Denn Tiere sind keine Maschinen

Die Pferde

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Monopoly: Aus der Einzelhaft in die Freiheit

monopoly

Geboren: 1995

Monopoly lebte elf Jahre als Schulpferd in einem Reitstall. Die letzten zwei Monate wurde er wegen seines schlechten Gesundheitszustands nicht mehr geritten und verbrachte seine Tage und Nächte in einer Einzelbox. Er zeigte auch deutlich, dass er niemanden mehr auf seinem Rücken tragen wollte, er reagierte bissig, wenn er einen Sattel sah. Dann zog er die „Sie kommen aus dem Gefängnis frei“-Karte: Nach langen und schwierigen Verhandlungen ist das Pony am 6.7.2013 an uns übergeben worden. 

Monopoly litt vermutlich unter einer akuten Belastungsrehe. Er machte in den ersten Tagen noch einen verstörten Eindruck und wirkte nervös. Aufgrund des Reheverdachts teilt er sich mit Kaspar eine Koppel. Kaspar hat sich sichtlich gefreut, einen Ponykumpel zu bekommen und zeigte Monopoly sogleich das Hofleben auf Butenland. Für die beiden Ponys haben wir im Sommer 2014 eine eigene Sandrennstrecke angelegt, damit sie ihren Bewegungsdrang ausleben können, denn auf die saftige Pferdeweide kommen sie wegen der Reheproblematik nur stundenweise und unter Aufsicht. Außerdem gehen wir regelmäßig mit den beiden spazieren, was sie sichtlich genießen.

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Cello: ein ehemaliges Turnierpferd findet ins Leben

cello

Geboren: 2000

Ende Mai 2013 kam ein neuer Mitbewohner nach Hof Butenland. Seinen Turniernamen Challenger änderten wir in Cello. Er war bei der Ankunft gerade 13 Jahre alt (für ein Pferd ist das noch ziemlich jung) und für den Reitsport schon nicht mehr zu gebrauchen – oder besser gesagt: er war vom Reitsport verbraucht. Er wurde im Training und auf internationalen Springturnieren kaputtgeritten, zuletzt noch unter Verabreichung starker Schmerzmittel, was im Reitsport häufig praktiziert wird. Auch psychisch kam Cello reichlich kaputt bei uns an, bei Menschen würde man vielleicht von Burn-Out-Syndrom sprechen: Alles, was ihn an Arbeit erinnerte (z.B. Halftern), ließ Cello zurückscheuen und machte ihn nervös. Seine anfängliche Zurückhaltung und Skepsis hatte er nach einigen Monaten abgelegt und zeigt sich uns gegenüber heute lieb und ruhig. Wenn wir ihn rufen, kommt er zu uns. Solange Cello nicht das Gefühl hat, dass wir irgendetwas von ihm wollen, ist er umgänglich und entspannt.

Cello kam mit einem Sommerekzem und einem bereits chronischen Lungenemphysem zu uns. Bislang konnten wir seine Lungenerkrankung mit sanfter Medizin behandeln. Jetzt aber müssen wir leider Cortison zur Linderung seiner häufig massiven Hustenanfälle einsetzen.

Die Zusammenführung mit den anderen beiden Jungs Lolle und Kaspar klappte problemlos und schon am ersten Tag galoppierten die drei über die Weide, während Kaspar selbstverständlich wieder Kapriolen machen musste. Wir freuen uns zu sehen, wie Cello täglich mehr Vertrauen fasst, seine Umgebung interessiert erkundet und die Weite seiner neuen Welt genießt.

