Denn Tiere sind keine Maschinen
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Einfach schön

von Admin | 16. Februar 2019 | 3 Kommentare

„Hier sitzen wir nun, du und ich, und haben’s schön.“
 
(aus „Steine auf dem Küchenbord“ von Astrid Lindgren)
 
Auf Hof Butenland wurden die Umstände aus diesem Zitat heute sogar perfektioniert, denn die Hauptdarsteller auf unserem Tagesbild liegen teilweise sogar, dazu auch noch in der leicht überpünktlichen Frühlingssonne. Außerdem schlägt bei Puschek sein neues Glückshalsband so gut an, dass er hin und wieder schon die Sender im Stallradio nach Reggae-Musik durchsucht, Kuddels Ausflüge werden dank seiner verschriebenen Gelenkschmiere auch immer länger, und Pippilotta muss schon Termine zum Kuscheln vergeben, weil mit Indira und unserem Eisbären gleich zwei Koryphäen ihre Dienste anbieten. Die Wochenendsstimmung ist folgerichtig in vollem Gange.

Aus dem Tagebuch einer Sachensucherin

von Admin | 15. Februar 2019 | 4 Kommentare

Der Frühling steht vor der Tür, da kann endlich auch Rosa Mariechen ihr Revier zur Sachensuche wieder etwas ausweiten. Aber zuerst steht eine Stärkung auf dem Programm. Die Lunchbox hat sich in Schweinekreisen schließlich noch nicht durchgesetzt, so dass kein Essen auf die Arbeit mitgenommen werden kann. Dann geht es weiter mit ein paar Schwänzchen-Lockerungsübungen. Immerhin ist es doch noch etwas kühl, da müssen gerade die Körperteile, die man nicht immer im Blick haben kann, warm gehalten werden. Danach wird die Statik der Schweinebrücke überprüft. Möglicherweise hat das Ding ja doch über den Winter gelitten und der Bauer muss nochmal Hand anlegen, bevor Mariechen sie für den Publikumsverkehr (also Erna) freigeben kann. Plötzlich gibt es im Video ein Deja-Vu und die Szenen werden doppelt eingespielt. Das hat wohl jemand im Schneideraum versaut. Na ja, darum kann sich unsere Diva nicht mehr kümmern, denn inzwischen ist ein stressiger Tag schon wieder vorbei und das Strohbettchen ruft.


Piggypedia

von Admin | 15. Februar 2019 | 4 Kommentare


Immer wieder kommt es zu erstaunten Reaktionen, wenn wir etwas Allgemeinwissen über Schweine posten. Was natürlich daran liegt, dass diese Dinge leider kein Allgemeinwissen sind.

Schweine gelten in der menschlichen Gesellschaft als Symbol für Dreck, sie sind als Schimpfwort etabliert und werden sogar mit besonderer Dummheit in Verbindung gebracht. Selten hat der Mensch seine Arroganz und eigene Kurzsichtigkeit so gekonnt zum Ausdruck gebracht wie bei diesen Vergleichen.

In freier Wildbahn gibt es nicht viele neugierigere Lebewesen wie Schweine. Diese Tiere können tauchen, sogar metertief vergrabene Nahrung erschnüffeln und bauen sich gerade als Schlafgelegenheit wahre Paläste, gegen die jeder Ikea-Handel den Kürzeren zieht. Schweine bestehen den Spiegeltest, eine Fähigkeit, die sie sich im Tierreich nur noch mit den Delphinen und Primaten teilen. Längst wurde herausgefunden, dass sie leichte Videospiele beherrschen, ein Bauer hat seiner Schweineherde sogar beigebracht, die Temperatur und Lüftung im Stall selber über einen Joystick zu regeln.

Ihre Sprache setzt sich aus über 20 verschiedenen Grunzlauten zusammen, auf individuelle Namen reagieren sie nach wenigen Tagen. Wenn man sie lässt und nirgendwo auf einen Quadratmeter einkaserniert, dann richten sie sich eine feste Toilette weit weg von ihrem Wohnbereich ein und benutzen auch nur diese für ihre kleinen und großen Geschäfte. Selbst das Suhlen im Schlamm beruht auf Intelligenz und hat nichts mit Dreckigkeit zu tun, denn so schützen sie ihre empfindliche Haut vor der Sonne und werden gleichzeitig noch Parasiten und andere unerwünschte Untermieter los. Im Inneren gleichen sie dem Menschen so sehr, dass sie in vielen Bereichen als Organspender fungieren.

