Denn Tiere sind keine Maschinen

Chaya öffnet das zweite Skandaltörchen

von Admin, am 02.12.2022.


Das zweite Törchen in unserem Adventskalender ist randvoll mit Ruten, denn Chaya und wir wollen es der gesamten industriellen Tierhaltung mitsamt allen weitreichenden Verknüpfungen widmen. Der Aufhänger dazu ist ein Artikel der Tagesschau, in dem erläutert wurde, dass über 50 Bauern, die aufgrund Verstössen gegen den Tierschutz aufgefallen oder sogar verurteilt wurden, trotzdem weiter EU-Agrar-Subventionen ohne jede Kürzung und teilweise in Millionenhöhe einstreichen durften. https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/eu-agrarsubventionen-tierquaelerei-101.html?fbclid=IwAR0ow702AkEnnOfhiDeoR60iG4iOXNhZto5c7bFBBKrY5V3xkeJNnOHLoLE

Dabei ist die Dunkelziffer dieser Quälereien gigantisch, denn die meisten Verstösse kommen gar nicht erst zur Anzeige. In Bayern muss man als Bauer schon richtig Pech haben, wenn man auch nur einmal in seinem Berufsleben vom Veterinäramt kontrolliert wird, denn dort stehen diese Leute im Durchschnitt nur alle 48,1 Jahre vor der Tür. Auf alle Bundesländer übertragen liegt dieser traurige Durchschnitt bei satten 17 Jahren. https://www.landwirtschaft.de/diskussion-und-dialog/tierhaltung/wie-oft-werden-tierhaltende-betriebe-kontrolliert Eine Ausnahme wird da nur gemacht, wenn man einen Lebenshof führt, bei diesen Einrichtungen stehen die Kontrolleure gerne sogar zweimal jährlich auf der Matte.

Oft wird auch nicht ermittelt, weil die Staatsanwaltschaft trotz erdrückender Beweislast dafür keine Veranlassung sieht. Interessierte können gerne mal den Facebook-Auftritt der SOKO Tierschutz durchscrollen, da wimmelt es nur von solchen Beispielen wie hier: https://www.facebook.com/sokotierschutz.ev/posts/pfbid0QcE4x27wA71Ac9F8FjcM7JH7fwzHTaYzPvCeByZXwNJPnam5gkNLCtsGGiKBmGiAl Unvergessen ist auch der Tierschutzskandal, der sich erst in diesem Jahr ereignet hat. Dort wurde um einen Schlachthof in Bad Iburg ein ganzes Netzwerk von Tierquälern offengelegt, viele neutrale Beobachter sprachen vom größten Skandal überhaupt in dieser Branche, trotzdem sprach das Gericht nur mildeste Witzstrafen aus. https://taz.de/Urteil-gegen-Schlachthofmitarbeiter/!5874817/

Was im Fazit logischerweise dazu führt, dass eben nicht nur im Kleinen gewerkelt werden darf, sondern wir dringend eine Agrarwende brauchen. Und die kommt eben nicht durch 20 Zentimeter größere Ställe und bessere Betäubungsmethoden für die unschuldigen Opfer, sondern indem man das ganze System abklopft und abändert. Das mag sehr schwierig sein, jede andere Methode kann aber einfach nicht greifen in diesem sich selbst schützenden System. Das merkt man vor allem auch daran, dass Butenland mittlerweile gar keine EU-Subventionen mehr erhält, weil wir bei unseren Tieren die Ohrenmarken nicht nachstechen, wenn eins unserer Familienmitglieder diese häßlichen Dinger verliert. Was auf unserem Hof auch gar kein Problem darstellen dürfte, weil die ButenländerInnen den Hof nur noch nach ihrem Tod verlassen und in keinen Nahrungskreislauf der Welt mehr kommen werden. Was ist das für ein durch und durch kaputtes System, in dem Menschen, die ihre Tiere nicht unnötig verstümmeln wollen, die Gelder bis zur Nullsumme gekürzt werden, während woanders die eigentlich Schutzbefohlenen so schwer misshandelt werden, dass die Täter sogar vor Gericht dafür verurteilt wurden, ohne dass sich das auch nur im Geringsten auf die finanzielle Unterstützung auswirkt?


Kategorie: Allgemein

2 Antworten zu “Chaya öffnet das zweite Skandaltörchen”

  1. Marita sagt:

    Es ist schlichtweg einfach nur zum Kotzen! Mehr fällt mir dazu nicht ein. Warum sind die Menschen, die solche Gesetze machen und Urteile fällen, nur so ungerecht! Es ist widerlich!

  2. m-w-t@gmx.net sagt:

    Wahrscheinlich ist es deshalb so gross, das Skandaltörtchen. aber es ist ja für dich gedacht und nicht für unsere Verfehlungen. Hoffe, dass du den Inhalt geniessen kannst.

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