Denn Tiere sind keine Maschinen

Ernas Trauer und ihre Zukunftspläne

von Admin, am 23.06.2018.


Natürlich wollen wir euch in unserem heutigen Tagesvideo darüber informieren, wie es Erna geht und wie sie den Tod von Else verkraftet hat. Man merkt ihr an, dass sie trauert, allerdings hatte sie auch schon die letzten Tage sehr genau gemerkt, wie es um ihre Freundin gestanden hat. So ist sie bei Else im Stall geblieben, als diese immer längere Ruhepausen eingelegt hat, auch den endgültigen Zusammenbruch am Schweinetor hat Erna mitbekommen. Sie hat sich also von ihrer Lebensgefährtin verabschieden können, ein zusätzlicher Vorteil war, dass Else nicht eingeschläfert werden musste. Dieser Vorgang ist bei Schweinen immer mit Schmerzen verbunden, da mit der Spritze eine Hauptvene getroffen und sie deshalb hinter den empfindlichen Ohren angesetzt werden muss. Da gibt es dann doch immer Schreie und andere Schmerzensbekundungen, die Erna deutlich mehr verstört hätten als das letztlich stattgefundene friedliche Einschlafen ihrer besten Freundin.

Unser Video startet mit Indira, die Erna tröstend darauf vorbereitet, was da heute auf sie zukommt. Wir haben nämlich beschlossen, einen Vergesellschaftungsversuch mit Rosa Mariechen zu starten. Als diese damals im Ferkelalter auf den Hof gekommen ist, schlug so eine Zusammenführung schon mal fehl. Erna und Else waren einfach ein zu eingespieltes Team. Also orientierte sich Mariechen Richtung Minischwein-Fraktion, die damals von Prinz Lui und Rudi gebildet wurde. Die beiden hatten aber auch kein Interesse, ihre reine Männerrunde aufzulösen, so dass unsere Diva kurzerhand beschlossen hat, Kuh zu werden. Die damit verbundenen ständigen Ausflüge über den Kuhdamm kamen aber bei ihren sehr viel empfindlicheren Schweineklauen nicht gut an, so dass wir irgendwann Gelenkprobleme befürchteten und lieber eine weitere Familienbildung mit Erna und Else versucht haben.

Diesmal teilten wir einen Stallbereich, so dass die zwei Parteien immer Sichtkontakt hatten, aber über verschiedene Ausgänge und Weiden verfügten und auch auf den Brücken keine Zusammenstöße möglich waren. Das war dringend nötig, da die Diva eben Diva war und ist, aber gerade Else sich ihre Ausbrüche nicht gefallen liess und dagegen gehalten hat.

Heute haben wir also den dritten Versuch gewagt und einfach alles in den beiden Bereichen offen gelassen. So kam es dann auch schnell zum ersten Kontakt auf der Schweinebrücke, Erna und Mariechen haben sich kurz schweigend sondiert und UP(United Pigs)-Botschafter Puschek konnte sogar zwischen beiden Lagern vermitteln. Und das anscheinend auch sehr erfolgreich, denn es kam zwar zu Pöbeleien, aber es wurden keine Bisse ausgetauscht und es ist auch kein Blut geflossen.

Rosa Mariechen ist aktuell beleidigt, vor allem auch, weil sie empört Trost bei ihrem Eberhard gesucht hat, dort aber schnell aus dem Familienbett hinausgeworfen wurde, da Supervater Ebi seinen Sohnemann Winnie ins Stroh bringen wollte und dementsprechend keine Diven dort gebrauchen konnte. Jetzt schmollt sie in ihrem eigenen Bett, lässt sich zur einen oder anderen Unmutsbekundung hinreißen, aber dennoch ist dieser seit langer Zeit vorsichtige Erstkontakt so relativ friedlich verlaufen, dass wir uns ziemlich große Hoffnungen auf einen dauerhaften Erfolg machen.


Kategorie: Allgemein

7 Antworten zu “Ernas Trauer und ihre Zukunftspläne”

  1. Ute sagt:

    Tja, die Komplexitaet eines Schweinelebens!
    Waere das schoen, wenn die zwei sich befreunden koennten!

  2. Christine sagt:

    Rosa-Marie, bitte hab‘ Mitgefühl und Nachsicht mit Erna. Sie trauert noch um ihre beste Freundin und hat auch keine Zähne mehr – also bitte kneif‘ sie nicht und lern‘ sie einfach mal näher kennen. Ein wenig Trost für sie auch von Schweinemädel zu Schweinemädel würd‘ ihr so saugut tun.
    Puschek mag das gar nicht, wenns Rumgestreite gibt und ist gleich vermittelnd bellend dazwischen – Pippilottchen hat ihn gut unterstützt.
    Rauft Euch zusammen, Mädels – zusammen ists doch schöner und aufregender zum Sachen erkunden.

  3. Thekla sagt:

    Das ist ja spannend. Bitte um Fortsetzung.
    Vielleicht bekommt Rosa-Marie ja doch noch eine Freundin.
    Wie schön ihr das geschrieben habt, wie Erna Else begleitet hat und sich verabschieden konnte.
    Tut irgendwie gut, das zu lesen.

  4. Marita sagt:

    Da muss ich euch recht geben – so schlimm sieht es doch gar nicht aus! Wahrscheinlich haben Rosa-Mariechen und Erna über Christine’s Worte nachgedacht. Es muss ja keine dicke Freundschaft sein. Aber Hoftratsch lässt sich eben nicht alleine austauschen. Zu zweit macht alles doppelt Spaß. Viel Glück den Beiden.

  5. margitta sagt:

    ja, das ist doch ein superbeispiel für trauerbewältigung. trost geben und anlass geben für einen neubeginn, erna wird aktiv! rosa mariechen nimmt die herausforderung an. einfach klasse.

  6. ines sagt:

    Hab so eine „Schweinemotzerei“ noch nie gesehen. Klingt wahrscheinlich schlimmer als es ist. Ich wünsche den beiden, dass sie sich anfreunden können. Für Erna ist das Zusammentreffen mit Rosa Mariechen zumindest eine Abwechslung, obwohl ich denke, dass Tiere auch den Tod eines Artgenossen „sachlicher“ aufnehmen als Menschen. (Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.)

  7. Heike sagt:

    Toi, toi, toi für die beiden!!

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