Die Hühner der Tierschutz Stiftung Hof Butenland
Die Glückshühner - alle Frei-Berufler!
Die mittlerweile über 120 Hühner auf Hof Butenland sind echte Glückshühner, denn sie erleben hier wirklich "Frei-Land-Haltung" - für die meisten von Ihnen eine völlig neue Erfahrung. Unter Ihnen sind etliche Ex-Käfighühner, die 2007 völlig zerrupft und extrem verhaltensgestört zu uns kamen. Sie brauchten viele Wochen, um sich an Tageslicht, Wiesen, einen kuscheligen Stall und die schier grenzenlose Freiheit zu gewöhnen. Inzwischen sind sie aber genauso frech, wie der Rest der gackernden Schar. Sie stehen alle unter der strengen Aufsicht ihres Hahnes Heinerich und seines "Assistenten" Rygel, wobei beide bei den Mädels "Hahn im Korb" sind... Die Truppe ist gewissermaßen ausschließlich freiberuflich tätig und somit den lieben langen Tag überall auf Hof, Wiese, in Stall und Scheune unterwegs - scharrend - pickend - gackernd... An dieser Stelle möchten wir Sie vorab um Ihr Nachsehen bitten, weil wir die 120 Hühnerdamen etwas allgemeiner, als Gruppe vorstellen und nur auf die Hähne detailliert eingehen. Wenn Sie mal auf Hof Butenland vorbei schauen, werden Sie sehen, dass es in der Natur der Dinge liegt: Versuchen Sie mal in einer ständig flitzenden und wuselnden, 120-köpfigen Hühnerschar eine bestimmte Hühnerdame herauszufiltern, gehen Sie zwischenzeitlich einen Kaffee trinken, kehren Sie dann zu der gackernden Meute zurück und zeigen Sie uns ihre Favoritin... Unmöglich sie in diesem geschäftigen Treiben wirklich treffsicher wieder zu entdecken...
Team Braun, die Elviras: "Woher sollen wir denn wissen, wie sich ein Huhn verhält?"
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Ein kurzer Blick auf die Fotos erübrigt jeden Kommentar. Nur soviel: Ja, es handelt sich um die gleichen Hühner und zwischen den Fotos liegen nur wenige Wochen. Die Elviras sind streng auf "lebendige Eierproduktionsmaschine" getrimmte Ex-Käfighühner mit verätzten Schnäbeln. Da ihnen eine für ihre Funktion völlig überflüssige Robustheit weggezüchtet wurde, sind die Hühnerdamen klein und dünn. Zusätzlich zwingt sie der angezüchtete Rhythmus leider nach wie vor dazu, jeden Tag ein Ei zu legen. Natürlich wirkt sich das extrem auf die Lebenserwartung der armen Geschöpfe aus, die unser Tierarzt auf maximal zwei Jahre schätzt. Doch auch wenn es "nur" zwei Jahre sind, sehen wir es als Verpflichtung an, ihnen nach ihrem unglaublichen Leidensweg, die verbleibende Zeit so schön wie nur eben möglich zu gestalten. Die Elviras sind zutraulich und haben nicht die Spur eines typischen Hühnerverhaltens. Im Gegenteil. Sie suchen geradezu die Nähe der Menschen. Sie kommen durch die Katzenklappe auf eine Stippvisite ins Wohnzimmer, hocken gackernd auf den Treppenstufen und widmen sich in ihrer Freizeit gerne dem Reitsport - wohlgemerkt auf dem Rücken der Schweine! Sie haben also überhaupt keine Berührungsängste mit anderen Spezies. Apropos ängste: Nur abends im Stall, da sind sie aus Angst immer die Letzten. Weil sie ein Leben unter ständigem, grellem Neonlicht gewohnt waren, kennen sie keine Dunkelheit, wissen sie nicht einzuschätzen und reagieren noch immer mit Panikattacken darauf. Deshalb und auch weil sie zuvor nie erfahren durften was eine Hühnerstange ist, verbringen sie ihre Nächte statt nebeneinander auf der Stange sitzend, lieber als Knäuel, dicht über- und aneinandergekuschelt auf dem Stallboden. |
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Team weiß, die Bärbels: "Herrje - 24 Stunden sind definitiv zu wenig für einen Tag!"
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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Hier sind es zwar drei Bilder, aber es dürfte offensichtlich sein, dass die Geschichte der Bärbels die gleiche ist, wie die der Elviras. Der gleiche Leidensweg, die gleichen Spätfolgen, aber glücklicherweise auch das gleiche neue lebenswerte Hühnerdasein. Im Gegensatz zu den eher gemütlichen Elviras, sind die weißen Bärbels aber definitiv die gestressten, scheinbar überlasteten Hektiker auf dem Hof. Sie sind ständig in Bewegung, wirken hin und wieder als wüssten sie gar nicht was sie zuerst erledigen sollen, oder sich genauer ansehen müssen und wuseln ständig super beschäftigt herum. Kurz: Sie stehen oft an der Grenze zur Hyperaktivität. Während man die Elviras sehr oft einzeln auf ihren Ausflügen und Erkundungsgängen antrifft, sieht man die Bärbels grundsätzlich nur in größeren Gruppen. Wir haben noch kein Huhn aus dem Team Weiß jemals alleine gesehen. Wie sie da so stets geschäftig und absolut gruppendynamisch über den Hof eilen, muss man sie sich nur noch mit kleinen Kameras um den Hals vorstellen... Und schon erscheint vor dem geistigen Auge das Bild einer aufgeregt durcheinander quasselnden Reisegruppe völlig aufgelöster Japaner beim Sightseeing. So ist das halt, wenn man ganz Europa in 48 Stunden bewältigen muss... Na denn - konichiwa und sayonara ihr Bärbels! |
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Heinerich - der Karrieretyp ist klein aber oho und auf exotische Weise stimmgewaltig...
