Abschied von Buffy
von Admin, am 04.08.2025.Wir haben Buffy heute Morgen tot im Hühnerstall gefunden. Sie lag unter den Stangen, auf denen die Hühner schlafen und hatte keine Anzeichen von Verletzungen, nicht einmal eine lose Feder. Und das Tragische an dieser Sache ist, dass wir darüber nicht mal rätseln müssen, denn leider haben wir schon viele unserer Hühner so aufgefunden. Was auch kein Wunder ist, wenn man sich die Leidensgeschichten dieser Tiere genauer anschaut.
Buffy kam vor fast genau einem Jahr am 03.08.2024 zu uns. Sie wurde von dem Verein „Rettet das Huhn e.V.“ aus einem echt schlimmen und trotzdem gar nicht mal außergewöhnlichen Legebetrieb gerettet. Hier kam sie so gut wie ohne Federn an. Sie war sehr blass, weil sie vorher noch nie die Sonne gesehen hat. Die Freiheit durfte sie erleben, weil sie in diesem Betrieb aussortiert wurde. Und obwohl diese Hühner durch die Bank noch sehr jung sind, haben sie eine Unmenge an Strapazen hinter sich und auch noch die grausame Züchtung intus, die sie zu Mast- oder Legemaschinen macht. Keines dieser Opfer darf in der Industrie hoffen, länger als ein paar Monate zu leben und so kann auch keines erwarten, nach der Rettung Altersrekorde aufzustellen. Bezeichnend ist, was die Google-KI zum Thema sagt: „Legehennen werden in der Regel etwa 16 Monate alt, bevor sie als Suppenhühner geschlachtet werden. In der Intensivtierhaltung werden sie oft noch früher getötet, manchmal schon mit 12 Monaten, um durch jüngere, leistungsfähigere Tiere ersetzt zu werden.“
Buffy zeigte keine Anzeichen von Krankheit, sie war sogar immer in voller Geschwindigkeit unterwegs und konnte besser um Kurven driften als jeder Profi-Rennfahrer, gerade wenn es ums Futter ging. Unsere Vermutung ist, dass sie einen Herzinfarkt erlitten hat, und sie so ihre grausame Vorgeschichte doch noch eingeholt hat. Wir waren natürlich (trotz aller traurigen Erfahrung gerade in diesem Bereich) unvorbereitet, so etwas trifft deshalb immer doppelhart.
Fast so hart wie manche Kommentare, die wir vereinzelt unter Abschiedstexte zu lesen bekommen und wovon gerade bei Conny gleich 5 Stück eingegangen sind. Deshalb möchten wir an dieser Stelle auch kurz so diesen Vorwürfen Stellung nehmen. Unsere Tiere bewegen sich auf dem Hof so frei wie möglich und die Rinder dürfen die ganze Weidesaison über entscheiden, ob sie in den Stall kommen wollen oder lieber draußen bleiben möchten. Mit dem Ergebnis, dass ausschließlich alle bis zur Stallsaison draußen übernachten und sich auch tagsüber nur sporadisch auf dem Hof sehen lassen, egal ob bei Starkregen, Sturm oder Hitzewelle. Wenn wir unsere Tiere dagegen bei jedem Starkregen oder heißerem Wetter zurück in den Stall getrieben hätten, wäre das wohl die erste 11-Monate-Stallsaison geworden, einfach weil das Wetter verrückt spielt.
Diese extremen Wechsel gehen auch sehr stark auf die Kondition gerade unserer älteren Tiere und kosten sichtlich Kraft, vor allem, aber nicht nur in unserer Krankenabteilung. Trotzdem lassen wir den Tieren die Entscheidung und sperren sie nicht im deutlich trockeneren oder kühleren Stall ein. Einfach, weil sie das nicht möchten. Und wir fest davon ausgehen, dass jedes einzelne Rind den Preis für eine möglichst große Freiheit in Kauf nehmen würde, wenn man sie fragen könnte. Und der wird leider in Ausrutschern oder Unfällen wie bei Conny bezahlt, die Alternative Stallhaltung wäre aber viel bitterer. Übrigens müssen wir es eigentlich gar nicht erwähnen, aber wir tun es trotzdem: Wir zählen die Herde dreimal am Tag durch und sind noch öfter auf den Weiden unterwegs. Der Vorwurf „Ihr kümmert euch nicht um eure Tiere“ wird von uns deshalb auch nicht ernst genommen.
