Denn Tiere sind keine Maschinen

Eine lange Nacht auf Butenland

von Admin | 30. März 2020 | 17 Kommentare

Gestern Morgen fanden wir eine Kuh im Wassergraben. Die kam von einem unserer Nachbarn, wir haben sofort die Übernahme klargemacht und sie ist deshalb nun eine Butenländerin, die wir auf den Namen Lina getauft haben. Als zusätzliche Überraschung entpuppte sie sich als hochschwanger, wobei wir gestern noch nicht ahnten, wie sehr das zutrifft.

Sie ist eine ausgesprochen zierliche Kuh, die einen sehr mitgenommenen Eindruck machte, aus diesem Grund benachrichtigten wir noch am selben Tag unseren Tierarzt, der gestern Abend seine Visite machte. Dabei stellte sich nicht nur heraus, dass Lina unter Milchfieber litt und der Pansen aufgegast war, gleichzeitig musste der Doktor eine um 360 Grad verdrehte Gebärmutter diagnostizieren, das Kalb lag also in der komplett falschen Richtung. Damit nicht genug hatte die Mutter schon Wehen, die durch die Pansenvergasung aber kaum bemerkbar waren, trotzdem stand die Geburt kurz bevor.

Also musste sofort das Kalb im Körper gedreht werden, damit es überhaupt Überlebenschancen hat. Das konnten wir nach einigen Stunden in einer Gemeinschaftsaktion auch schaffen, nur um direkt vor dem nächsten Problem zu stehen: Das Kalb war viel zu groß für seine fein gebaute Mutter, der Muttermund stand zwar offen, aber es lag auf der Hand, dass Lina niemals die Kraft zum Pressen aufbringen konnte. Also wurde ein Kaiserschnitt angesetzt und um 5 Uhr morgens erblickte so Mia das Licht der Welt.

Leider können wir nicht von einem gesunden Mädchen sprechen, denn Mia kann nicht stehen, was sehr ungewöhnlich für ein Kalb ist, und hat auch keinen Saugreflex. Die Kolostralmilch hat sie per Magensonde bekommen, wir müssen Lina auch zukünftig melken und ihr Kind über diese Sonde füttern. Damit der Kreislauf angeregt wird, stellen wir Mia immer wieder auf, was sie aber nur einige Minuten durchhält. Leider wird sie auch nicht richtig warm, deshalb haben wir ihr Kälberiglu mit einer Wärmelampe und Decken ausgestattet. Der Mutter geht es auch nicht blendend, sie hat ihr Kind zwar abgeleckt, nachdem wir es zu ihr getragen haben, aber sie ist nicht nur vorgeschwächt, sondern auch noch von dem Eingriff.

Sowohl der Mama als auch dem Kind gibt der Tierarzt eine 50:50-Überlebenschance. Da die geschwächte Lina sich nicht selber um Mia kümmern kann, hat Indira fast den ganzen Tag bei ihr verbracht und wird heute auch im bei ihr schlafen. Allen Butenland-Fans bleibt jetzt nur das Daumen drücken und die Gewissheit, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, damit diese kleine Familie doch noch ihr Happy End bekommt.


Eine lange Nacht

von Admin | 30. März 2020 | 12 Kommentare

Zusammen mit dem Tierarzt haben wir bis heute morgen um das Leben unserer neuen Bewohnerin gekämpft. Bislang haben wir es geschafft, aber sind noch nicht über dem Berg. Wir versuchen heute abend zu berichten.


Willkommen, Fremde

von Admin | 29. März 2020 | 20 Kommentare

Der heutige Sonntag hielt eine besonders schöne Überraschung für uns bereit und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen wurde unsere Familie Rübergemacht erweitert, denn wir fanden beim ersten Rundgang eine Kuh im Wassergraben, der unsere Weiden von denen des Nachbarbauerns abgrenzt. Als wir die Dame erfolgreich geborgen hatten, stellten wir außerdem fest, dass sie hochschwanger ist. Da kommen natürlich sofort Erinnerungen an Supermuddi Dina auf, die im Jahr 2011 als erste Kuh mit Mattis im Bauch Butenland aus eigenen Kräften erreichte und so die Familie Rübergemacht eröffnete. Inzwischen haben wir mit unserem Nachbarn alles klargemacht, der eigenklauig beantragte Asylantrag wurde somit angenommen und unsere Herde um ein bzw. demnächst zwei Mitglieder erweitert. Im Video erzählt euch Karin den genauen Ablauf des heutigen Tages. Herzlich willkommen im KUHlen Leben.


