Denn Tiere sind keine Maschinen

Pressemitteilung der Schule zu Goofy, unsere Meinung und ein Statement einer Kinder-und Jugendtherapeutin

von Admin, am 27.11.2020.

Der Schulleiter:
Schulprojekt um das Stierkalb „Goofy“ wird abgebrochen – „Goofy“ wird zum Zugochsen umgeschult

Eine 8. Klasse des Walddörfer Gymnasiums in Hamburg hat vor eineinhalb Jahren im Zillertal auf einer Klassenreise durch Zufall die Geburt eines Kälbchens miterlebt. Der anfängliche Impuls, das Tier retten zu wollen, wich sehr schnell der realistischen Einsicht, in Kooperation mit dem landwirtschaftlichen Betrieb des Museumsdorf Volksdorf eine zeitlich befristete Verlängerung eines möglichst artgerechten Lebens bis zu einer Schlachtung zu erreichen. Teil des Projekts war von Anfang an der gesellschaftskritische Anspruch, dem Fleisch ein Gesicht und Namen zu geben und hinter die Kulissen der Landwirtschaft zu schauen. In Kooperation mit dem Museumsdorf hat die Klasse „Goofy“ nach Hamburg geholt und sich eineinhalb Jahre um dessen artgerechte Haltung gekümmert. Im Kontakt mit dem Tier haben sich die Schüler praktisch und theoretisch mit Fragen der Ernährung, Landwirtschaft, des Fleischkonsums und der Tierethik beschäftigt. Bei einem bundesweiten Wettbewerb des Landwirtschafts-ministeriums erlangten sie im Sommer einen 2. Platz.

Die Schlachtung des Tieres war für alle in der Klasse ein herausfordernder und akzeptierter Teil des Lebens auf einem landwirtschaftlichen Hof. Dann wurden Ende November, ausgehend von einem Zeitungsartikel, plötzlich die sozialen Netzwerke, Tierschützer und Veganer auf „Goofy“ aufmerksam. Der öffentliche Druck durch Kampagnen und eine Überflutung durch Mails wurde so groß, dass die Schule und das Museumsdorf Volksdorf den pädagogischen Schutzraum für die betroffenen Schülerinnen und Schüler nicht mehr gewährleisten können. Massive Verurteilungen und Anfeindungen lassen keinen Raum mehr für eine fruchtbare und kontroverse Auseinandersetzung innerhalb des Projekts. Das Projekt wird daher vorzeitig beendet, auch unter dem Protest des Museumsdorfes Volksdorf, das das Projekt wie vereinbart gerne zu Ende führen wollte.

„Goofy“ bleibt am Leben und wird auf dem Museumsdorf Volksdorf zu einem Zugochsen umgeschult. Für die Schülerinnen und Schüler der mittlerweile 10. Klasse bleibt auch der Abbruch des Projekts eine herausfordernde Bildungsaufgabe, bei der nicht nur die Diskussion um Tierhaltung und Fleischkonsum, sondern auch die Erfahrung mit Medien und sozialen Netzwerken für kritische Erkenntnisse sorgen wird.
Jürgen Solf, Schulleiter des Walddörfer-Gymnasiums

Wir meinen:

Goofy darf jetzt also weiterleben, soll aber in die lebenslange Sklaverei abgeschoben werden. Damit wird dann auch endgültig klar, dass nichts hinter diesem Schulprojekt stand, schon gar kein pädagogisches Konzept. Denn sonst hätte man an dieser Stelle einfach einsehen können, dass kritisches Hinterfragen des Fleischkonsums und des Umgang mit Tieren auch möglich ist, ohne dass jemand dafür sterben muss. Niemand hätte etwas verloren, wenn man den Stier einfach Butenland überlassen hätte, aber das wird in einer kindisch anmutenden Trotzreaktion als Einknicken vor bösen Veganern gesehen und stattdessen soll Goofy jetzt lieber lebenslang ausgebeutet werden. In einem Museumsdorf, das es ausdrücklich in der Stellungnahme bedauert, niemanden töten zu dürfen, und das sich nun darauf freut, das Tier so zu schinden, wie es in längst vergangenen Zeiten üblich war. Natürlich zieht man auch noch über die bösen Medien her, weil die neutral berichtet und kritische Fragen gestellt haben, auf die dieses Gymnasium nicht mal ansatzweise Antworten hat. Was für eine grottenschlechte und so gar nicht selbstkritische Reaktion des Walddörfer-Gymnasium und was für ein Offenbarungseid vor jedem Bildungskonzept.

