Denn Tiere sind keine Maschinen

Dies erhielten wir von einem „Nutz“tierhalter:

von Admin, am 21.06.2013.

Mutterglück?

„Dass eine Milchkuh ein Kalb bekommt, ist für den Bauern je nach gehaltener Kuhzahl mehr oder weniger Alltag.
Ohne Kalb gibt die Kuh keine Milch.
Angestrebt werden ein Kalb je Kuh und Jahr – bei höherer Milchleistung darf die Zwischenkalbezeit auch mal etwas länger werden, denn der Zeitraum um und nach der Kalbung ist für die Kuh anstrengend.
Nach dem Geburtsstress muss sich der Stoffwechsel in kurzer Zeit auf hohe Leistung umstellen. Die in der Milch enthaltenen Stoffe (Milcheiweiß, -fett und -zucker aber auch Kalzium, Vitamine etc…) werden aus dem Futter verdaut oder aus der Körpersubstanz umgebaut und über das Blut ins Euter transportiert. Für die Bildung von einem Liter Milch (Milch enthält etwa zehn Prozent Trockensubstanz – vor allem Fett und Eiweiß) muss das Kuhherz etwa 400 Liter Blut durch das Euter pumpen. (Hoch)Leistende Kühe sind sicher nicht herzschwach!

Während Kuh Lisa hat ihr Kalb trockengeleckt hat, molk ich drei Liter Kolostralmilch. Hier hat das Kalb diese bereits gesoffen.
Gleich nach dem Fotografieren habe ich das Kalb in einem frisch eingestreuten Kälberiglu untergebracht.

Ließe ich das Kalb länger bei der Kuh – würde sich zusätzlich zum Mutteristinkt (ablecken, beschützen) eine Bindung aufbauen – die ich als Milchkuhalter nicht will.
So ließe sich die Kuh nur vom Kalb melken (eine kalbführende Mutterkuh gäbe im Melkstand keine Milch!) bzw käme es zu tagelangem blöken des Kalbs nach der Kuh und umgekehrt bei der Trennung erst nach einigen Tagen. Bei der Mutterkuhhaltung darf das Kalb bei der Kuh bleiben – die gibt aber keine für Menschen verwertbare Milch…“

Stichwörter:
Kategorie: Allgemein,Kühe,Rinder,Tiere

12 Antworten zu “Dies erhielten wir von einem „Nutz“tierhalter:”

  1. Kgabi sagt:

    Erbarmen!

  2. Cornelia sagt:

    Das Foto vermittelt auf den erste Blick Idylle und was der Bauer schreibt, klingt aus dessen Sicht ja auch erstmal nachvollziehbar.
    Das ist halt der Preis für unser Milchgegesaufe!
    Finde gut, das SO zu veröffentlichen, ohne Schuldzuweisung.
    Um so wichtiger: Vegan leben!!!!und so viele Kuh-Omas retten, wie möglich.

  3. Ida sagt:

    Kann man Lisa und ihr Kind nicht abkaufen?

  4. Marina sagt:

    Für den Bauer sind die Tiere eben nur Dinge die zum Verdienst des Bauern da sind , keine Gefühle kein Mitgefühl , weil man dem Menschen vorgaukelt die Milch ist ja soooo Gesund für den Menschen müßen beide Leiden Mutter wie Kind . Go Vegan

  5. Cornelia sagt:

    Schon brutal, diese Versachlichung eines der aufregendsten, schönsten und anstrengensten ErLEBbnisse: Mutterwerden!

  6. Heike sagt:

    Wahrscheinlich muß der Bauer wirklich so denken und handeln.Manchmal erscheint es einem ,als wenn manchen Menschen ein ganz bestimmtes Gen fehlt:Nämlich mitzufühlen, sich in ein anderes Lebewesen hinein zu versetzen oder sich an dessen Stelle zu sehen.“Nutz“-Tiere,“Milch“-Kühe,was für eine Ironie anderen Mitgeschöpfen die „Funktion“ ihres Daseins mit in den Namen zu geben.Sehr traurig.

  7. Ilona sagt:

    Nachdem ich den Text durchgelesen hatte und mir Kuh und Kälbchen ausgiebig angesehen habe bin ich mit meinen fünfzig Jahren endgültig zur Veganerin geworden. Bisher habe ich jede Menge Milchprodukte konsumiert – jetzt möchte ich nicht mehr verantwortlich sein für dieses Elend und DANKE für die Veröffentlichung, denn das war der Tropfen, der alles zum überlaufen gebracht hat !
    Euch alles Liebe !

  8. Maike sagt:

    Bin immer wieder nur fassungslos ob der Unbarmherzigkeit und dem (systematischen) Sadismus so vielen Tieren gegenüber. Es ist soo leicht, es anders zu machen: GO VEGAN!!!

  9. Mama Kraa sagt:

    Kühe geben keine Milch für den Menschen, nur für ihre Kälber… 🙁 Warum ist das so schwer zu verstehen?? Danke für den Bericht. Aber wie kann Frau es ändern?? Ich habe 4 Kinder und wir verbrauchen pro Woche ca. 6 Liter Milch. Die Kinder essen jeden Tag Müsli mit Milch, am Nachmittag gibt es manchmal eine aufgeschäumte Milch und Abends manchmal einen Joghurt. Wie kann man es umstellen?

  10. Karin sagt:

    Hallo Mama Kraa,

    es gibt zahlreiche Milchalternativen wie Mandel – Hafer -Dinkel – Haselnuss Reis und Sojamilch.
    Ebenso pflanzlichen Yoghurt. Einfach mal probieren.

  11. V sagt:

    Mama Kraa: Ich gehe mal davon aus, das es dir/Ihnen zu aufwendig wäre, Milchersatz zu Hause selbst zu machen, obwohl es sich vielleicht gerade bei größeren Mengen lohnen würde; Maschinen dafür (soy milk maker) gibt es z.B. im Asiengeschäft (dort auch trockene Sojabohnen kaufen – Bioware ist oft leicht schimmelig) oder übers Internet. Also bleibt Fertigware, und da kenne ich leider nur Bio-Ware (bzw. mit Alpro Nichtbioware, die genauso teuer ist und zu einem Milchkonzern gehört). Nuß- und Getreidegetränke sind i.d.R. teurer als Soja. Also würde ich die Kinder verschiedene Sojagetränke probieren lassen, bis ihnen eins zusagt: Ungefähr 90 Cent pro Liter kosten sowohl das zuckrig süße (vielleicht ungefähr so wie Rindermilch?) Soja-Reis-Getränk von Aldi-Nord als auch das eiweißreichere, zuckerarme Sojagetränk von Alnatura (Sorte „natur“ oder so, gelb-blaue Packung).
    Als Rinderjoghurtersatz finde ich Sojade (Sorte „natur“) am leckersten, als Rinderkäseersatz Wilmersburger; beides gibt es in Biomärkten und Reformhäusern, beide sind deutlich teurer als entsprechende Rinderprodukte aus Nicht-Bio-Produktion. Wenn die Konsistenz egal ist und man bloß den salzigen Käsegeschmack ersetzen will, ist Hefeextrakt (Vitam-R, in verschiedener Größe, mit Vitaminen, sparsam verwenden!) nicht schlecht, zum Beispiel als Brotaufstrich mit etwas Fett wie gesundem Sesam- oder Nußmus. Guten Appetit!

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