Denn Tiere sind keine Maschinen
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Abschied von Else

von Admin | 22. Juni 2018 | noch kein Kommentar

“Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt,
nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.”
(Sergio Bambaren)

Wir haben heute Abend Else tot vor der Tür zum Schweinegarten gefunden. Sie wollte seit gestern nicht mehr fressen und die Darmblutungen traten heute mittag verstärkt auf. Bei ihr wurde ein Gebärmuttertumor diagnostiziert, deshalb war uns schon die ganze Woche klar, dass der Zeitpunkt bald kommen wird, an dem wir sie erlösen müssen. Als der von uns alamierte Tierarzt auf dem Hof eintraf, hatte Else aber schon selber den letzten Schritt gemacht und war für immer eingeschlafen.

Else wurde erst letzte Woche 9 Jahre alt und war seit Februar 2010 eine Butenländerin. Zusammen mit ihrer besten Freundin Erna lebte sie zuvor in einem Tierversuchslabor. Dort wurden ihnen alle Zähne direkt nach der Geburt abgekniffen. Was genau für Experimente an ihnen durchgeführt wurden, haben wir nie erfahren, was jede Behandlung sehr erschwerte und bei Erna auch in Zukunft stark behindern wird. Beide Schweinedamen hatten Operationsnarben am Bauch und an den Lenden. Direkt nach Elses Ankunft bildete sich ein faustgroßer Abszess, als der aufplatzte, zogen wir circa 20 cm lange Plastikfäden aus ihrem Bauchraum.

Auf dem Hof haben sich die beiden schnell eingewöhnt. Anfangs noch schreckhaft und sogar mißtrauisch gegenüber dem Sonnenlicht, entdeckten sie Schritt für Schritt die neue Welt, in der Gegenwart waren die täglichen Ausflüge zur eigenen Schweineweide oder auch an die Wasserkanäle absolute Routine. Erna und Else waren nur als Team anzutreffen und schliefen auch im eigenen Stallbereich immer eng aneinandergekuschelt. Das ist auch der Grund, warum wir uns gerade große Sorgen um Erna machen, da müssen wir sehr genau beobachten, wie sie den Tod ihrer besten Freundin verkraftet.

Die Diagnose „Gebärmuttertumor“ bekamen wir erst letzte Woche während eines Telefonats mit dem Universitätsklinikum Hannover. Alle Symptome waren zu eindeutig für einen anderen Befund, die Darmblutungen wiesen zusätzlich daraufhin, dass der Tumor sich bereits ausgebreitet und andere Organe befallen hat. Eine Behandlung war nur mit enorm hohen Risiko möglich, denn dafür hätte Else in Vollnarkose gelegt werden müssen, was bei Schweinen fast immer in Kreislaufzusammenbrüchen und anderen schweren Komplikationen endet. Zusätzlich hätte der Eingriff nicht auf Butenland stattfinden können, sondern in Hannover. Von dieser Tortur der Reise und des Eingriffs hat uns sowohl unserer Tierarzt als auch der Experte in Hannover abgeraten, vor allem weil die Überlebenschance von Else nur gering gewesen wäre. Dem haben wir schweren Herzens zugestimmt und wollten ihr stattdessen noch auf dem Hof eine schöne Zeit machen und sie dann in Würde im Kreis ihrer Lieben gehen lassen. Das ist uns schlußendlich auch gelungen, von der Geschwindigkeit des Krankheitsverlauf wurden wir dann aber doch total überrumpelt. Das hätten wir aber über jeden Termin gefühlt, denn wenn man ein geliebtes Familienmitglied loslassen muss, gibt es dafür nunmal kein ideales Zeitfenster, das nicht unglaublich weh tut.

Für Else und auch für Erna:
https://www.youtube.com/watch?v=rhAFJGu5uOw

„Ich habe einen Schatz gefunden und er trägt deinen Namen,
so wunderschön und wertvoll und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
Du schläfst neben mir ein, ich könnt‘ dich die ganze Nacht betrachten,
sehen wie du schläfst, hören wie du atmest, bis wir am morgen erwachen.
Hast es wieder einmal geschafft, mir den Atem zu rauben,
wenn du neben mir liegst, dann kann ich es kaum glauben,
dass jemand wie ich sowas Schönes wie dich verdient hat.

