Denn Tiere sind keine Maschinen

Muhpedia

von Admin, am 09.03.2018.

Auf unserem heutigen Tagesbild reckt Dani ihre hübsche Schnute kess über die Hofmauer. Die meisten Menschen ahnen wahrscheinlich nicht, was die Nase von Rindern vor anno tuck für ein Hoffnungsträger war, als es darum ging, den Rindern das Stechen von Ohrmarken zu ersparen. Bereits 1999 präsentierten Berliner Forscher nämlich ein Gerät, das Rinder anhand ihres Nasenabdrucks erkennen und unterscheiden kann. Dieses Riechorgan hat Strukturen, die es bei Rindern ähnlich unverwechselbar machen wie ein Fingerabdruck beim Menschen. Dementsprechend gut ist die Idee damals auch angelaufen. Die Labortests verliefen reibungslos, die Bildverarbeitungssoftware erkannte die eingescannten Abdrücke verschiedener Kühe zuverlässig, Fördermittel flossen, sogar die Industrie zeigte Interesse und machte sich bereit, ihre diverse Geldbörsen zu öffnen.
 
Dann scheiterte das Projekt aber doch, weil die Untersuchungen nur tadellos bei neugeborenen Kälbern klappte, ältere Rinder sich aber hin und wieder bockig bei der Herstellung des Abdrucks zeigten. So wurde im letzten Moment alles wieder auf Null gesetzt und Rindern durften zur Identifikation weiterhin Wunden in den Ohren beigebracht werden. Dabei wurde ignoriert, dass das System mit den Ohrmarken längst nicht so fälschungssicher war und ist wie ein unverwechselbarer Nasenabdruck. Natürlich zeigte sich auch kein Verantwortlicher bereit, das System langsam anlaufen zu lassen und es wenigstens bei Neugeborenen verbindlich zu machen, so dass die Ohrmarken im Laufe der Zeit ad acta gelegt werden könnten.
 
So müssen schmerzempfindliche Lebewesen zur Kennzeichnung weiterhin drangsaliert werden und Lebenshöfe wie Butenland verlieren all ihre Subventionen, da die Dinger nicht für freilaufende Rinder konzipiert wurden. Was für ein seltsames System …

Kategorie: Allgemein

3 Antworten zu “Muhpedia”

  1. Susanne sagt:

    Diese Kuh hat einen besonderen Ausdruck, das fällt mir immer wieder auf. Ja, was für ein seltsames System! Wenn man genau hinschaut, ist das System überall seltsam…aber das nur mal am Rande! 😉

  2. Christine sagt:

    Bildschöne Dani!
    Ja, das System ist mehr als eigenartig – find das einfach ungerecht, wie Gnadenhöfe, die sich ja voll für die Tiere einsetzen, da behandelt werden.

  3. Gabriele sagt:

    Soweit ich mich erinnere wurde Dani der schreienden Chaya an die Seite gestellt.
    Wäre doch beides überflüssig Ohrenmarken und der „Nasenabdruck“. Keine Ausbeutung gleich
    keine Ohrmarken. Habe im TV mal einen Bericht gesehen wie einem Kälbchen diese Ohrmarken reingesetzt wurden. Das Schreien des Kälbchen ging mir durch Mark und Bein und ich kann es noch heute Jahre später hören. Entsetzlich, der Anfang vom Horror.

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