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Viernes: in besten Händen in unserer Pferdepflegestelle

viernes

Geboren: 1997

Im April 2013 konnten wir mittels eines Onlinespendenaufrufs den 16-jährigen Viernes vor der Schlachtbank bewahren. Viernes hat in seinem bisherigen Leben oft den Besitzer gewechselt, verbrachte seine Zeit auf Turnieren, in Pferdetransportern oder in einer Box. Er durfte nie in einer Herde stehen, Freundschaften schließen oder saftiges Gras schmecken. Wegen eines Bandscheibenvorfalls und einer Atemwegserkrankung sollte er getötet werden. Zum Glück folgten schnell genügend Menschen dem Spendenaufruf und ermöglichten den Freikauf. Viernes kann das Leben ohne menschliches Gepäck auf dem Rücken nun in vollen Zügen in unserer Pferdepflegestelle im Nachbardorf genießen. Dort kümmert sich eine gute Freundin von uns liebevoll um ihn und endlich darf er Liebe, Verständnis und das freundschaftliche Zusammensein mit anderen Pferden erleben.

Viernes erholt sich sichtlich in seinem neuen Zuhause. Er ist sehr verschmust, Fremden gegenüber aber noch etwas unsicher. Auch das Draußensein musste er erst lernen. Bis es wärmer wurde, trug er auch auf der Weide eine Decke.

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Kaspar: unser kleiner Wirbelwind

kaspar

Geboren: August 2006

Wie bricht man am besten die Psyche eines Ponys? Man kauft es als viel zu kleines Fohlen von einem Züchter, lässt es mutterlos und isoliert in einer engen Box stehen und wartet darauf, dass es wächst, damit es für den Rest seines Lebens kreischende Kinder im Kreis herumtragen kann. Vor letzterem konnten wir Kaspar, das Welsh Pony, durch Freikauf bewahren.

An den Folgen dessen, was ihm bis dahin widerfahren war, knabberte er noch jahrelang. Völlig verkrampft und panisch trat er sofort die Flucht an oder schlug bei jedem Geräusch und jeder Annährung aus. Da der Lütte keinerlei Sozialisation erfahren hatte, wusste er sich einfach nicht anders zu helfen als durch Tritte und Bisse. Es dauerte fast ein Jahr, bis wir ihn berühren durften und erst Nadins diverse Therapiebesuche führten dazu, dass sich Kaspar halftern, striegeln und führen ließ. Wir übten täglich mit ihm, mit stetig wachsendem Erfolg. Und es ist toll, dass Kaspar in dem souveränen Loriot einen Freund und Beschützer gefunden hat, der dem Kleinen die nötige Sicherheit gab, um ins Leben zu finden. Die beiden sind ein starkes Team und inzwischen ist Kaspar mit Loriots Hilfe richtig bei uns angekommen.

Kaspar ist heute selbstbewusst und manchmal etwas übermütig – wenn er mit den anderen über die Weide tollt, wissen wir: Unser kleiner Wirbelwind ist glücklich und zufrieden.

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Loriot: „Welle machen“ ist nicht sein Ding!

loriot

Geboren: 1988

Dieser optische und charakterliche Traum diente bis 2005 als Schulpferd auf einem Reiterhof. Als er auf Hof Butenland ankam, war Loriot desinteressiert an allem und jedem. Kein Wunder nach der Monotonie. Mittlerweile nimmt er aktiv am aufregenden Leben auf Hof Butenland teil und ist in allen Lebenslagen Kaspars Beschützer.

Loriot beeindruckt nicht nur durch seine Größe – zum Striegeln benötigen wir eine Leiter – sondern auch durch seine Souveränität und Gelassenheit. Er ist tolerant, erhaben, gutmütig und geht vornehm jedem Streit aus dem Weg. Der Schöne sieht’s halt einfach nicht so eng. Kaspars Spielattacken lässt er cool abwartend über sich ergehen, bis der Lütte sich wieder ausgetobt hat. Na ja – eine Macke hat Loriot zugegebenermaßen doch, denn er streckt gerne, oft und lange seine Zunge heraus und wir rätseln immer noch, wie er das wohl meint…

Mit seinen inzwischen 27 Jahren ist Loriot der Älteste im Stall und auf der Weide. Körperlich machen sich jetzt zunehmend Alterserscheinungen bemerkbar: Loriot leidet unter Arthrose und ist dünner geworden. Wir füttern abends extra Müsli und Möhren- und Apfelstücke zu.

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