Denn Tiere sind keine Maschinen

Die neueste Farce des Bauernverbands

von Admin, am 24.07.2022.

Der Bauernverband Schleswig Holstein bringt schon seit einigen Monaten eine Serie, die sehr schön unterstreicht, warum eine Agrarwende mit diesen Teilen der Bauernschaft nicht zu machen sein wird. Da hat es uns schon öfter in den Fingern gejuckt, eine Analyse aufzusetzen, deshalb wollen wir das am aktuellen Beispiel endlich tun. Fast hätten wir geschrieben, weil die Vorlage diesmal eine besonders kranke Weltanschauung transportiert, damit würden wir aber den anderen Artikeln Unrecht tun, die ähnlich adäquat mit dem Anstand Limbo tanzen. Verlinken werden wir die Attacke auf den gesunden Menschenverstand nicht, denn leider funktioniert Facebook ja so, dass auch negative Reaktionen eine positive Resonanz erzeugen. Warum also für so etwas unfreiwillig Werbung machen? Im Bedarfsfall ist das alles auf der Facebookseite dieser Organisation nachzulesen, klickt euch also ruhig dahin, überlegt euch aber bitte, ob ihr den Hate-Speech durch irgendeine Reaktion pushen möchtet.

Das Bild zeigt ein Kuhkind, das mit dem Namen Kalby Perry vorgestellt wird. Das bezieht sich geschmackloserweise auf die Sängerin Katy Perry, die seit 2021 nicht nur selber rein pflanzlich lebt, sondern sogar ihren Hund vegan füttert. Aber gut, da setzen wir einfach mal voraus, dass das niemand beim Bauernverband wusste, weil Recherche für diese Leute wohl lediglich ein extravaganter Frauenname aus dem 1960er Jahren ist.

Viel ekelhafter ist es sowieso, dass hier Spitznamen an die Tiere verteilt werden. „Aber macht das Butenland nicht auch mit wachsender Begeisterung?“, werden sich jetzt viele fragen. Und das völlig zurecht, denn natürlich sind wir selber auch groß bei solchen Wortspielen. Der Unterschied ist aber, dass die Tiere bei uns selbstbestimmt leben, ihnen auf unserem Hof kein Haar gekrümmt wird und man deshalb durchaus von geliebten Familienangehörigen sprechen kann. Das Kalb in der kalten Welt der Bauernverbände wird der Mutter nach der Geburt entrissen, als männliches Tier recht unmittelbar hingerichtet, als weibliches Tier lebenslang versklavt inklusive jählicher Dauerschwängerung, nur um dann im Durchschnittsalter von 5,5 Jahren ebenfalls umgebracht zu werden. Hier kann man also nur von Opfern reden. Und wenn Täter Opfer mit Spitznamen durch den Kakao ziehen, kann man nur von einer Verhöhnung sprechen. Wenn man es freundlich formuliert, realistisch wären da noch ganz andere Bezeichnungen angebracht.

Das Ganze wird auch noch mit einem zynischen Text versehen, der die systematische Versklavung mit garantierter Ermordung als etwas Erstrebenswertes hinstellen möchte. So wird gleich im ersten Absatz davon gesprochen, dass „wir“ die Kuhmilch brauchen, um davon leben zu können. Was einfach verklärter Blödsinn ist, da mit dem „Wir“ keine Kälber gemeint sind. Das sind aber die einzigen Lebewesen, die Kuhmilch zum Überleben brauchen. Der Mensch benötigt für seine Entwicklung die Milch seiner Art, und das idealerweise auch nicht bis ins hohe Erwachsenenalter, deshalb sind die meisten Menschen nach allerspätestens 4 – 5 Jahren abgestillt. Redaktionen von gewissen Verbänden vielleicht mal ausgenommen. Für alle anderen Homo sapiens ist die Muttermilch von anderen Säugetieren jedenfalls ein so perverses wie unnötiges Luxusgut, das immer nur mit maximalen Tierleid produziert werden kann.

Im nächsten Absatz wird sehr „ulkig“ erklärt, warum die meisten Bauern ihre Kälber mit Kuhmilch nach der Trennung von der Mutter tränken. Das gilt nämlich höchstens für die Biestmilch, die dem Tier in den ersten Stunden verabreicht wird, um es so vor Infektionen zu schützen. Danach ist für die Kälber nur noch die Plörre angesagt, die nicht mal ansatzweise die Muttermilch ersetzen kann. Was man schon ganz leicht daran sieht, dass man sie ansonsten ja auch statt der Milch dem Kunden anbieten könnte. Das würde ein Bauer aber nie tun, was direkt die Lüge zerplatzen lässt, dass das Zeug auch nur annähernd gleichwertig ist.

Die Einzelhaltung in den ersten Tagen ist auch nicht der Angst geschuldet, dass sonst stärkere Kälber den schwächeren keine Milch übrig lassen würden. Wenn man den Kindern ihre Mütter nicht entreißen und die Familie das selber regeln lassen würde, gäbe es kein einziges Rowdy-Kalb, das von Euter zu Euter geht und jede Kuh eigenklauig leer trinken würde. Die Einzelhaltung dient ausschließlich dazu, das Kind von seiner Mama zu separieren, da es sonst die Muttermilch trinken würde, die von Natur aus nur für dieses Kalb bestimmt ist. Denn die hat eine Verabredung mit irgendeiner Menschenkehle, deren BesitzerIn die Sache mit dem Abstillen nicht begriffen hat. Der ganze Spuk findet auch noch in sogenannten Kälberiglus statt, eine bessere Besenkammer, bei deren bloßen Anblick jedem die Tränen kommen, der/die auch nur etwas Respekt für Tiere empfindet.

Die ganze Opferverhöhnung endet dann nicht nur mit den Sätzen „Was gestern modern war, gilt heute als die gute alte Zeit. So wird es auch mit dem Heute geschehen“, diese Killerphrasen werden auch noch abgekürzt als Sprechblase „Kalby Perry“ auf dem Bild in den Mund gelegt. Dabei gab es tatsächlich schon in früheren Zeiten Phasen, in denen der Mensch Lebewesen einkaserniert, Familien getrennt und andere in Massen und organisiert hingerichtet hat. Allerdings werden diese Epochen wohl nur vom Bauernverband als „gute alte Zeit“ beschrieben, die auch dringend wieder in der Gegenwart realisiert werden sollte.


Kategorie: Allgemein

Eine Antwort zu “Die neueste Farce des Bauernverbands”

  1. Gabriele sagt:

    Je besser die Aufklärung über diese Missstände werden, um so grösser müssen deren Lügen sein.

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