Stellungnahme einer Kinder – und Jugendtherapeutin:

Die Schlachtung des Tieres war für alle in der Klasse ein herausfordernder und akzeptierter Teil des Lebens auf einem landwirtschaftlichen Hof“, behauptet der Schulleiter des Walddörfer Gymnasiums, Jürgen Solf, in einer Pressemitteilung. Für Kindertherapeutin Yvonne Kossmann aus dem Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz ist die Betonung, dass alle in der Klasse die Schlachtung des Tieres akzeptiert hätten ein Beleg dafür, dass das Thema „emotional nur sehr einseitig bearbeitet worden sein kann“. Es traue sich niemand in der Klasse eine andere Position zu vertreten. „Das ist sehr bedenklich. Mitgefühl sei für Kinder sehr wichtig um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Es geht darum, dass sich Kinder für Schwächere einsetzen. Ein Kind soll ja lernen, die Welt besser zu machen und dazu ist Empathie für Kinder besonders wichtig. Aber eine Schlachtung sorgt für Verrohung und kann bei Jugendlichen zu Alpträumen und depressiven Phasen führen, aber auch zu länger andauernden oder dauerhaften emotionalen Defiziten.“ Die Expertin rät der Schulleitung, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, um alle Aspekte und Meinungen, die das Leben und den ursprünglich geplanten Tod des Tieres betreffen, mit den Jugendlichen zu besprechen. Denn emotional gesunde Kinder würden sich riesig darüber freuen, dass sich ein Lebenshof bereit erklärt, ihr Kälbchen aufzunehmen.

Foto: Paul und Jan


Kategorie: Allgemein

27 Antworten zu “Pressemitteilung der Schule zu Goofy, unsere Meinung und ein Statement einer Kinder-und Jugendtherapeutin”

  1. Avatar Monika Hoffmann-Kühnel sagt:

    Ist das jetzt das letzte Wort in dieser Sache? Die Tatsache, dass man diesem Tier ein würdiges Leben demonstrativ verweigert, zeigt doch nur, wie wenig es ums Nachdenken über eine alternative Lebensweise geht und ging. Absolut erbärmlich!

  2. Avatar iski sagt:

    Ich war ebenfalls Lehrerin an einem Gymnasium. Im Rahmen von Projekttagen habe ich unter dem Leitthema „Wie geht der Mensch mit Tieren um?“ mehrfach Projekte angeboten, deren Zielsetzung die kritische Hinterfragung des menschlichen Anspruchs war, sich Tiere zur eigenen Bedürfnisbefriedigung zunutze zu machen. Beleuchtet wurde das häufig daraus entstandene Elend unserer Mitgeschöpfe, sei es als entsorgte Streunertiere, als Lieferanten für Modeacessoires (Beispiel Pelztiere), als Unterhaltungsobjekte (Zirkus und Zoo), als (Pseudo)Medizinlieferanten (Beispiel Gallebären), als Testobjekte in Forschung und Wissenschaft und schließlich als Nutztiere in der Landwirtschaft. Zielsetzung war immer, die gewohnte Perspektive zu wechseln, Gewohnheiten und Lebensweisen zu hinterfragen und die Empathie für unsere Mitgeschöpfe zu wecken bzw. zu vertiefen. Meine eigene vegane Ernährungsweise und die auf Augenhöhe gelebten Mensch-Tier-Beziehungen auf Hof Butenland, dokumentiert in Videos, waren dabei Diskussionsstoff. In den meisten Fällen lösten die Dokumentationen Betroffenheit bei den SchülerInnen aus,oft auch das (meist kurzfristige) Bemühen auf Fleischverzicht. Nur in einem Fall kam das Argument, der Mensch sei nun mal das höchste aller Lebewesen und von daher berechtigt, sich die anderen zunutze zu machen. Von daher kann ich mir die zitierten Aussagen der Schüler und ihren angeblichen Willen, das Projekt wie geplant zu Ende zu führen, nur als Folge einer gezielten Lenkung seitens der verantwortlichen Pädagogen in diese Richtung vorstellen.
    Was immer das dahinter stehende Interesse sein mag: so erzieht man Kinder nicht zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Umwelt, Tieren und auch Menschen. Eine derartige Argumentation wie die des/der Verantwortlichen ist in meinen Augen eine pädagogische Fehlleistung und einfach nur krank.

