Denn Tiere sind keine Maschinen

Martin muht Hallo

von Admin, am 02.03.2021.


Lange haben wir euch kein Schnuten-Foto mehr präsentiert, das holen wir heute nach und haben mit Martins Version gleich mal eine besonders hübsche Variante in petto. Unser Softie-Ochse ist mittlerweile auch schon 15 Jahre alt. Er kennt kein Leid, weil er einem Seitensprung von Mama Martina mit einem Nachbarstier entsprungen ist und deshalb auf Butenland geboren wurde. Bei seinen Hörnern hat sich die Natur einen kleinen Scherz erlaubt und sie nach innen wachsen lassen. Das ist aber kein Problem, da sie nicht auf die Stirn drücken und noch immer eine Zeitung zwischen Kopf und Horn passt, was wir regelmäßig überprüfen.

Kürzen sollte man diese wichtigen Werkzeuge sowieso nur im absoluten Notfall, denn es handelt sich dabei um ein durchblutetes Körperteil, das mit Nervenbahnen bestückt ist. Im Inneren hat es eine Verbindung zur Stirnhöhle, dementsprechend bleibt zum Beispiel beim Absägen des Horns, eine oft praktizierte Methode in der Tierindustrie, ein offener Zugang zurück, der sich erst nach Wochen schliesst. Aus Angst vor Verletzungen auf dem stark limitierten Platzangebot der meisten Haltungen werden viele Rinder schon als Kälber enthornt. Dazu werden die versorgenden Blutgefäße rund um die Hornanlage mit einem 600 Grad heißen Lötkolben durchtrennt. Makabererweise ist laut Tierschutzgesetz so eine Amputation nicht erlaubt, allerdings macht der Gesetzgeber bei bis zu sechs Wochen alten Kälbern eine Ausnahme, wenn Zitat „der Eingriff im Einzelfall für die vorgesehene Nutzung des Tieres zu dessen Schutz oder dem Schutz anderer Tiere unerlässlich ist.“

Aber dieses Verfahren ist nicht nur wegen der unnötigen Tierquälerei zu verurteilen, man darf auch nie vergessen, was die Hörner für die Rinder bedeuten. Mit ihnen wird kommuniziert, sie dienen als Essbesteck, spontaner Juckreiz wird mit ihnen bekämpft, und auch der Herdenstatus definiert sich darüber. Verliert ein Rind sein Horn, wird es ängstlicher und steigt in der Herdenhierarchie ab. Auch die Rangordnungskämpfe laufen nur mit Horn ohne Verletzungen ab, da hornlose Rinder sich nicht mehr verkeilen können und so auf andere Praktiken wie Stöße in die Seite zurückgreifen müssen. Kopfverletzungen treten ebenfalls weit häufiger bei hornlosen Rindern auf.

Unglaublicherweise helfen die Hörner den Rindern sogar bei der Verdauung, da ihre Nasennebenhöhlen bis weit in das Horn hineinreichen. So gehen Verdauungsgase nach jedem Rülpser beim Wiederkäuen bis in die Hornspitzen, wodurch die Schleimhäute der Nebenhöhlen wahrnehmen können, was gerade im Pansen abgeht.


Kategorie: Allgemein

9 Antworten zu “Martin muht Hallo”

  1. Avatar Wo aus Wu sagt:

    Saugutes Schnutenbild!! Schon in meiner Bildschirmhintergrundshow …

  2. Avatar Gabriele R. sagt:

    Es ist immer wieder beklemmend es so schwarz auf weiss zu lesen, welches Unrecht diesen friedlichen Wesen schon gleich am Beginn ihres traurigen Lebens angetan wird. Nicht mal die Hörner kann der Mensch ihnen lassen, wo er ihnen doch alles wegnimmt.

  3. Avatar Gabriele R. sagt:

    Heute gibt es auf 3sat um 23:46 Uhr einen Bericht „Vegane Bauern“. Vielleicht ist dann von Euch noch jemand wach und möchte es gerne schauen.

  4. Avatar Lena sagt:

    Beeindruckende Aufnahme.
    Vegane Bauern wird geguckt 🙂

  5. Avatar Conny sagt:

    Es ist unfassbar, worauf Mensch so alles kommt…was für kranke Einfälle, wobei es sich ja genau genommen um Ausfälle bzw. Ausscheidungen entarteter Hirne handeln muss oder ist da bei der Embryonalentwicklung auch etwas schiefgegangen und nun einfach nur verkehrt rum, so dass der Enddarm im Schädel und das Hirn im Arsch gelandet ist…das muss es sein!!!
    Martin hat seine wunderschönen Hörner bestimmt nur eingeklappt, um ja niemanden aus Versehen zu verletzen…ein echter Softie-Ochse wie er im Butenland Buche steht…einfach zum knutschen.

  6. Avatar Antonia sagt:

    Oh Martin, wie schön Dich zu sehen. Ich schicke Dir ein digitales Küsschen.♥

  7. Avatar Birgit sagt:

    So ein drolliges Bild, so ein nettes Gesicht. Man möchte Martin am liebsten knuddeln und den Pony kraulen.

  8. Avatar Ira sagt:

    Superschönes Schnutenfoto. Ich liebe sie so.

  9. Avatar Gudi sagt:

    Martin – du machst mir gute Laune.

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