Denn Tiere sind keine Maschinen
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Greta feiert ihren 5. Kuhday

von Admin | 22. November 2017 | 3 Kommentare

Heute weht ein Hauch von Asien über Butenland, denn Greta feiert ihren 5. Kuhday. Als Kobe-Rind hat sie ihre Zuchtwurzeln in Japan. Diese Rinderart umgibt noch immer ein verklärter Freiheitsmythos, werden diese Tiere doch angeblich ausschließlich in Weidehaltung aufgezogen und erleben quasi den Himmel auf Erden, bis sie zur Delikatesse weiterverarbeitet werden.

Beschäftigt man sich intensiver mit dem Schicksal dieser Rinder, dann wird schnell klar, dass auch diese Wesen gnadenlos vom Menschen ausgebeutet werden. Egal ob Weidehaltung oder nicht, Kobe-Rinder sind Mastrinder und sterben deshalb genauso erbärmlich wie ihre Artgenossen durch ein Bolzenschussgerät, das einen künstlichen Schlaganfall auslöst. Auch können sie von der natürlichen Lebenserwartung eines Rindes nur träumen. Kein Kobe-Rind erreicht diese 30-Jahre-Marke, stattdessen werden sie mit spätestens 3 Jahren im Teenageralter umgebracht.

Dass es bei Kobe-Rindern auch Zuchtbullen gibt, davon kann unsere Greta ein trauriges Lied singen. Sie wurde mit nur 8 Monaten viel zu früh zwangsgeschwängert, weshalb sie ihr Kind auch nur als Totgeburt auf die Welt brachte. Somit war sie als Geburtsmaschine nicht mehr einsetzbar, und da sie sowieso aus einem bayrischen Mastbetrieb stammt, der Kobe-Rinder in die Türkei verschiffte, war ihr Schicksal damit besiegelt.

Spätestens bei diesen Transporten endet dann jede Romantik, auch für das angeblich ach so umsorgte Kobe-Rind. 265.000 Rinder wurden 2016 allein in die Türkei exportiert, das ist eine Fahrt von über 70 Stunden. Wer gute Nerven hat, der kann sich unter diesem Link https://www.zdf.de/…/37-grad/37-geheimsache-tiertransporte-… eine Sendung zu diesem schrecklichen Thema angucken, die das ZDF gestern fast pünktlich zu Gretas Geburtstag ausgestrahlt hat.

Zum Glück wurde unsere Japanerin von einer Tierärztin gerettet und konnte im Januar 2015 nach Butenland vermittelt werden. Ihre vierwöchige Quarantänezeit verbrachte sie übrigens zusammen mit unserem geliebten und letzten Monat viel zu früh verstorbenen Paul Kuhney.

Wir freuen uns sehr, dass wir ihr all diese Torturen ersparen konnten und wollten eigentlich eine Heutorte zum heutigen Feiertag kredenzen. Aber leider machte unsere Rennkuh ihrem Namen alle Ehre, war den ganzen Tag aktiv und hatte überhaupt keine Lust auf unsere kulinarischen Aufmerksamkeiten. Womöglich hatten die auch zuviele Kalorien, Sportlerinnen sind da ja doch sehr eigen. Auf jeden Fall präsentieren wir euch deswegen einen Zusammenschnitt aus älteren Geburtstagsvideos.

Das ist aber auch egal, liebe Greta, wir wünschen dir alles Gute zu deinem Kuhday. Feiere ihn in der absoluten Gewissheit, dass wir dich niemals umbringen werden, nur weil dein Fleisch genetisch so zart ist, dass es für viele herzkalte Gourmets sogar einen Mord rechtfertigt. Hier wirst du das Leben verbringen, dass allen anderen Kobe-Rindern lediglich versprochen wird. Geliebt, mit ganz viel Respekt, umsorgt, in selbstbestimmter Freiheit, aber vor allem nicht beendet durch eine vorsätzliche Tötung im Beinahe-Kindesalter.


