Denn Tiere sind keine Maschinen

Der Harry Potter vom Bauernverband

von Admin, am 19.01.2021.
Das heutige Tagesbild hat der Bauernverband Schleswig-Holstein spendiert und wir müssen einfach darauf eingehen. Schließlich möchten wir nicht, dass die Verantwortlichen Probleme mit ihren Frauen und Freundinnen bekommen, wenn sie diese mit einem Grasbüschel in der Hand auffordern, ihnen doch bitteschön ein Kind zu zaubern. So funktioniert das nämlich in unserer Klasse der Säugetiere nicht.

Ein weibliches Wesen in dieser Klasse produziert Muttermilch nach einer Schwangerschaft, um damit ihren Nachwuchs zu versorgen. Da gibt es keine Unterschiede, egal ob Kuh, menschliche Frau oder eine andere nicht-menschliche Frau, die ihre Kinder säugt. Die kommen erst in der Durchführung auf, denn wenn jemand diesen „Zaubertrick“ so an Menschen ausführen würden, wie die Bauern es traditionell bei Kühen tun, dann würde es Strafprozesse regnen. Das fängt schon damit an, dass Zwangsbesamung an Menschen auf diesem Planeten doch eher verpönt ist, während diese Grausamkeit bei Kühen sogar alternativenlos dargestellt und im täglichen Akkord vollzogen wird. Es hat sich in unserer Art auch nicht durchgesetzt, den Müttern ihre Kinder direkt nach der Geburt wegzunehmen oder sie sogar überhaupt nicht vorzustellen, das wird ebenfalls nur bei Kühen praktiziert. Ganz davon zu schweigen, dass es unter menschlichen Frauen als unanehmbare Belastungsprobe gilt, ihr Leben in Dauerschwangerschaft zu verbringen, während Kühe gnadenlos jedes Jahr erneut geschwängert und so dazu gezwungen werden.

Und um mal eine Frage zu beantworten, die uns in letzter Zei häufiger gestellt wird: Nein, wir kennen keine Methode zur Milcherzeugung, die als artgerecht durchgehen würde. Selbst die vereinzelten Projekte, die Familien erst nach Jahren auseinanderreißen, finden bei uns keine Zustimmung. Im Gegenteil ist das sogar noch einen Tick grausamer, da die Mutter in diesem Szenario ein Kind verliert, das sie lieben gelernt hat. Unvorstellbar, wenn wir heute Mattis von Dina, Karlsson von Tilda oder Jule von Jette trennen würden. Selbst die Bauern, die Familien bis an ihr Lebensende zusammen lassen, sind entweder eine Utopie oder können niemals profitabel genug arbeiten, um Milliarden noch nicht abgestillte Menschen zu versorgen, die gierig nach ihrer artfremden Muttermilch schreien.

Ein Zaubertrick, für den sich Kühe bedanken würden, wäre es, wenn man als Mensch auf Milchprodukte verzichtet. Der ist zum Glück kinderleicht, da der Mensch ohne das Zeug überlebt, was Millionen Veganer und sogar unzählige laktoseintolerante Exemplare beweisen, und der Markt mit pflanzlichen Alternativen geradezu überschwemmt wird. Und er ist auch noch überlebenswichtig, da die industrielle Nutztierindustrie einen bemerkenswert starker Pfeiler der Klimakatastrophe darstellt. Wir können alle Leserinnen und Leser also nur dringend zu diesem persönlichen Simsalabim auffordern. Schon allein um nicht in den Verdacht zu kommen, an infantile Werbung von Bauernverbänden zu glauben. Das wäre ja doch ziemlich peinlich, oder?

 


Kategorie: Allgemein

8 Antworten zu “Der Harry Potter vom Bauernverband”

  1. Avatar Doris sagt:

    Da glaubt der Bauernverband doch tatsächlich an den Weihnachtsmann. Anders ist die Verbreitung solch eines Märchens nicht zu erklären. Einfach nur peinlich.

  2. Avatar Melanie sagt:

    Die Bösartigkeit dieses Systems wäre eher bei Voldemort angesiedelt…

  3. Avatar Bettina sagt:

    Ich habe an das Schicksal von Lina und Mia denken müssen, die ein selbstbestimmtes, glückliches Leben, welches ihnen als Geburtsrecht von Natur aus zustand und auf Butenland Wirklichkeit werde sollte, nur wenige Tage genießen durften.
    Sschon um eines dieser Leben zu retten, lohnt es sich den veganen Weg konsequent zu beschreiten.

  4. Avatar Cornelia sagt:

    …und ihr Jungs seid dumm wie Stroh!!!
    Grüße an den Bauernverband

  5. Avatar Ira sagt:

    Oh man, ohne Worte!
    Das ist doch schon peinlich, aber leider gibt es noch so viele Menschen, die diesen Quatsch glauben.

  6. Avatar Helga sagt:

    So etwas , vom Bauerverband, ist leichter zu glauben als die Wahrheit. Wegschauen immer leichter als aktiv zu sein. Eure Texte müssten in den 20uhr Nachrichten gelesen werden. Es erschüttert dann immer wieder wie so etwas auch geglaubt wird, Macht weiter , Butenland .

  7. […] die Trennung von Mutter und Kind haben wir uns erst kürzlich hier https://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/2021/01/der-harry-potter-vom-bauernverband/ ausgelassen, es ist auch eine dreiste Lüge, dass Kühe mehrmals am Tag gemolken werden müssen. […]

  8. Avatar Maria sagt:

    Eher der TODESSER vom Bauernverband. Harry war ja eher ein gerechtigkeitsliebender empathischer Junge. Und er würde niemals so stümperhaft zaubern wie der Typ mit seinem zynischen Märchen, das wiederum Ihr meisterhaft entzaubert und stattdessen für wichtige Fakten genutzt habt.

    Das Märchen von den zaubernden Mädels spiegelt auch ein interessantes Rollenbild-Märchen wieder – von weiblichen Servicekräften, bezeichnet mit dem zugleich anbiedernden wie Unreife ausdrückenden Begriff „Mädels“. Das körperliche Leiden, Mineralienverlust der Knochen, Euterentzündungen, Folgen der Fehlernährung mit Kraftfutter,… und das mentale Leid – Trennungsschmerz, Eintönigkeit, Verweigerung natürlicher Verhaltensweisen,… – ist vollkommen egal. Hauptsache, sie „zaubern“.

    Weil noch zu viele Menschen auf Drüsensekret bestehen oder aus Gewohnheit oder Scheißegalness fraglos zugreifen.

    Nehmt doch mal Hafer- oder nen anderen Pflanzendrink, liebe vorgeblich tierlieben Mitmenschen. Das macht kein Kalb tot und fördert die Enteckungsfreude.

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