  3. Avatar Bettina sagt:

    Vielleicht regt dieses Zitat von Albert Schweitzer den einen oder anderen zu einem Umdenken im Umgang mit den Mitmenschen an:

    „Ich bemerke an anderen und an mir, dass wir oft in falscher Weise für die misshandelte Kreatur eintreten; wir tun es im Zorn, mit hartem Aufbegehren oder Schelten und bringen die Menschen mit einem Schein des Rechts gegen uns auf wegen der Art, wie wir uns in die Dinge mischen, und haben es uns dann selber zuzuschreiben, wenn wir ein barsches »Das geht Sie nichts an« zu hören bekommen, wo ein ruhiges und freundliches Wort keinen solchen Trotz im anderen geweckt hätte.“

    Unser Ziel sollte es sein, durch Erkenntnis und Weisheit zu wahren Humanisten, wie eben Albert Schweitzer es vorlebte, zu werden, denn nur so können wir unser menschliches Potential im Kampf gegen jede Form des Unrechts gegen andere Lebewesen voll ausschöpfen.

  4. Avatar Lisa sagt:

    Verhärtete Fronten bringen Goofy gar nichts. Wäre es nicht besser dem Gymnasium und dem Museumsdorf anzubieten, das für Goofy immer ein „Weidetor“ auf Butenland offen steht?
    Vielleicht müssen sich dort in Hamburg die Wogen einfach erst mal glätten.

  5. Avatar Marita sagt:

    Wie sollen die Kinder Empathie lernen, wenn erst im Schulalter damit begonnen wird? Sind nicht die Eltern an aller erster Stelle dran, einem Kind, ihrem Kind, die Liebe zu anderen Mitgeschöpfen beizubringen? Empathie und Rücksichtnahme, Liebe und Toleranz, Anerkennung des Anderssein kann schon ein Kleinkind erlernen. Die Schule kann nicht alle Versäumnisse aus dem Elternhaus ausgleichen. Denn wenn die Eltern nur Fleischkonsum und Ausnutzen von „Nutztieren“ vorleben, kann so ein Schulprojekt nicht mehr viel richten. Und das einige Beteiligten eventuell sogar Richter über Leben oder Tod sein konnten, ist ja vielleicht sogar als eine Art Thrill betrachtet worden. Was aus unseren Jugendlichen geworden ist – wie hier schon gefragt wurde – nun sie leben eben das „Vorbild“ ihrer Eltern nach.

  6. Avatar Cornelia sagt:

    Ich verstehe euch und eure Argumente alle, neige am stärksten jedoch Lisa zu: es bringt Goofy rein gar nichts, wenn wir jetzt immer noch wieder neue Wege finden, sein Schicksal zu beklagen.

