Das vierte Törchen
von Admin, am 04.12.2025.Ich fühlte mich sehr lange sicher und geborgen im Bauch meiner Mama. Plötzlich musste ich diesen Ort verlassen und es war hell, laut und kalt. Jemand zog mich weg von ihr und ich war alleine. Ich hatte Hunger und musste warten, bis die Menschen mit einem Eimer kamen. Ich spürte eine Sehnsucht nach Nähe in mir.
Wenige Tage später wurde ich an einen anderen Ort gebracht. Da war eine Mama mit ihrem Nachwuchs, meine war es aber nicht. Dort wurde ich gelassen und spürte intuitiv, dass ich am Euter trinken sollte, aber sie ließ mich nicht, nur ihr eigener Sohn durfte. Ich wollte lieber zu meiner Mama, aber hatte doch so Hunger. Deshalb wurde die fremde Mutter angebunden, damit sie still steht und ich etwas trinken kann. Sie wollte mich nie, aber wir gewöhnten uns aneinander. Monatelang ließ sie mich nur widerwillig an ihr Euter heran, gewollt fühlte ich mich nicht eine Sekunde.
Das Schöne war die Zeit draußen auf der Weide. Mein „Bruder“ Max und ich hatten viel Spaß und genossen den Sommer. Außerdem habe ich eine Menschenfreundin gefunden, die zwischendurch herkam und sich um mich kümmerte. Jacky, der ich das hier auch gerade alles diktiere. Es wurde langsam nass, matschig und kalt. Wir kamen in einen dunklen Stall und es fühlte sich eher wie ein Zwischenstopp an. Sollte ich etwa wieder gehen müssen? Ich hatte mich gerade richtig eingelebt.
Ich spürte eine Unruhe, denn ein Transporter kam an. Zum Glück hörte ich auch die Stimme meiner Menschenfreundin, das hat mich etwas erleichtert. Sie sagte, sie wird mich an einen sicheren Ort bringen, trotzdem war ich traurig, meine Freunde zu verlassen. Nur mein Bruder Max kam mit mir in den Anhänger. Ich hatte Angst, spürte aber gleichzeitig Vertrauen, dass alles gut werden wird.
Wir waren plötzlich an einem ganz anderen Ort voller neuer Eindrücke und ich spürte, dass wir hier genau richtig sind. Meine Menschenfreundin sagte, dass wir den Weg ins Paradies gefahren sind, statt des Wegs in die Hölle, der ursprünglich für uns vorgesehen war. Ich verstand nicht ganz, was sie damit meinte, aber sie wirkte sehr gerührt, dankbar und erleichtert.
Ach ja, ich bin übrigens Moritz und das ist meine Geschichte. Meine größte Schwäche sind Äpfel, Brötchen und Reißverschlüsse. Ich lebe nun seit zwei Jahren auf Hof Butenland und habe das schönste Leben, das ich mir vorstellen kann.
Kategorie: Allgemein

Was für ein anrührender Text. Zum Glück mit Happy End.
Wie gut, dass Jacky um Moritz und die anderen gekämpft hat! 🙂
Ich war dreimal zu Besuch auf Butenland und mich kann dir versichern, daß du dei den besten Menschen die man sich denken kann angekommen bist. Viel Spaß und ein langes, schönes, selbstbestimmtes Leben im Tierparadies.