Dein Verlassen würde Welten zerstören, doch daran will ich nicht denken,
viel zu schön ist es mit dir, wenn wir uns gegenseitig Liebe schenken.
Betank‘ mich mit Kraft, nimm mir Zweifel von den Augen,
erzähl‘ mir tausend Lügen, ich würd‘ sie dir alle glauben,
doch ein Zweifel bleibt, dass ich jemand wie dich verdient hab‘.

Du bist das Beste was mir je passiert ist,
es tut so gut wie du mich liebst,
vergess‘ den Rest der Welt, wenn du bei mir bist.“


Ignoranz forscht

von Admin | 22. Juni 2018 | ein Kommentar

Immer wieder wird Veganern in Diskussionen vorgeworfen, dass für Soja der Regenwald abgeholzt wird. Dieser Vorwurf ist besonders albern, denn über 80 % des so gewonnenen Sojas sind Futtermittel, die in der Tierindustrie benötigt werden. Das wissen die Verantwortlichen natürlich und suchen deshalb nach Alternativen. Es wäre wohl zu einfach, auf Tierfleischkonsum zu verzichten, also treibt die Forschung auf diesem Gebiet andere, bisweilen sehr seltsame Blüten.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/alternatives-tierfutter-astronautennahrung-fuer-kuehe-a-1213955.html


Happy Hour an der Wasserbar

von Admin | 21. Juni 2018 | 4 Kommentare


Die Butenländer Rinder können sich bei ihren täglichen Picknicks zwischen 6 Weiden entscheiden, die sich über 20 Hektar erstrecken. Außerdem gibt es noch die separate Krankenabteilung, auf der unsere Sorgenfellchen leben, die nochmal 2 Weiden umfasst. Auf all diesen Flächen sind Wasserstellen eingerichtet, denn ein Rind benötigt bis zu 80 Liter Flüssigkeit pro Tag. Bei der Wasseraufnahme wird das Maul einige Zentimeter eingetaucht und der Drink eingesaugt. Dieser Vorgang dauert zwischen 2 bis 3 Minuten und es werden bis zu 30 Liter Wasser pro Trinkpäuschen aufgenommen.


Die Gülleklage

von Admin | 21. Juni 2018 | 8 Kommentare

Deutschland wurde nun offiziell von der EU wegen den steigenden Nitrat-Werten im Grundwasser verklagt, am Donnerstag ist das Urteil gefallen. Besonders amüsant wird der Artikel, wenn es darum geht, was unser Land laut EU-Kommission verbessern soll, um Strafzahlungen zu entgehen. Nahezu alle angegebenen Punkte sind ziemlich illusorisch, denn die Dungbehälter platzen dank der Turbo-Massenviehhaltung vor Gülle, deshalb diskutiert man in diesem Land auch nur über eine Verkürzung der Sperrzeiten für Düngungen, Sondergenehmigungen und anderen Wegen, möglichst durchgehend möglichst viel Tiermist auf die Felder zu bekommen.

Unter diesen Umständen wäre auch nur die kleinste Verringerung ein echtes Wunder, der deutsche Steuerzahler sollte sich also auf massive Strafzahlungen in Millionenhöhe einstellen und sich gleichzeitig auch nicht wundern, dass der Trinkwasserpreis in nächster Zukunft steigen wird, da die Klärwerke mit der Aufbereitung gar nicht mehr hinterherkommen. Aber was soll´s? Es schmeckt nunmal so gut, das rechtfertigt alles und natürlich muss für diese ständig von Befürwortern als Privatsache deklarierte Ernährungsweise dann auch jeder zur Kasse gebeten werden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/nitrat-im-grundwasser-darueber-entscheidet-der-europaeische-gerichtshof-a-1213593.html