Zusammenhänge erkennen

von Admin | 29. März 2020 | 2 Kommentare

Im Stern Interview am 21.03.2020 sagte Deutschlands führender Virologe Christian Drosten, dass der Fleischhunger in der sich ausweitenden Gesellschaft ein Problem ist, und dass die aktuelle Corona-Pandemie ein Grund sein sollte, notwendige Veränderungen in der Massentierhaltung in Angriff zu nehmen, damit das Risiko neuer Pandemien in Zukunft verringert werden kann.

Fakt ist, dass bei SARS, MERS und SARS CoV-2 die Schranke vom Tier zum Menschen übersprungen wurde. Gibt es unabhängig von Massentierhaltung noch Ideen, wie man da eine Art Riegel einschieben kann?

„Der aktuelle Grund sollte jetzt sehr überzeugend sein, notwendige Veränderungen in Angriff zu nehmen. Das Problem ist der Fleischhunger in der sich ausweitenden Gesellschaft.“

https://www.stern.de/gesundheit/virologe-christian-drosten—wir-haben-in-deutschland-einige-vorteile-gegenueber-anderen-laendern–9190450.html


La Le Lu – vor dem Bettchen stehen keine Schuh

von Admin | 28. März 2020 | 3 Kommentare

Der Frühling ist nun endgültig auf Butenland angekommen, da bleibt es natürlich nicht aus, dass sich die dazugehörige Müdigkeit unter die Bewohner schleicht. Im Tagesvideo zeigen euch unsere Schweine stellvertretend, wie sie damit umgehen.

Rosa Mariechen ist tatsächlich einfach während einer Sachensuche eingenickt. Da kann man jetzt nur hoffen, dass die zu entdeckenden Dinge nicht allzu wichtig waren oder sogar im Worst Case Szenario von jemand anderem gefunden werden. Auch Eberhard geht früher ins Bett, in das Sohnemann Winfried schon längst komplett abgetaucht ist und sich nur noch durch die Strohbewegungen bemerkbar macht, die bei der Erforschung der idealen Liegeposition entstehen. Im Finale ist Frederik sogar so fertig von den täglichen Umgrabearbeiten, dass es nur noch für das Zudecken des Rüssels reicht. Zum Glück ist es aber auch auf dem Stroh recht muckelig, dem Rendezvous mit dem Sandschweinchen steht also auch hier nichts mehr im Wege.


Peki-Productions präsentiert

von Admin | 28. März 2020 | 4 Kommentare


Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Puschek als unser Haus- und Hofregisseur auch beim Butenland-Film nicht mit Ratschlägen und dem einen oder anderen Insider-Kniff gespart hat. Dadurch ist er auf den Geschmack gekommen und inszeniert gerade seinen ersten fiktiven Spielfilm. Ausgewählt hat er dafür eine Neuinterpretation des Hitchcock-Klassikers „Die Vögel“. Auf dem Tagesbild seht ihr eine erste Einstellung mit Greta.

Dazu gibt es eine lustige Anekdote: Unsere Rennkuh sollte eigentlich die weibliche Hauptrolle übernehmen. Allerdings kann sie nicht glaubhaft schreien und bleibt sowieso immer total KUHl, also hat Puschek sie kurzerhand umbesetzt und sie wandelt jetzt auf den Spuren des männlichen Helden. Dafür gibt Ingeborg jetzt die PICKi Hedren, da Hühner ja sowieso etwas zur Hektik und hohen Gackerei neigen. Mit dem Cast kann das Ganze eigentlich nur ein weiterer Blockbuster werden, wie alle Filme aus dem Hause Peki-Productions.


Auf in die große Freiheit

von Admin | 27. März 2020 | 10 Kommentare

Natürlich wollen wir euch auch 2020 das schönste Video der Saison nicht vorenthalten und präsentieren deshalb heute die alljährliche Weideneröffnung. Chaya ist sich nicht zu schade, die Anfangssirene zu geben, die Bilder, die folgen, sprechen dabei wohl für sich, also müssen wir das Spektakel gar nicht groß kommentieren. Wir wundern uns höchstens darüber, dass solche Aufnahmen nicht längst im Lexikon als Beispielbild für „Lebensfreude“ aufgenommen wurden.


Endlich wieder Weide!

von Admin | 27. März 2020 | 3 Kommentare


Puschek hat bereits gestern die Weidesaison eröffnet und ist deshalb momentan verstärkt mit dem Zählen beschäftigt. Schließlich muss man ja wissen, ob alle Rinder gut auf dem Campingplatz angekommen sind. Als verantwortungsvoller Chef hat er sogar Anna zu seiner Assistentin ernannt, damit zwei Personen addieren und man das Ergebnis vergleichen kann. Da kann also wirklich nichts schiefgehen.

