Denn Tiere sind keine Maschinen

Das 13. Törchen

von Admin, am 13.12.2025.

Unser Adventskalender macht eine kleine Videopause, dafür gibt es aber zwei besonders schöne Fotos von der Törchenöffnerin Fine. Sie kam 2014 zu uns und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn Fine gehört zur Familie Rübergemacht. Das sind die Rinder, die selber die Zelte beim Nachbarbauern abgebrochen und kurzerhand sowohl den Wassergraben als auch den Elektrozaun überwunden haben, um sich unserer Herde anzuschließen.

Seitdem hält diese imposante Wuchtbrumme die Herde und uns auf Trab. Sie ist nicht nur die Geburtstagstortendiebin schlechthin, auch ihre Darbietungen als Drama-Queen laufen hofintern längst unter legendär. Ihr ist völlig egal, dass sie seit über 10 Jahren hier ist, sobald wir etwas aufbauen wie zum Beispiel Gänge für die Klauenbehandlung, vergisst Fine ganz schnell, dass wir alle Veganer sind und ihr nichts Böses wollen. Dann geht sie grundsätzlich in den „Erst handeln, dann denken“-Modus, wird sehr unruhig und läuft hin und her. Wobei sie sich in solchen Situationen auch nicht wirklich von der Pseudo-Gefahr weg bewegt, sie umkreist den Ort des Geschehens eher und zeigt deutlich ihre Missbilligung. In solchen Phasen kann man sie auch nicht austricksen und schon gar nicht beruhigen, Power-Fine geht dann einfach mit dem Kopf durch die Wand und hat vom Method Acting etwas von einem Güterzug, der bergab ohne Bremsen gen Tal rast. Dennoch tut sie dabei niemandem etwas zuleide, sie performt nur im COWplay unmissverständlich den Vulkan kurz vorm Ausbruch und verzichtet nur auf das finale Feuerspucken.

Normalerweise lässt sie sich überhaupt nicht anfassen, aber seit kurzem passiert manchmal ein Wunder und sie steht ganz gelassen da, während man ihr den Hals kratzen darf. Es bleibt spannend, wie sich das weiterentwickelt, womöglich entdeckt nach Mattis das nächste Pflänzlein Rührmichnichtan die schönen Seiten der menschlichen Massage. Dabei geht es aber nicht darum, die Butenländer:innen in Kuscheltiere zu verwandeln, sie sollen nur merken, dass unsere Bemühungen nie mit negativen Absichten verbunden sind, sodass sie Vertrauen zu ihren Menschen aufbauen. Auf die Weise kann man Stress reduzieren, wenn man sie berühren muss, wie zum Beispiel bei einer Tierarzt-Visite. Und wenn die Krauleinheiten obendrauf noch genossen und geschätzt werden, ist das natürlich der Hauptgewinn für beide Seiten.


Kategorie: Allgemein

Eine Antwort zu “Das 13. Törchen”

  1. Antonia sagt:

    Das verstehe ich, dass man sich an manche Dinge niemals gewöhnt. Aber umgekehrt funktioniert es bei Fine sicher auch: Beim nächsten Adventskörbchen oder Geburtstagsbuffet vergisst sie zumindest für eine Weile, dass es sowas wie Klauenstände überhaupt gibt. 😉

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