Blubbern gegen die Hitze

von Admin | 20. Juni 2018 | 3 Kommentare


Das heutige Tagesvideo kommt spät und es ist auch eine ältere Konserve, mit der wir euch nochmal einen Tipp von Rosa-Mariechen ans Herz legen wollen, wie man das heiße Wetter problemlos übersteht. Die Wiederholung liegt aber zum Glück nur an positivem Streß, denn Butenland hat Besuch von 2 Kunstprofessoren der Uni Köln, die mit einer Studentengruppe ein Projekt über Tierrechte eingerichtet haben und das auch morgen noch auf Butenland verwirklichen. Da gibt es viel zu erzählen und zu zeigen, worunter dann glatt der Videodreh etwas gelitten hat. Aber morgen versorgen wir euch dann wieder mit aktuellem Gossip der Butenländer Stars und Sternchen, versprochen. 😉


Blick in den Garten von Hof Butenland

von Admin | 20. Juni 2018 | 5 Kommentare

Selbstverständlich nutzen wir die Fläche auf Butenland auch zum Amusement unserer Vögel- und Insektenfreunde. Deshalb stösst man hier ständig auf Blumenwiesenbuffets, wir haben Insektenhotels eingerichtet, überall gibt es Ecken mit Wasserstellen und wir füttern die gefiederten wilden Nachbarn auch ganzjährig. Unter diesem Link hier https://www.facebook.com/BR24/videos/10156177828560336/?hc_ref=ARSPLeKwtMj2W7B4mRPMjeFororWxia_0yZ-h_QbRpfDny9jRO3WSA6aaGJYFe3Ws8M kann sich jeder darüber informieren, wie man schnell einen Garten insektenfreundlich macht.


Die Milch gehört Jule

von Admin | 19. Juni 2018 | 5 Kommentare


Heute dreht sich im Tagesvideo alles um Jule und wem die Milch aus Mama Jettes mobiler Bar gehört. Nein, die Antwort auf diese eigentlich sogar rhetorische Frage ist weder ein Milchkonzern noch ein menschlicher Erwachsener mit Abstillproblemen, die er sein Leben lang artfremd befriedigen möchte. Es gibt nur eine Lösung und die lautet, dass Jettes Muttermilch ausschließlich ihrem Kind gehört. Wir wissen wirklich nicht, warum das so viele Menschen, überwiegend sogar mit eigenem Nachwuchs, der gestillt wurde, nicht begreifen. Schwierig ist dieses Rätsel ja nun wirklich nicht zu lösen.


Update zu Else

von Admin | 19. Juni 2018 | 8 Kommentare

Leider müssen wir heute mal wieder traurige Nachrichten übermitteln, da wir euch über den Gesundheitszustand von Else informieren wollen. Wir haben die Schweineklinik des Universitätsklinikum Hannover angerufen und die Symptome geschildert. Traurigerweise war sich der Tierarzt sehr sicher, dass sie einen Gebärmuttertumor hat, die Darmblutungen weisen sogar darauf hin, dass auch schon andere Organe betroffen sind und das Ding dort hineingewachsen ist. Wir hätten zwar noch die Möglichkeit, eine Ultraschalluntersuchung zu machen, aber dabei müsste Else fixiert werden und die Diagnose würde sich sehr wahrscheinlich nur bestätigen, da die Symptome zu eindeutig und alternativlos sind und der Arzt dementsprechend sicher ist.

Die einzige Behandlungsmöglichkeit wäre eine Operation, dahingehend wurden wir aber gleich erinnert, dass das nur unter einer Vollnarkose möglich ist und bei so etwas die Überlebenschancen eines Schweins sehr gering sind, da es fast immer zu einem Kreislaufzusammenbruch sowie anderen schweren Komplikationen kommt. Die Medizin steht da leider noch fast am Anfang, aus dem einfachen Grund, dass außer Lebenshöfen wie wir kaum jemand eine Operation an einem Schwein für nötig hält. Sogar das in diesen Kreisen fast biblische Alter von Else sorgte für Überraschung und vor allem Neuland, da 9jährige Schweine in dieser gnadenlosen und grausamen Tierhaltungsindustrie überhaupt nicht vorgesehen sind und so alle Erfahrungswerte fehlen.

