Denn Tiere sind keine Maschinen

Das 15. Törchen

von Admin, am 15.12.2020.


Mit dem heutigen Törchen wollen wir auf 2 Tierarten aufmerksam machen, die gerade zu Weihnachten einem besonders grausamen Schicksal ins Auge sehen.

Bei Gänsen ist in Deutschland die Weidehaltung üblich. Der Haken an der Sache ist aber, dass nur um die 10 % des hierzulande konsumierten Gänsefleischs von deutschen Haltern bezogen wird, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Die Top-Produzenten in Europa sind da Polen, Frankreich und vor allem als Spitzenreiter Ungarn, ein Land, das verstärkt Stopfleberprodukte um die Welt schickt.

In diesen Betrieben setzt auch niemand auf Weidehaltung, im Gegenteil sind dort geschlossene Ställe mit bis zu tausend Tieren an der Tagesordnung. Zusätzlich wird oft auf Käfighaltung zurückgegriffen, dabei variiert es, ob die Opfer in Einzelkäfigen vor sich hin vegetieren oder in Gruppenkäfigen aneinander gepresst werden. Fast schon selbstverständlich in dieser Haltung ist der Drahtgitterboden, Verletzungen an den Beinen, Gefiederstörungen und Atemwegserkrankungen sind die Norm.

Aber selbst die deutsche Weidehaltung ist nur Augenwischerei, denn natürlich verlieren diese Tiere auch dort unnötig ihr Leben. Das Ganze hat sogar einen Namen: Die Weidemast. Hier dürfen die Gänse bis zu 8 Monate alt werden, das Ziel ist ein Schlachtgewicht von circa 7 kg. Dafür müssen die Tiere in den letzten Wochen ihres sowieso enorm verkürzten Lebens fast 150 kg Grünfutter, zusätzlich ergänzt durch kiloweise Kraftfutter, zu sich nehmen. Diese Mast erzeugt vor allem die Weihnachtsgänse, dieses Leid tummelt sich also verstärkt in wenigen Tagen auf den deutschen Tellern.

In der heutigen Massentierhaltung leben schätzungsweise fast 3 Millionen Enten, die Gruppengröße geht dabei bis zu 15.000 Lebewesen. Rostböden aus Plastik, Holz oder Draht sind die Regel, selten wird auf Einstreu zurückgegriffen. Unnötig zu erwähnen, dass diesen Wassertieren ein Zugang zu größeren Gewässern verwehrt bleibt, obwohl das zu ihren elementaren Grundbedürfnissen gehört.

Die Mastdauer beträgt maximal 3 Monate, danach haben die Opfer ihr Endgewicht zwischen 3 – 5 Kilo, je nach Entenart, erreicht und werden getötet. Durch gezielte Zucht entsteht bei den Tieren ein überdimensional größer Brustbereich, ab einem gewissen Stadium können sie sich kaum mehr bewegen, da die eigene Brust zu schwer für einen aufrechten Gang geworden ist.

In der konventionellen Bodenhaltung leben bis zu 6 Enten auf einem Quadratmeter. Bei den Moschusenten wird diese Rate sogar noch verdoppelt, auf bis zu 13 Lebewesen pro Quadratmeter. Das gilt allerdings nur für die weiblichen Tiere, die Erpel haben in dieser Haltung im Endstadium ihrer Mast bereits so an Masse zugenommen, dass nur noch bis zu 7 Tiere auf einem Quadratmeter gedrängt werden können. Um in diesem unwürdigen Gedränge Verletzungen zu vermeiden, werden den Tieren die Krallen gekürzt und die Schnabelspitzen amputiert.

Enten regulieren ihre Körpertemperatur über das Wasser, deshalb sind sie in der Mast ohne Zugang zu diesem Bedürfnis oft einer Überhitzung ausgesetzt. Da in den Ställen kaum ein Luftaustausch vorhanden ist, kommt es zu einem feuchten Klima, das die Entstehung von Schadgasen wie Ammoniak begünstigt.

Immer wieder wird in den Ställen Kannibalismus beobachtet. Auch andere Verhaltensstörungen wie das sogenannte Gründeln in der Einstreu, das die Nasenlöcher verstopft, ist an der Tagesordnung. Als Gegenmaßnahme wird den Tieren wie schon erwähnt die Schnabelspitze amputiert, ein Körperorgan, das durchblutet und mit Tastrezeptoren ausgestattet ist. Weitere auftretenden Verletzungen in dieser gängigen Haupthaltungsform sind schmerzhafte Wucherungen an Zehen und Ballen durch die Gitterböden, eine Störung der Knochendichte, sogenannte Brustblasen, die entstehen, wenn sich Lymphflüssigkeit ansammelt, Herz-Kreislauf-Probleme und Atemschwäche durch von Kot oder dem Gründeln verklebten Nasenlöchern.