    Albert Schweitzer klingt wunderbar, dürfte aber auf die Schnelle nicht „durchsetzbar“ sein und jetzt noch den Eltern Vorwürfe zu machen bringt auch nichts, denn wir wissen nicht, ob die überhaupt je die Chance hatten, selber irgendwo die Grundlagen für Liebe und Empathie kennenzulernen.

    Je mehr wir mit dem drohenden Finger auf dieses Projekt zeigen, desto stärker werden sich die Fronten verhärten, weil jeder sich im Recht fühlen will.

    Die Weidetore für Goofy offen zu halten und das immer wieder zu zeigen, halte ich auch für einen guten Weg.

    Ansonsten müssten alle Wege von Museumsdorf und Gymnasium unter Beobachtung gestellt werden, die zu Schlachthöfen o.ä. führen, um ggfs. an letzter Stelle dem Schlachter noch das Leben dieses kleinen Stiers abzuhandeln.

    Ein Tropfen auf einem heißen Stein – sicher – aber lieber gar nichts tun???

  7. Avatar Helga sagt:

    Schade das von der Schule keine Bereitschaft zum reden ist . Die Schuld auf die Medien zu lenken haben wir doch grade in den USA erlebt . Und was das anrichtet sehen wir auch . Nutztiere müssen einen Nutzen schaffen … frei leben ist nicht gewünscht . Mir fällt es schwer zu sehen , da einen Nutzen für die Jugendlichen zu sehen .

  8. Avatar Hilke sagt:

    Ich kann nur der Therapeutin in allen Punkten zustimmen, so sehe ich das auch! Ich bin fast sicher, daß die Kinder geprägt wurden, was sie zu fühlen u. denken haben. Sie beugen sich dem SCHEINBAR stärksten Prinizip, leider tun das viele Menschen…
    Und ohne jetzt schon alle Kommis gelesen zu haben, bei Bettina’s Kommi sage ich JA!
    Druck machen erzeugt nur Gegendruck. Wer dann darunter leidet, ist IMMER das schwächste Glied in der Kette.
    Das stärkste Prinzip aber wird am Ende immer das (Mit-)Fühlen sein wie das Wasser, was den Stein formt.

  9. Avatar ellen sagt:

    Ich kann mich nur Monika anschließen – erbärmlich – eine Verweigerung das Leben in Freiheit zu genießen und Freundschaften einzugehen. Der Arme soll also als Ausstellungsobjekt enden – besser als beim Schlachter – auf jeden Fall gilt es die Lage weiterhin zu beobachten. Den pädagogischen Sinn/Unsinn hinterfrage ich sehr kritisch!!! Auch von der Schule einfach nur lächerlich, Goofy einen gesicherten Lebensplatz auf Butenland zu verweigern. Einsame Spitze!!!!!!!

  10. Avatar JulMo sagt:

    ….und was passiert mit den gezüchteten Kälbchen, wenn diese groß sind?

    Vor 3 Tagen sind ca. 150 2 wochen alte Kälbchen verstört und verängstigt auf einer Autobahn in Baden Württemberg gestanden, da der Transporter gebrannt hat. Puhh, das war emotional ein heftiger Anblick.

  11. Avatar knisel brigitte sagt:

    offensichtlich sind die wissenschaftlichen erkentnisse die zu fridays for future geführt haben nicht in dieser schule angekommen.wenn goofy vor oder nach seinem leben als zugochse gechlachtet wird,ist das eine zustimmung zur bekannten grausamen massentierhaltung die mehr co2 emittiert als sämtliche verkehrsmittel weltweit zusammen.mit aller bequemlichkeit nichts dazulernen wollen.

  12. Avatar Bettina sagt:

    Tierschutz fängt immer bei den Menschen an.
    Selbst wenn wir „Goofy“ nach unseren Vorstellungen retten, müssen wir uns fragen, wieviele Menschen wir auf diesem Weg als künftige Mitstreiter für unsere Ideale und Überzeugungen verloren haben. Menschen, die vielleicht schon morgen für das Wohl der Tiere an unserer Seite gekämpft hätten.

