Denn Tiere sind keine Maschinen
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Schauen wir mal

von Admin | 15. Februar 2018 | ein Kommentar


Heute schlendern wir in etwas intimerer Runde durch den Stall, da die meisten Rinder trotz der Kälte den Frischluftfanatiker in sich entdeckt haben und draußen tapfer ihre Runden drehen. Das Stubenhocker-Grüppchen fängt an mit Mattis, der eine Extraschicht unter der Kuhputzmaschine einlegen muss, da Muddi Dina nach dem ersten Versuch noch nicht mit der Frisur zufrieden war. Wenn das Baby zerzaust unter die Leute bzw. Rinder geht, fällt das ja schnell auf die Eltern zurück, gerade wenn man wie Dina die Erziehung alleine in die Klaue genommen hat.

Zurück im Stall liegt das Kind dann bereits wohlfrisiert neben der vor Stolz fast platzenden Mama, es folgt Martin alias der Ochse mit den interessantesten Hörnern in diesem Universum. Für die Mitrater unter den Lesern machen wir an dieser Stelle eine kleine Pause … und lösen dann erst auf, dass Emma, Chaya, Anna, Lenchen, Lola, Janne (die bereits in Gedanken ihren morgigen Kindergeburtstag plant), Jule, Fine und Greta in dieser Reihenfolge ihre Aufwartung machen.

Mattis Frisurgeneralüberholung trägt dann die ersten Früchte, denn Henriette Huhn und Frau Helga zeigen sich sehr angetan und kommen auf ein kurzes Pläuschen vorbei. Tollkühn beenden wir das Video, indem wir bei Rudi vorbeischauen, der mal wieder sehr zeitig ins Heu gegangen ist, da nur der frühe Eber die Ananas fängt. Aber natürlich blitzen wir bei ihm ab und ziehen uns dementsprechend schnell wieder zurück.


Ein Traumhund sagt Hallo

von Admin | 15. Februar 2018 | 5 Kommentare

Auf Butenland werden Liebesbeweise natürlich nicht nur am Valentinstag ausgetauscht, da schwören wir komplett auf einen diesbezüglichen Rund-um-die-Uhr-Service. So geniesst auch Pino auf unserem Tagesbild eine der vielen Streicheleinheiten, die ihn heute wie üblich wieder erwarten.
 
Die hat sich unser Security-Chef auch mehr als verdient. An die 12 Jahre lebte er in einem Tierheim auf Sardinien, bis wir ihn im Mai 2014 über eine Tiervermittlung kennengelernt und uns sofort in ihn verliebt haben. So macht er demnächst auch sein 4. Jahr auf Butenland voll. Dabei ist er noch topfit. Wir behandeln ihn zwar seit einigen Wochen medikamentös, da eine leichte Herzinsuffizienz bei ihm diagnostiziert wurde, das stört ihn aber überhaupt nicht in seinem Alltag.
 
Dieser Traumhund kommt mit allen Zwei- und Vierbeinern auf dem Hof klar, scheut aber auch nicht vor klaren, kurzen Ansagen zurück, wenn es jemand ungestüm übertreibt. Sowieso hat er als echter Herdenschutzhund immer alles im Blick, vor allem das Hoftor lässt er nur in den kurzen Kuschelpausen aus dem Auge. Hier benutzen wir extra die Einzahl, denn entspannen darf sich immer nur ein Sehorgan, das andere überwacht pflichtbewusst auch bei der schönsten Streicheleinlage achtsam die Umgebung.
 
Die Bilanz von Pino spricht dabei Bände: Seitdem wir hier alle unter seinem Schutz stehen, wurde der Hof nicht einmal überfallen, es gab keine Schießerei und nicht eine Waffe ist vor Ort zum Einsatz gekommen. Gut, das ist vor Pinos Zeit auch nie vorgekommen, trotzdem ist diese Quote makellos und absolut sein Verdienst. Kurzum fühlen wir uns einfach noch geborgener als zuvor, seit unser Eisbär mit seinem guten Namen für die Hofsicherheit bürgt.

Abschied von Marie

von Admin | 14. Februar 2018 | 10 Kommentare

Wir mussten heute nachmittag Marie erlösen lassen. Sie hatte sich seit gestern abend festgelegen und konnte weder durch selbstständige Aufrichtversuchen noch durch unsere Hilfe mehr stehen.

„Ihr könnt Tränen vergießen, weil sie gegangen ist,
oder ihr könnt lächeln, weil sie gelebt hat.

Ihr könnt eure Augen schließen und beten, dass sie wiederkehrt,
oder ihr könnt die Augen öffnen und all das sehen, was sie hinterlassen hat.