Übrigens können wir an dieser Stelle alle Leute beruhigen, die bereits nachgefragt haben: Das diesjährige Eröffnungsvideo wurde selbstverständlich gedreht und der Leserschaft bisher nur vorenthalten, weil sich die aktuellen Dinge auf dem Hof etwas überschlagen haben. Aber heute Abend könnt ihr im Tagesvideo dann wieder tobende und glückliche Rinder inklusive dem einen oder anderen euphorischen Luftsprung bewundern, versprochen.


Update zu Marieke

von Admin | 26. März 2020 | 11 Kommentare

Lange Zeit habt ihr nichts von Marieke, unserem neuesten Familienmitglied gehört. Das hat leider auch einen Grund, denn sie ist während der Brunst an ihrem dritten Tag gestürzt. Wie es ihr heute geht, erzählt euch Karin im Video.

Marieke ist eine 12jährige Kuh, die in ihrem Leben über 100.000 Liter Milch geben musste. Allein bei der Zahl zuckt man direkt zusammen, aber an dieser Stelle möchten wir detaillierter darauf eingehen, was so eine skrupellose Ausbeutung für ein Lebewesen bedeutet. Für einen einzigen Liter Milch muss eine Kuh circa 500 Liter Blut durch ihr Euter strömen lassen. Das Herz einer Hochleistungskuh pumpt am Tag 100.000 Liter Blut. Logisch, dass so eine Belastung nicht folgenlos bleiben kann und die Tiere körperlich bis zum Letzten auslaugt.

Und damit endet noch nicht mal die Liste der Torturen. Damit die Hochleistungskühe innerhalb weniger Minuten 20 bis 30 Liter Milch an die Melkmaschine abgeben können, erweitern sich die Zitzenöffnungen unnatürlich und können dadurch nicht mehr so effektiv Bakterien abwehren. Nach der Geburt wird den Müttern ihr Kind weggenommen, was neben dem psychologischen Schaden auch noch eine ganz andere, nicht weniger dramatische Baustelle eröffnet. Die Kuh ist nämlich durch die Natur genetisch vorbelastet. Die Auerochsenkuh, quasi die Urahnin der modernen Hausrinder, zog ihre Kinder noch im Wald auf, deshalb war es für den Nachwuchs lebensnotwendig, dass die Mutter auch Milch gibt, wenn sie mal kein Futter findet. Deshalb kann die Mutter in den Wochen nach der Geburt bei Bedarf ihre letzten Energiereserven mobilisieren. Das war damals überhaupt nicht schlimm, weil meistens genug Futter da war und deshalb die Kinder nur soviel tranken, wie es die Mutter ohne Weiteres verkraften konnte.

Das ist natürlich in der modernen Milchwirtschaft anders, denn in diesem Industriezweig wird abgezapft, bis das Euter leer ist. Also mobilisiert die Hochleistungskuh ihre letzten Energiereserven, und das tagtäglich jedes Jahr, weil sie regelmäßig wieder zwangsbesamt wird. Tierärzte nennen das „Negative Energiebilanz“, wenn die Kuh mehr Energie in die Milchproduktion steckt, als sie durch das Futter aufnehmen kann. Und unter dieser negativen Bilanz leidet jede Kuh, die zur Abgabe solch abnormer Milchmengen gezwungen wird. Milchkühe nehmen nach der Geburt bis zu 50 Kilo ab – und geben trotzdem immer weiter Milch, gnadenlos getrieben von ihren Haltern.

Es ist also kein Wunder, dass gerade Marieke körperlich am Ende ist und deshalb natürlich auch besonders empfindlich auf Stürze reagiert. Trotzdem ist unser Tierarzt vorsichtig positiv und geht unter günstigen Umständen sogar von einer kompletten Heilung aus. Wir würden es Marieke natürlich von Herzen wünschen.


Beste Freunde

von Admin | 26. März 2020 | 2 Kommentare

Nach dem traurigen Abschied von Trine, den wir gestern begehen mussten, möchten wir euch heute zwei Patienten zeigen, die ihre jeweiligen Arzttermine hervorragend überstanden haben.
 
Da wäre zum einen Kuddel, der drei Tage Durchfall und nicht mal Appetit auf Leckerlis hatte, gerade bei unserem Eisbären ein echtes Warnsignal. Also haben wir ein großes Blutbild anfertigen lassen und der Doktor hat Medikamente verschrieben, die so gut angeschlagen sind, dass unser Security-Chef sich aktuell wieder fit mit normaler Stuhlqualität präsentiert.
 
Tomte Hermann Tummetott wurde dagegen kastriert und hat diesen Termin sowieso ohne Komplikationen überstanden. Er miaut höchstens eine Spur höher als sonst. Zum Glück sind die beiden beste Freunde, die sich jetzt völlig berechtigt gegenseitig vorschwärmen können, wie tapfer sie waren. Was den Genesungsprozeß bestimmt endgültig auf Lichtgeschwindigkeit switcht.

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