Eine kleine Information vorweg: Das Foto schmeichelt Heinerich etwas, zumindest was seine Größe anbelangt. Denn der Chef der Bärbels und Elviras ist ein Zwerghahn. Was ihm an Körpergröße fehlt, macht er in seiner Position als Geschäftsführer aber durch vorbildliches Verhalten und kompetente Führungsqualitäten mehr als wett. Wie gesagt: Klein aber ganz schön oho...
Heinerich ist ein echter Macher, der wirklich ständig in Action ist und ein unermüdlicher Marathonläufer, den man nur im Laufschritt sichtet. Aber das ist ja auch kein Wunder! Denn schließlich ist er doch der hauptverantwortliche und kompetente Ansprechpartner für fast 110 Hühnerdamen. Und die Mädels haben wirklich ständig irgendwelche Anliegen, Sorgen und Ideen, über die sie sich gerne mit ihrem Vorgesetzten auseinander setzen möchten und das auch ausgiebigst tun.
Natürlich fordert eine solche Aufgabe ihren Tribut und so ist es kein Wunder, dass man diesen Stress dann auch Heinerichs Krähen anhört. Für uns klingt sein Gekrächze wie eine höchst interessante und vor allem exotische Kombination aus Stimmbruch, Kurzatmigkeit und Klingonisch. Ein stolzer Hahn klingt irgendwie anders, aber schlussendlich ist das völlig egal, denn auf seine Mädels wirkt's wie ein Magnet! Sie sind ihm treu ergeben und folgen seinem Ruf prompt und mit Vergnügen.
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Rygel liebt seinen Job als Assistent der Geschäftsführung, aber trennt Arbeit und Privates rigoros!
Auch Rygel gehört zur Führungsriege der Hühnerschar und hat sich mit Leib und Seele der Kontrolle und Steuerung der Elviras und Bärbels verschrieben. Doch obwohl er im Gegensatz zu Heinerich richtig gut krähen kann, kommt er mit seiner Karriere nicht so recht weiter und bleibt nur die Nummer 2 bei den Hühnerdamen.
Als rechte Hand des Geschäftsführers Heinerich, assistiert er ihm jedoch wo er kann, übernimmt diverse Aufgaben, erledigt unbeliebte Jobs und ist allzeit bereit einzuspringen. Kurz: Karriere und Status sind für ihn nicht alles, auf die Inhalte kommt es ihm an und die füllen Rygel voll aus! Er ist mit seiner Position voll und ganz zufrieden. Was vielleicht auch daran liegt, dass Rygel sehr viel Wert darauf legt, Berufliches von Privatem zu trennen. Denn nachdem er einen harten Arbeitstag mit 110 gackernden Mädels hinter sich gebracht hat, zieht er es vor, seine Nächte im Stall der Normalos zu verbringen. Na gut, das ist ja auch irgendwo verständlich, denn wer schläft schon gerne bei seinem Chef?
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Die Normalos bieten als "United Colours" Team Vorbildfunktion und praktische Lebenshilfe!
Die Normalos sind acht Hühner und ihr Hahn Macho, die aus einer Beschlagnahmung des Veterinäramtes stammen und schon seit Urzeiten auf Hof Butenland leben.
Ihnen sieht man sofort auf den ersten Blick an, dass sie nicht zu Eierproduktionsmaschinen gezüchtet wurden. Sie wirken einfach naturbelassen und robust, sind sehr viel größer und kräftiger als die Elviras und Bärbels. Auch haben sie nicht den selbstzerostörerischen, an der körperlichen Substanz zehrenden Trieb angezüchtet bekommen, jeden Tag ein Ei legen zu müssen. Aus diesem Grund gehören sie zu den glücklichen Hühner, denen eine vorzeitige Alterung erspart bleibt und haben eine Lebenserwartung von bis zu 15 stolzen Hühnerjahren.
Darüber hinaus ist es unseren Normalos zu verdanken, dass die Elviras und Bärbels überhaupt in ein freies und selbstbestimmtes Hühnerleben gefunden haben. Ohne ihre anschaulichen Lehrstunden in Bereichen wie "Pflege des Federkleides", oder "Suchen und Auffinden von Fressbarem" und ihre gut besuchten Praxis-Workshops zu Themen wie "Der Regenwurm, eine gesunde und bekömmliche Nahrungsergänzung", oder "Schlafen auf der Stange, so funktioniert es richtig", würden unsere Ex-Käfighühner wohl immer noch völlig orientierungs- und tatenlos in irgendwelchen Ecken herumsitzen. Also danke an die Normalos für ihre vielen Lektionen in Sachen praktische Lebenshilfe!
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Tierschutz, Tierrecht, Tiermissstände: Hintergründe, Zusatzinformationen
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