Denn Tiere sind keine Maschinen

Kleine Tag- und Nachtmusik

von Admin, am 22.05.2019.

Da wir immer um das Wohlergehen der Leser besorgt sind, bieten wir euch nach dem sehr diskussionslastigen Tagesfoto als Video eine wahre Entspannungsoase an. Dabei bitten wir die Bildprobleme ab Minute 0:32 zu entschuldigen. Die Nachtschicht der hochbegabten Künstler hat echt scharfe Anwälte, da sind wir auf Nummer Sicher gegangen und haben das Konzert geschickt anonymisiert. Dem Chill-Out-Effekt sollte das aber keinen Abbruch tun.

Damit der Butenländer Bildungsauftrag aber nicht buchstäblich ins Wasser fällt, gibt es auch noch ein paar Informationen zu den Ausnahmekünstlern: Die feuchten Bühnen werden besonders während der Paarungszeit gerne gewechselt. Dort betätigen sich nur die Männchen als Musiker und bilden dabei riesige Orchester in einem Gewässer oder an größeren Weihern, die offiziell als Rufgemeinschaften bezeichnet werden. Das laute Quaken lockt derweil weitere Männchen an. Sobald ein Weibchen auftaucht, wird es belästungstechnisch etwas kritisch, denn die Dame wird sofort vom Herren gepackt. Als Verteidigung kann man allerdings einräumen, dass nur paarungsbereite Fröschinnen von den Rufen angelockt werden. Sollten zu wenig Frosch-Chicas Lust auf einen One-Night-Platsch haben, brechen regelrechte Tümpelschlägereien zwischen den Herren aus. Direkt nach der Paarung entfernt sich das Weibchen wieder von dem Männchen, hinterlässt nicht mal Nachrichten auf seinem Handy und egalisiert somit die etwas plumpe Beischlafeinladung. Um den liebeslustigen Männchen aus dem Weg zu gehen, wandern die nicht paarungsbereiten Weibchen in ein ruhigeres Gewässer ab oder verhalten sich still in einer versteckten Ecke des Rufgewässers. Das klappt so super, dass in Froschgesellschaften Anwälte des Belästigungsstrafrechts nicht mal bekannt sind.

Bei den ersten Temperaturen über 20°C beginnen die Quakkonzert. Erst noch verhalten und nur selten, bei längerer oder grösserer Wärme wird das Gequake lauter und häufiger, und der eine oder andere Hasennachbar klopft schon mal mit dem Besen an seine Höhlendecke. Bei grösseren Rufgemeinschaften kann das Quakkonzert den ganzen Tag über ununterbrochen andauern, hierzu können Zusatzinformationen aus der Menschenwelt unter den Suchbegriffen „Wacken Open Air“, „Rock am Ring“ oder „Rock im Park“ ergoogelt werden. Die typischen sommerlichen Froschkonzerte stammen vorwiegend von den Grünfroscharten. Die Stimme erzeugen die Grünfrösche, indem sie Luft in ihre zwei seitlichen Schallblasen einpressen. Diese dienen als Resonanzkörper und verstärken so ihre Stimme. Das Quaken des Teichfroschs ist ein Stück lauter als das des kleinen Wasserfroschs.

Bald nachdem das Froschkonzert begonnen hat, beginnt die Paarungszeit. Sie erstreckt sich von Ende April bis in den Juni hinein. Dabei legen die Grünfrösche mehrere kleine Ballen (je rund 500 Eier), die sie an Wasserpflanzen anheften. Die Kaulquappen entwickeln sich binnen 2 – 3 Monaten zu Jungfröschen heran. Die Entwicklungszeit ist stark von der Witterung abhängig und wird mit tieferen Temperaturen verlängert. Einzelne Kaulquappen können auch im Wasser überwintern und verwandeln sich erst im folgenden Frühjahr zu landlebenden Tieren.

Kategorie: Allgemein

3 Antworten zu “Kleine Tag- und Nachtmusik”

  1. Antonia sagt:

    Ja, auf Butenland fühlen sich natürlich auch die Wildtiere wohl!
    Wir haben hier auch regelmäßige nächtliche Besucher: Gartenschläfer und Igel, – aber Konzerte geben sie keine;-)

  2. V. Arken sagt:

    Junge, Junge. Da kann sich so manch Wackener noch eine Scheibe von abschneiden.
    Danke für den informativen Text, der darüber hinaus kurz den Kummer um Lola weglachen kann: Frosch-Chicas und ihr One-Night-Platsch. Welch ein Quaksch!

  3. […] ihres Könnens. Falls der eine oder die andere Interessierte zum Groupietum neigt, haben wir hier https://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/2019/05/kleine-tag-und-nachtmusik/ bereits einen Steckbrief mit Hobbys und Vorlieben der High-Performance-Quaker vorbereitet. Da […]

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