Wenn die Tiere ihre Schlachtgewicht erreicht haben, ist es üblich, sie bis zu 24 Stunden hungern zu lassen, damit sie auf dem Transport nicht so viel koten. Natürlich dehydrieren diese Wassertiere dadurch vollständig. Im Schlachthof angekommen werden sie durch eine elektrische Einleitung betäubt, dafür werden sie an den Füßen aufgehängt. Die Betäubung wirkt dabei erst nach Minuten, eine Zeit, in der das absurd vergrößerte Körpergewicht nach unten drückt. Oft kommt es zu Fehlbetäubungen, so dass die Opfer ihren Kehlenschnitt bei vollem Bewusstsein erleben. Wieso informiert sich kaum jemand über diese Barbarei und warum vergeht keinem Fleischesser der Appetit aufgrund dermaßen grausamer Tierquälerei? Wir werden es nie begreifen.


Kategorie: Allgemein

11 Antworten zu “Das 15. Törchen”

  1. ellen sagt:

    Der Kommentar sagt alles – es ist unbegreiflich -!!!!

  2. Bettina sagt:

    Nicht zu vergessen: Der Lebendrupf, durch den besonders günstige Weihnachtsangebote dieser armen Tiere aus Freilandhaltung gegenfianziert werden.

    Vermutlich habe ich durch einige unachtsame Kommentare die Gefühle wertvoller Menschen hier im Forum verletzt. Das lag nicht in meiner Absicht.
    Deshalb werde ich mich hier nicht mehr äußern.
    Bitte macht das Forum wieder bunt, Mädels.

  3. Antonia sagt:

    Es ist wirklich grausam! Es ist ganzjährig grausam, aber an Weihnachten nochmal besonders, weil die Menschen sich einreden, das sei das Fest der Liebe. Ein Hohn ist das! Insbesondere dieses Jahr nervt mich die Scheinheiligkeit der Menschen noch mehr als sonst. Da nölen die Leute herum über die Corona-Beschränkungen, die ihr Weihnachtsfest gefährden, während sie sich ganz sicher keinen halben Gedanken machen um die der Mutter entrissenen Kälbchen, die für irgendein Weihnachtsfondue gerade auf dem Transporter zum Schlachthof unterwegs sind. Oder um die vielen gefiederten Opfer, die Ihr hier beschreibt.
    Traurig und unbegreiflich!

  4. ulla39 sagt:

    vor allem @Bettina

    Ich verstehe nicht, warum Du Dich nicht mehr äußern möchtest. Auf jeden Fall tut es mir leid.
    In einem muß ich Dir mit Nachdruck widersprechen: Es gibt in diesem Forum keine „wertvollen“ Menschen, was impliziert, daß es auch weniger wertvolle Menschen gibt.
    Hier im Forum sind wir alle gleich wertvoll, meine ich.
    Komm bitte zurück und bring Deinen speziellen Farbtupfer wieder ein, damit das Forum wieder bunter wird,

  5. Gabriele R. sagt:

    Gerade zum „Fest der Liebe“ müssen unschuldige Tiere ihr Leben lassen. Die Menschen gehen in die Kirche, beten für Frieden und zuhause angekommen, essen sie ihre Tierleichen und hören auf nachzudenken und mitzufühlen.

    Wie wunderschön Eure beiden Gänse auf diesem Foto aussehen, gesund, zufrieden und voller Neugier, was sich in diesem Säckchen wohl für Leckereien verstecken. Ein herrlicher Anblick.

  6. Bettina sagt:

    Sollte der Umgang mit menschlichen Kindern in diesem Forum nach meiner Überzeugung ein Eingreifen erfordern, werde ich natürlich kommentieren und falls nötig auch Admin (hier vermutlich Jens) persönlich auf einige Grundregeln zwischenmenschlicher Umgangsformen aufmerksam machen. Ob es ihm nun passt oder nicht und ungeachtet kindisch anmutender Trotzreaktionen.

  7. Hilke sagt:

    Liebe Bettina,
    ich weiß nicht, worum es dir geht, habe in allen letzten Kommentarbereichen geschaut und zuletzt vor Tagen von dir was gelesen, nix, was mir deine Zeilen erklären könnten.
    Mein PC streikt, wir haben jetzt ein Ersatzgerät, aber dies macht mir Videos gucken und manch anderes madig bis unmöglich, habe auch nicht alles hier an Artikelm gelesen, da es mir nicht gut tut, immer und immer wieder von Grausamkeiten zu hören. Irgendwann lönnen die hier lebenden Tiere mal von ihrer alten geschichte entbunden sein, m.E. müßte das nicht nach Jahren noch stetig wiederholt werden.