Als ein Synonym für besondere Dummheit geht definitiv nur der Mensch durch, der diese hochintelligenten und sozialen Lebewesen in Massen abstechen und vergasen lässt, um sie zu essen, obwohl seine DNS zu 90 % mit ihrer identisch ist. Diese Leute eigenen sich auch weit besser als Schimpfwort, wenn man denn überhaupt dafür unbedingt andere Lebewesen benutzen muss.


News von Kuddel und Puschek

von Admin | 14. Februar 2019 | 6 Kommentare

Wir sind euch noch die Untersuchungsergebnisse der Tierklinik schuldig, in der Puschek und Kuddel gestern einen Termin hatten. Karin erklärt euch das Ganze sehr ausführlich im Video, deshalb beschränken wir uns hier im Text nur auf den Hinweis, dass alle Medikamente super angeschlagen sind. Kuddel bekommt jetzt Hyaluronsäure. Das ist so eine tolle Gelenkschmiere, dass unser Eisbär heute zum ersten Mal über den Kuhdamm mitgekommen ist und von uns sogar im überbordenden Tatendrang gebremst werden musste. Wenn auch ihr Probleme mit den Gelenken habt, schaut mal beim Tierarzt vorbei, das Wundermittelchen ist noch nicht lange auf dem Markt, schlägt aber säugetierübergreifend ein wie eine Bombe. Wahrscheinlich melden sich auch Karin und Jan demnächst zu ihrem ersten New-York-Marathon an, wir halten euch auf dem Laufenden.

Puschek musste den Termin gleich mit 9 Zähnen bezahlen und hat jetzt nur noch seine Vampir-Statussymbole im Mund. Darüberhinaus hat er ein Glückmachhalsband (Pheromone) spendiert bekommen, das schon jetzt wahre Wunder bewirkt und uns gleich ein Gruppenvideo ermöglicht hat. Bleibt auch unbedingt bis zum Schluß dran, denn dort wird aufgeklärt, mit welcher parfümierten Dame unser Pekinese knutschtechnisch fremd gegangen ist. Tja, Karin, an solche amouröse Ausflüge musst du dich natürlich gewöhnen, wenn der süßeste Vampirpekinese der Welt auch noch zusätzlich in sich ruht und so noch mehr Herzen im Sturm erobert.


Marte und der Sinn von Hof Butenland

von Admin | 14. Februar 2019 | 20 Kommentare

Unser gestriges Tagesvideo handelte von Martes Gesundheitszustand, denn leider geht es unserer ältesten Kuh in der Familie nicht sehr gut. Das ist nicht unser erstes krankes Tier und wird auch nicht das letzte sein, gerade mit Krankheitsverläufen und ihrer Behandlung hat man in einem Altersheim eine gewisse Routine entwickelt. Trotzdem sind wir etwas entsetzt, was da alles im Kommentarbereich von Menschen abgesondert wurde, die Marte wenn überhaupt nur über unsere Videobeiträge kennen und sie nicht einmal live erlebt haben.

Natürlich dürfen bei so einem Thema nicht die Bauern fehlen. Diesmal vertreten durch zwei Kinder, die noch nicht mal alle Milchzähne verloren haben, aber trotzdem meinten, uns ihr Pseudo-Fachwissen vor die Füße spucken zu müssen. Da fielen Umschreibungen und Beleidigungen wie „Kuh schnell totspritzen lassen“, „Ihr Pfannkuchenköpfe“ oder „Bei euch sind doch Leitungen kaputt“, nur halt in Formulierungen aus dem ureigenen Rechtschreibkosmos und unterlegt mit einem Satzzeichen pro Wort. Darüber regen wir uns auch gar nicht auf, denn was soll man dieser verlorenen Generation vorwerfen? Aufgewachsen in einem Universum, das der ursprüngliche Grund ist, warum überhaupt Lebenshöfe wie Butenland benötigt werden. Von kleinauf angefüttert mit grausamen Überlegungen wie zum Beispiel, dass eine Kuh bis auf kurze Trockenstehwochen dauerschwanger gehalten werden muss und absolut nichts gegen eine ganzjährige Anbindehaltung spricht. Großgeworden in einer Parallelwelt, in der Kühe im Durchschnitt 5 1/2 Jahre alt werden, und wo alle zum Schlachter weggeschmissen werden, sobald sie nicht mehr optimal ausgebeutet werden können. Dieser Menschenschlag lacht uns sowieso ständig aus, weil wir hier regelmäßig alle Hebel in Bewegung setzen und keine Kosten scheuen, wenn es darum geht, ein Familienmitglied zu retten. Und gleichzeitig beißen sich diese Leute vor Wut auch darüber in den Hintern, dass Jan ein ausgebildeter Landwirtschaftsmeister ist und ihnen deshalb jederzeit in Sachen Fachwissen auf Augenhöhe begegnen kann, wenn nicht sogar überlegen ist. Warum sollten wir uns da über Kinder ärgern, die von diesem erfolgreichen Ausbildungsabschluß momentan nur feucht träumen können? Da freuen wir uns lieber darüber, dass sie ein kleines Stimmchen im verkümmerten Restgewissen auf unsere Seite getrieben hat und stellen sie ansonsten stumm, damit sie niemanden belästigen.