  13. […] Der Protest von Tierschützern hat zu einer Wende im Fall geführt. Zitiert sei aus der Presseerklärung des Leiters des Walddörfer-Gymnasiums Jürgen Solf: […]

  14. Avatar Bettina sagt:

    Solange unsere Ethik- und Moralvorstellungen gegenüber nicht menschlichen Tieren nicht mehrheitlich gesellschaftlich anerkannt und juristisch durchsetzbar sind, bleibt uns jedoch nur Überzeugungsarbeit zu leisten und mit einem empathiegeleiteten Verhalten positive Entwicklungen anzustoßen.

  15. Avatar Inga sagt:

    Wenn die Klasse einer Meinung ist bei einem in unserer modernen Gesellschaft, in der es nicht mehr nötig ist, Tiere zu töten, um selbst zu leben, dann wurden keine kritischen Bürger, sondern nützliche Konsumenten erfolgreich herangebildet. Moderne Verhaltensforschung blieb ebenso auf der Strecke wie Philosophie/Ethik. Stattdessen gilt offenbar der Egozentrismus der „gefühlten Wahrheit“, wenn dem Tier „die Würde zurückgegeben“ wird. Menschen, die gezwungen sind zu töten, mögen darin Trost finden, für einen Hamburger (der Doppelsinn war Zufall) ist das eine billige Ausrede. Ich würde mein Kind von einer Schule fernhalten, in der Konformität in wichtigen Themen erzeugt wird.

  16. Avatar Antonia sagt:

    In den meisten Kommentaren kommt vor allem eine Haltung zum Ausdruck: Ich bin besser als die, die meine Meinung nicht teilen. (Leider denken ja fast alle Menschen von sich, sie seien klüger und aufgeklärter als „die Masse“ – ein entlarvendes Zitat aus den Kommentaren: „leider tun das viele Menschen“) Viele, die sich hier für das Tierwohl einsetzen, scheinen im Umgang mit Menschen keine Gnade zu kennen. Von einer „pädagogischen Fehlleistung“ zu sprechen, die „einfach krank“ ist bis hin zur Unterstellung, es gebe bei dem Projekt vielleicht den Thrill, sich zum Richter über Leben und Tod aufspielen zu können. Die Schüler*innen werden als geradezu unmündig dargestellt, die nicht in der Lage sind, ihr eigenes Urteil zu fällen, weil sie die Denk- und Verhaltensmuster ihrer Eltern kopieren u von ihren Pädagog*innen gelenkt sind. Das ist doch Schmarrn! Diese jungen Leute können sehr wohl selbstständig denken und sind nicht Opfer irgendeiner Gehirnwäsche! Ich stimme voll und ganz Lisa, Caroline und vor allem Bettina zu! Diese Art der Besserwisserei und Konfrontation schadet eher dem Tierwohl-Anliegen! Türen offen halten, Gesprächsangebote machen hat viel mehr Überzeugungskraft als diese vielen moralischen Zeigefinger, die mit Beleidigungen und Überheblichkeit daherkommen.

  17. Avatar Harald Steinberg sagt:

    ich frage mich allen Ernstes welch kranken Gehirnen ein derartiges Schulprojekt entspringt. Das hat für mich absolut nichts mehr mit Pädagogik zu tun, sondern ist ganz einfach pervers. Wäre ja nicht das erste Mal, dass in Wirklichkeit hinter derartigem Treiben Wollust und niedere Triebbefriedigung der Initiatoren stecken. Mal stelle sich mal vor: Ein kleines Kälbchen steht zitternd und ängstlich da, mit einer schrecklichen Vorahnung, umgeben von sensationslüsternen und gaffenden Schülern und Lehrern. Voller Spannung erwartet die (johlende) Menge wie das Kälbchen getötet wird. Diese Barbarei sollte doch in einem zivilisierten Land wie Deutschland der Vergangenheit angehören.
    Wer hier nicht dagegen protestiert unterstützt diesen barbarischen Akt des Anschauungsunterrichts. Ich mag mir gar nicht vorstellen welche Anschauungsunterrichte von den fehlgeleiteten Initiatoren (Pädagogen wäre hier wohl vollkommen Fehl am Platz) noch geplant sind. Vielleicht eine Vergewaltigung, eine Kinderschändung oder eine Folterung ?
    Es wäre letztendlich auch zu prüfen, ob die Tötung des Jungstieres gegen die Tierschutzgesetze verstößt und damit auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann – was sehr zu begrüßen wäre.

