Denn Tiere sind keine Maschinen

Abschied von Tjock

von Admin, am 06.08.2019.
„Für Einen
 
Die Andern sind das weite Meer,
du aber bist der Hafen,
so glaube mir: kannst ruhig schlafen,
ich steure immer wieder her.
Denn all die Stürme, die mich trafen,
sie ließen meine Segel leer,
die Andern sind das bunte Meer,
du aber bist der Hafen.
Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst, Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern… Das ist Wellenspiel,
du aber bist der Hafen.“
(Mascha Kaléko)
 
Wir mussten heute Tjock erlösen. Im letzten Februar wurde bei ihm ein Osteosarkom diagnostiziert. Das ist die Bezeichnung für einen Knochentumor, der bei Indiras Wallach im Kieferbereich sass und leider weder therapierbar noch operabel war. Dieses widerliche Ding brach auf und um Tjock Schmerzen zu ersparen, konnten wir ihm nur noch diesen letzten Freundschaftsdienst erweisen. Wir wussten zwar schon nach der Diagnose, dass dieser Tag irgendwann in naher Zukunft kommen würde, aber trotzdem kann man sich darauf natürlich nicht vorbereiten, dementsprechend tut auch dieser Abschied unglaublich weh.
 
Tjock war Indiras bester Freund und ist auch mit ihr auf den Hof gekommen, deshalb wollen wir ihr auch die Abschiedsworte überlassen:
 
„Für Tjock, die Liebe meines Lebens, mein bester Freund, mein Lebensmittelpunkt, mein Vertrauter.
Ich bin mit dir groß geworden und an dir gewachsen, 15 Jahre lang.
Zuhause ist kein Ort, Zuhause warst schon immer du. Deine Stimme, die ich unter tausenden erkennen würde; dein Geruch, der Heimat verspricht; dein vertrauter Blick, wenn ich dich rufe; der blaue Schimmer in deinem blinden Auge; der Wind in deiner Mähne – unvergessen.
 
So viele Krankheiten besiegt, so viele Kämpfe gefochten und alle gewonnen, bis auf den einen.
Heute endet unser gemeinsamer Weg für immer. Ich lasse dich gehen.
Seite an Seite, bis zum letzten Atemzug.
Liebling, dich kann keiner ersetzen. Du bist und bleibst meine Heimat.“
 
Alle Butenländer möchten sich der Trauer anschließen, allen voran auch unser Loriot. Der 30jährige Wallach verliert mit Tjock nicht nur seinen engsten Freund, gleichzeitig musste er auch schon vor knapp 2 Monaten mit Kaspar ein weiteres geliebtes Mitglied aus seinem Vertrautenkreis gehen lassen. Für ihn müssen wir uns jetzt dringend nach einem ruhigen Wallach umschauen, der diese Lücken zwar niemals füllen wird, aber hoffentlich ein ähnlich guter Freund und Ansprechpartner für ihn werden könnte.
 
Für Tjock:
 
„Es ist hart, die Regenwolken draußen zu lassen,
wenn die Fenster nie geschlossen sind,
das Haus fühlt sich mittlerweile an wie ein Grab,
als ob die Dielen die Knochen verstecken.
 
Und ich habe dein Gesicht verloren,
es entgleitet nun meinen Fingern,
und die ganze Welt ist grau,
als ob du die Farben mit dir genommen hast,
als du gingst und gestorben bist.“


Kategorie: Allgemein

17 Antworten zu “Abschied von Tjock”

  1. Dagmar Kuenzel sagt:

    Liebe Indira, ich wünsche Dir viel Kraft. Dein Tjock ist jetzt ganz frei und ohne Schmerzen. Die Schmerzen bleiben dem, der zurück bleibt. Mit der Zeit werden sie weniger. weicher werden, aber nie ganz aufhören

  2. Marita sagt:

    Indira es tut mir so leid für dich. Du hast mein ganzes Mitgefühl, sowie alle trauernden Butenländer. Deine Trauer aber wird dir die Größe deiner Liebe zu Tjock erst recht klar machen. Nichts bringt ihn dir wieder zurück, nichts fängt im Leben noch mal an, aber die Zeit die ihr zusammen verbringen konntet, verlangt seinen Preis. Eines Tages wird der Trauerschmerz genauso dazu gehören, wie die Liebe. Ich wünsche dir alles Gute für die schlimme Zeit die kommen wird. Aber nichts tröstet mehr, als an das geliebte Wesen in Dankbarkeit zu denken und an das Glück, mit Tjock zusammen gelebt zu haben. Ihm geht es jetzt gut. Nun musst du gut auf dich aufpassen. Viel Kraft dafür – euch allen.

  3. Thekla sagt:

    Manchmal gehen das Geschehen und die Worte so nahe, dass die Worte fehlen.
    Ich kenne so einen Schmerz und wünsche dir, liebe Indira, viel Kraft für diese schwere Zeit.
    Und zum Glück geht die schöne vergangene Zeit nicht verloren.

  4. Antonia sagt:

    Liebe Indira, es tut mir sehr leid. Ich weine mit Dir und drücke Dich ganz doll aus der Ferne. Auch wenn die Trauer natürlich dazugehört, wünsche ich Dir, dass sie bald den vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen weichen wird.

