Denn Tiere sind keine Maschinen

Das 14. Tor

von Admin, am 14.12.2022.

Vor ein paar Monaten wäre das 14. Törchen in unserem Adventskalender noch per Hechtrolle plus Doppel-Salto geöffnet worden, denn niemand anderes als unser ehemaliges Stuntferkel Frederik übernimmt das Aufsperren. Im Mai 2019 ist er mit gerade mal 2 Wochen Lebenszeit von einem Schweinetransporter entkommen und bei 90 km/h auf die Autobahn gesprungen. Wie durch ein Wunder hat er diese Verzweifelungstat überlebt, wurde von einer Tierfreundin, die zufällig hinter dem Lkw fuhr, gefunden und nur Tage später erfolgreich nach Butenland vermittelt.
 
Frederik sollte eigentlich als Spanferkel umgebracht werden. Die Opfer dieses Verbrechen sind nur wenige Wochen alt und werden bereits bei einem Endgewicht von 12 bis 20 Kilogramm geschlachtet. Menschen, bei denen die Empathie nicht mal mehr zuckt, braten sich diese Personen, deren DNA-Ketten zu über 90 % identisch zu denen des Menschen sind, im Ganzen und entfernen dafür nur die Innereien.
 
Ein Blick in ein Landwirtschaftsforum hat uns damals auch einige interessante/widerliche Kommentare zum Thema Spanferkel beschert. Demnach sind diese Tiere meist Ferkel mit Nabel- oder Hodenbruch, oft auch Binneneber, also Schweine, bei denen Hoden gewandert sind und sich nicht mehr im Hodensack befinden. Eine Operation ist den Züchtern wie erwartet zu teuer, also werden diese Tiere als Spanferkel verramscht. Und selbst damit machen viele Bauern noch zu wenig Reibach, einer dieser selbsternannten Tierfreunde dachte zum Beispiel in dem Forum laut darüber nach, Ferkel mit diesen Beschwerden direkt zu erschlagen, da eine Aufzucht bis zu 65 € kostet.
 
Es ist wirklich gruselig, wie kalt in diesen Kreisen über Personen gesprochen wird, die bei uns auf dem Hof jedem die Freudentränen über das Gesicht fließen lassen und bei deren bloßen Anblick niemand vor einem spontanen Zuckerschock bewahrt wird. Was ist nur so verdammt schwierig an der Realisation, dass hinter jedem Stück Schinken, hinter jedem Steak und natürlich auch hinter jedem Spanferkel ein Frederik steckt, der dafür sein Leben im Babyalter lassen musste? Und warum findet man diese Tiere so süß und knuffig, aber traut sich trotzdem nicht, aus Respekt und Liebe zu ihnen den veganen Weg zu beschreiten, den Millionen Menschen vorher bereits als problemlos gehbar klassifiziert haben und der als einziger tatsächlich Tierrespekt auslebt? So unverständlich …
 
Na ja, Frederik hat auf jeden Fall auf Butenland seine große Liebe Rosa Mariechen getroffen und ihr zuliebe seinen gefährlichen Beruf als Stuntman ad acta gelegt. Stattdessen gründete er mit ihr eine Familie, die aufgrund seiner Kastration zwar nur aus Stoffschweinen besteht, in der aber als Ausgleich ein angenehm niedriges Level an Widerworten vom adoptierten Nachwuchs vorherrscht. Kurz gesagt hat Frederik bei uns sein Glück gefunden und geniesst es täglich in vollen Zügen. Und heute sogar mit Adventsleckereien, wenn er denn den Inhalt nicht aufgrund seiner rosaroten Brille komplett an seine rosarote Diva verschenkt.

Kategorie: Allgemein

Eine Antwort zu “Das 14. Tor”

  1. Gabriele sagt:

    Diese Züchter müssen ja so denken, fühlen können sie ja sowieso nichts, sonst könnten sie diesen Gruseljob nicht lange durchhalten. Die haben sich komplett von ihrem Herzen abgespalten, so wie alle, die diesen Tiere solche Qualen zufügen.
    Frederick sieht so zufrieden und glücklich aus, dieses Foto sollten sich diese blöden Züchter mal reinziehen und dabei endlich mal Ihre Herzen einschalten. Guten Appetit, süßer Frederick, wie schön, dass Du da bist.

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