Denn Tiere sind keine Maschinen

Abschied von Pumba

von Admin, am 26.05.2018.

Gestern abend mussten wir Pumba erlösen. Bei ihm wurde eine chronische Nierensuffizienz im Endstadium diagnostiziert, er war apathisch, zog sich immer weiter zurück und litt deutlich. Deshalb waren wir ihm diesen schwersten aller Schritte schuldig, so sehr es uns auch das Herz zerbrochen hat.

„Langsam graut der Morgen, die Nacht sie will es so,
du bist auf dem Weg ins Land der Freiheit irgendwo,
es war ein schwerer Abschied, doch war uns lang bewusst,
es kommt einmal der Tag, an dem du weiterziehen musst.

Viele gute Tage haben wir gesehen,
manche schwere Stunde mussten wir bestehen,
es bleibt nur noch zu sagen: Es war ’ne schöne Zeit,
hab Dank und gute Reise, bring dich in Sicherheit.

Auch wenn ich jetzt traurig bin, denke ich daran,
was werden wir erst feiern, wenn ich nachkomm irgendwann.

Langsam graut der Morgen, der Tag er will es so,
du bist auf dem Weg ins Land der Träume irgendwo …“

(Gunnar Schröder)

Pumba ist etwa 13 bis 14 Jahre alt geworden und war seit Mai 2015 ein Butenländer. Er wurde in Spanien schwer verletzt auf einer Straße gefunden, glücklicherweise zum Tierarzt gebracht und dort operiert. Von diesem Unfall behielt er ein leicht deformiertes Vorderbein als Erinnerung, das ihn aber im Alltag überhaupt nicht behinderte. Offensichtlich war er ein Straßenhund, denn im Tierheim in Alicante meldete sich niemand, so kam er erst für drei Monate auf eine Pflegestelle und konnte dann auf unseren Hof vermittelt werden.

Charakterlich war Pumba immer mindestens drei Meter größer als sein äußeres Erscheinungsbild. Wir haben vermutet, dass dieses Platzhirschverhalten, das er bis zu seinem Tod nie ganz abgelegt hat, an Verlustängsten gelegen hat. Trotzdem war schnell keine Hofrunde mehr ohne ihn denkbar, er suchte Kontakt zu den verschiedenen Tieren und wurde so auf regelmäßiger Basis von so manchem Rind, aber vor allem von Julchen bewundert.

Letzte Woche wollte er dann plötzlich nicht mehr den Spaziergang mitmachen, ignorierte seine Mahlzeiten und bellte noch nicht mal die anderen Hunde oder uns an, was für Pumba ein besonderes Alarmsignal war. Beim Tierarzt gab es dann die niederschmetternde Diagnose „Chronische Niereninsuffizienz“, das Ganze mit Harnstoff- und Kreatenin-Werten, die auf einen fortgeschrittenen Verlauf hindeuteten. Das Teuflische an dieser Krankheit ist, dass der Hund erst Symptome zeigt, wenn 75 % des Nierengewebes bereits zerstört sind.

Uns war auch sofort klar, dass wir ihn nicht mit Infusionen behandeln konnten, da selbst die Blutabnahme nur unter Vollnarkose möglich war. Außerdem bedeutete für Pumba jede Art von Hochheben, Anleinen, Autofahrt, Eingabe von Medikamenten oder Spritzen enormen Stress, da er sich nicht mal berühren liess und dabei schreiend um sich biss. Gestern fanden wir blutige Flocken im Urin, was zusätzlich auf einen Tumor hinweisen könnte. Als er sich dann stundenlang unter das Carport zurückgezogen und sogar den ansonsten dauernden Blickkontakt zu Karin nicht mehr gesucht hat, erinnerten wir uns daran, dass der Tierarzt uns nur Hoffnung für maximal einige Wochen machen konnte, da sämtliche Körperzeichen und Werte nur den Schluß „Endstadium“ zuliessen.

