Denn Tiere sind keine Maschinen

Gackipedia mit Elfriede

von Admin, am 15.03.2019.


Hühner stammen direkt von den Dinosauriern ab und haben viele Dinge mit diesen Urzeitbewohnern gemeinsam. Wer das nicht glaubt, dem empfehlen wir die Lektüre dieses Artikels: https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/1181932/wie-viel-urzeitechse-steckt-noch-im-huhn#gallery&0&0&1181932 Sie schließen oft lebenslange Freundschaften und können bis zu 90 Artgenossen voneinander unterscheiden. Zum Vergleich: Der Autor dieser Zeilen hat schon Probleme, Artgenossen vom letzten Gassigang zu erkennen, wenn sie ohne ihre Hunde aufkreuzen. Nach einer Studie italienischer Forscher können Küken rechnen, zumindest konnten sie im Test mit Plastikeiern große von kleinen Mengen unterscheiden. Dabei meistern sie das Zählen genau wie der Mensch von links nach rechts. Darüberhinaus können sich Hühner bis zu drei Minuten lang die Flugbahn eines Balles merken, was den Fähigkeiten der meisten Primaten bei ähnlichen Versuchen entspricht.

 
Diese Tiere verfügen über eine Selbstkontrolle, in Testreihen haben sie Futter nicht angerührt, um so besseres Essen zu bekommen. Außerdem können sie ihre Position in der Hackordnung einer Gruppe einordnen, beide Fähigkeiten basieren auf Selbstbewusstsein.
 
Ihre Kommunikation läuft über mindestens 24 verschiedene Gackerlaute, hinzu kommt ein großes Repertoire an visuellen Zeichen zur Verständigung. Unter anderem informieren sich diese Tiere untereinander über Futterquellen und verwenden dafür je nach Qualität dieses Futters unterschiedliche Laute. Sie können Zeitintervalle wahrnehmen, planen für die Zukunft und werden von dem Verhalten ihrer Mutter geprägt, genau so wie andere, als weitaus intelligenter eingestufte Lebewesen.
 
Die britische Biologin Joanne Edgar fand heraus, dass Hühner Mitgefühl entwickeln können. Die Wissenschaftlerin setzte die Henne und eines ihrer Küken in einen Käfig, der nur durch eine Plexiglasscheibe getrennt war, und konfrontierte das Küken mit harmlosen Luftstößen. Sogar ohne Stressrufe des Kindes geriet die Vogelmutter bei der Drangsalierung des Nachwuchses in den selben Zustand, als wenn der Luftstrom sie getroffen hätte. Diese Reaktion war ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie mit ihrem Küken mitfühlt. Wir distanzieren uns ausdrücklich von solchen Versuchen, trotzdem sollte man das Ergebnis nicht verschweigen, denn es beweist, dass Hühner den Standpunkt von anderen Tieren einnehmen können.
 
Puschek kann auch ein Lied davon singen, dass Hühner sich durchaus vor größeren Lebewesen durchsetzen. Es gibt sogar Beobachtungen, bei denen Hühner sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Katzen zu vertreiben.
 
Zum Schluß noch etwas Romantisches: Ein Hahn, der bei einem Rangordnungskampf unterlegen ist, lockt weiterhin Hennen an , allerdings ohne das übliche „Dokdok“-Gegackere, um den Alpha-Hahn nicht auf das Rendezvous aufmerksam zu machen.
 
In unserem Tagesvideo hat Elfriede die Hauptrolle, ein durch und durch verschmustes Huhn, das ebenfalls unterstreicht, dass es sich bei diesen Tieren durch die Bank um empfindungsfähige und soziale Individuen handelt.

Kategorie: Allgemein

3 Antworten zu “Gackipedia mit Elfriede”

  1. V. Arken sagt:

    Elfriede trägt ihren Namen zurecht: Was für ein zauberhaftes Bild des Friedens.

  2. Tine sagt:

    Wie sie genießt. =D So, so süß und harmonisch und vertrauensvoll. <3

  3. Dami sagt:

    Oh wie ist das niedlich ! 🙂

    Es macht mich beim betrachten solcher schönen Aufnahmen wieder mal unfassbar wütend und traurig, was der Mensch imstande ist, Hühnern anzutun.

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