Denn Tiere sind keine Maschinen

Die Schweine

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Rosa-Mariechen: „Wenn ich groß bin, will ich Kuh sein!“

rosa-mariechen

Geboren: April 2012

Am 28.6.2012 wurde Rosa-Mariechen zu uns chauffiert. Sie war aus einer Mastanlage befreit worden, in der sie allein und unbeachtet in einer Ecke gelegen hatte; ihr Kopf war von Ratten angefressen worden und aus den Wunden traten Maden. Hinzu kam eine Lungenentzündung. Tierschützer fanden das wenige Wochen alte Ferkel und brachten es umgehend in eine Tierklinik, wo es von Spezialisten behandelt wurde.

Die ersten Tage war Rosa-Mariechen noch sehr nervös und wir ließen den ganzen Tag über das Radio laufen, da die Musik sie zu beruhigen schien.

Von Anfang an war Rosa-Mariechen überall, wo wir auch waren. Alles war neu, alles musste untersucht und auf Esstauglichkeit untersucht werden. Ob das nun Erde, Schnürsenkel oder unsere Zehen waren. Sehr schnell begriff sie allerdings, dass Bananen, Äpfel und der ein oder andere Grashalm viel bekömmlicher sind und dann auch nicht ständig die großen Zweibeiner auf einem Bein rumhüpfen, obwohl das ja ziemlich lustig aussieht.

Apropos Bananen: Im Oktober erhärtete sich der Verdacht, dass Rosa-Mariechen an der sogenannten Bananenkrankheit leidet, bei der die Rückenmuskulatur bananenartig verkrümmt ist. Diese schwere Erkrankung tritt zuchtbedingt bei schnellwüchsigen Tieren auf und ist keine Seltenheit. Mit Hilfe von Selen- und Vitamininjektionen haben wir die Krankheit in den Griff bekommen, müssen aber weiterhin auf Rosa-Mariechens Ernährung achten (Eiweiß ist strengstens verboten).

Da eine Zusammenführung mit den anderen schweinischen Bewohnerinnen und Bewohnern erfolglos war (Erna und Else sind schon zu lange aufeinander und miteinander eingespielt; Lui besteht auf seiner exquisiten Prinzenrolle und Rudi, nun ja, der dicke Eigenbrötler will eben lieber für sich sein und nicht den Babysitter für ein pubertierendes und viel zu quirliges Schweinemädchen spielen), hat Rosa-Mariechen beschlossen, wenn sie schon nicht mit uns im Haus wohnen darf, sich den Kühen und Ochsen anzuschließen. Dina hat ihr schon das Wiederkäuen beigebracht und wir rechnen täglich damit, dass der Lehrgang „Muhen für Anfänger“, den Kuhdame Pietje zweisprachig auf deutsch und holländisch mit schweinefreundlichen Untertiteln anbietet, der kleinen Schweinedame das erste Muh entlocken wird.

Wo Rosa-Mariechen ist, ist meist auch das eine oder andere gefiederte Tierchen nicht weit und ihr neuer bester Freund ist Kaspar, das Pony. Rosa-Mariechen macht sich ihre Welt eben widde-widde-wie sie ihr gefällt und Artenschranken sind ihr einfach vollkommen unbekannt.

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Else und Erna: Aus dem Tierversuchslabor in die Freiheit

erna und else

Geboren: Sommer 2009

Die beiden damals etwa acht bis zehn Monate alten Schweinedamen fanden im Februar 2010 den Weg nach Hof Butenland. Beide stammen aus einem Tierversuchslabor, deshalb haben sie nur noch wenige Zähne und wiesen bei ihrer Ankunft frische Operationsnarben auf. Beide waren dementsprechend nervös, schreckhaft und liefen ziellos in ihrem Stall umher. Selbst an die Außentemperaturen und an das Tageslicht mussten wir sie langsam gewöhnen, da sie beides nicht kannten. Seit dem ersten Tag bei uns schlafen sie stets eng aneinandergekuschelt in ihrem Strohbett.

Else und Erna sind ein absolutes Dreamteam und nur im Zweierpack anzutreffen, egal ob man sie beim Schlafen, bei den Hoferkundungen oder ganz woanders antrifft. Dabei ergänzen sie sich nahezu perfekt, während Else nämlich munter direkt in jede Situation hineingaloppiert, bleibt Erna im Hintergrund, wägt ab und sichert den Rückzug für Else, falls diese sich doch mal ein Stück zu weit vorwagt. Else ist sozusagen der James Bond unter den Schweinen, während Erna eher den Part des genialen Tüftlers Q inne hat, und wir müssen hier ja nicht erwähnen, wie sehr Bond von Q und andersrum abhängig ist, oder?