Euer Herz kann leer sein, weil ihr sie nicht mehr seht,
oder es kann mit der Liebe gefüllt sein, die ihr geteilt habt.

Ihr könnt euch vom Morgen abwenden und im Gestern leben,
oder ihr könnt morgen glücklich sein wegen des Gestern.

Ihr könnt euch nur daran erinnern, dass sie gegangen ist,
oder ihr könnt ihr Andenken bewahren und es weiterleben lassen.

Ihr könnt weinen und euch verschließen, leer sein und euch abwenden,
oder Ihr könnt tun, was sie gewollt hätte:
Lächeln, eure Augen öffnen, lieben und weitermachen.“

(David Harkins)

Marie wurde am 14.9.2006 geboren und kam im Dezember 2008 auf unseren Hof. Sie ist als Kälbchen auf einem Spaltenboden ausgerutscht und brach sich dabei das Becken und das rechte Hinterbein mehrfach. Diese Frakturen waren eigentlich ihr Todesurteil. Doch dann geschah das Wunder und der Termin beim Schlachter wurde gegen ein Leben auf Butenland eingetauscht.

Hier wurde Marie wochenlang gelagert und mobilisiert, und wie es an einem Krankenbett üblich ist, gab es auch jede Menge Liebe, Zuspruch, haufenweise Aufmerksamkeiten und Leckereien, und so fand sie tatsächlich die Kraft und den Mut, allen medizinischen Prognosen zu trotzen. Als Überbleibsel ihrer Frakturen behielt sie zwar ein steifes Bein sowie ein verschobenes Becken, aber dennoch kämpfte sich die kleine Heldin tapfer durch ihren Alltag. Und das über 11 Jahre, eine Lebensspanne, die ihr kein Arzt zugetraut hätte.

Da es immer wieder zum Festliegen kam und wir ihr mit unserem Hebegerät oft auf die Beine helfen mussten, hatte Marie auch schnell gelernt, dass sie nur auf der linken Seite ruhen kann. Natürlich stand sie hier unter verstärkter Beobachtung und war Teil unserer Krankenweide inklusive Krankenstall, wo wir sie einfach viel besser im Blick hatten als auf den normalen, sehr weitläufigen Varianten des Hofes. Wie eingeschränkt ihr Bewegungsablauf war, kann man am Anfang dieses Videos https://www.youtube.com/watch?v=YtNO4HGSqaA erkennen. Auch heute bei der letzten Visite hat unser Tierarzt nochmal betont, was es für ein Wunder war, dass Marie nicht nur über 11 Jahre durchgehalten hat, sondern sich nach jedem Festliegen mit ein bißchen Hilfe von uns, aber vor allem mit beispiellosen Überlebenswillen wieder hochgekämpft hat.

Trotz der Einschränkungen war Marie ein echter Dickkopf, konnte sich hervorragend durchsetzen und hatte so einen dominanten und sicheren Platz in der Herdenhierarchie. Sie wurde sogar einmal als Fotomodell gebucht und ziert das Cover einer Sammlung mit Sprachglossen der Feministin Luise F. Pusch. Unsere Wunder-Marie war einfach ein leuchtendes Beispiel dafür, dass jeder eine zweite Chance verdient hat und für einen starken Willen ein Leben mit Einschränkungen nicht unmöglich ist, sondern zufrieden tagtäglich zelebriert werden kann.

Das tat sie dann auch bis zuletzt. Wir wissen gar nicht mehr, wie oft wir Marie über die Jahre wieder auf die Beine geholfen haben, egal ob Tag oder Nacht. Ganz selbstverständlich hat unsere Kämpferin sofort danach wieder weitergemacht hat, als wäre nichts gewesen. Bei ihrem letzten Festliegen signalisierte sie uns aber, dass sie nicht mehr stehen bleiben wollte, und als uns auch der sofort herbeigerufene Tierarzt keine Hoffnung mehr machen konnte, mussten wir schweren Herzens realisieren, dass es Zeit war, Abschied zu nehmen. Hoffentlich ist Marie nun irgendwo mit ihrem besten Freund Paul wiedervereint.

Für Marie:
https://www.youtube.com/watch?v=3h0apAcQGPQ

Lege deinen süßen und müden Kopf nun nieder,
die Nacht ist gekommen, du bist am Ende deiner Reise.

Schlaf jetzt und träume von denen, die vor dir gingen,

sie rufen von einer weit entfernten Küste.

Warum weinst du? Warum sind Tränen auf deinem Gesicht?

