Denn Tiere sind keine Maschinen

Fakten zum heutigen Weltmilchtag

von Admin, am 01.06.2017.

1. Der überwiegende Teil der Rinder auf Hof Butenland stammt aus der Milchindustrie. Dort wurden sie zu Maschinen gezüchtet, die in ihrem Leben hunderttausende Liter Milch geben mussten und das mit einem verbrauchten Körper bezahlt haben. Hier leben einige Kuhdamen, die mehrere Kinder an diese Industrie verloren haben, teilweise sogar in zweistelliger Höhe. Immer wurde ihnen der Nachwuchs direkt nach der Geburt entrissen, meist auf Nimmerwiedersehen direkt in die Mast oder in die lebenslange Ausbeutung als nächste Maschinengeneration gegeben, manchmal aber auch höhnisch in Sichtweite präsentiert, zu einem Leben verdammt, in dem man sein Kind/seine Mutter täglich sieht, aber nicht einmal berühren darf. Wir haben Kühe mit Beckenschäden in der Familie, die durch falsche oder zuviele Fließband-Geburtsvorgänge entstanden sind, erst kürzlich konnten wir Lillja befreien, eine Kuh, die viel zu jung für ihr erstes Kind war und das dementsprechend verloren hat, nachdem ihr die Zerfix zerschnitten wurde und sie einen Kaiserschnitt über sich ergehen lassen musste. Viele Gangbilder unserer Kühe sind fürs Leben zerstört, teilweise durch Spaltenböden, auf denen jeder Schritt ein Risiko darstellt, teilweise durch Anbindehaltung, wo diese Schritte nicht mal erlaubt sind. Nach Schätzungen der Bundestierärztekammer werden außerdem jährlich fast 200.000 trächtige Kühe geschlachtet, was dazu führt, dass das Kalb elendig verblutet. Und niemand sollte vergessen, dass Kühe eine Lebenserwartung von durchschnittlich 25, in Einzelfällen bis zu 30 Jahren haben, aber in der Milchindustrie im Schnitt 5 Jahre alt werden, bis sie verbraucht ihren letzten Gang zum Schlachter antreten müssen.

2. Die Gesundheitsvorteile von Kuhmilch sind immer umstrittener. Dass das Zeug Übergewicht fördert, liegt dabei auf der Hand und ist auch sehr logisch, denn im Gegensatz zu menschlicher Muttermilch, die verstärkt das Hirnwachstum fördert, ist Kuhmuttermilch darauf angelegt, das Wachstum zu unterstützen. Die vielen tierischen Proteine in der Milch können im Körper und im Blut zu Übersäuerung führen. Manche Forscher gehen deshalb davon aus, dass der Körper dies neutralisiert, indem er sich Kalzium aus den Knochen holt. Wenn das zutrifft, stürzt das Weltbild der knochenstärkenden Milch nicht nur ein, sondern wird sogar umgedreht. Bestimmte Nährstoffe in der Milch können die Eisenaufnahme hemmen. Hinzu kommt, dass Kuhmilch immer mehr im Verdacht steht, verschiedene Krebsarten wie Prostatakrebs zu fördern. Auch ein schlechtes Hautbild wird durch Kuhmilchkonsum hervorgerufen.

3. Sicher muss man jedem Kritiker recht geben, der an dieser Stelle unterstreicht, dass sich Experten noch heftig über viele im letzten Punkt angesprochene Gebiete streiten. Das ist richtig und sollte auch nicht verschwiegen werden. Aber genausowenig sollte unter den Tisch fallen, dass jedes Alternativprodukt mittlerweile mit den Stoffen angereichert wird, die Kuhmilch angeblich gesund machen. Egal ob Kalzium oder Vitamine, die unzähligen Milchalternativen besitzen diese Muntermacher ebenfalls. Und kommen dazu auch noch in immer vielfältigeren Versionen ins Supermarktregal. Egal ob Hafer, Kokos, Mandel, Haselnuss, Soja, Reis, Dinkel oder eine andere Milchart, der interessierte Konsument wird von diesen Sorten praktisch überschwemmt und darf sicher sein, dass auch er in diesem Angebot einen Favoriten finden wird. Der mit den exakt gleichen Muckis wie seine geliebte Kuhmilch ausgestattet ist, für den aber niemand leiden musste. Das ist auch gleichzeitig die Tatsache, die jede Diskussion zum Thema eigentlich unnötig macht. Tiere leiden, wenn man ihnen ihre Muttermilch nimmt, und es gibt unzählige gleichwertige Alternativen. Zwei Fakten, die für ethisch denkende Menschen den ganzen Komplex in jeder Unterhaltung enorm abkürzen.

Der Autor schliesst diesen Bericht jetzt auf jeden Fall, weil er sich zum Tag der Milch einen Liter Hafermilch-Kakao machen wird. Auf irgendwelche Geschmacksvergleiche muss er dabei leider verzichten, denn wie tierische Muttermilch schmeckt, hat er längst vergessen, da er seit über einem Jahrzehnt abgestillt ist. Er würde aber jederzeit zu Protokoll geben, wie lecker die Hafermilch-Version ist, die er nach mehreren geschmacklichen Enttäuschungen im Discounter um die Ecke gefunden hat. Zum Glück, denn wie sollte er ohne sie den Rinder-Arbeitskollegen auf dem Hof noch in die Augen blicken können, denen aufgrund von menschlicher Gier nach Kälbernahrung fast ihr Leben genommen und in jedem Fall die Gesundheit ruiniert wurde?


Kategorie: Allgemein

4 Antworten zu “Fakten zum heutigen Weltmilchtag”

  1. Ute sagt:

    Hab‘ vor ein paar Tagen mit Entsetzen unter der Rubrik „Rinder“ gelesen, dass Dina nach ihrem erfogreichen „Asylgesuch“ bei Gisela noch ab und zu nach Milch suchte – das hat mir die ganze Barbaritaet von anderer Seite wieder neu vor Augen gefuehrt. Eine werdende Mutter (vielleicht noch nicht einmal die erste Schwangerschaft?), die selbst, wenn die Natur etwas zu sagen gehabt haette, noch nicht abgestillt gewesen waere!! Das ist grenzenlos traurig…..

  2. Ines sagt:

    Habe vorgestern im Radio gehört, dass viele Milchbauern, vor allem kleinere Betriebe, um ihre Existenz kämpfen. Das wäre doch jetzt mal der richtige Zeitpunkt, über den Sinn seiner Arbeit nachzudenken! Auch auf diesem Weg könnte man Einsichten gewinnen und die logischste aller Schlussfolgerungen ziehen.

  3. Petra Frank sagt:

    Mein Vater hat mir immer erzählt als Kind, dass ich viel Milch trinken müsse. Geschmeckt hat sie mir nie. Irgendwann habe ich sauere Milch beim Öffnen einer Verpackung gerochen und seit dem benutze ich das als (wahre) Ausreden und drücke mich sehr erfolgreich davor Milch zu trinken.

  4. Christine sagt:

    Ach Mattis, Schatz♡, gut, dass Dich Deine Mama nach Butenland gebracht hat.
    Die Welt wird erst dann besser für alle werden, wenn wir lernen, jedes Leben wie unser eigenes zu achten.
    Trink abends sehr gern meist Hirsemilch mit Kakao – schmeckt hmmm + ganz ohne muh!

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