr werden ließest
Für die Liebe, die ich in dir fand
Werde ich dir immer dankbar sein, Baby
Du bist diejenige, die mich aufrecht hielt
Mich nie fallen ließ
Du bist diejenige, die mich alles durchstehen ließ

Ich hatte deine Liebe, ich hatte alles
Ich bin dankbar für jeden Tag, den du mir gabst
Vielleicht weiß ich nicht sehr viel, aber soviel weiß ich,
ich wurde gesegnet, weil ich von dir geliebt wurde

Du warst immer für mich da
Der zarte Wind, der mich führte
Ein Licht im Dunkeln, das deine Liebe in mein Leben strahlte
Du warst mein Antrieb
Unter all den Lügen warst du die Wahrheit
Meine Welt ist ein besserer Ort wegen dir.

Dolores sollte schon im Alter von nicht einmal drei Jahren geschlachtet werden, weil sie nicht schwanger wurde. Wir holten Dolores zu uns, wo sie rasch zur Herdenchefin und Traumkuh von unserem geliebten Boss Willem wurde. Dolores war eine auf schnelles Wachstum und auf Leistung maximierte, hochgezüchtete sogenannte Turbo-Kuh. Der Fokus auf extreme Milchleistung bringt bei diesen Kühen diverse, teils chronische Erkrankungen mit sich. Seit vergangenem Sommer ging es Dolores kontinuierlich schlechter. Vor einigen Wochen jedoch begann sie dramatisch abzubauen.

Dolores‘ Becken war so instabil, dass sie nur kurzzeitig unter Schmerzen und taumelnd aufstehen konnte. Wir konnten ihr nur noch die eine letzte Hilfe geben und haben sie erlöst.

Mach’s gut, schöne Dolores. Jetzt bist du bei Willem.

 

Frau Lotti

(* 26.1.1997 † 9.4.2013)

frau lotti

Jetzt tut’s nicht mehr weh, Frau Lotti

Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster mit müden Augen, so staubig und scheu.
Ich bin hier oben auf meiner Wolke, ich seh dich kommen, aber du gehst vorbei.
Doch jetzt tut’s nicht mehr weh, nein, jetzt tut’s nicht mehr weh.
Und alles bleibt still und kein Sturm kommt auf, wenn ich dich seh.

Es ist vorbei, bye bye Junimond.
Es ist vorbei, es ist vorbei,
bye bye.

(Rio Reiser)

Als wir Frau Lotti im August 2008 aufnahmen, zeigte sie aufgrund einer alten Beckenfraktur eine komplette Beckenschieflage. Monatelang lag sie, erholte sich langsam wieder, aber ihr Gangbild blieb schleppend und schwerfällig. Vor einigen Monaten kam eine schleichende Schiefstellung des Hinterbeins hinzu. Als sie nicht mehr selbstständig aufstehen konnte, wussten wir, dass wir nicht mehr helfen konnten und wir erlösten sie.

Frau Lotti tanzte den allerschönsten Schneewalzer.

 

Banana

(* 15.3.2007 † 12.11.2012)

banana

Banana: Wir konnten dir nur drei Monate in Freiheit ermöglichen.

Du lebtest fünf Jahre lang an der Kette in einem dunklen Stall.

Heute bist du an den Folgen der Überzüchtung, die auf ein schnelles Wachstum und Leistung ausgelegt ist, gestorben. Dir wurde nicht nur deine Seele gebrochen, sondern auch deine Gesundheit genommen. Als Folge davon brach schließlich dein Becken, es hat sich so gedreht, dass keiner der befragten Experten dir noch helfen konnte. Wir haben dich von deinem Leiden erlöst.

Unser Versprechen an Banana:
Wenn du auf mich wartest, dann werde ich zu dir kommen
Obwohl ich so weit gereist bin
Ich habe für dich immer einen Platz in meinem Herzen
Wenn du an mich denkst, wenn du mich einmal in all der Zeit vermisst
Dann werde ich zu dir zurückkommen
Ich werde zurückkommen und den Platz in deinem Herzen füllen…
Wenn du von mir träumst, wie ich von dir träume
An einem Ort, an dem es warm und dunkel ist
An einem Ort, an dem ich das Klopfen deines Herzens spüren kann

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