Denn Tiere sind keine Maschinen

Gourmet Rudi

von Admin, am 10.07.2018.

Unser Rudi ist Ende April 16 Jahre alt geworden und man merkt ihm doch an, was das für ein biblisches Schweinealter darstellt. Er steht jetzt seit zwei Wochen unter Dauermedikation. Zum einen erhält er Entwässerungstabletten gegen seinen Herzhusten, die hervorragend anschlagen und durch die es ihm deutlich besser geht. Außerdem geben wir ihm Metacam, da seine Arthrose auch unaufhaltsam voranschreitet und dafür gesorgt hat, dass er sich in den letzten Wochen mehrmals festgelegen hat. Auch diese Medizin wirkt und erleichtert unserem Grumpy Pig den Alltag.

Zumindest das Zeitfenster, das er noch wach mitbekommt, denn inzwischen schläft er fast 23 Stunden am Tag. Das klingt aber schlimmer, als es in Wirklichkeit ist, denn auch früher tendierte Rudi gerade zu einem Winterschlaf und kam in dieser Jahreszeit auch kaum aus dem Heubett. So dramatisch hat sich das also gar nicht verändert, die Wege sind einfach nur noch kürzer geworden und die Anlässe können mittlerweile mit „Toilette“ und „Mahlzeit“ zusammengefasst werden.

Der letzte Punkt ist auch nicht ganz so einfach, denn wie das im hohen Alter so ist, musste auch Rudi der Zahnfee einigen Tribut zollen. So fehlen ihm nun einige Backenzähne, was dazu geführt hat, dass wir auf die Konsistenz seiner Nahrung achten müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass wir unserem Schweinesenioren nichts pürieren dürfen, es sei denn, wir möchten das Zeug empört entgegen gespuckt bekommen. Also schwören wir beim Rudi-Speiseplan auf Gemüse aus dem Glas und schneiden den Rest so klein wie möglich.

Etwas schwierig ist auch, dass Rudi beim Essen zum Rosa Mariechen mutiert und eine ziemliche Diva an den Tag legt. Früher war unser Grummeleber kulinarisch sehr süß unterwegs, momentan sollte es lieber etwas deftiger sein, was sich aber schon morgen wieder ändern kann. Das Ende vom Lied ist, dass wir ihm sein Essen auf einer Porzellanplatte servieren und dort sowohl Kartoffeln, Möhren und Erbsen anbieten, aber daneben auch Heidelbeerjoghurt mit Haferflocken und Melone zur Auswahl stellen. Vorbereitet im Lagerraum warten auch noch andere Alternativen, die wir sofort herauskramen, wenn sich der Herr so gar nicht mit dem Tagesmenü anfreunden kann.

Diese ständige Abrufbereitschaft hat dazu geführt, dass Rudi kaum noch meckert, da er sehr zufrieden mit dem Service ist. Wir hoffen, dass wir noch lange Zeit für ihn springen dürfen, immerhin ist unser unvergessene Prinz Lui auch 17 Jahre alt geworden, und warum sollte Rudi nicht ganz neue Rekordmarken aufstellen? An uns soll es bestimmt nicht liegen.


Kategorie: Allgemein

8 Antworten zu “Gourmet Rudi”

  1. Ute sagt:

    Da glaubt aber ein vorwitziges Huhn, Rudi sei Besitzer eines Selbsbedienungsladens!
    Ich glaube, die Hoffnung, dass das Wartungspersonal noch lange springen darf, teilen wir alle! Wuensche Rude viele geniessbare Wachphasen fuer eine lange, lange Zeit!

  2. Gabriele sagt:

    Liebe Karin, das Metacam ist mit Vorsicht zu „genießen“. Meine inzwischen verstorbene Katze hat es auch bekommen und leider hatte sie davon irgendwann Magenbluten. Ich wünsche Rudi natürlich, dass er alle seine Medikamente gut verträgt und diese seinen Leidensdruck mindern können.

  3. Cornelia sagt:

    Metacam ist außerdem problematisch für Leber und Nieren, wenn es in zu großen Mengen verabreucht wird. Aber irgendwann stellen sich diese Fragen einfach nicht mehr…
    der Tellerservice für Rudi ist unglaublich: das artgerechteste, was ich je gehört habe 😉 😉 😀

  4. Susanne sagt:

    Arthrose kommt von Kochkost. Tiere und Menschen, die sich natürlich ernähren bekommen keine Arthrose, ehrlich! Sie heilt auch, wenn man rechtzeitig etwas verändert und wenn die Zerstörungen durch diverse (Tier)Versuche nicht zu groß sind. Ich sags nur mal, weil es auch dazu gehört. Chlorophyll heilt zudem.

  5. margitta sagt:

    von metacam wird rudi nicht sterben, danke für die wunderbare „altenfürsorge“

  6. Melanie sagt:

    Ich wünsche „meinem“ Patenkind natürlich auch alles Gute für die – hoffentlich – kommenden Jahre. Aber bei dem Service wird das wohl kein Problem sein 🙂

  7. Antonia sagt:

    Oh Rudi, süß, dass Du beim Essen so wählerisch bist, – auch wenn das vielleicht manchmal Dein „Personal“ stresst;-)

    Ich vermute, ein elektrischer Gemüseraspler kommt aufgrund der Menge nicht in Frage?! Wobei, wenn Ihr alles möglichst klein schneidet, kostet das auch viel Zeit. Ich hab‘ auch ein paar Jahre für Zahn-Kaninchen geraspelt, die keinen Brei mochten. Die Raspel waren aber heißbegehrt.

  8. Christine sagt:

    Rudi♡-Schatz – Deine Menschen achten so liebevoll auf Dich.
    Deine Essensplatte ist mit so vielerlei, gesunden Leckerchen gefüllt, da ist sicher was dabei, das Dir schmeckt.
    Mit den Backenzähne können wir uns zusammen tun – komm‘ auch grad vom ZA, doch mit viel Grünzeug wird vieles wieder entgiftet, ausgeleitet + gut.
    Wünsch‘ mir für Dich noch viele Butenland-Sommer gemeinsam mit Deinen vorwitzigen Hühner-Girlies.

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