Denn Tiere sind keine Maschinen

Fifty Shades of industrielle Tierindustrie

von Admin, am 15.11.2022.

Hiermit https://www.topagrar.com/rind/news/rinder-stressfrei-behandeln-13217440.html verlinken wir zum ersten Mal einen Artikel mit Paywall, bei dem wir ausdrücklich dazu raten, bloss nichts für die Freischaltung zu bezahlen. Wichtig ist nämlich nur das Bild, das bein Klick auf die ahnungslose Menschheit losgelassen wird. Das zeigt eine Person, die einen Schlauch in das Geschlechtsorgan eines Rindes einführt und das andere Ende in den eigenen Mund nimmt, bizarrerweise ohne dazu mit Waffengewalt gezwungen zu werden.

Der erste Gedanke, der sich danach spontan aufdrängt, ist wohl, dass die Würde für Tiere in dieser Branche inzwischen komplett abgeschafft wurde, wenn sie denn jemals existiert hat. Jeder menschliche Angestellte darf natürlich frewillig mit diesem ansich hohen Gut Limbo spielen, Vorlieben, die mit Vollgas in den perversen Fetischbereich rauschen, sind ja eigentlich Privatsache, solange sie niemandem schaden. Schleierhaft und anstandslos bleibt dabei nur, wieso niemand hinterfragt, ob es wirklich für alle Seiten total in Ordnung ist, wenn man per Schlauch und ausgefuxter Blasetechnik mit dem Copyright vom Anfang der Menschheit (wenn nicht sogar ein paar tausend Jahre davor) sein täglich Brot verdient und davon auch noch Bilder inklusive Videodokumentationen erstellen lässt.

Der zweite Gedanke kommt auf, wenn man erfährt, was da genau durchgeführt wird. Mit dem „BlowFixx“ sollen sich nämlich Kühe beruhigen lassen, indem ihnen Luft in die Scheide geblasen wird. Über den besorgniserregenden Stand der persönlichen Karriere, den man erreicht hat, wenn solche Tätigkeiten zum Berufsalltag gehören, haben wir schon im letzten Absatz sinniert, deshalb konzentrieren wir uns jetzt mal darauf, warum Kühe überhaupt beruhigt werden müssen. Die liebe Butenland-Freundin Hilal Sezgin hat ein Zitat im Elite-Magazin gefunden, das Licht ins Dunkel bringt. Es lautet „Mit dem Eintritt in die erste Laktation muss sich eine Färse vielen Herausforderungen stellen: Eingliederung in die Herde, neue Umgebung, erste Kalbung und Melkung. Hierbei ist der Stress für die noch jungen Tiere besonders spürbar. Das erste Mal im Melkstand oder Melkroboter treten und schlagen sie oftmals, sind unruhig und lassen in der Folge die Milch nicht laufen.“ Wir haben also richtig vermutet, dass es keine jahrhundertealte Tradition unter Bauern ist, ihren Kühen von Leuten am untersten Ende der Karriereleiter Blow Jobs zu geben, sondern das ganze Problem mal wieder nur auf der überschäumenden Gier dieser Menschen basiert und sie deshalb langsam alle Möglichkeiten ergreifen, damit die von ihnen ausgebeuteten Wesen, die in der Natur über 30 Jahre alt werden können, vielleicht doch etwas länger durchhalten als die 5 1/2 Jahre, die in dieser mörderischen Industrie den Durchschnitt stellen.

Ein bißchen lustig ist dann unsere Abschlussüberlegung, denn die befasst sich damit, woran man einen industriellen Tierhalter oder Sympathisanten in einer Internet-Diskussion erkennt: Er wird irgendwann darauf hinweisen, meistens sogar als alleiniges Totschlagargument, dass die vegane Ernährung chemisch ist. Hauptsächlich, weil der Schulweg damals oft zu weit war und er deshalb nicht weiß, dass jeder Stoff auf diesem Planeten chemisch ist und sogar ein ganzes Periodensystem aus diesem Grund angelegt wurde. Eigentlich wollte er oder sie mit dem Kritikversuch aber ausdrücken, dass in manchen veganen Ersatzprodukten sehr viele Zusatzstoffe enthalten sind und deshalb die Natürlichkeit verloren gegangen ist. Darüber könnte man lange diskutieren, aber das Fass müssen wir an dieser Stelle gar nicht aufmachen. Denn wichtig ist hier nur der geistige Vermerk darüber, dass er das in die Welt blökt, während Angestellte in der Tierindustrie artfremde Muttermilch pasteurisieren, homogenisieren, den Erzeugerinnen per Schlauch Luft in die Scheide pusten und ihren Opfern dermaßen viele Antibiotika ins Essen gemischt haben, dass mittlerweile sogar die Notfallreserven der menschlichen Abnehmer nicht mehr anschlagen und wirkungslos werden. Was für ein hohes Ross, um über Natürlichkeit zu diskutieren.


Kategorie: Allgemein

6 Antworten zu “Fifty Shades of industrielle Tierindustrie”

  1. Marita sagt:

    Geht es eigentlich noch perverser? Was fällt dem Menschen noch alles ein, nur um etwas Profit zu machen? Ich hoffe doch sehr, dass die verdammte Gier den Menschen eines Tages ausrotten wird.

  2. wo aus wu sagt:

    Das nennt man in bestimmten Kreisen „Technologieoffenheit“ … seeeehr abgefahren!
    Ich kenne nur den Blastest mit kalter Luft ans Trommelfell beim HNO (komme gerade nicht auf den Namen), das haut einige Zeitgenossen regelrecht um … mir fällt da gerade eine Anwendung ein …

  3. Kerstin sagt:

    Ja. Wie tief kann die Menschheit noch sinken. Du hast es, lieber Admin, wie immer auf den Punkt gebracht..
    Würden wir nicht so entsetzliches Leid über sämtliche anderen Spezies dieses Planeten bringen, müsste man sich mit dem Homo Sapiens, haha, gar nicht weiter beschäftigen. Es lohnt eigentlich einfach nicht.

  4. Silke sagt:

    Oh mein Gott, wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, taucht plötzlich die nächste Abartigkeit auf… Ich schäme mich wirklich zutiefst, der selben Spezies anzugehören.

    Was da gemacht wird, ist doch nichts anderes als Sodomie, aber sowas ist in den feinen Bauernkreisen ja leider durchaus üblich^^ Widerlich.

  5. Antonia sagt:

    Es ist wirklich nicht zu fassen, was die Verfechter des Milchsystems sich so alles einfallen lassen und dass sie darüber hinaus so bestürzend blöd sind, das zu veröffentlichen und als gut zu verkaufen.

    Und was die Anti-vegan-Propaganda betrifft, hast Du es sehr treffend formuliert, Jens: Da waren wohl einige Schulwege zu lang; – vielleicht wurden sie auch nie gefunden. 🙁

    Klar gibt’s auch vegane Nahrungsmittel, die nicht das Nonplusultra der gesunden Ernährung sind, – aber das gilt immer und für jede Form der Ernährung, dass man seinen gesunden Menschenverstand dazu benutzen sollte, sich die Zutatenliste durchzulesen. Wobei wir da schon wieder auf das Problem mit dem Verstand stoßen, der offenbar bei vielen nicht vorhanden ist.
    So ein Schwachsinn treibt mich wirklich um!

  6. Gabriele sagt:

    Einfach nur ekelhaft und abstoßend.

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