  18. Avatar Bettina sagt:

    Sind Sie sicher, dass ihre Phantasien einen Bezug zur Realität haben?
    In gerichtlichen Prozessen stellt man einer möglichen Verurteilung eine umfassende, lückenlose Beweisaufnahme voran. Sämtliche Fakten werden gewürdigt und entlastende Tatsachen gehört.
    Weshalb sollten wir von dieser Tradition abweichen und uns ohne zureichendes Wissen in diesem Fall ein Urteil erlauben?

  19. […] Auf einer Klassenfahrt im Zillertal wurden die Achtklässler Zeuge der Geburt des Stierkälbchens Goofy. Sie durften das Kalb mitnehmen und zogen es, in Kooperation mit dem Museumsdorf Volksdorf, auf. Die Schüler sollten lernen, wie ein Kalb artgerecht gehalten werden kann und welche Versorgung es auf einem landwirtschaftlichen Hof benötigt, berichtet die „Tierschutzstiftung Hof Butenland“. […]

  20. Avatar Bettina sagt:

    Gut, dass Goofys Tod abgewendet werden konnte.
    Die Jugendlichen werden ihren Freund sicher weiter besuchen und sich liebevoll um ihn kümmern.
    Vielleicht sind sie sogar irgendwann dankbar für diesen Ausgang, wenn Goofy Ihnen zeigt, wie gerne er lebt und wie sehr er sich über jeden einzelnen ihrer Besuche freut.
    Die Freundschaft zu einem Tier löst in uns Menschen häufig mehr aus, als all unsere Worte.

  21. Avatar Johann sagt:

    Der Schwarzwald und andere Mittelgebirge sowie die Alpen hätten ohne Tierhaltung nicht besiedelt werden können. Die Menschheit hätte ohne das Essen von Tieren nicht überlebt, besonders nicht in Deutschland. Dieses Emo-Gelaber ist wirklichkeitsfremd. Ich finde es richtig, dass die Kids ein Tier schlachten lassen und es dann auseinander nehmen. Da sieht man mal wie das ist. Pädagogik des ECHTEN Lebens. Dann kann man glücklicherweise heute entscheiden, wenig bis kein Fleisch zu essen.
    Würde man Menschenschutz genau so hartnäckig betreiben wie Tierschutz, dann gäbs weniger verhungerte oder missbrauchte Kinder. Aber da ein Kind meinem süssen Hund nicht ähnlich sieht und auch noch laut ist, sind die Deutschen lieber für das Tier. Kotzt mich an!
    Fanatismus aus Eigennutz.
    Und ohne Witz Herr Steinberg: Was ein abstruser Text; Ihre Sensationslust wird da sehr klar offenbar.

  22. Admin Admin sagt:

    Vielleicht sollte man anderen nicht Emo-Gelaber vorwerfen, wenn die eigenen Argumente aus dem Neandertal kommen. Die Mittelgebirge sind mittlerweile besiedelt und heutzutage braucht niemand mehr Fleisch zum Überleben. Jeder, der sich trotzdem darauf beruft und damit sein Gegenwartsgemetzel verteidigt, ist wirklichkeitsfremd. Und in Sachen Menschenschutz sollte man selber erstmal vorlegen, bevor man anderen auf Verdacht etwas schwammig vorwirft.