Da Else als Schweineagentin natürlich auch die Lizenz zum Platschen hat, ist es wohl unnötig zu bemerken, dass sie diese bereits eingesetzt hat und gleich in ihren ersten Tagen eine 1-A-Bauchbombe in unseren Wassergraben hingelegt hat. Dabei hat sie gleich festgestellt, wie gemütlich man sich das Ufer einrichten könnte, eine Idee, die sofort in eine sensationelle und ohne jegliche menschliche Hilfe errichte Bade- und Suhlwanne umgesetzt wurde. Zugegeben, die Pläne dafür kamen wahrscheinlich von Erna, aber das läuft ja unter Schweineschwesterliebesbeweis. Die Kuhle wurde auch nur von Else benutzt. Erna hielt sehr lange einen Sicherheitsabstand und beobachtete das täglich schwärzer werdende Mitschwein. Doch irgendwann war es dann auch für Erna so weit: Sie erkannte, wie wohltuend so ein Schlammbad für die Haut im Sommer sein kann und den rosigen Schweineteint kann man ja durch kräftiges Rücken-an-Baum-Schubbern wieder zum Glänzen bringen.

Beide Ladys sind übrigens sehr anhänglich und kuschelbedürftig, was bei rund 250 Kilo Schmusegewicht für ein schwaches Menschlein schon mal eine Herausforderung darstellen kann. Dass diese Liebesbeweise aber nur der Anfang der Fahnenstange sind, merkt man spätestens, wenn die beiden Damen rauschig sind, dann geht nämlich gar nichts mehr und es heißt „Auf die Bäume, ihr Bauern, der Hof wird gefegt!“ Gut, das Haus tut es auch, jedenfalls ist Butenland dann Sperrgebiet, wer guckt, wird nassgesabbert, dauergestupst und allgemein als Objekt der Begierde benutzt, Desinteresse schwerstens verboten!

Während Lui und Rudi absolute Feinschmecker sind und wir auf deren Gewicht achten müssen, fressen Else und Erna zahnlos Unmengen, die eigentlich gekaut werden sollten. Es ist wirklich erstaunlich, was die Damen so in sich reinstopfen können, ohne dabei ihre schlanke Linie einzubüßen. Vielleicht hat Erna ja irgendein Mittelchen erfunden, wir wissen es nicht. Jedenfalls haben wir uns inzwischen angewöhnt, das Futter in alle Windrichtungen zu verstreuen, um so sowohl den Bewegungsdrang als auch den Appetit zu befriedigen. Und natürlich um den lautstarken Forderungen nach Spachtelmaterial zu entkommen, denn glauben Sie uns, wenn sie einmal Lui, Else und Erna bei ihrer täglichen Hof-Demo erlebt haben, da unverschämterweise die letzte Mahlzeit schon 30 Minuten in der Vergangenheit liegt, beschweren Sie sich nie wieder über die Geräuschkulisse eines Starfighters über ihrem Haus.

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Rudi: darf endlich Schwein sein, ganz in Ruhe und Gemütlichkeit

rudi

Geboren: ca. 2003

Wie sieht ein originelles Jubiläumsgeschenk zum 25-jährigen Bestehen eines Autohauses aus? Ja genau, wie Rudi – das heißt – nicht ganz, denn als er mit rosa Schleife überreicht wurde, war er natürlich klein und niedlich, aber logischerweise änderte sich das ziemlich schnell… Der arme Kerl lebte zwei Jahre lang auf zwei Quadratmetern, die er nie verlassen durfte. Die Folgen dieser Haltung waren massives Übergewicht und durch die Verfettung der Augen eine komplette Erblindung.

Erst im Mai 2005 auf Hof Butenland entdeckte er das Leben. Hier darf und soll Rudi endlich ein richtiges Schwein sein – jawohl! Sein neuer, freier, selbstbestimmter Lebensstil half ihm auch automatisch dabei, ein bisschen abzuspecken. Zu Beginn war Rudi nämlich schon nach einer super-kleinen und wackeligen Runde über den Hofplatz völlig erschöpft. Jetzt aber wuselt und werkelt er zielgerichtet und fit wie ein Turnschuh den lieben langen Tag herum, wobei seine Erblindung für ihn keine Beeinträchtigung darstellt. Auch für Schweine ist Fitness wichtig, um das Leben genießen zu können.

Im Gegensatz zu Lui ist Rudi ein Softie: Distanziert, anspruchslos und bescheiden genießt er seine gewohnten Wanderwege über den Hof. Menschliche Kontakte, außer das Anreichen der Futterschüssel, lehnt er meistens lässig und manchmal bestimmt ab. Er wurde zwar schon dabei beobachtet, wie er sich von Besuchern den Rücken schubbern ließ, aber davon hat er dann auch bald wieder genug. Rudi ist eben ein Eigenbrötler. Sein Tagesablauf ist stereotyp, man könnte es auch spießig nennen. Pünktliches Frühstück, danach Gartenarbeit, ein kleiner Plausch mit tierischen Bewohnern, um zu erfahren was in der Nachbarschaft los ist, dann eine gepflegte Mittagsruhe, ein Hofkontrollgang und Abnahme des zu seiner Zufriedenheit gepflegten Hofes. Täglich zur gewohnten Zeit gegen 18 Uhr begibt Rudi sich in sein Strohbett, aus dem Minuten später ein Schnarchen ertönt, das kein Schwein ihm so leicht nachmachen kann…

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