Denn Tiere sind keine Maschinen

Der Bauernverband mal wieder

von Admin, am 28.01.2022.
Der Bauernverband wird nicht müde, sich mit Stellungnahmen auf Facebook zu blamieren. In der aktuellsten Attacke auf die Lachmuskeln bestreitet der dort schreibende Praktikant, dass Pflanzenmilch eine bessere Klimabilanz als Tiermilch hat. Das ist so dreist, dass es schon wieder mutig ist, so etwas überhaupt zu veröffentlichen.
 
Gleich in den ersten Kommentaren wird gefragt, wo man den Nährstoff-Index findet, auf den sich der Bauernverband in einer anscheinend selber gemalten Grafik bezieht. Das kann nicht beantwortet werden, obwohl es gelesen und sogar mit einem flapsigen Ablenkkommentar bedacht wurde. Man kann also davon ausgehen, dass die ganze Grafik frei erfunden ist.
 
Was aber noch nicht mal so schlimm wäre, wenn denn an der Aussage an sich etwas stimmen würde. Leider zeigt dieser Verband aber nur auf, dass er noch im vorletzten Jahrhundert lebt und deshalb davon ausgeht, dass Menschen Tiermilch trinken müssen, um ihren Nährstoffhaushalt stemmen zu können. Dummerweise leben wir aber im 21. Jahrhundert und in der Gegenwart gibt es keinen Nährstoff, den man nur über Tiermilch zu sich nehmen kann. Da können sich die Tierhalter noch so sehr auf den Kopf stellen, Milch bleibt aber allgemein ein Luxusgut, auf das der Mensch auch jederzeit ohne gesundheitliche Einbußen verzichten könnte. Wer sich einen ganz unaufgeregten Bericht zum Thema durchlesen möchte, der ist hier https://www.quarks.de/gesundheit/darum-ist-milch-nicht-giftig/ sehr gut aufgehoben. Nach der Lektüre ist dann klar, dass man weder über positive noch negative Gesundheitsfaktoren von Tiermilch etwas aussagekräftiges verkünden kann, einfach weil alle Studien sich extrem widersprechen. Es wird aber deutlich, dass niemand Milch zum Überleben braucht, da man alle Nährstoffe auch über andere Lebensmittel erhält.
 
Unter dem Strich bleibt da nur die letzte Lüge des Bauernverbands interessant, denn der ist sich nicht zu schade, den Hashtag #bleibnatürlich zu setzen. Dabei gibt es für den Menschen kaum ein unnatürlicheres Lebensmittel als Tiermilch. Wie bei allen Säugetieren ist dieser Stoff dafür bestimmt, ein Neugeborenes der eigenen Art zu versorgen. Damit der Mensch zum Beispiel an Kuhmilch kommt, muss das Kalb vorher aus der einzig natürlichen Nahrungskette herausgenommen werden. Das tut man, indem man der Kuhmutter direkt nach der Geburt die Kinder entreißt. Um die Mengen zu liefern, die benötigt werden, läuft das Ganze inzwischen sogar industriell ab und die Kühe in dieser abartigen Maschinerie werden jährlich künstlich befruchtet und sind ihr Leben lang (bis auf extrem kurze, jährlich in wenigen Tagen berechneten Trockenstehphasen) quasi dauerschwanger. Und das alles nur, damit der Homo sapiens auch im Erwachsenenalter die Muttermilch einer anderen Art zu sich nehmen kann. Wer das mit Natürlichkeit verwechselt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
 

Kategorie: Allgemein

2 Antworten zu “Der Bauernverband mal wieder”

  1. Antonia sagt:

    Ich frage mich wirklich immer wieder, ob die Leute, die die Milch und das ganze System so in den Himmel loben, ernsthaft selbst glauben, was sie da erzählen. So dumm und unbelehrbar kann man eigentlich nicht sein. Aber Selbstbetrug funktioniert ja leider bei sehr vielen Menschen ganz prima. 🙁

  2. Petra B. sagt:

    Interessant, wie bildungsarm der Bauernverband veröffentlicht. Ca. 70 % der menschlichen Weltbevölkerung trinkt gar keine Milch, weil sie sie schlicht nicht verträgt. Hinzu kommt das „Phänomen“ der Laktoseintoleranz, unter der nicht wenige Menschen aus den Insustriestaaten „leiden“. Da sage ich nur: Einfach Milch und Milchprodukte weg lassen und durch vegane Produkte ersetzen. A propos: Wen könnte man fü den Nachhilfeunterricht für den Bauernverband mal engagieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.