Denn Tiere sind keine Maschinen

Das Monatsupdate zur Lobbyglucke von der Bauerntruppe

von Admin, am 03.08.2019.

Es gibt Neuigkeiten von der „Lobby-Glucke von der Bauerntruppe“ (Zitat aus der Satiresendung Extra 3). Aktuell sind ihre gesammelten Lobbykontakte untersucht worden, dabei ist – oh Wunder – rausgekommen, dass die Frau sich mindestens 25 Mal zu Einzelgesprächen mit Lebensmittelkonzernen wie Nestlé und Mars und Vertretern der klassischen Agrar-, Fleisch- und Ernährungswirtschaft getroffen hat, aber nur fünf Mal mit Vertretern von Organisationen wie dem Bund ökologische Landwirtschaft. Das allein ist schon wirklich empörend, auf die Spitze getrieben wird es aber durch das Wörtchen „mindestens“, zeigt das doch, dass es da gar keine lückenlose Auflistung gibt und die Dunkelziffer noch mehr ausarten könnte und das auch garantiert tun wird. https://www.tagesspiegel.de/politik/die-ministerin-und-ihre-lobbykontakte-kloeckners-vorliebe-fuer-treffen-mit-nestle-und-co/24861696.html?fbclid=

Gleichzeitig klagt jetzt sogar Foodwatch gegen die Dame, weil sie eine Studie zurückhält, die die Lebensmittelampel „Nutri-Score“ positiv bewertet. https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2019/foodwatch-klagt-gegen-kloeckner-ministerium/ Warum diese Studie unter Verschluß steht, ist auch nicht schwer zu erraten. Denn so eine Lebensmittelampel würde ruckzuck die Machenschaften der Lobbyfreunde der Ministerin entlarven. Erst kürzlich hat sie sich für ein Video zur Verfügung gestellt, in der sie Nestle über den grünen Klee gelobt hat, weil dieser Konzern angeblich den Zucker in seinen Lebensmitteln reduziert hat. So ein dreistes Manöver würde diesen Leuten noch nachhaltiger als jetzt schon um die Ohren fliegen, wenn es eine Nutri-Score geben würde, denn in den meisten Nestle-Produkten ist der Zuckergehalt stabil, bei manchen ist er sogar gestiegen. https://www.welt.de/wirtschaft/article195592271/Zucker-und-Fett-Verbraucherschuetzer-werfen-Nestle-Mogelei-vor.html

Eigentlich wären das bei anderen Politikern schon genug Skandale für eine Amtszeit, bei Frau Klöckner ist das aber nur ein normales Quartal und der Reigen ist auch längst noch nicht zuende. Ganz frisch wurde sich auch tief vor Trump gebückt. Das Regime darf nun verstärkt Rindfleisch in die EU einführen, selbstverständlich mit dem Segen der deutschen Abgeordneten inklusive unserer Landwirtschaftsministerin. https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-08/rindfleischexporte-eu-usa-handelsabkommen?utm_medium= Praktischerweise ist nämlich gerade in China die Schweinepest außer Kontrolle und bis Ende des Jahres wird mit 100 Millionen toten Tieren gerechnet. Da ist Deutschland natürlich als einer der ersten Partner eingesprungen und verspricht verstärkte Einfuhren von Schweinen. https://www.nwzonline.de/wirtschaft/peking-damme-ernaehrung-schweinefleisch-aus-deutschland-fuer-china_a_50,5,52552881.html

Bestimmt ist es zwar auch schon im Landwirtschaftsministerium angekommen, dass die industrielle Tierhaltung einer der größten Klimakiller ist https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article4922403/Nutztiere-sind-weltweit-mit-die-groessten-Klimakiller.html , aber das ist nunmal den Bauern nicht zu vermitteln, denn die machen damit viel Geld und bilden im Gegenzug eine stabile Wählergruppe, auf die sich die CDU verlassen kann. Wodurch auch deutlich wird, dass nicht Frau Klöckner das eigentliche Problem ist, sondern ihre Partei. Die Weinkönigin hatte nicht einen respektablen Vorgänger oder eine kompetente Vorgängerin, sie lässt nur weniger Fettnäpfchen aus. Trotzdem kommt sie mit jedem Fehltritt durch, da der in den Augen dieser Partei gar keinen darstellt. Solange also Lobbyisten mit Politikern kuscheln, wird es auch keine vernünftige Landwirtschaftspolitik geben, geschweige denn eine Agrarwende. Leider kann man das so vereinfacht sagen, es wäre wirklich naiv, da auf ein Wunder zu hoffen.


Kategorie: Allgemein

3 Antworten zu “Das Monatsupdate zur Lobbyglucke von der Bauerntruppe”

  1. Wo aus Wu sagt:

    Nun mal langsam: Immerhin hat die Dame, wie auch die Politik ganz allgemein, jetzt den Wald als bedrohtes Klimaregulativ entdeckt. Völlig überraschenderweise wurde nämlich herausgefunden, dass Bäume mit Hilfe der Photosynthese CO2 umwandeln und die Klimaretter schlechthin sind, und der Wald ist wichtiger Wasserspeicher und und und …
    Mir graut es vor dem, was sich in Brasilien anbahnt. Wenn der dortige Urwald, und mit ihm die Ureinwohner, für Export-Rindfleisch u.s.w. für vogelfrei erklärt und unwiederbringlich vernichtet werden, dann können wir hier Bäume pflanzen so viel wir wollen.
    Und dann beamt sich das Fleisch von Amerika (Süd wie Nord) ja auch nicht so einfach klimaneutral auf den Deutschen Designergrill, sondern muß in Kühlcontainern mit dem Schiff über den Teich transportiert werden, was die ohnehin schon maue Bilanz noch mehr verhagelt.

  2. Thekla sagt:

    Danke für die immer ausführlichen Darstellungen.
    Ich bin immer einfach nur fassungslos.
    Und dann verstehe man auch noch, dass wir jetzt „Unterstützung“ aus den USA bekommen, auch wenn wir es doch gar nicht wollen.

  3. Claudia sagt:

    Ja @Wo und @Thekla, da bin ich auch nur noch sprach- und fassungslos. Da kämpft man gegen Massentierhaltung, versucht den Ignoranten zu erklären, dass der Klimawandel schon stattfindet,bemüht sich,so gut es geht ,CO2 neutral zu leben und die Lobbypuppe tritt alles mit Füßen. Aber Hurra, Lobby und Politik funktionieren reibungslos….

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