Denn Tiere sind keine Maschinen

Die Bio-Lüge

von Admin, am 20.01.2023.

Immer wieder ist es sehr entlarvend, wenn Menschen sich dahinter verstecken, dass sie zwar noch immer Tiere töten und quälen lassen, aber angeblich sehr darauf achten, dass das auf eine schöne Art und Weise geschieht. Viele dieser Kommentare behaupten sogar, dass es den Tieren im herbeigefaselten Utopia sehr gut geht und sie sich richtig darauf freuen, ständig Freunde zu verlieren und selber nach höchstens einem Viertel ihrer natürlichen Lebenserwartung umgebracht zu werden. Natürlich kommt dann auch dieser Tod in so einer großartigen Form, dass die Tiere ihn kaum mehr erwarten können.

Keinen dieser Menschen sollte man als Antwort danach fragen, wie man sie persönlich gefangen halten müsste, damit sie sich auch ohne persönliche Freiheit und Selbstbestimmung so richtig wohl fühlen. Die meisten von ihnen ticken sogar richtig aus, wenn man nachhakt, auf welche Weise man sie unverzüglich umbringen müsste, damit sie nichts dagegen hätten und diesen sofortigen Tod total begrüßen würden. Es gibt kein Argument für ein schickes Gefängnis oder einen tollen Tod, wenn es um den eigenen Hintern geht. Deshalb sind diese Plappereien auch nur Strohmannargumente, um die eigene völlig sinnlose Blutspur durch die Tierwelt zu rechtfertigen. Aus der Sicht der Opfer ist es natürlich völlig egal, wo und wie sie ermordet werden. Wenn man sie fragen würde, dann hätten sie einfach nur gerne weitergelebt, bevorzugt mit allen Freunden und Verwandten, die vor ihnen hingerichtet wurden, egal wie wunderbar dieses Spektakel für den Menschen war.

Zusätzlich zu diesen Überlegungen kommt jetzt noch dieser Artikel der Zeit. https://www.zeit.de/wissen/2023-01/nutztiere-biohoefe-foodwatch-tierschutz?wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf&utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&utm_medium=sm&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_referrer=https%3A%2F%2Fl.facebook.com%2F Wir zitieren: „Die Auswertung tiermedizinischer Studien habe ergeben, dass knapp 40 Prozent aller Schweine in konventioneller Haltung krankhafte Befunde wie Lungenentzündungen, offene Wunden oder Abszesse aufweisen. In der Biohaltung seien es mit 35 Prozent jedoch kaum weniger. Bei Milchkühen wurden bei 39 Prozent aller Tiere Erkrankungen an den Klauen festgestellt – sowohl in konventionellen als auch in Biobetrieben. In Bioställen seien Euterentzündungen sogar besonders häufig zu beobachten. Besonders schlimm sei die Lage bei Legehennen: Bis zu 97 Prozent der Hennen weisen Knochenbrüche auf.“

Natürlich informiert sich auch kein einziger Kunde beim Bauern auf dem Wochenmarkt direkt vor Ort über den gesamten Hof. Es recherchiert auch niemand über den angeblichen Bio-Betrieb, der Tierprodukt XY in den Supermarkt liefert. Da verlässt man sich grundsätzlich auf die Beteuerungen der Produzenten und die beschwörerisch idyllischen Bilder auf der Verpackung, nur damit das eigene Gewissen vielleicht etwas leiser schreit. Und selbst wenn es den idealen Bio-Betrieb geben würde, auf dem Hühner trotz täglichen Eierraub glücklich wären, Schweine sich per Suizid lächelnd in das Schlachtermesser stürzen und Kühe Schwangerschaftsabbrüche durchführen, weil sie ihre Milch dem Menschen spenden möchten, müsste man sich nach dem Warum fragen. Denn auch unter solchen unrealistischen Märchenbedingungen würde der Mensch kein einziges Tierprodukt benötigen und die Welt würde noch immer von identisch schmeckenden Ersatzprodukten überschwemmt werden, für die niemand leiden und sterben musste. So oder so gibt es einfach in der aktuellen Zivilisation nur noch einen Grund für Tierausbeutung: Die eigene kleine Welt, die süchtig nach Traditionen geistig nicht mehr rege genug für empathische Kurskorrekturen ist.

Als Tagesbild haben wir ganz bewusst Lieselotte und Anneliese gewählt, zwei Hühner, die beide aus einem Stall mit circa 80.000 Hennen stammen, die in „Kleingruppen-Volierenhaltung“ leben, was nichts anderes als Käfighaltung bedeutet. Und optisch unterscheiden sie sich dabei kaum von den Hühnern, die auf dem Hof leben und aus „artgerechter Bodenhaltung“, „Freilandhaltung“ und anderen Augenwischereien kommen. Das erste Bild zeigt sie bei ihrer Ankunft vor 14 Tagen, das zweite ist aktuell. Und obwohl die Veränderungen noch minimal sind, zeigen sie sich nur, weil sie endlich eine Tierarztbehandlung hatten und seit ihrer Ankunft nicht mehr ausgebeutet und einkaserniert werden. Oder zusammengefasst: Weil der Mensch sie endlich in Ruhe lässt und nicht mehr aus reiner Profitgier bedrängt. Weder auf häßliche noch auf „schöne“ Art und Weise.


Kategorie: Allgemein

2 Antworten zu “Die Bio-Lüge”

  1. wo aus wu sagt:

    Kaum sonst wo wird soviel gelogen wie bei Zertifikaten, Labeln u.s.w., wenn diejenigen, die kontrolliert und überwacht werden sollen, sich die Regeln, nach denen dies geschehen soll, quasi selber stricken können und gleichzeitig eine wirksame(!) Kontrolle nicht erfolgen kann bzw. von vornherein gänzlich unerwünscht ist. Letzteres läuft dann oft unter „Eigenverantwortung“. Gibt es auch in anderen Bereichen, wie z.B. billige Klamotten aus Übersee, Rohstoffe, und und und …

  2. Antonia sagt:

    Bio ist nur eine Beruhigung und Ausrede für den Verbraucher und funktioniert auch nur deshalb, weil der Verbraucher nicht konsequent zu Ende denkt, an welchen Greueltaten er mit seinem Konsum beteiligt ist.
    Vor ein paar Tagen war auf der Facebook-Seite von Nicole, die Chaya damals gerettet hatte, eine sehr ergreifende, schlimme Schilderung von Schweinen in der Schlachthof-Warteschlange und in welch üblen Umständen die über das WE auf ihren Tod warten müssen. Absolut grauenvoll. Da hilft das Biosiegel den Tieren auch überhaupt nichts. Und wie Jens richtig sagt, gibt es schlichtweg keine schöne Art zu sterben. Das müsste sich eigentlich jeder Verbraucher eingestehen.

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