Das Recht auf Leben

von Admin | 22. November 2017 | 4 Kommentare

„Jedes Schwein hat das Recht auf ein glückliches Schweineleben.“
 
Astrid Lindgren

Da schnurrt der Fiete wieder

von Admin | 21. November 2017 | 3 Kommentare

Lange haben wir kein Video von unserem Schnurrochsen Fiete mehr gepostet, das wollen wir mit diesem Eintrag ändern. An dieser Stelle lösen wir auch gleich eine immer wiederkehrende Frage auf: Wir wissen nicht, wie schwer Fietes Kopf ist. Dieser Ochse legt seinen Schädel so sanft auf und schmiegt sich jedesmal so vorsichtig an uns, dass wir noch nie sein ganzes Gewicht gespürt haben. In die Arme geht jede Kraulsession natürlich trotzdem, das liegt aber nur an der Größe unseres Riesenschmusers. Fiete würde uns nie in irgendeiner Form weh tun, dafür ist der Schatz viel zu achtsam im Umgang mit seinen zerbrechlichen Menschenfreunden.


TV-Tipp für heute

von Admin | 21. November 2017 | 9 Kommentare

Arte 20:15 Das System Milch
ZDF 22:15 „Geheimsache Tiertransporte“

Heute könnt ihr mit 2 Programmhinweisen gleich einen ganzen Themenabend bestreiten. Los geht es auf Arte um 20.15 Uhr mit dem Film „Das System Milch“, ein kritischer Blick hinter die Kulissen der Milchindustrie, produziert von Grimme-Preisträger Andreas Pichler. Ausgestrahlt wird der Beitrag zu einer geradezu sensationell frühen Zeit in der Prime-Time, werden diese Sendungen doch sonst immer um Mitternacht herum versteckt. http://programm.ard.de/?sendung=28724385361940

Eine halbe Stunde später geht es weiter im ZDF mit der Dokumentation „Geheimsache Tiertransporte“, eine Reportage über den Horror, den Tiere auf ihren Henkerstouren quer durch Europa erleiden müssen. https://www.zdf.de/…/37-grad/37-geheimsache-tiertransporte-…

Gut, dass Gebührengelder auch für solche unbequeme Perspektiven zu vernünftigen Uhrzeiten ausgegeben werden. Zeigt es doch, dass diese Themen immer mehr in der Gesellschaft ankommen und nicht mehr totgeschwiegen werden können.


Anna und Fine feiern ihre Kuhdays

von Admin | 20. November 2017 | 6 Kommentare

Heute könnte es im Stall etwas lauter werden, denn gleich zwei unserer Rinderdamen haben Geburtstag. Anna wird 9 Jahre alt, während Fine ihr 5. Jubiläum feiert. Da werden natürlich noch mehr als sonst die Klauen geschwungen und kein Heuballen bleibt auf dem anderen.

Anna kam zusammen mit ihrer besten Freundin Lara (links im Video) im Herbst 2010 auf unseren Hof. Davor musste sie erst ein Jahr in Anbindehaltung verbringen, um den Sommer vor der Butenlandübernahme zwar mit Lara, aber ohne jeden weiteren Artgenossen einsam auf einer Weide zu verbringen. Und dass, obwohl Anna nichts so sehr liebt wie Kontakt zu anderen, sei es zu Menschen, denen sie leidenschaftlich gekonnt die Frisur mit ihrer Zunge schick zurechtlegt, oder anderen Rindern, die sie nicht weniger gerne neugierig beschnuppert. Zum Glück kann sie beiden Hobbys nun seit über 7 Jahren frönen und Versäumtes nachholen.

Fine gehört dagegen zu unser Familie Rübergemacht und stand im April 2014 plötzlich auf unserer Weide. Und da jeder Vierbeiner bleiben darf, der sich mutig durch Wassergräben und Sicherheitszäune kämpft, nur um unseren Hof zu erreichen, ist die Süße nun auch schon über drei Jahre eine Butenländerin.

Gesundheitlich gibt es bei Fine leider etwas nicht ganz so Schönes zu vermelden: Der zuerst diagnostizierte Abszess, der sich an ihrem Unterbauch gebildet hat, stellte sich, nachdem er sich nicht öffnete, leider im Ultraschall als Bruch heraus. Unglücklicherweise liegt er direkt unter dem Zwerchfell und der Bauchhauptschlagader, und ist deshalb nur mit Risiko operabel. Im Moment kann Fine noch sehr gut damit leben und hat keine Einschränkungen, sollte sich der Bruch aber vergrößern, muss unser Tierarzt ran. In diesem Fall müsste dann mit einem Gitter gearbeitet werden, damit das Gewebe nicht wieder nach unten fallen kann.

