Denn Tiere sind keine Maschinen

Das grausame Thema Abfallkälber

von Admin, am 28.04.2018.

Das Thema Abfallkälber ist eins der widerlichsten überhaupt in der Landwirtschaft. Offiziell ist es laut Tierschutzgesetz nicht gestattet, grundlos zu töten, auf der anderen Seite werden Bullenkälber aber fast ausschließlich in der Mast gebraucht, da die männlichen Kälber, die in der Milchindustrie geboren werden, zu wenig Fleisch für einen „Nutzen“ ansetzen.

Von der Bundestierärztekammer gibt es eine „Stellungnahme zur Versorgung von Bullenkälbern der Milchviehrassen“, in der von Hinweisen gesprochen wird, dass „im Einzelfall die männlichen Kälber milchbetonter Rassen gezielt vernachlässigt oder sogar absichtlich getötet werden“. Mit dem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass die Sterblichkeit direkt bei oder unmittelbar nach der Geburt bei männlichen Tieren dort doppelt so hoch ist wie bei weiblichen. Es existieren auch Gerüchte über Bauern, die diese Kälber mit dem Hammer erschlagen. Der Verein „Pro Vieh“ erklärte unlängst, dass Helfer bereits tote Kälber von Misthaufen geklaubt hätten, außerdem weist er auf Berichte über Landwirte hin, die ihre männlichen Kälber bei Krankheit nicht behandeln lassen oder direkt nach der Geburt töten.

Das ist leider alles eine Grauzone, da Rinder zwar in einem bundesweiten System aufgenommen und kontrolliert werden, aber Kälber erst nach 7 Tagen dort erfasst werden müssen. Den Zeitraum von Kalbung bis zu dieser Woche nutzen skrupellose Landwirte entsprechend aus. Es ist auch ein offenes Geheimnis in der Branche, dass die Zahl der in der Tierkörperverwertung anfallenden Bullenkälber regelmäßig steigt, wenn die Preise fallen.

Und was tut man gegen diesen Wahnsinn? Man erforscht gesextes Sperma, das nur weibliche Tiere produziert, aber trotzdem für Unmut sorgt, da es erstens teuer ist und zweitens zuwenig Ausbeutungskandidatinnen hervorbringt. Stattdessen will man laut einem agrarpolitischen Sprecher der Grünen (selbstverständlich wie alle Verantwortlichen mit eigenem Zuchtbetrieb) verstärkt auf Rassen setzen, die doppelt ausgebeutet werden können, da sie sich sowohl für die Milch- als auch für die Masthölle eignen.

Und als wäre die Problematik nicht schon grausam genug, trudeln dann hier auf Butenland immer wieder Kühe wie zum Beispiel Lillja ein. Obwohl Rinder erst mit 3 Jahren ausgewachsen sind, werden viele skrupellos bereits als 1 1/2 – 2jähriges Kind geschwängert. Bei Lillja führte das dazu, dass ihr Kalb nicht durch das Becken passte, die Zerfix aufgeschnitten werden und sie einen Kaiserschnitt über sich ergehen lassen musste. Das Kalb kam als Totgeburt auf die Welt, und Lillja sollte in die Mast abgeschoben werden. Deshalb wurde der Eingriff auch nicht richtig versorgt, so dass unser Tierarzt im letzten November feststellen musste, dass mittlerweile der Darm mit der Gebärmutter verwachsen ist. Das Durchschnittsalter von Kühen liegt in der Industrie übrigens bei gut 5 Jahren. Danach mussten sie mehrere Kälber abgeben, ihre Milchleistung lässt nach und sie sind deshalb nur noch in der Mast zu verwenden.

Was tun wir diesen Lebewesen nur an? Und vor allem für was? Für einen Schluck Milch, für einen Bissen Fleisch, obwohl für beides mittlerweile tausende Alternativen existieren, an denen keine Tierquälerei klebt, und die darüberhinaus auch noch eine weit bessere Umweltbilanz haben und gesünder für den Menschen sind. Wie kann man unter diesen Umständen nur auf eine Geschmacksnote oder eine grausame Tradition pochen? Wir werden es nie verstehen.

http://www.deutschlandfunk.de/rinderhaltung-fast-580-000-tiere-verendet-und-entsorgt.2850.de.html?drn%3Anews_id=875842


Kategorie: Allgemein

4 Antworten zu “Das grausame Thema Abfallkälber”

  1. Christine sagt:

    So darf man kein Lebewesen behandeln – was tun Menschen den unschuldigen Tieren nur an – da muss sich schnellstens was ändern.
    Im Kleinen kann jeder helfen – vegan leben + auch mit anderen drüber reden – ja, da wird man dann manchmal als unbequem hingestellt, was man lernt, zu ignorieren.
    Seine Tiere im Gnadenhof zu unterstützen – Lillja♡ + Greta♡, die ja beide eine ähnlich schlimme, durch Menschen verursachte Vorgeschichte durchmachen mussten, sind auf Butenland super versorgt, aufgeblüht + ganz kess geworden.
    Dafür bin ich sehr dankbar + das gibt auch immer Kraft zum weitermachen, bis das letzte Tier frei ist + unbehelligt leben darf.

  2. Ute sagt:

    „GRUNDLOS zu toeten“ ist wieder einer dieser elastischen Ausdruecke. Der Grund zur Toetung von „Abfallskaelbern“ (was fuer ein grauenvolles, diabolisches Wort!) sind doch immer finanzielle Ueberlegungen, das reicht, ein unprofitables Kalb meist grausamst zu „entsorgen“.
    Wie fuchsteufelswild ich immer werde, wenn man die oh-so-tierliebenden Bauern vors Auge gehalten kriegt. Komische Definition von „Liebe“, die manche Leute zum Selbstschutz vor der Realitaet als wahr akzeptieren. Und man muss immer sooo hoeflich bleiben, denn Veganer sind ja „extrem“ und dieser Tage werden sie auch oefter zu Terroristen erklaert. Verrueckte Welt! Moechte gerne wissen, wen Tiere als Terroristen betrachten….
    Wie schon so oft gesagt, nicht nur die Glueckstiere auf Butenland brauchen den Hof – wir Menschen brauchen ihn auch, wie Christine sagt: zum Kraft schoepfen.

  3. Marita sagt:

    Wenn ich überhaupt noch die Kraft finde, mit den tierverachtenden Menschen über ihr Essverhalten und deren Auswüchse zu sprechen, so habe ich das nur Butenland zu verdanken. Hier finde ich immer wieder die Motivation weiter zu machen. Egal wie unbequem und unbeliebt ich beispielweise im Büro werde. Wenn Alle von einem tollen Grillwochenende schwärmen und ich sie dann mit den Tatsachen der Fleischindustrie und deren Verbrechen an den fühlenden und denkenden Lebewesen konfrontiere, bin ich natürlich die Spaßbremse schlechthin. Dann brauche ich Butenland mit seinen wundervollen Geschöpfen, vier- und zweibeinig, sowie die Gefiederten, damit ich mich nicht in mich zurück ziehe. Dann heißt es wieder – auf in den Kampf – es geht nicht anders. Zurück geht auf keinen Fall.

  4. Ute sagt:

    Marita – aus Deinem Mund die Wahrheit!

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