    Davon abgesehen hat, was mich selbst betrifft, zumindest mein Wegbleiben in Kommentarbereichen, andere Gründe. Nicht jetzt daß ich meine, du meintest mich mit „wertvollen Kommis/Menschen“, 🙂 , aber ich ziehe mich grad an einigen Stellen zurück, da es für mich mehr Sinn macht, bei mir zu bleiben u. Diskussionen mit Einbahnstraßen zu vermeiden.
    Auch habe ich keinen Bock drauf,mich in eine Kämpferschiene zu drängen: „die bösen bösen anderen“ etc.
    Soweit mein Wort zum Mittwoch, machtet jut.

  8. Ute P. aus HD sagt:

    Liebe Hilke, ich finde es richtig und gut, die Vorgeschichten der Butenland-Tiere immer und immer wieder zu erzählen. Das muss ständig in die Öffentlichkeit, es darf nicht vergessen oder verdrängt werden. Es ist zwar immer wieder schmerzlich für die Leser, die die Homepage öfter besuchen, aber es gibt sicher viele neue oder zufällige Besucher, denen diese Informationen nicht vorenthalten werden dürfen.
    Und wir können doch so viele herzerwärmende Berichte und Filme über das zweite und glückliche Leben der tierischen Butenländer lesen und sehen, die wunderbar tröstlich sind.

  9. Hilke sagt:

    Ute,
    Ihr macht es ja sowieso wie ihr es macht. Mir tut es nur weh, ich träumte teils nachts davon, davon aber wird keine Welt besser!
    Haben Menschen nicht schon zu lange auf immer dieselben „Werkzeuge“ gesetzt, ohne daß sich dadurch irgendwas veränderte? Lesen hier die Fleischesser, Bauern, Ämter, oder die Tierliebenden, die sowieso das alles wissen??? Wird es nicht Zeit, mal andere „Werkzeuge“ auszuprobieren???
    Außerdem geht mir langsam das ganze „entsetzt-sein“ und „empört-sein“ hier auf den Keks, man schreibt sich seine Empörung hier runter,und meint dann, man wäre besser, man hat sich aber nur seines Frustes entladen und macht weiter wie bisher?
    Z.B. bei Goofy, ich fand generell dieses Projekt gut, nur den Schluß nicht, aber muß man deswegen jetzt die Kinder, Lehrer etc. verurteilen? (Das war der Moment, wo ich mich anfing, zurückzuziehen hier)
    Oder ist es langfristig nicht besser, das Gute in die Welt zu bringen und aufzuzeigen, -wie es Butenland ja hauptsächlich tut- wie glückliche Tiere aussehen?
    Mein persönlicher Wunsch wäre gewesen, die hier glücklich lebenden, einfach mal in der Gegenwart ohne „Anhang“ ihrer alten Geschichte als glücklich wahrzunehmen.
    Das ist einfach meine Sicht und ich bin dafür zuständig, auf mich selbst achtzugeben, zu fokussieren,was mich nährt und was mir Alpträume bereitet, kann gehen.
    Das heißt ja alles nicht, daß ich nicht Verwantwortung übernehme in meinem Umfeld, das tue ich , hänge es nur nicht an die große Glocke.

    Ute, du hast sehr schön geschrieben, dafür danke ich dir und ich wünsche Bettina, daß sie weiter hier schreibt.
    Euch alles Gute.

  10. Ute P. aus HD sagt:

    Liebe Hilke, ich bin vor 2 Jahren zufällig auf die Butenland-Homepage gestoßen, und erst seither haben sich sowohl mein Konsumverhalten als auch meine Aufmerksamkeit verändert. Sehr spät in meinem Leben, was ich außerordentlich bedaure.
    Und deshalb denke ich, dass möglicherweise viele andere Zufallsbesucher auch diese Anstöße brauchen, um über ihren Tellerrand hinaus zu schauen und den Wunsch zu entwickeln, zu einer Veränderung beizutragen.
    Was die Schüler dieses Hamburger Gymnasiums betrifft, bin ich mittlerweile der Meinung, dass sie ein „Danke“ verdient hätten, denn immerhin haben sie dem kleinen Kalb im letzten Jahr das Leben gerettet. Ich denke, dass der unselige Deal mit dem Museumsdorf in dem Moment ihre einzige Möglichkeit war, Goofy unterzubringen. Und zumindest insgeheim werden die meisten dieser Jugendlichen sehr sehr froh gewesen sein, als die Verantwortung, das Kalb töten zu lassen, von Ihnen genommen wurde. Natürlich wünsche ich mir, dass Goofy in einem Lebenshof unternommen kann, sobald die Wogen sich geglättet haben. Und über die „Museumspädagogik“ wird ja diskutiert.
    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und schöne Weihnachtstage.

  11. ingeborch sagt:

    Es gibt Traditionen, die gehören einfach abgeschafft. Das Fest der Liebe schließt Tiere offenbar nicht mit ein. Keine Debatten über artgerechte Haltung mehr, sondern einfach ganz mit Fleisch essen aufhören. Heute ist ein schönes Tag dafür. Also am besten gleich heute.

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