Denn Tiere sind keine Maschinen

Tor 17

von Admin, am 17.12.2022.


Das 17. Törchen öffnet Hope, der Ganter in unserem Gänsekorb. In Deutschland ist die Weidehaltung bei diesen Tieren üblich. Der Haken an der Sache ist aber, dass nur um die 10 % des hierzulande konsumierten Gänsefleischs von deutschen Haltern bezogen wird, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Die Top-Produzenten in Europa sind da Polen, Frankreich und vor allem als Spitzenreiter Ungarn, ein Land, das verstärkt Stopfleberprodukte um die Welt schickt.

In diesen Betrieben setzt auch niemand auf Weidehaltung, im Gegenteil sind dort geschlossene Ställe mit bis zu tausend Tieren an der Tagesordnung. Zusätzlich wird oft auf Käfighaltung zurückgegriffen, dabei variiert es, ob die Opfer in Einzelkäfigen vor sich hin vegetieren oder in Gruppenkäfigen aneinander gepresst werden. Fast schon selbstverständlich in dieser Haltung ist der Drahtgitterboden, Verletzungen an den Beinen, Gefiederstörungen und Atemwegserkrankungen sind die Norm.

Aber selbst die deutsche Weidehaltung ist nur Augenwischerei, denn natürlich verlieren diese Tiere auch dort unnötig ihr Leben. Das Ganze hat sogar einen Namen: Die Weidemast. Hier dürfen die Gänse bis zu 8 Monate alt werden, das Ziel ist ein Schlachtgewicht von circa 7 kg. Dafür müssen die Tiere in den letzten Wochen ihres sowieso enorm verkürzten Lebens fast 150 kg Grünfutter, zusätzlich ergänzt durch kiloweise Kraftfutter, zu sich nehmen. Diese Mast erzeugt vor allem die Weihnachtsgänse, dieses Leid tummelt sich also verstärkt ab nächster Woche auf den deutschen und internationalen Tellern.

Wie man aufgrund dieser Behandlung beruhigt aufatmen kann, ist uns schleierhaft, unterscheidet sich diese Mastform doch nur minimal von den zwei anderen gängigen Methoden. Das wäre zum einen die Schnellmast, in der Gänseküken innerhalb von 10 Wochen auf ihr abscheuliches Endgewicht gemästet werden. Die Schlachtung dieser Tiere dient vor allem der Federgewinnung. Zum anderen gibt es dann noch die Intensivmast, die 16 Wochen andauert. Die Weidegänse durchleben sogar in den letzten vier Wochen ihres Lebens exakt diese Art von Folter, der Unterschied liegt also nur in den Bedingungen in den ersten (und letzten) 7 Monaten ihres Lebens und ist entsprechend schal.

In den letzten Jahren nimmt die künstliche Besamung dieser Tiere immer mehr zu. Eingeführt wurde sie ursprünglich für kranke Zuchttiere, die wegen Penisnekrosen, Kloakenentzündungen und anderen Geschlechtsteilerkrankungen nicht mehr auf natürlichem Weg für Nachwuchs sorgen konnten. Mittlerweile werden aber auch immer mehr gesunde Tiere künstlich besamt. Dabei wird der Ganter durch eine Massage stimuliert und danach fachsprachlich „gemolken“. Die Gans wird bei der Besamung an Flügeln und Kopf fixiert und der sogenannte „Inseminator“ führt dann das Sperma mithilfe von Besamungswerkzeugen und seines Fingers in die Kloake der Gans ein. Bei einer anderen Technik wird die Gans auf den Rücken gedreht, was für das Tier eine noch höhere Belastung bedeutet. Aber was tut man nicht alles, damit die „Spitzentiere“, die eine Federproduktion von 200 bis 300 g pro Jahr oder besonders konzentriertes Brust- und Beinfleischwachstum versprechen, auch weiterhin ihre Gene wie gewünscht verteilen?

Und all die Quälerei nur für einen Gaumenkitzel, eine Geschmacksrichtung, oft sogar nur eine Gewohnheit. Das Ganze verstärkt vollzogen zu einem Event, das überall das Fest der Liebe genannt wird. Wer soll menschlicher Liebe tatsächlich noch vertrauen, wenn für sie intelligente und schmerzempfindliche Lebewesen gefoltert, getötet und sogar verspeist werden? Reisst euch zusammen, liebe Mitmenschen, sendet ein tatsächlich liebevolles Signal des Respekts zu Weihnachten, macht euch auf euren veganen Weg und schaut danach endlich wieder euren Mitgeschöpfen ohne schlechtes Gewissen in die Augen. Der Schwierigkeitsgrad dieses humanen Akts bewegt sich auf Fersenhöhe und macht doch so vieles endlich wieder gut.


Kategorie: Allgemein

Eine Antwort zu “Tor 17”

  1. Gabriele sagt:

    So ein zauberhaftes Foto von diesem wunderschönen Tier. Ja, es ist so grausam, was der Mensch diesen Tieren antut für einen kurzen Gaumenkitzel. Möge ihnen die Gänsestopfleber im Halse stecken bleiben.

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