Bald wirst du sehen, dass all deine Ängste vergehen werden,

Beschützt in meinen Armen wirst du nur schlafen.“


Zum Valentinstag

von Admin | 14. Februar 2018 | 2 Kommentare


„Man soll lieben, soviel man kann, und darin liegt die wahre Stärke, und wer viel liebt, der tut auch viel und vermag viel, und was in Liebe getan wird, das wird gut getan.“
Vincent van Gogh

Foto: Lillja & Anton


Ein Stinkehuf für eine rosafarbene Diva

von Admin | 13. Februar 2018 | 5 Kommentare


Heute gibt es mal eine Lektion in Tierkommunikation mit den zwei Hauptdarstellern Kaspar und Rosa Mariechen.

Unser Pferdewildfang kommt gerade von einem Ausflug zurück und will erstmal nur an die Snackbar, um etwas zu entspannen, als sich ihm die Hof-Diva in den Weg stellt und ihm ein Gespräch aufdrängt. Dazu hat Kaspar aber gerade mal überhaupt keine Lust und signalisiert mehrmals, dass er gleich austritt, wenn die rosafarbene Small-Talkerin nicht ihre Nerverei einstellt. Natürlich würde er das nie durchziehen, und dummerweise weiß das auch jeder inklusive Mariechen, aber was bleibt ihm schon übrig außer verpuffenden Drohgebärden? Rosa weicht jedenfalls sogar diesen Antäuschungen aus und stänkert weiter.

Zum Glück ist sie dann aber einen Augenblick nicht bei der Sache, wahrscheinlich hat sie instinktiv irgendeine Sache in den Augenwinkeln gefunden, worauf natürlich ein echter Sachensuche-Profi wie Marie reflexartig eingehen muss. Diese Ablenkung nutzt Kaspar sofort aus, um Distanz zwischen sich und der Schweinedame auf Rudis Pöbelspuren zu bringen.

Es muss sich übrigens kein Leser Sorgen machen, die beiden kennen sich seit Mariechens Ferkelstatus und mögen sich sehr. Nur halt nicht, wenn die Diva ihre Wochenallüren unbedingt an Kaspar ausleben muss.


Watschelnd die Sonne geniessen

von Admin | 13. Februar 2018 | 2 Kommentare

Über Butenland strahlt die Sonne, das nutzen auch unsere Enten aus und machen einen extralangen Spaziergang vor der nächsten Baderunde. Dass sie dabei so friedlich miteinander umgehen, liegt vor allem an den Hormonchips, den wir den Mastentenmitgliedern unserer Watschelgang implantieren mussten.
 
Der ist leider unvermeidbar, denn gerade bei dieser Entenart machen sich immer wieder schwere Hormonstörungen bemerkbar. Diese Probleme werden allgemein kaum beachtet, da diese Wesen gar nicht dazu bestimmt sind, älter als drei Monate zu werden. Bei uns tun sie das aber, so müssen wir immer wieder beobachten, wie sie in Gruppen über einzelne Artgenossen herfallen und diese schwer verstümmeln. Da hat eine unserer Enten sogar schon mal ein Auge verloren, weil sie von den anderen im akuten Hormonstress in die Mangel genommen wurde. Das ganze schaurige Spektakel wird noch dadurch dramatisiert, dass Mastenten aufgrund ihres Gewichts nicht wegfliegen und sich so in Sicherheit bringen können.
 
Dieses Verhalten tritt glücklicherweise nur in den ersten Monaten des Jahres auf, so können wir alljährlich mit dem Chip gegensteuern, der ebenfalls nur wenige Wochen zu benutzen ist. Das Geld dafür bezahlen wir gerne, wenn wir diesen überzüchteten und ausgebeuteten Lebewesen dadurch so harmonische Spaziergänge und Schwimmrunden ermöglichen können.

Rudi lädt zur Dinnerparty und geht knurrend schlafen

von Admin | 12. Februar 2018 | 4 Kommentare


An dieser Stelle müssen wir uns einfach mal bei Rudi entschuldigen. Wie oft fallen hier Begriffe wie „mürrisch“ oder sogar „Grumpy Pig“? Eigentlich völlig unhaltbar, zu der Erkenntnis kommt man unweigerlich, wenn man sich Rudis ausufernde Liste an gefiederten Freunden in Erinnerung ruft. Noch deutlicher wird es, wenn er seine geflügelten Kontakte zu einer Soiree einlädt, mit Nerven aus Drahtseilen das eigene Essen zu sich nimmt und dabei nicht einen bösen Grunzer darüber verliert, dass die restliche gackernde Abendgesellschaft quasi mit den Krallen in seiner Schüssel steht und ihm ständig Schnäbel die besten Delikatessen vor dem Rüssel wegpicken. Das kann man nur mit einem extrem großen Herzen stoisch ertragen, und wir wissen ja auch gar nicht, wovon das danach einsetzende Bettgegrummel handelt. Vielleicht thematisiert es ja auch einfach nur die zu kleinen Portionen, wegen denen er darauf verzichten muss, auch noch die anliegende Wildvogelnachbarschaft zum gemeinsamen Dinieren einzuladen. Wer weiß?


