Denn Tiere sind keine Maschinen

Hallo, ich bin Frederik

von Admin, am 26.05.2019.


Natürlich ist das Tagesbild für unseren Neuzugang Frederik reserviert. Seit gestern tobt der junge (er ist gerade mal zwei Wochen alt) Mann über unseren Hof und scheint fest entschlossen zu sein, sich dem Hunderudel anzuschliessen. Er ist von einem Schweinetransporter entkommen und bei 90 km/h auf die Autobahn gesprungen. Wie durch ein Wunder hat er diese Verzweifelungstat überlebt, wurde von einer Tierfreundin gefunden und nur Tage später erfolgreich nach Butenland vermittelt.

Frederik sollte eigentlich als Spanferkel umgebracht werden. Die Opfer dieses Verbrechen sind nur wenige Wochen alt und werden bereits bei einem Endgewicht von 12 bis 20 Kilogramm geschlachtet. Menschen, bei denen die Empathie nicht mal mehr zuckt, braten sich diese Personen, deren DNA-Ketten zu 90 % identisch zu denen des Menschen sind, im Ganzen und entfernen dafür nur die Innereien.

Ein Blick in ein Landwirtschaftsforum hat uns auch einige interessante/widerliche Kommentare zum Thema Spanferkel beschert. Demnach sind diese Tiere meist Ferkel mit Nabel- oder Hodenbruch, oft auch Binneneber, also Schweine, bei denen Hoden gewandert sind und sich nicht mehr im Hodensack befinden. Eine Operation ist den Züchtern wie erwartet zu teuer, also werden diese Tiere als Spanferkel verramscht. Und selbst damit machen viele Bauern noch zu wenig Reibach, einer dieser selbsternannten Tierfreunde denkt zum Beispiel im gleichen Forum laut darüber nach, Ferkel mit diesen Beschwerden direkt zu erschlagen, da eine Aufzucht bis zu 65 € kostet.

Es ist wirklich gruselig, wie kalt in diesen Kreisen über Personen gesprochen wird, die bei uns auf dem Hof jedem die spontanen Freudentränen über das Gesicht fließen lassen und wo niemand vor einem spontanen Zuckerschock bewahrt wird. Was ist bloß so verdammt schwierig an der Realisation, dass hinter jedem Stück Schinken, hinter jedem Steak und natürlich auch hinter jedem Spanferkel ein Frederik steckt, der dafür sein Leben im Babyalter lassen musste? Und warum findet man diese Tiere so süß und knuffig, aber traut sich trotzdem nicht, aus Respekt und Liebe zu ihnen den veganen Weg zu beschreiten, den Millionen Menschen vorher bereits als problemlos gehbar klassifiziert haben und der als einziger tatsächlich Tierrespekt auslebt? So unverständlich …


Kategorie: Allgemein

8 Antworten zu “Hallo, ich bin Frederik”

  1. Avatar ellen sagt:

    Willkommen auf Butenland – es ist ein Wunder, dass er, bei dieser enormen Geschwindigkeit, es überhaupt überlebt hat. Deshalb ist es gut zu wissen, dass es sich gelohnt hat und er jetzt in absoluter Sicherheit ist. Was sagt Rosa-Mariechen dazu?? Ein absoluter Gewinn!

  2. Avatar Ute sagt:

    Ach, Frederik – deine (fast)Selbstrettung und dein ungeheuer glueckliches Landen auf Butenland bringen mir auch heute noch Glueckstraenen in die Augen!

  3. Avatar Angelijka sagt:

    Mein Gott, ich kann es kaum glauben. Als ich die Nachricht im Internet von dem armen verunglückten Schweinchen gelesen habe, war mein allererster Gedanke, wäre das schön wenn es nach Butenland käme…Nie und nimmer habe ich geglaubt, das das wirklich passiert. Und nun diese gute Nachricht. Danke an die Tierfreundin und an alle Butenländer !Nun ist alles gut für Frederik.

  4. Avatar ElkeS sagt:

    Sieht so aus, als hätte das kleine, mutige Glücksschweinchen gerade eine leckere Mahlzeit hinter sich 🙂

    Kleiner Frederik, ich freue mich für dich, dass du auf Hof Butenland gelandet bist, wo ein herrlich schweinisches Leben auf dich wartet!

  5. Avatar Christina sagt:

    Danke, dass Ihr dem Kleinen auf Hof Butenland ein Zuhause gebt!

    Du bist so ein mutiges kleines Schweinchen, Frederik! Weiterhin viel Glück und ein hoffentlich langes fröhliches Leben! ❤️

  6. Avatar Christine sagt:

    So ein Lieber – bin happy, daß er auf Butenland in Sicherheit ist.

  7. Avatar Monika sagt:

    Wie süß – die Mahlzeit hat ihm offensichtlich geschmeckt..

  8. Avatar Gabriele sagt:

    Wie kann das möglich sein, daß dieses arme Kerlchen entkommen konnte, bei so hoher Geschwindigkeit ist er selbst herausgesprungen, wer hat das beobachtet? Für mich grenzt das an ein Wunder. Frederik, Du bist ein noch kleines Wunder und darfst jetzt in Ruhe und Frieden groß werden. Ein wirkliches Glücksferkel.

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