  23. Avatar Bettina sagt:

    EMO: eine pubertäre Phase und für einen Erwachsenen nicht mehr altersgerecht / zu kindisch

  24. Avatar Kristina Hambach sagt:

    In Deutschland werden täglich über zwei Millionen Tiere geschlachtet und hier kreischt eine Auseinandersetzung um ein einzelnes charmantes Schulexperiment, bei dem Schülerinnen und Schüler, kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum, über den realexistierenden Zusammenhang von Leben, Töten und der Produktion von Lebensmittel etwas angemessenes hätten lernen können. Wenn Tiere in dieser Welt fast ausschließlich wie Sachen behandelt werden, dann hat das mit Kapitalismus zu tun. Dagegen sollte sich der Widerstand des Tierfreundes richten – nicht gegen Lehrerinnen, Lehrer und Schüler_innen, die, sehenden Auges, in den Blick nehmen wollten, vor was hierzulande (nicht nur) Millionen von Mc Donalds Kunden die Augen verschließen. Ein aufklärerisches Projekt wird so zum Gegenstand moralinsaurer und therapeutisierender Beschäftigung. Schlachten soll sowas ähnliches wie Kinderschändung sein – merkt ihr eigentlich noch irgendwas?

  25. Avatar Anna sagt:

    In Deutschland werden täglich Kühe geschlachtet, warum sollte den dieses Tier von besonderer Bedeutung sein? Ja, es wurde von den Kindern gerettet, ja man hat das Tier ins Herz geschlossen und es ist gut, dass das Tier bereits gerettet worden ist. Jedoch ändert es nichts an der Tatsache, dass tag täglich weiter Kälber und Kühe für die Massenhaltung geschlachtet werden UND es weiterhin ins großen Mengen Fleisch konsumiert werden. Dieses Projekt sollte bei den Kindern das Bewusstsein für den Fleischkonsum und anonymen Massenmarkt schaffen, denn wenn nicht Goofy im Schlachthof landet ein möglicherweise ein anderes Kalb, welches wiederum bei den Kindern als Braten auf dem Tisch landet. Und jeder sollte sich ein Beispiel an dem Projekt nehmen und versuchen ein Bewusstsein für den Fleischkonsum, die Nutztiere und für jedes Lebewesen schaffen.

  26. Admin Admin sagt:

    Ich frage mich eher, wer hier nichts mehr merkt. Da schreiben sich alle heuchlerisch die Seele aus dem Leib, wie toll es doch gewesen wäre, wenn man jemanden umgebracht hätte, weil das so eine großartige Demonstration gewesen wäre, da man so auf das eigentliche Leid hingewiesen hätte. Aber wehe, das wird auf den Menschen übertragen, das ist dann plötzlich etwas ganz anderes und die gerade noch selbst gebrachten Argumente werden ruckzuck pervers. Unter uns gibt es zwar auch ganz alltägliche Diskriminierungen und Misshandlungen, aber eine einzelne Person deshalb öffentlich zu diskriminieren und zu misshandeln, um darauf aufmerksam zu machen, geht gar nicht. Nur Tiere dürfen für solche Exempel sogar sterben, das ist dann „normal“. Eben weil die meisten Menschen nichts mehr merken und höchstens noch moralisch etwas zucken, wenn es gegen die eigene Art geht. Schämt euch einfach.

  27. Avatar Kristina Hambach sagt:

    Na ja, kennst du die beiden Formate „Dschungelcamp“ und „Balls“? Da werden Menschen gedemütigt und verletzt, gegen Geld. Auch sowas sollte in einer vernünftig eingerichteten Welt nicht vorkommen müssen. Will sagen: Das Leid dieser kapitalistisch organisierten Welt richtet sich doch gegen Mensch, Tier und Natur. Das komplette Leben, uns eingeschlossen, ist bedroht und wird zu Ware und Profit gemacht. Darüber gelte es auch mal nachzudenken. Alles andere ist zu kurzgeschlossen. HG

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