Familienzuwachs auf Samtpfoten

von Admin | 12. Februar 2018 | 6 Kommentare


Wir haben es geschafft, Kater Smutje ist nun endgültig in der Butenland-Familie angekommen. Über Wochen haben wir ihn zu festen Zeiten gefüttert, bis er endlich nicht mehr in Panik getürmt ist, sobald sich ein Mensch genähert hat. Daraufhin haben wir das Menü in eine Transportbox gestellt, diese mit Decken ausgestattet, die sowohl warm waren als auch dem hohen Ästhetik-Anspruch von Katzenaugen genügten, und ihn so reisefertig für den Tierarzt gemacht. Dort wurde er vor ein paar Tagen dann kastriert, was gerade bei Freigängern ein unvermeidbarer Schritt ist. Da muss man sich nur die unglaublichen Vermehrungspyramiden dieser Tiere anschauen, die überall im Netz zu finden sind.

Das hat Smutje, der vom Tierarzt übrigens auf 2 bis 3 Jahre geschätzt wird, natürlich erstmal anders gesehen. So verbrachte er nach der OP zwar 2 Tage bei Indira als Untermieter, verschwand dann aber spurlos, um die skandalöse Situation vonwegen Freiheitsberaubung und Eingriff in die Männlichkeit erstmal mit seinem Anwalt zu besprechen. Diese Konsultation lief aber sehr zu unseren Gunsten ab, deshalb tauchte er gestern wieder auf und liess sich zu seinen gewohnten Kantinenzeiten von uns das Essen auf die Heuballen im Pferdestall anliefern.

Indira geht deshalb schon von einem festen Lebenspartner aus, Smutje hat aber auf Catbook noch immer unter Beziehungsstatus „Es ist kompliziert“ eingetragen. Und das wird nach unserer Erfahrung auch noch länger so bleiben, denn alle Butenländer Katzen waren und sind wilde Freigänger, die immer erst nach einem Jahr oder länger zu uns ins Haus gezogen sind. Schließlich ist das nicht unsere Entscheidung, sondern die von unseren Stubentigern.

Allerdings scheint die Schnurrpropaganda perfekt zu funktionieren. Denn inzwischen haben wir eine weitere Futterstelle eingerichtet, da eine sehr dünne, noch nicht mal ausgewachsene Katze seit Tagen um den Hof schleicht und ihre Kreise langsam enger zieht. Mal abwarten, ob wir mit unseren Serviceleistungen demnächst einen weiteren Magen auf regelmäßiger Basis füllen dürfen. Uns würde das sehr freuen.


Ein saumässiges Kuschel-Trio

von Admin | 11. Februar 2018 | 3 Kommentare


Vergesst die drei Fragezeichen, hier kommen die drei E´s von Butenland: Emily, Erna und Else. Bei den Bildern ist wohl unnötig zu erwähnen, dass diese Dreier-Kombination ein echtes Dream-Team ist und auf wahrer Freundschaft basiert.

Dabei hat das Leben für Erna und Else wie bei fast allen Butenländern nicht gut angefangen. So mussten sie ein knappes Jahr in einem Versuchslabor verbringen und diese Zeit mit ihren Zähnen bezahlen. Hier auf dem Hof mussten wir sie erstmal langsam an alles gewöhnen, selbst das Tageslicht war ihnen nicht geheuer.

Das hat sich zum Glück mittlerweile um 180 Grad gedreht. Heute erkunden die beiden 250-Kilo-Damen forsch ihre Umwelt, haben ihre eigene Schweinewiese und schrecken vor Menschen nicht mehr zurück. Ganz im Gegenteil gibt es gerade für Erna nichts Schöneres, als stundenlang von Emily gekrault zu werden. Was für ein Happy-End, das hoffentlich noch lange für die zwei 8jährigen Schweineladies andauert.


Lernprozesse

von Admin | 11. Februar 2018 | 8 Kommentare

„Wir müssen lernen, entweder als Brüder miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.“
 
Martin Luther King
 
Foto: Anton mit Emily

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