Denn Tiere sind keine Maschinen

Besuch auf der Krankenweide

von Admin, am 30.05.2022.

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Karin erzählt euch im Video, wie es momentan den Mitgliedern unserer Krankenabteilung geht, deshalb nutzen wir den Text, um kurz die Steckbriefe des Quartetts zu veröffentlichen.

Magda ist ein Gründungsmitglied von Butenland, denn sie gehört zu den Rindern, denen Jan damals nach der Aufgabe des Milchbetribs versprochen hat, dass sie ihren Lebensabend auf dem Hof verbringen dürfen und nie wieder ausgebeutet werden. Von diesen Damen lebt neben Magda nur noch Martina. Gleichzeitig stellt Magda mit ihren 20 Jahren den momentanen Altersrekord unter den Rindern. Klara und Martina haben die 2 Jahrzehnte zwar auch schon voll gemacht, sind aber 6 bzw. 14 Tage jünger.

Lisbeth wird in 6 Wochen 19 Jahre alt und lebt seit dem Sommer 2017 auf Butenland. In dem Milchbetrieb, aus dem sie kommt, wurden ihr innerhalb von 14 Jahren 8 Kinder geraubt. Dann liess irgendwann ihre Milchleistung nach, was in dieser Industrie immer die Todesstrafe bedeutet. Zum Glück bildete Lisbeth eine der wenigen Ausnahme, denn sie konnte im letzten Moment ihr Ticket in unser Kuhaltersheim ergattern.

Der Hahn im Korb ist der 11jährige Samuell, der seit dem Herbst 2011 unsere Familie bereichert. Ganze 13 Monate musste er als kleiner Stier in einer Garage leben und sich von Futter ernähren, welches alles andere als geeignet für ein junges Rind war. Wer zieht ein Kalb in einer Garage groß und warum? Die Antwort ist traurig: Es war ein Restaurantbetreiber, der auf die glorreiche Idee kam, Rindfleisch selbst zu erzeugen. Zum Glück konnte man ihn von diesem perversen Einfall doch noch abbringen und Samuell durfte ins Tierparadies ziehen.

Die 14jährige Marieke lebt erst seit 2 Jahren bei uns. Ihre ersten 12 Jahre verbrachte sie in grausamer Anbindehaltung. Dort war sie eine sogenannte Hochleistungskuh und musste über 100.000 Liter Milch abgeben. Unnötig zu erwähnen, dass sie körperlich sehr mitgenommen war, als sie endlich auf unserem Hof ankam. Auch hier hat ihr das Schicksal nochmal übel mitgespielt, denn als sie ihre erste Brunst in Freiheit genießen durfte, ist sie dabei direkt ausgerutscht und hat sich das Becken angebrochen.

Glück im Unglück war dabei, dass ihr dieser Unfall auf Butenland passiert ist und nicht in ihrem vorherigen Betrieb. Dort wäre das nämlich ihr Todesurteil gewesen, bei uns bekam sie ihre Chance auf Genesung, die wie von unserem Tierarzt vorsichtig prognostiziert sogar in einer zwar nicht kompletten Heilung geendet ist, aber trotzdem in ein schmerzfreies, gemütliches Leben auf unserer Krankenweide. Hier bekommt sie wie ihr dreiköpfiger Freundeskreis täglich eingeweichte Heucoops serviert. Dort mischen wir Gelenkpulver unter, was der arthrosegeplagten Truppe mehr als gut tut.


Kategorie: Allgemein

Eine Antwort zu “Besuch auf der Krankenweide”

  1. Gabriele sagt:

    So eine liebevolle und fürsorgliche Pflege Eurer kranken Rinder. Also, wenn man eine kranke Kuh ist, dann doch nur auf Hof Butenland. Liebe Karin, ich hoffe Du musstest nicht allzu viele Hühnerhäufchen aufsammeln und konntest Deinen Kaffee geniessen!

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