Pumba hat uns durch seinen Rückzug gezeigt, dass er selber seine Zeit für gekommen sah. Deshalb haben wir entschieden, dass wir unserem Lebenslicht (wie wir ihn immer liebevoll nannten, wenn er uns die Zähne zeigte) nicht noch tagelang Gewalt mit Spritzen und Infusionen antun und so seinen Abschied würdelos verlängern werden. Also haben wir ihm den letzten Freundschaftsdienst gewährt und ihn hier vor Ort an seiner selbst gewählten Stelle mit unserem Tierarzt erlöst. So konnte er gehen wie er war, selbstbewusst, mir seiner Würde, ohne Angst und im Kreis seiner Menschen, die ihm vertraut waren.

Für Pumba, das Lebenslicht, die Bildverschönerung, und für die tiefe, oft komplizierte Liebe zwischen Pumba und Karin:

Love of my life

https://www.youtube.com/watch?v=6esrOpgKHOY

„Du hast mein Herz gebrochen und nun hast du mich verlassen,
Liebe meines Lebens, kannst du nicht verstehen?
Bringe es zurück, bringe es zurück, nimm es nicht fort von mir,
weil du nicht weisst, was es mir bedeutet.
Zurück, eile zurück,
bitte bringe es zurück nach Hause zu mir,
weil du nicht weisst, was es mir bedeutet,
Liebe meines Lebens,
Liebe meines Lebens.“


Kategorie: Allgemein

17 Antworten zu “Abschied von Pumba”

  1. F. sagt:

    Pumba, meine Tränen begleiten dich über die Regenbogenbrücke.
    Ich hoffe, dass du dort, wo deine Seele nun ist, noch ganz viele Brötchen klauen kannst.
    Erinnere dich immer an die drei wundervollen Jahre, die du auf Butenland hattest.

  2. Rielle sagt:

    Wie traurig, daß es nun doch so schnell ging. Ich wünsche Euch viel Kraft für die kommende Zeit.

  3. Ute sagt:

    Das tut mir unendlich leid! Hatte gehofft, wie wohl jede/r Andere hier auch, dass Pumba fuer eine Zeit noch ein geniessbares Leben vergoennt bleibt. Fuehlt Euch umarmt, Ihr Butenlaender!! Und danke, dass Ihr im besten Interesse Pumbas gehandelt habt, eine herzbrechende Entscheidung. Immer!

    Down the lanes of memory
    The lights are never dim,
    Until the stars forget to shine
    We shall remember him. (ANON)

    An den Gedaechtnispfaden entlang
    Verdaemmern die Lichter nie,
    Bis die Sterne vergessen zu scheinen
    Werden wir uns seiner erinnern.

  4. Monika Hoffmann-Kühnel sagt:

    Dass es so schnell gehen würde…armer kleiner Kerl! Es sind immer die schwersten Momente im Zusammenleben mit tierischen Freunden, wenn man diese Entscheidung treffen muss. Da ist es auch nur ein kleiner Trost zu wissen, dass Pumba drei wunderbar sorgenfreie Jahre auf Butenland leben konnte…

  5. iski sagt:

    Wie wird er uns fehlen auf allen Bildern, dieser kleine Charakterhund. Es tut so weh, ein Tier gehen zu lassen und die meisten hier wissen das wohl auch aus eigener Erfahrung. Euch jedoch trifft es ungleich häufiger. Danke für eure Empathie, euren Mut und eure Verantwortung! Ihr habt die richtige Entscheidung getroffen. Auch wenn ihr die Hauptlast der Trauer tragt, wir nehmen Anteil und denken an euch und den tapferen Pumba.

  6. Christine sagt:

    Pumba hat deutlich gezeigt, dass es ihm nicht mehr gut geht und Ihr habt alles richtig gemacht.
    Es tut verdammt weh, wenn man so einen Sonnenschein gehen lassen muss.
    Er war ein so enorm lieber, kleiner Kerl mit so weisen, wissenden, glänzenden Augen.
    Ihr habt ihn gerettet uns das wird Pumba nie vergessen.

