Denn Tiere sind keine Maschinen

13,2 Milliarden Subventionen jährlich für die Tierwirtschaft

von Admin, am 05.03.2021.

Eine neutrale Studie hat sich endlich mal die Mühe gemacht, die Höhe der Subventionen auszurechnen, die nur für die Tierwirtschaft gezahlt werden. https://www.spiegel.de/wirtschaft/tierwirtschaft-erhaelt-13-milliarden-euro-vom-staat-jahr-fuer-jahr-a-1dbac670-2cf4-4d09-b426-75a11c8e0569?fbclid=1 Dabei sind unglaubliche 13,2 Milliarden Euro herausgekommen, wobei die echten Zahlen sogar noch höher liegen werden. Denn erstens ist so eine Gesamtübersicht sehr schwer zu erstellen, weil die Daten mühsam zusammengesucht werden mussten, da sie nirgendwo gesammelt aufgeführt und in manchen Bereichen sogar erst gar nicht erhoben werden. Gleichzeitig haben die Ersteller aber auch davon abgesehen, die sogenannten weichen Faktoren wie Grundwasserbelastung durch Gülle, Antibiotika-Resistenzen, die Finanzierung des Veterinärwesens oder Zuschüsse zur Tierseuchenkasse einzurechnen, obwohl für diese Kosten natürlich auch der normale Steuerzahler geradestehen muss.

Fast schon lustig ist die Kritik, die an dieser Studie von Experten aufkommt. Da wird zum Beispiel darauf verwiesen, dass Grünland nicht in Ackerfläche umgewandelt werden kann und deshalb von Tieren abgegrast werden muss. Es ist bezeichnend, dass der Klimawandel das größte Zukunftsproblem darstellt und sogar der entscheidende K.o.-Faktor für unsere Spezies ist, aber trotzdem niemand auf die Idee kommt, dass man Grasland nicht nutzen muss, sondern dort durchaus nicht nur Tierreservate, sondern auch funktionierende CO2-Senken schaffen kann. Möglich wäre das allemal, weil längst in anderen Studien bewiesen wurde, dass man vegan viel mehr Menschen als bisher satt bekommt https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/vegan-macht-viel-mehr-menschen-satt und deshalb bei einer konsequenten Agrarwende viele Flächen problemlos an die Natur zurückgegeben werden könnten.

Jetzt ist es aber erstmal spannend, was von dieser guten Studie übrig bleibt, wenn sie am heutigen Freitag offiziell vorgestellt wird. Denn dass solche seriösen Untersuchungen der bekennenden Bauernlobbyistin Klöckner nicht in den Kram passen, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und wenn diese Frau etwas gut kann, dann ist das berechtigte Kritik zu verdrehen und notwendige Maßnahmen auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben.


Kategorie: Allgemein

11 Antworten zu “13,2 Milliarden Subventionen jährlich für die Tierwirtschaft”

  1. Wo aus Wu sagt:

    Und deshalb zahle ich gerne freiwillig meinen Unterstützungsbeitrag für Hof Butenland bzw. Cello und die Hühner, aber äußerst widerwillig, weil unfreiwillig, unterstütze ich mit meinen Steuerabgaben direkt und indirekt diese maßlosen aber offenbar lukrativen Fleischexzesse, um dann noch mal für die Folgeschäden dieser Maßlosigkeiten direkt oder indirekt zur Kasse gebeten zu werden. Ganz besonders unwillig werde ich wenn ich daran denke, dass mit meinen Steuergeldern zumindest indirekt auch diese Sauereien mit den Viehtransporten über See subventioniert werden, wo am Ende dann noch in aller Seelenruhe um Zuständigkeiten geschachert wird, während auf diesen Seelenverkäufern höhere Säugetiere, zu denen wir ja auch irgendwie zählen, regelrecht verrecken. Ehrfurcht vor der Schöpfung? Ist nicht. Bei uns im Ländle: „C“ im Parteikürzel? Ohne Bedeutung.

  2. Conny sagt:

    Ich denke, das C hat für die Parteimitglieder sogar eine besondere Bedeutung in dem Sinne, dass sie davon überzeugt sind, christlich zu handeln, wenn sie getreu der allgemeinen vorherrschenden Vorstellung, der Mensch solle sich die Erde,Tiere und Pflanzen untertan machen, handeln…sprich, Mensch darf sie nach Belieben ausbeuten. Dass es sich bei der Interpretation dieser Textstelle des Alten Testaments um einen furchtbaren Übersetzungsfehler und eine entsprechende Missinterpretation handelt und Experten für die Sprachen der Bibel inzwischen davon ausgehen, dass die Originalbegriffe eine sogar gegensätzliche, nämlich fürsorgliche und verantwortungsvolle Bedeutung haben, ist bei den Politikern ebensowenig angekommen, wie es Jahrhunderte gedauert hat, bis die Kirche akzeptiert hat, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Halleluja

  3. Gabriele R. sagt:

    Es tut so weh, dass immer die wehrlosen Wesen die Leidtragenden sind. Dieses Verbrechen hat monströse Ausmaße angenommen. Beim Einkaufen bin ich immer wieder aufs neue entsetzt, wenn ich die Massen an Tierleichen sehe. Könnten alle Konsumente bloß die verzweifelten Schreie ihrer Mahlzeit hören.