  5. Dami sagt:

    Liebe Indira,
    liebe Butenländer,

    ich weine mit Euch.
    Ich kenne diesen Schmerz leider auch.

    Ich drücke Euch und wünsche Euch allen viel Kraft für die nächste Zeit !

  6. Ute sagt:

    Indira – wie Dir Deine Seele weh tun muss!
    Das schmerzhafte Dunkel, das Dich jetzt umhuellt, wird heller werden mit Deinen Erinnerungen an Deinen geliebten Tjock.

    „Down the lanes of memory
    The lights are never dim.
    Until the stars forget to shine
    We shall remember him.“ (Anon.)

    (Den Gedaechtnispfaden entlang
    Sind die Lichter nie trueb
    Bis die Sterne vergessen
    Zu scheinen
    Werden wir uns seiner erinnern.)

  7. Christine sagt:

    Fühl‘ mit Dir, Indira – bei Deinen Abschiedsworten für Tjock hab‘ ich geweint. Jeder, der ein so sehr geliebtes Wesen gehen lassen muss, kennt diesen Extremschmerz.
    Bitte nimm‘ jede butenländische tröstende Hand + Pfote an, die Dir da jetzt helfen wollen.

  8. Wo aus Wu sagt:

    Das tut mir jetzt aber sehr leid, damit habe ich nicht gerechnet obwohl es abzusehen war. Aber das ist nun mal die Pflicht, die wir Menschen den Tjocks, Monopolys, Pinos, u.s.w. gegenüber haben.
    Außenstehende können die Traurigkeit oft nicht nachvollziehen: „Ist ja nur ein Tier“. Aber es ist mehr: Ein Wesen, welches seiner Art entsprechend in einer anderen Wahrnehmungswelt lebte und mit seinem Menschen kommuniziert und Emotionen gezeigt hat, ein Freund war, Weggefährte, Familienmitglied. Da schmerzt so ein Verlust schon sehr. Ich kann mir gut vorstellen, wie Indira sich jetzt fühlt und wünsche ihr alles Gute.
    Ihr habt das Richtige getan. Hoffentlich verkraften es seine Kumpels und kommen jetzt nicht auch noch auf die Idee, sich auf die große Reise zu machen. Lolle ist jetzt 30, aber das muss nichts heißen. Wie ich kürzlich erfahren habe, ist das älteste Pferd Deutschlands 2017 mit 54 (!!) gestorben. Nicht am Alter, sondern an einer schweren Infektion. Habe extra noch mal nachgefragt.
    Haltet durch!

  9. iski sagt:

    Liebe Indira,
    auch ich weine mit dir. Habe auch vor kurzem erst meine langjährige vierbeinige Gefährtin verloren. Es ist so schwer, ein geliebtes Wesen gehen zu lassen, denn der Schmerz ist so entsetzlich.
    Fühle dich eingebettet in all die lieben Wünsche und Gedanken der Mitfühlenden von Nah und Fern. Dein Tjock war nicht umsonst bei dir, was er dir gegeben hat, davon wirst du immer zehren. Und im Innern wird er nie von dir gehen.
    Alles Liebe dir und allen Butenländern.

  10. V. Arken sagt:

    Liebe Indira, ich reiche Dir über den Himmel hinweg ein Taschentuch, weil ich keinen anderen Trost weiß.

    Der Text an Deinen Freund ist wundervoll.

  11. Maria sagt:

    …und wenn du bei Nacht den Himmel anschaust…

  12. Gabriele sagt:

    Meine Gedanken sind bei Indira und allen Lebensbegleitern von Tjock, die ihn nun schmerzlich vermissen. Die Trauer ist um so größer, je mehr man geliebt hat. Es tut so gut, dass Tjok diese Zuneigung erfahren durfte.

  13. Claudia sagt:

    Liebe Indira, ich mag mir kaum vorstellen, wie groß dein Schmerz und deine Trauer sind. Ich wünsche dir und allen Butenländern von Herzen ganz viel Kraft, um durch die schwere Zeit zu kommen. Es werden, wie immer, Narben zurück bleiben, aber in euren Herzen und Erinnerungen wird Tjock immer bei euch sein. Deine Abschiedsworte für ihn sind einfach wunderschön.

  14. Doro sagt:

    Liebe Indira, ich weine mit dir…und all denen, die Tjock geliebt haben….
    Deine Abschiedsworte….pure Liebe.
    Tjock ist nicht fort, er lebt weiter in deinem Herzen.

  15. Inga sagt:

    Wieder eine große Lücke in der Welt, wo gerade noch tapferer Lebenswille und unbändige Lebensfreude war. Allen Freunden Tjocks, seiner Familie und namentlich Indira wünsche ich die ganze Kraft der Liebe, um den ganzen Schmerz der Liebe auszuhalten.

  16. ingeborch sagt:

    Oh nein. Das tut mir so leid und macht mich traurig. Sie sind alle nur so kurz bei uns…

  17. Gabriele sagt:

    Oh, diese schrecklichen Abschiede sie tun uns allen so weh. Liebe Indira, ich wünsche Dir ganz viel Kraft, es wird eine Weile dauern, bis Du loslassen kannst und jeder, von uns, der ein Tier liebt, lernt irgendwann mit dem Schmerz zu leben. Liebe Grüsse!

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