Denn Tiere sind keine Maschinen

Kotzen frei Haus – Statement zum heutigen Tierschutzprozess

von Admin, am 29.08.2022.

Das war heute mal wieder ein schwarzer Tag für die Tierrechte. Der größte Tierquälerei-Skandal der letzten Jahrzehnte ging heute in die Hauptverhandlung und innerhalb weniger Stunden kamen die Täter mit Geldstrafen im niedrigen vierstelligen Bereich, die sie aus der Portokasse zahlen können, und lächerlichen Haftstrafen auf Bewährung davon, die Haupttäter kommen also nicht mal hinter Gittern.

Da bildet sich eine kriminelle Organisation mit Mafiastrukturen, in der hunderte Bauern und dutzende Viehhändler auf einem Schlachthof unter den Augen der Behörden schwerste Verbrechen gegen Tiere begehen, die fliegt endlich durch sauber recherchiertes, keine Zweifel offen lassendes Dokumentationsmaterial der SOKO Tierschutz auf, es kommt zu einer Verhandlung, weil die Täter sogar schon gestanden haben, und dann sowas. Wir reden hier darüber, dass schwer verletzte und kranke Tiere, teilweise sogar längst verstorbene auf diesem Schlachthof zu Fleisch verarbeitet wurden, das allein ist illegal. Dabei wurden den Tieren aber auch die Beine gebrochen, sie wurden mit Elektroschocks wieder hochgetrieben, sie wurden mit einer Seilwinde festgezurrt an den unmöglichsten Körperstellen von den Lastern verladen und in detaillierten, dem Gericht vollständig vorliegenden Videoaufnahmen wurden noch viele weitere Verstöße gegen den Tierschutz festgehalten, und trotzdem reagiert der Richter butterweich mit maximalem Verständnis für die armen, armen Tierquäler. Die wegschauenden Behörden wurden nicht mal erwähnt, weil in dieses Wespennest niemand reinstechen und da keine Behördenkrähe der anderen ein Auge aushacken will.

Wir bekommen jetzt seit Jahren keine Subventionen mehr, weil wir den Tieren keine neuen Ohrmarken kneifen. Das sind 20.000 € im Jahr, die uns entzogen wurden. Wer in Deutschland also Tiere nicht quälen möchte, der muss diesen Betrag zahlen, noch nicht mal verhängt von Gerichten, sondern vom prüfenden Veterinär vor Ort. Eine weitaus geringere Strafe steht in Deutschland an, wenn man seinen Tieren die Knochen bricht, sie mit Elektroschocks vorantreibt und das mit vielen weiteren Schrecken sogar systematisch auf regelmäßiger Basis betreibt. Das kostet 3.000 € und ein paar Jahre die Füße still halten. Merkt wirklich niemand, wie lächerlich dieses Tierschutzgesetz ist?

Na ja, trotzdem heißt es jetzt Mund abwischen und weitermachen, zum Glück hat das auch die SOKO Tierschutz angekündigt. Dass niemand die Gerichte auf seiner Seite hat, wenn es gegen Tierquäler geht, ist in diesem Land ja nix Neues, immerhin kämpft man gegen industrielle Tierhalter, der Wirtschaftszweig mit der stärksten Lobbyarbeit in allen politischen Standorten. Da darf man sich über nichts mehr wundern, sondern muss einfach weiter auf möglichst vielfältige Art den Opfern eine Stimme geben. Die haben sie zwar selber und benutzen sie auch für laute Schreie, aber bei Schmerzenslauten außerhalb der menschlichen Sprache ist der Homo sapiens leider schon immer taub gewesen. Hier noch ein sehr guter Artikel zum Prozess aus der TAZ: https://taz.de/Urteil-gegen-Schlachthofmitarbeiter/!5874817/


Kategorie: Allgemein

13 Antworten zu “Kotzen frei Haus – Statement zum heutigen Tierschutzprozess”

  1. wo aus wu sagt:

    Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht …

  2. Petra B. sagt:

    Ja, da fällt mir nichts mehr ein. Sagt das Tierschutzrecht nicht, dass Tierquälerei unter Strafe steht? Und was ist mit diesen verrohten Tierquälern und deren Arbeitgebern? Wie ist ein solches Handeln möglich? Offensichtlich ist die Spezies Mensch grausamer als jede andere Spezies. Und imstande, ganz bewusst Tier- und Menschenquälerein durchzuführen. Mir ist keine andere Spezies bekannt, die das tut. Wir müssen alle endlich aufhören Fleisch und Tierprodukte zu konsumieren. Dann hört das zwangsläufig auf.

  3. Antonia sagt:

    Traurig, erbärmlich, einfach hoffnungslos, dieses scheiß System!! Und man kann mit noch so viel Anstrengung nur mühsam und nur wenig dagegen ausrichten. Aber zum Glück gibt es einen harten Kern an Tierschützern, die immer dran bleiben. Das ist eine große & schwierige Aufgabe, denn manchmal ist man doch einfach nur noch der Verzweiflung nahe. Ich kann schon lange wegen dem Tierleid nachts nicht mehr gut schlafen; sicher geht es vielen hier genauso.

  4. Monika Hoffmann-Kühnel sagt:

    Warum bin ich nicht überrascht? Die Fleischindustrie ist mächtig und kann sich auf Politik und Justiz verlassen. Ja, man kann gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte…

  5. Martina sagt:

    Sorry,aber eine solche Justiz kann doch niemand mehr ernst nehmen !
    SHAME ON YOU !!!

  6. ellen sagt:

    Sehr, sehr enttäuschend – aber auch nicht überraschend – in diesem Land, das Recht der Tiere auf ein freies Leben, wird, wie immer, mit Füßen getreten. Leider sind auch sowohl die Veterinärämter als auch die Richter äußerst milde gestimmt, wenn es um Tierschutz geht. Leider gehen diese Tierquäler mit einem Lächeln aus dem Saal und bezahlen die Gelder, wie selbstverständlich, aus der Portokasse. Ein Disaster!!!!

  7. Marita sagt:

    Die in den schwarzen Roben sind die Schlimmsten. Das war schon vor tausend Jahren so und wird es auch bleiben. Es ist schon ein besonderer Personenkreis, der sich aufschwingt, über andere richten zu wollen. Denn unser System könnte ganz anders aussehen, wenn es andere Urteile gäbe….

  8. margitta sagt:

    danke,Jens,für diese Erläuterung und deine Recherchen. Bin sehr traurig, beim Lesen.Mir fehlen die Worte. Was können wir tun? Fühle mich manchmal so hilflos.

  9. Gabi Jurczyk sagt:

    Richtig: es sind Mafiastrukturen und ich kann das gar nicht mehr ansehen, so schlecht wird mir dabei.

  10. Elke Kloos sagt:

    Ein einziger Skandal. Die Verflechtungen von Politik, Tierausbeutung und Staatswanwalt/Richter sind eindeutig erkennbar. Sie verdienen alle am Leid der Tiere. Von Ethik kann überhaupt keine Rede sein und ein sogenanntes Tierschutzgesetz das so etwas zulässt kann man einfach nur vergessen.

  11. Ira sagt:

    Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

    Einfach nur unfassbar…..

  12. Gabriele sagt:

    Die stecken doch alle unter einer Decke. Der Richter und alle Anwälte fressen doch auch Leichenteile und sind froh, dass das Schlachthauspack ihnen die Drecksarbeit abnimmt. Fahrt alle zur Hölle ihr Mörder.

  13. Man kann gar soviel vegan essen wie man kotzen könnte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.