Aber das ist zum Glück noch Zukunftsmusik. Heute werden erstmal die Heutorten aufgefahren und es wird gefeiert. Logisch, dass sich bei so einem Großereignis die Gäste die Stallklinke in die Klauen, Pfoten und Hände geben. Lasst es krachen, Mädels, heute rotiert die kuhle imaginäre Discokugel die ganze Nacht lang.


Entenwetter

von Admin | 20. November 2017 | 2 Kommentare


Auf Butenland herrscht Dauerregen, dazu auch noch mit fast eisigen Temperaturen. Selbst die passionierten Sachensucherinnen unter den Schweinen bleiben da lieber im warmen Stall und machen dort ihre Tagesentdeckungen. Auch die Rinder strecken höchstens mal eine Nase kurz in das Schauerwetter und beschliessen dann, die mühsam unter der Putzmaschine gestylten Frisuren nicht zu riskieren. Trotzdem schieben nicht alle Butenländer Regenfrust. Unsere Enten können gar nicht genug bekommen vom Nass aus dem Himmel. Da sind auch die Temperaturen egal, solange es nur flüssig ist. Und wir trösten uns jetzt einfach damit, dass jedes Wetter seine Anhänger hat. Man muss da auch mal gönnen können.


Granatapfel zur Nacht

von Admin | 19. November 2017 | 4 Kommentare

Eine begnadete Sau wie Rosa Mariechen bekommt natürlich öfter Fanpost. Vor ein paar Tagen ist ein Paket geliefert worden, das sie besonders begeistert hat, es enthielt nämlich Granatäpfel. Als auch international gefeierte Diva ist Rosa Mariechen natürlich das englische Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away“ geläufig, also geht es jetzt allabendlich mit einem Vitaminstoß ins Strohbett. Und da wir fliessend mariechisch sprechen, können wir ihr Grunzgeschmatze direkt als herzliches Dankeschön an die edlen Spender übersetzen und hiermit weiterreichen.


Ein Sonntag im Bett

von Admin | 19. November 2017 | 4 Kommentare

Erna und Else geben nichts auf Sprüche ala „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Wenn draußen Sauwetter herrscht, dann bleiben die beiden einfach im warmen Stall, rücken noch ein bißchen näher zueinander und machen es sich saugemütlich. Und warum auch nicht? Schließlich haben sie ja uns als Personal, das den Zimmerservice auch um liegende Schweine herum erledigt und sämtliche Mahlzeiten gerne ans Bett bringt. Unter solchen Bedingungen kann man eine kleine Regenperiode gut verkraften und die eigene Schicht auf der Pirateninsel einfach mal aufschieben.


Fiete im Kraulglück

von Admin | 18. November 2017 | 2 Kommentare

Fiete und Tilly hocken in letzter Zeit so oft zusammen, langsam glauben wir, dass da etwas Großes in Planung ist. Können wir uns womöglich auf einen zwitschernden und schnurrenden Background-Chor beim nächsten Pavarotti-Konzert freuen? Wir wissen es nicht und wollen auch keine Gerüchte in die Welt setzen. Vielleicht hat Tilly auch nur gemerkt, dass Fiete die bisher größte Liegefläche anbietet, da sie Mattis wegen der strengen Muddi-Aufsicht ja nicht ausprobieren kann. Womöglich ist Fiete auch nur Tillys Unterlage der Woche, wir haben natürlich durchaus registriert, wie inflationär die junge Dame sich quer durch die Butenländer Belegschaft kuschelt. Egal, Fiete ist es nur Recht, wird er doch jetzt sogar in Stereo massiert, da auch Indira ihre Kraulaufwartung gemacht hat. Wer kann schon einem Schnurrochsen widerstehen?


Herzenszeit

von Admin | 18. November 2017 | 5 Kommentare


Alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist verlorene Zeit.
Michael Ende

Foto: Fiete und Indira


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