Else trinkt außerdem überdurchschnittlich viel, was zusätzlich auf eine Niereninsuffizienz hindeutet. Der Eingriff wäre nur in Hannover möglich, wir müssten ihr also auch noch den Stress einer mehrstündigen Autofahrt antun, wenn sie die Operation wie durch ein Wunder überleben würde, stände auch noch ein mehrtägiger Klinikaufenthalt in komplett fremder Umgebung an. Der Tierarzt riet uns von all diesen Maßnahmen ab und wir stimmen ihm schweren Herzens zu.

Else ist noch sehr aktiv, geht regelmäßig mit ihrer besten Freundin Erna auf die Weide und ist bisher in keiner Lebensqualität eingeschränkt. Die Krankheit macht sich nur über die gelegentlichen Darmblutungen bemerkbar, außerdem verliert sie an Gewicht, obwohl sie ausreichend frisst. Trotzdem leidet sie nicht, also werden wir ihr nun die verbleibende Zeit noch so angenehm wie möglich machen, sie dabei beobachten, und im schlimmsten Fall dann auch wieder entscheiden, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem wir ein weiteres Familienmitglied schmerzfrei erlösen müssen. Das ist einfach das schlimme Kleingedruckte, was jeder Lebenshofbetrieb mit sich bringt und vor dem wir uns auch niemals drücken werden, so schwer es uns auch fällt.


Puschek on board

von Admin | 18. Juni 2018 | 9 Kommentare


Puschek ist nun schon ein paar Wochen auf Butenland und inzwischen lassen sich zwei Tatsachen nicht mehr leugnen: Zum einen hat er uns voll im Griff und zum anderen handelt es sich bei ihm um den motorsportbegeisterten Hund dieses Universums. Davon handelt folgerichtig auch das Tagesvideo, in dem wir euch den kompletten Fuhrpark von Puschek vorstellen und so auch gleich verdeutlichen, dass das „KING“ in Pekingnese erstens voll berechtigt ist und zweitens nichts mit chinesischen Haupstädten zu tun hat, sondern nur die ganz normale soziale Stellung dieser Hunde in ihrer Familie beschreibt.

Los geht es mit Indira, die den Offenstall ausmistet, und dabei großzügigerweise Puscheks flotten Hoftrac benutzen darf. Es folgt eine Spritztour mit Karin, da auch der Hundeporsche täglich ausgefahren werden muss. Schließlich bekommt dann auch nochmal Jan die Schlüssel für den Trecker alias Puscheks OffRoad-Geländefahrzeug in die Hand gedrückt. Immer dabei Michael Schupuschek, für den wir uns jetzt auch extra ein mobiles Cockpit zum Umhängen angeschafft haben. Das war dringend nötig, denn sobald auf dem Hof irgendeine Maschine angeworfen wird, ist unser Formel-1-Pekinese eh am Start und gibt erst Ruhe, wenn man mit ihm ein paar Kilometer zurücklegt.


Muuhpedia

von Admin | 18. Juni 2018 | 4 Kommentare


Rinder sind tagaktive Tiere. Die Nachtruhe wird kurz vor Tagesanbruch mit einer kurzen Wiederkäuphase beendet, die erwachsenen Tiere beginnen zu grasen, bis die Kälber erwachen und die Mütter zum Saugen aufsuchen. In fester Reihenfolge zieht die Herde zu den Weideplätzen, angeführt von der Leitkuh, die nicht die Ranghöchste sein muss.  Die Leitkuh bestimmt den Weideplatz, die jüngsten Kälber versammeln sich im „Kindergarten“. Mit großer Regelmäßigkeit folgt nach einer Graseperiode eine Zeit der sozialen Körperpflege, anschließend eine ausgedehnte Ruhephase mit Wiederkäuen. In langen Nächten findet auch eine nächtliche Graseperiode statt.
(Quelle: Internetportal zur artgemäßen Rinderhaltung)

Foto: La Colorida


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