Denn Tiere sind keine Maschinen

Piggypedia Diva-Edition

von Admin, am 17.09.2018.

Forscher haben schon unlängst herausgefunden, dass Schweine ein bemerkenswertes Langzeitgedächtnis besitzen, Bedürfnisse und Absichten anderer Artgenossen erkennen und darauf eingehen können, und dass sie sogar anderen Schweinen Streiche spielen und sie hinter das Licht führen können. Wir Butenländer können zu diesen Untersuchungen übrigens beitragen, dass gerade der letzte Punkt auch super mit Menschen klappt.
 
Jetzt haben Untersuchungen der Veterinärmedizinischen Universität in Wien aber sogar bewiesen, dass diese Tiere ein ausgeprägtes visuelles Wahrnehmungsvermögen besitzen und damit menschliche Gesichter und Hinterköpfe voneinander unterscheiden können. Selbst nach vorgenommenen Veränderungen konnten die schweinischen Probanden die Testobjekte noch richtig zuordnen.
 
Die komplette Testreihe wurde mit zweidimensionalen Fotos durchgezogen. Denn der gute Geruchssinn oder das längst bei diesen hochintelligenten Personen bewiesene Formenverständnis sollten von Anfang an als Hilfsmittel ausgeschlossen werden. In den Untersuchungen stellte sich nicht nur heraus, dass Schweine sofort realisieren, ob sie einen Menschen von vorne oder von hinten sehen. Vielmehr stellten sie unter Beweis, dass sie sich an Gesichtsmerkmalen wie Augen oder Mundpartie orientieren, so klare Unterscheidungen treffen und auch völlig fremde Menschen wiedererkennen können. Interessanterweise wurden die gleichen Fähigkeiten auch jüngst bei Schafen entdeckt.
 
Der Mensch, der bisher bei diesen visuellen Leistungen zusammen mit Affen und anderen Primaten ein Monopol beanspruchte, muss also auf einem weiteren Gebiet von seinem Thron heruntersteigen. Das freut nicht zuletzt auch unsere Diva Rosa Mariechen auf dem Tagesbild.

Kategorie: Allgemein

2 Antworten zu “Piggypedia Diva-Edition”

  1. margitta sagt:

    müssen erst forscher oder forscherinnen herausfinden, was wir als intuitive wesen längst wissen?

  2. Wo aus Wu sagt:

    Vielleicht müssen erst Forscher das alles herausfinden, damit es akzeptiert wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns noch umschauen werden wenn wir erkennen müssen, was da wirklich alles in „deren“ Köpfen abgeht.
    Unsere Mitbewohner, zumindest die höheren Säugetiere, sind nicht ausschließlich pheromon- oder hormongesteuert, oder zeigen nur Reflexe was immer wieder gerne behauptet wird um zu verdrängen, dass sie bei der ein- oder anderen Prozedur Angst und Schmerzen haben. Ich hatte kürzlich auch Reflexe, im Zahnarztstuhl … und ich weiß auch warum!
    Auch dass sie nur im „Hier und Jetzt“ leben und keine Vergangenheit oder Zukunft kennen kann ich verallgemeinernd(!) nicht so recht glauben. Vielleicht können sie Unangenehmes ausblenden und sind nicht nachtragend und machen sich keine Zukunftsgedanken über ihre Altersvorsorge. Aber da sie lernen und sich ganz offenbar erinnern, müssen sie zumindest einen Bezug zur Vergangenheit haben.
    Sie leben in einer an ihrem natürlichen Lebensraum orientierten Wahrnehmungswelt mit speziellen Fähigkeiten, die für das Überleben wichtig sind. Bei uns ist das doch nicht anders!
    Sie haben keine Vokalsprache wie wir Menschen und, von Ausnahmen abgesehen, keine Hände mit einem Daumen, der sich den 4 Fingern gegenüberstellen lässt um damit Dinge zu „begreifen“. Sie laufen teilweise auf Fingern und Zehen herum.
    Dafür haben sie Körpersignalsprachen entwickelt, mit deren Hilfe sich wichtige Botschaften mit Lichtgeschwindigkeit innerhalb der Community verbreiten.
    Und sie haben hochentwickelte Lippen o.ä., mit denen sie geschickt umgehen und Dinge erforschen. Elefantenrüssel werden mit über 40000 Muskeln betrieben! Man stelle sich einen Industrieroboter mit 40000 Aktuatoren vor!
    Und sie sind lernfähig! Kühe haben gelernt, Verriegelungen zu öffnen um an eine Extraportion Futter zu gelangen. Pferde öffnen sehr geschickt Stalltüren und Knoten und entledigen sich des Halters, wenn die Luft rein ist, was vorher genau ausgelotet wird.
    Natürlich sind naturwissenschaftliche Beweisführungen bei diesen Themen schwierig, weil niemand in ihre Köpfe direkt hineinschauen kann. Aber nur, weil man etwas mit den aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln nicht beweisen kann heißt das ja noch lange nicht, dass es das alles nicht gibt! In vieler Hinsicht sind wir Menschen einfach nur dumm. Wir sind zu Recht stolz darauf, was wir mittlerweile alles wissen und können. Aber wir akzeptieren nur widerwillig, dass wir vieles noch nicht wissen (können). Von daher sind solche wissenschaftlichen Erkenntnisse von offizieller Stelle schon hilfreich, um sich mal wieder aufzuschlauen.

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