Denn Tiere sind keine Maschinen

Kinder und pflanzliche Ernährung

von Admin, am 08.03.2021.
Der Spiegel hat eine interessante Kolumne veröffentlicht, in dem eine Mutter beschreibt, wie sie mit einem fleischlosen Entschluss ihres Kindes umgeht. Leider ist der Artikel wie üblich hinter einer Paywall versteckt und man kann über den Inhalt deshalb nur spekulieren. https://www.spiegel.de/familie/mein-kind-ist-vegetarier-die-wahrheit-uebers-schlachten-kolumne-a-c45a88f1-b265-44f0-823c-2e98d9ba2f00?fbclid=
Das ist allerdings halb so schlimm, denn viel interessanter ist bei dem Thema sowieso etwas ganz anderes. Nämlich dass sich viele Veganer in Diskussionen immer anhören müssen, dass sie ihrem Kind etwas vorschreiben und ihm so eine Lebensweise gegen seinen Willen aufzwingen. Das ist ein sehr lächerlicher Vorwurf, weil er überhaupt nicht greift, da nur die wenigsten Eltern ihr Kind nicht in eine bestimmte Richtung drücken. Das Ganze hat sogar einen Namen und nennt sich Erziehung.
 
Der große Unterschied zwischen veganen/vegetarischen und fleischessenden Eltern ist lediglich, dass die vegane Version ihren Nachwuchs nicht ständig belügen muss. Da fallen keine Phrasen ala „Tiere sind zum Schlachten da“, „Den Tieren geht es gut“ oder „Tiere fühlen nicht so wie Menschen und leiden deshalb auch nicht“, die in tieressenden Haushalten gebetsmühlenartig vorgetragen werden müssen, bis das Kind endlich auf der blutigen Schiene fährt und keine Fragen mehr stellt.
 
Irgendwann hat fast jedes Kind eine vegetarische Phase, einfach weil es in dem eiskalten System noch nicht geistig einsortiert wurde und deshalb noch Fragen stellt. Lässt man ein Kind mit einem Apfel, einem Messer und einem Huhn in einem Raum allein, würde kein Versuch damit enden, dass das Kind den Apfel liegen lässt und mit dem Messer auf das Huhn einsticht. Und wenn es doch so enden würde, dann wäre man sich darüber einig, dass mit diesem Kind etwas nicht stimmt. Die komplette Missachtung von tierischen Interessen und die Akzeptierung von Ermordungen als etwas völlig Normales muss jedem Kind erst mühsam auftrainiert werden, durch Lügen, aber auch durch eine Umwelt, die durch Werbeplakate und andere Beeinflussungen nur darauf ausgelegt ist, anderen Tieren alle Rechte abzusprechen und sie als Gegenstände im Bewusstsein zu etablieren.
 
Wahrscheinlich ist das sogar der Grund, wieso es vielen Erwachsenen schwer fällt, trotz aller Informationen einen veganen Weg in Betracht zu ziehen. Dafür muss nämlich erstmal die Einsicht kommen, dass man jahrzehntelang nicht nur Teil eines bestialischen Systems war, sondern dieses finanziell überhaupt erst möglich gemacht hat. Da fällt jeder Ausstieg naturgemäß schwer und man belügt sich lieber weiter. Denn selbstverständlich ist es leichter, sich einzureden, dass die Tiere beim Metzger des Vertrauens sehr gerne im Kindesalter sterben, weil sie vorher einigermaßen anständig gehalten wurden. Und genauso selbstverständlich gibt es dabei immer eine Stimme im Hintergrund, die das anzweifelt. Um so konsequenter muss man die pflanzliche Ernährung als unmöglich hinstellen, da diese Lösung bei einem Funktionieren das komplette eigene Leben bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur in Frage stellt, man wird auch zwangsläufig persönlich in der Schurkenrolle besetzt. Das fällt Kindern natürlich leichter, da ihr Schuldkonto noch minimal ist und sie nicht mal dafür verantwortlich sind. Deshalb kommen dann irgendwann die Fragen, die diese Eltern so unangenehm empfinden und die sie niemals ehrlich beantworten können.

Kategorie: Allgemein

5 Antworten zu “Kinder und pflanzliche Ernährung”

  1. Avatar margitta sagt:

    hallo Admin, ja so sieht es tatsächlich aus und wahrscheinlich sprichst du aus Erfahrung.
    Es wäre wirklich schön, wenn wir diese Tatsachen verinnerlichen können. Tue mein Bestes, ohne andere, sprich meine Kinder und Enkel zu bevormunden, sie müssen ihren eigenen Weg gehen.Versuche Vorbild zu sein,nicht zu verurteilen und nicht anzuklagen.

  2. Avatar Hilke sagt:

    Ihr Lieben, ich habe das hier vor Jahren gesehen und neu rausgesucht für alle hier,
    „Kleiner Junge (3 Jahre!!!)erklärt Mutter, warum er keine Tiere essen will“, deutsche UT, 2 Minuten, erstaunlich klar u. reif, der „Kleine“!:
    https://youtu.be/pOv0i0EdXkc

  3. Avatar Thekla sagt:

    Das ist ein sehr berührender Film, beide haben mich beeindruckt, Mutter und Sohn. Danke dafür.

  4. Avatar ingeborch sagt:

    Meiner Erfahrung nach muss man Kindern tatsächlich ausreden, keine Tiere essen zu wollen. Die meisten Kinder verstehen instinktiv, dass es nicht richtig ist. Leider denken heute noch viele, dass Fleisch ja so gesund ist… Auf der anderen Seite haben Kinder heute mehr Mitspracherechte, was ihr Essen angeht. Es gibt also Hoffnung!

  5. Avatar Gabriele R. sagt:

    Zum Glück wurde ich als Kind nie gezwungen Tiere zu essen und meine Familie hat akzeptiert, dass ich mit Gemüse, Nudeln, Kartoffeln vollkommen zufrieden war/bin. Leider ahmen die Kinder es ihren Eltern ja nach und, wenn dort eben immer Tierleichen gegessen werden übernehmen die Kinder leider dieses Verhalten automatisch, ohne aufgeklärt zu sein und ohne Alternativen kennenlernen zu können.

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