  7. Marita sagt:

    Unter Tränen schreibe ich die Zeilen. Eine so kleine, große Persönlichkeit zu verlieren ist sehr schwer. Wenn es mir schon so sehr weh tut, wie muss es dann bei euch Butenländer aussehen? Es tut mir sehr leid und es ist nur ein kleiner Trost zu sagen: ihr habt alles richtig gemacht. Es schmerzt trotzdem. In Gedanken umarme ich euch alle.

  8. Thekla sagt:

    Es berührt mich zutiefst, dass bei euch Platz für eine tiefe Liebe, die auch kompliziert sein kann, ist. Und mit wieviel Respekt ihr mit den euch Anvertrauten umgeht.
    Ich werde dich sehr vermissen, Pumba.

  9. Ellen sagt:

    Ich werde die vielen Bilder und Filme mit dir sehr vermissen.

  10. Ursula sagt:

    So muß es sein: Das Leben und Sterben mit
    Würde und Respekt…
    Wie geht Pippilotta damit um? Beide schienen
    doch unzertrennlich.

  11. Antonia sagt:

    Armer, lieber Pumba.
    Wie traurig, vom immer präsenten Chef vom Hof Abschied nehmen zu müssen:-(
    Aber es ist tröstlich, dass er immerhin nicht mehr jung war, es die letzten Jahre schön bei Euch hatte und Ihr ihm den letzten Weg erleichtert habt.

  12. Gabriele sagt:

    OH, NEIN, wie traurig. Lieber, süßer Pumba ich werde Dich ganz doll vermissen. Bitte grüsse den lieben Paul von mir, wenn Du drüben angekommen bist. Du wirst uns allen sehr fehlen!!! Schnief….

  13. ines sagt:

    Mach’s gut, kleiner Pumba! Du hast deinen Menschen gezeigt, dass es Zeit ist, zu gehen und sie haben dich verstanden und dir einen Abschied in Würde ermöglicht. Das ist, was zählt. Es ist für Menschen immer schwer, wenn ein geliebtes Wesen gehen muss – egal, wie jung oder alt es war oder wie viel Zeit man zusammen verbracht hat. Für dich, kleiner Pumba, war es gut, dass du dein Leben bis zum Schluss genießen konntest, ohne lange leiden zu müssen.

  14. Petra Frank sagt:

    Armer Pumba.
    Im Hundehimmel bist Du von allen Schmerzen befreit.
    Und Du kannst Karin und Jan sowie alle andere Butenländer in den Träumen besuchen. Teddy-Bärchen hat das gestern Nacht bei mir gemacht. Die verstorbene Familienhunden besuchen mich auch regelmäßig in den Träumen. Du kannst Butenland auf diese Weise die Treue halten.

  15. Inga sagt:

    Ach, lieber Pumba, ich denke an all die fröhlichen Bildstörungen, Du tapferer kleiner großer Hund, der nach langem Elend das so große Glück gefunden hat, in Liebe und Freiheit leben zu dürfen. Deine Familie hat alles für Dich getan, was möglich war, auch dadurch, dass sie nicht alles getan hat, was möglich war. Ruh Dich jetzt in Frieden aus.

  16. Dagmar sagt:

    Gute Reise, lieber Pumba. Bist bestimmt schon drüben.
    Gut dass Du nicht lange leiden musstest und erlöst werden konntest. Bei Tieren ist es möglich, gnädig zu sein.
    Liebe Karin, Ich kenne Deinen Schmerz, die Angst vor diesem Schritt und die Hoffnung, ob es nicht doch nochmal besser werden könnte. Das Loch, in welches man danach fällt, Die Trauer und die innere Einsamkeit. Überall vermeint man, den kleinen Liebling zu sehen, oder gerade gehört zu haben und dann kommt die Erkenntnis: Nimmermehr.

  17. ingeborch sagt:

    Das ist so traurig. Die kleine Bildstörung wird fehlen. Danke, dass ihr ihm ein paar schöne Jahre ermöglicht habt.

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