Denn Tiere sind keine Maschinen

Quakopedia

von Admin, am 10.10.2018.


Auch Marie geniesst das als Herbst getarnte Sommer-Update, als Ente beendet sie ja sowieso nie die Badesaison. Oft haben wir euch schon über die Horrorumstände aufgeklärt, unter denen diese Tiere in den Mastanlagen vor sich in vegetieren. Deshalb wollen wir heute mal die Perspektive wechseln und euch darüber informieren, mit was für bemerkenswerten Wesen wir es hier zu tun haben.

Enten benötigen keine Brillen, denn sie können hervorragend sehen und entwickeln dabei auch eine erstaunliche Wahrnehmungsreichweite. Dadurch, dass ihre Augen an der Kopfseite liegen, haben sie zusätzlich einen Sichtkreis von fast 360 Grad. Ihr einziges Manko ist, dass die Natur bei ihnen keine Tränenkanäle mitgeliefert hat. Durch diese Schludrigkeit müssen Enten ihre Augen selber feucht halten, was sich aber mit den sowieso eminent wichtigen ständigen Badesessions gut verbinden lässt.

Ihren Schnabel benutzen diese Tiere, um mit ihm Wasser beim Trinkvorgang abzuschöpfen oder im Grund nach Nahrung zu suchen. Bei diesem Gründeln machte die Natur ihren Tränenkanal-Faux Pas wieder gut, denn sie hat die Nasenlöcher so weit nach oben gesetzt, dass die Enten bis zu einer gewissen Tiefe ihr Menü zusammenstellen können, ohne dabei die Luft anzuhalten. Der Schnabel selbst teilt sich in Unter- und Oberschnabel auf, wobei letzterer eine Erweiterung des Kopfes darstellt und nur die untere Hälfte im Gelenk beweglich ist. Er ist mit einer Keratinschicht überzogen, die sich ständig abnutzt und erneuert. Keratin ist eine Hornsubstanz, die aus wasserunlöslichen Faserproteinen gebildet wird, irre praktisch ist und deshalb in keinem Entenhaushalt fehlen darf.

Der Schnabel kommt auch bei der Gefiederpflege ins Spiel, denn mit ihm bedient die Ente eine Drüse am Schwanzansatz, die Fett produziert. Damit eingeölt wird das Federkleid wasserdicht gemacht. Hierbei hilft auch, dass sich die Federn überlappen. Außerdem hat die Ente durch ihre verschiedenen Federlagen einen natürlichen Kleiderschrank, der sie vor den unterschiedlichsten Wetterverhältnissen schützt. Zusätzlich liegen unter den äußeren Federn die Daunen. Diese isolieren die Ente perfekt und erlauben es ihr, den ganzen Tag im kalten Wasser herumzuschwimmen.


Kategorie: Allgemein

3 Antworten zu “Quakopedia”

  1. Stefan sagt:

    Danke für die Infos.
    Das mit der Drüse und der Fettproduktion, hätte ich nicht gewusst. Wieder einmal sehr lehrreich. Zumindest für mich.

  2. Stefan sagt:

    Marie im blütenweißen Gewand. Davon sollte sich Winfried eine Scheibe abschneiden.
    So ein Ferkel.

  3. Gabriele sagt:

    Wie schön, daß Marie weit ihr Flügel ausspannen kann und sich jederzeit in die Fluten stürzen kann. Möge sie ein langes und gesundes Leben bei Euch haben in Gedenken an all die armen eingesperrten Leidensgenossen.

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