Aber tatsächlich sind in den letzten 2 Jahren deutlich mehr Abschiede als früher geschrieben worden, was aber einen ganz einfachen Grund hat: Lange Zeit hielten wir ganze Hühnerscharen auf Butenland und diese Tiere waren deshalb nur allgemein als die Bärbels und die Elviras bekannt. Damals hat sich eingebürgert, dass wir die Tode dieser Tierart und auch bei den Enten nur in besonderen Einzelfällen öffentlich betrauern, einfach weil wir sonst alternativ jede Woche einen Todesfall hätten vermelden müssen. Inzwischen hat sich aber nicht nur die Anzahl der Hühner geändert und in sehr viel niedrigeren Bereichen eingependelt, diese Tiere bekommen auch seit knapp 2 Jahren eigene Namen und deshalb auch eigene Texte bei einem Abschied. Was eben logischerweise auf die Rate der Nachrufe geht.
Im Jahr 2025 sind bisher Samuell, Elsa, Dani, Emmchen und Conny bei den Großtieren verstorben. Und ganz brutal geschrieben würden wir uns wundern (und natürlich unglaublich freuen), wenn es dabei bliebe. Denn wir führen nicht umsonst ein Tieraltersheim, in dem fast jede/r Bewohner:in ein tragisches Schicksal erleiden musste und jede Menge schweres Gepäck meist direkt bei der Geburt oder in den ersten Lebensjahren mit auf den Weg bekommen hat. Dazu kommt ein Wetter, das jedes Jahr extremer wird und alle unsere Schutzbefohlenen vor ganz neue Herausforderungen stellt, was übrigens in den nächsten Jahrzehnten immer nur schlimmer werden wird. Natürlich werden gerade wir das teuer bezahlen müssen, das ist uns aber auch von vorneherein klar. Kommentare, die uns deswegen angreifen, sind dabei aber so gar nicht förderlich und die ganz schlimmen dürfen auch fest mit einer Blockierung rechnen. Wir können jeden Abend mit der festen Überzeugung in den Spiegel schauen, dass unsere Tiere hier ihr bestmögliches Leben führen und uns das auch jederzeit bestätigen würden. Und unsere Familie ist gleichzeitig auch die einzige Instanz, die mit uns ins Gericht gehen darf, das aber bezeichnenderweise nie tun würde.
Kategorie: Allgemein

Mein Mitgefühl für einen weiteren Abschied.
Und meine absolute Bewunderung für Euer immer wieder aufs Neue Weitermachen und positive Vibes erschaffen.
Immer wieder aufs Neue positives Leben unterstützen und ermöglichen!
IHR SEID WAHRE H E L D E N und Euch gebührt der
Friedensnobelpreis. Mindestens.
Viel Kraft und positive Energie wünscht Maria
Noch ein Abschied 🙁
Der arme Schatz! Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Wenn jemand ein schönes Leben hatte und plötzlich verunfallt oder wenn jemand es endlich von der Hölle ins Paradies geschafft hat und dann der Körper aufgrund des grauenhaften Vorlebens schon in jungen Jahren den Geist aufgibt…….
Beides will man weder für sich noch es bei seinen Schützlingen erleben. Aber Ihr seid gerade ständig davon betoffen. Es tut mir so leid für Euch und für alle, die über die Brücke gegangen sind. 🙁
Ich finde ihr macht einfach ganz tolle Arbeit für die Tiere. Das es in einem Kuhaltersheim zu Abschieden kommt ist zwar traurig aber sicher auch normal. Besser als auf Butenland können Tiere nicht leben. Deshalb Spende ich auch aus Überzeugung und sehr gerne. Ihr seid einfach toll.
Ich bin zwar traurig,dass Buffy gehen musste,aber dennoch froh,dass
sie wenigstens ein Jahr das schöne
Butenland genießen konnte.
Tschüss, Buffy♥️.
Liebe Butenländer,lasst Euch bloß von
negativen Kommentaren (man kann es
nie allen recht machen) beeindrucken –
Eure Arbeit ist und bleibt wertvoll.
Habe gerade mit Frederik♥️ telefoniert
und er sieht es genauso ;-)