Denn Tiere sind keine Maschinen

Der tapfere Loriot

von Admin, am 07.03.2019.


Nein, auf dem Tagesbild seht ihr nicht den Beweis, dass wir verrückt geworden sind und bei Loriot versucht haben, illegal Benzin abzuzapfen. Vielmehr dokumentiert es unsere gestrige Abendbeschäftigung über mehrere Stunden, teilweise im strömenden Regen. Unserem 30 Jahre alten Wallach wurden kürzlich gleich vier Zähne gezogen, deshalb bekommt er jetzt spezielles Futter, das er nicht mehr kauen muss. Trotz aller Sorgfalt hat sich gestern aber irgendwo ein etwas größeres Stück eingeschlichen und unser Pferde-Opa bekam prompt eine Schlundverstopfung.

Damit ist nicht zu spaßen und diese Diagnose ist immer als Notfall zu betrachten. Deshalb haben wir auch sofort unseren Tierarzt verständigt und bis zu seinem Eintreffen Loriot nur beruhigt. Bei einer Schlundverstopfung verkrampft sich die Speiseröhre, deshalb kann alles andere zu weiteren schwerwiegenderen Komplikationen führen. Zum Beispiel könnte eine gut gemeinte Massage des ertasteten Fremdkörpers schnell eine dauerhafte Schädigung eben dieser Speiseröhre zur Folge haben. Als mögliche nicht-ärztliche Sofortmaßnahmen geben Experten deshalb nur das vorsichtige Führen, eine sanfte Massage der Ohren und des Mauls oder die Verabreichung von Notfalltropfen an.

Kaum war unser Tierarzt da, bekam Lolle ein krampflösendes Mittel gespritzt und ihm wurde ein Schlauch eingeführt. Damit wurde dann versucht, die Verstopfung mit Wasserspülungen und Druckluft zu beheben. Das dauerte zwar wie erwähnt mehrere Stunden, war zum Glück aber schließlich erfolgreich. Hätte sich der Vorfall als komplizierter herausgestellt, dann wären wir um einen Transport in die Pferdeklinik nicht herumgekommen. Dort hätte man dann mit speziellen Spülsonden gearbeitet, auch eine Schocktherapie oder sogar eine OP wären in Frage gekommen.

Das blieb Lolle allerdings erspart, er erholte sich auch schnell von seiner Sedierung und bekam vorbeugend noch Penicillin, weil bei diesem Krankheitsbild schnell eine Lungenentzündung als Nebenwirkung entsteht, da dieses Organ ja besonders belastet wurde. Die Nacht musste er alleine verbringen und durfte auch nichts essen, damit sich seine Schleimhäute wieder erholen können. Natürlich steht er auch noch heute unter besonderer Beobachtung. Zusammenfassend kann man festhalten, dass auf Butenland nie die Action ausgeht und es auch nie langweilig wird.


Kategorie: Allgemein

5 Antworten zu “Der tapfere Loriot”

  1. Christine sagt:

    Puh – da ist Lolle bestimmt mehr als erleichtert + froh, dass das sperrige Teil raus ist.
    Und ja – auf Butenland rührt sich immer was – bei Euch sind alle Tiere jedenfalls in besten Händen + ich bin heilfroh, wenns auch nächste Woche bei Klara♡ gut ausgeht + sie noch ganz lang + gesund leben darf.

  2. V. Arken sagt:

    Einmal mehr unfassbar, was Ihr leistet!

  3. Wo aus Wu sagt:

    Zähne, Schlundverstopfung … der Junge lässt aber auch nichts aus! Bei dieser Top-Versorgung lässt sich das aber gut überstehen. Und in diesem Zusammenhang auch noch mal an alle ferndiagnostischen, wintergrillenden Stinkstiefel dieser Welt: Ohne diesen Einsatz wäre er nicht 30, Cello längst als Sondermüll entsorgt und Kaspar als nicht reitbar im Hundefutter gelandet. Und Klara, rosa Mariechen, und und und … Das älteste Pferd, das ich kennenlernen durfte, ist bei vorbildlicher Pflege durch seine „Menschenfamilie“ und rücksichtsvolle Begleitung durch seine Artgenossen, bei gutem Allgemeinzustand immerhin 37 geworden! Das sind doch mal Aussichten, oder?

  4. ellen sagt:

    Einfach eine wahnsinnige Leistung – ihr seid immer für alle da!!! Tolles Team!!

  5. Antonia sagt:

    Oh je, das klingt ja schlimmt und hat Loriot und Euch sicher viele Nerven gekostet! Wie gut, dass die Behandlung erfolgreich war. Ich wünsche ihm weiterhin gute Besserung!

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