  4. Ute P. sagt:

    Vor 20 Jahren, als Renate Künast Landwirtschaftsministerin war, sah es so aus, als wäre das der Anfang größerer Veränderungen im Tierschutz. Sie hatte allerdings nicht viel Zeit, und seither agiert dort ununterbrochen das C, und wir sehen ja, was sich bewegt hat, nämlich fast nichts. Ein paar Alibi-Verbesserungen, die den Konsumenten ein besseres Gefühl vermitteln sollen. Aber das Grauen wird ständig schlimmer.
    Frau Künast engagiert sich weiter für den Tierschutz, kämpft darum, dass der Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes, der Strafen regeln soll, endlich vom Nebenstrafrecht ins Strafgesetzbuch verschoben wird. Es gäbe bisher „eine kuriose Scheu“ von Staatsanwaltschaften, Tierquälerei und das Töten von Tieren zu bestrafen. Eine Verschiebung des Paragraphen 17 ins StGB würde die Sichtbarkeit des Themas erhöhen.
    Und ja, Conny, dieser missinterpretierte Satz aus dem Alten Testament und seine Auswirkungen sind fatal. Vielleicht wäre die Welt eine bessere, wenn der Buddhismus sich als Weltreligion weiter verbreitet hätte. Die Achtung vor dem Leben wäre vermutlich größer.

  5. margitta sagt:

    Liebe Conny, gut, dass du nochmal auf diesen Übersetzungsfehler hingewiesen hast,der wurde neulich im WDR nochmal ausführlich erleutert.

  6. Conny sagt:

    @ Ute P., da stimme ich mit dir überein liebe Ute. Der Buddhismus ist friedfertig, nicht dogmatisch und eigentlich keine Religion sondern fordert im Gegenteil kritische Auseinandersetzung mit der Lehre Buddhas und die Übernahme der Verantwortung für das eigene Denken und Handeln und gibt Raum für die geistig, emotionale und seelische Weiterentwicklung. Dabei sind Maß und Mitte wichtige Begriffe und das Wissen um den Zusammenhang allen Seins. Interessant finde ich auch die Übereinstimmung Buddhistischer Weisheit mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen…in diesem Fall brauchte es dann mal ein paar Jahrtausende bis es nun endlich in unserer ach so modernen Fort(von jeder Weisheit)schrittsgesellschaft schneckentempoartig ankommt…hoffentlich!

  7. Wo aus Wu sagt:

    In Ergänzung zu meinem Statement über subventionierte Auswüchse:

    900 Rinder nach monatelanger Irrfahrt notgeschlachtet | WEB.DE

    https://web.de/magazine/panorama/900-rinder-monatelanger-irrfahrt-notgeschlachtet-35603998

    Welche Odyssee die wohl hinter sich haben? Ich würde wenigstens die Schiffe festsetzen und schrotten, eines nach dem anderen. Wundere mich, dass hier nichts in den Nachrichten war. Oder habe ich da was verpasst?

  8. Ute P. sagt:

    So weit muss es dann kommen, dass man froh ist, dass die Rinder getötet worden sind und nicht länger furchtbare Quälereien und Demütigungen erleiden müssen.
    Danke, Wolfgang, für die Info.
    Ich werde den Link mit entsprechenden Anschreiben an die hiesige Tageszeitung, den Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg, an Stern, Spiegel und Bild weiterleiten. Falls ich jemals eine Antwort bekomme, gebe ich euch Bescheid.

  9. margitta sagt:

    hallo Conny, soviel ich weiss, gibt es im Buddhismus viele Strömumgen, gar nicht so einfach, die auseianderzuhalten, so gibt es Buddhisten, die, um Fleisch zu essen, sie von anderen Menschen töten lassen, damit sie selbst nicht töten müssen.Auch gibt es durchaus kriegerische Ambitionen und Zerstörungen jeglichen Ausmasses.

  10. Ira sagt:

    Ich habe keine Worte mehr, für all das was in der Welt im Umgang mit Tieren abgeht.
    Es ist so beschämenswert.
    Und nichts davon in den Nachrichten zu hören, komisch!?

  11. Conny sagt:

    Hallo Margitta, danke für den Hinweis…das hat mich angeregt, mich genauer damit zu beschäftigen. Dabei ist mir ein wirklich schräges Statement von einem Lama namens Ole Nydahl untergekommen Er zitiert Buddha, der anscheinend den Hauptgrund für das Schlachten in der schlechten karmischen Verbindung von Schlachter und Tier sieht und deshalb könne jeder Mensch Fleisch essen, solange das Tier nicht insbesondere für diese Person getötet wurde. So kann man natürlich alle Grausamkeit dieser Welt mit einem sanften und entrücktem Lächeln ignorieren.

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