Denn Tiere sind keine Maschinen

Das 17. Tor

von Admin, am 17.12.2021.


Hinter dem 17. Adventskalendertörchen haben sich unsere Gänse versteckt, die in selbstbestimmter Freiheit leben, damit aber leider die Ausnahme bilden.

In Deutschland ist die Weidehaltung bei diesen Tieren üblich. Der Haken an der Sache ist aber, dass nur um die 10 % des hierzulande konsumierten Gänsefleischs von deutschen Haltern bezogen wird, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Die Top-Produzenten in Europa sind da Polen, Frankreich und vor allem als Spitzenreiter Ungarn, ein Land, das verstärkt Stopfleberprodukte um die Welt schickt.

In diesen Betrieben setzt auch niemand auf Weidehaltung, im Gegenteil sind dort geschlossene Ställe mit bis zu tausend Tieren an der Tagesordnung. Zusätzlich wird oft auf Käfighaltung zurückgegriffen, dabei variiert es, ob die Opfer in Einzelkäfigen vor sich hin vegetieren oder in Gruppenkäfigen aneinander gepresst werden. Fast schon selbstverständlich in dieser Haltung ist der Drahtgitterboden, Verletzungen an den Beinen, Gefiederstörungen und Atemwegserkrankungen sind die Norm.

Aber selbst die deutsche Weidehaltung ist nur Augenwischerei, denn natürlich verlieren diese Tiere auch dort unnötig ihr Leben. Das Ganze hat sogar einen Namen: Die Weidemast. Hier dürfen die Gänse bis zu 8 Monate alt werden, das Ziel ist ein Schlachtgewicht von circa 7 kg. Dafür müssen die Tiere in den letzten Wochen ihres sowieso enorm verkürzten Lebens fast 150 kg Grünfutter, zusätzlich ergänzt durch kiloweise Kraftfutter, zu sich nehmen. Diese Mast erzeugt vor allem die Weihnachtsgänse, dieses Leid tummelt sich also verstärkt ab nächster Woche auf den deutschen Tellern.

Wie man aufgrund dieser Behandlung beruhigt aufatmen kann, ist uns schleierhaft, unterscheidet sich diese Mastform doch nur minimal von den zwei anderen gängigen Methoden. Das wäre zum einen die Schnellmast, in der Gänseküken innerhalb von 10 Wochen auf ihr abscheuliches Endgewicht gemästet werden. Die Schlachtung dieser Tiere dient vor allem der Federgewinnung.

Zum anderen gibt es dann noch die Intensivmast, die 16 Wochen andauert. Die Weidegänse durchleben sogar in den letzten vier Wochen ihres Lebens exakt diese Art von Folter, der Unterschied liegt also nur in den Bedingungen in den ersten (und letzten) 7 Monaten ihres Lebens und ist entsprechend schal. Eine Gans hat übrigens eine natürliche Lebenserwartung von circa 15 Jahren, es gibt Kanadagänse, die über 20 Jahre alt geworden sind.

Und all die Quälerei nur für einen Gaumenkitzel, eine Geschmacksrichtung, oft sogar nur eine Gewohnheit. Das Ganze verstärkt vollzogen zu einem Event, das überall das Fest der Liebe genannt wird. Wer soll menschlicher Liebe tatsächlich noch vertrauen, wenn für sie intelligente und schmerzempfindliche Lebewesen gefoltert, getötet und sogar verspeist werden? Reisst euch zusammen, liebe Mitmenschen, sendet ein tatsächlich liebevolles Signal des Respekts zu Weihnachten, macht euch auf euren veganen Weg und schaut danach endlich wieder euren Mitgeschöpfen ohne schlechtes Gewissen in die Augen. Der Schwierigkeitsgrad dieses humanen Akts bewegt sich auf Fersenhöhe und macht doch so vieles endlich wieder gut.


Kategorie: Allgemein

4 Antworten zu “Das 17. Tor”

  1. Ute P. sagt:

    Die ganze Adventszeit über bin ich jeden Tag gespannt, wer von Euren Lieben als erste das Säckchen oder Stiefelchen findet. Gestern allerdings war ich recht wehmütig, weil im letzten Jahr die schöne Dame Maret am 17. Törchen stand. Sie ist im Januar in eine andere Welt gegangen, aber ihre würdevolle Art ist unvergessen.

    Manchmal komme ich an einem Grundstück vorbei, auf dem 4 Gänse leben, jetzt schon das 7. Jahr. Ich freue mich immer, sie zu sehen.

  2. Gabriele sagt:

    Wieviel Würde und Schönheit Eure Gänse ausstrahlen. Von dem ganzen Leid der Gänse zu lesen tut sehr weh. Ich habe schon mit so vielen Menschen gesprochen und immer wieder die enttäuschende Erfahrung gemacht, dass es für diese völlig normal ist, dass bestimmte Tiere einfach dafür leben und sterben, um aufgegessen zu werden. Es müssen wohl noch schlimme Katastrophen passieren, bis die Menschheit ihr Konsumverhalten grundlegend ändert. Euch allen wünsche ich einen schönen 4. Advent.

  3. Gabriele sagt:

    Liebe Ute, wie schön, dass Du uns mit Deinem Kommentar an Maret erinnerst. Erstaunlich, dass Du das noch heute weisst, war Maret Dein Patenkind? Ich muss immer an Paul denken, wann ich Greta sehe. Sie kamen damals zusammen nach Hof Butenland. Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

  4. Ute P. sagt:

    Nein, liebe Gabriele, Maret war nicht mein Patenkind. Ich mache allgemeine Spenden. Ein Patenkind zu verlieren, wäre für mich noch viel schlimmer.
    Liebe Grüße

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