Viel fataler sind bei uns die neutralen Stimmen angekommen, die Marte via Videodiagnose abgeschrieben haben und nun ihre Einschläferung fordern. Ohne diesen Menschen zu nahe treten zu wollen, müssen wir doch darauf hinweisen, dass diese Einschläferung direkt bei ihrer Ankunft hätte vorgenommen werden müssen, wenn das tatsächlich nach Tagesform gehen würde. Denn Marte und auch ihre beste Freundin Maret stiegen als zwei Häufchen Elend aus dem Transporter, denen sogar wir nur noch einen Sommer gegeben haben. Oft haben wir auch bei unserer Wunderkuh Marie gehört, dass sie sich angeblich nur noch quält und nun dringend erlöst werden muss. Trotzdem hat sich diese Kuh auch mit sehr staksigen Bewegungsbild jeden Sommer mit leuchtenden Augen Richtung Weide aufgemacht, so noch 11 Jahre das Beste aus ihrem Leben herausgeholt und es in den meisten Momenten genossen. Wir haben nicht gezählt, wie oft wir unserer Herbstzeit in den letzten Jahren nach einem Festliegen wieder auf die Beine geholfen haben, trotzdem ist sie gerade in der letzten Weidesaison nochmal völlig aufgeblüht. Sogar unser Paul hatte immer das Ende vor Augen, das auch genau so eingetroffen ist, nämlich ein plötzlicher Zusammenbruch aufgrund seiner angegriffenen Knochenstruktur. Trotzdem will hoffentlich niemand diesem Sonnenschein absprechen, dass er seine drei Jahre hier in vollen Zügen zelebriert hat. Es würden wohl nicht viele Tiere auf Butenland überleben, wenn es tatsächlich nach den Leuten gehen würde, die eckige Gangbilder, schlechte Tagesformen und Störungen im Bewegungsapparat als verbindliches Abschiedssignal interpretieren. Wir stehen einfach zu sehr hinter dem Altersheimgedanken, als dass wir eine Herde ohne Pflegebedarf präsentieren könnten. Oder auch nur wollten. Deshalb haben wir heute als Tagesbilder mal ein Album zusammengestellt, das die Zustände zeigt, in denen einige unserer BewohnerInnen vor ihrer Ankunft leben mussten.

Bedanken möchten wir uns bei allen Lesern, die Marte alles Gute gewünscht, keine Ferndiagnosen gestellt und sie vor allem nicht zum Tode verurteilt haben. Wir werden es genau so machen, wie ihr es vorgeschlagen habt: Marte beobachten, ihr mit allen Mitteln der modernen Medizin helfen, ihr weiter nur Liebe zeigen und erst finale Schritte einleiten, wenn sie uns entsprechende Signale gibt. Der Autor dieser Zeilen pflegt momentan einen familiären Schlaganfall-Patienten, anderen Teammitglieder sind menschliche Pflegefälle in ihrer Vergangenheit auch nicht fremd gewesen, und nicht einmal kam da der Gedanke auf, dass der Tod doch die bessere, da bequemere Option wäre. Wieso sollten wir das bei unserer tierischen Familie anders halten?

Manuela

Fiete



Hanni in ihrem Stall

Klara


Tierarztbesuch bei der 22 Jahre alten Kuhdame Marte

von Admin | 13. Februar 2019 | 10 Kommentare

Marte, die älteste Kuh auf Hof Butenland, macht uns seit ein paar Tagen Sorgen. Sie steht sehr schwerfällig auf und lässt sich auch ungewöhnlich viel Zeit beim Essen. Deshalb haben wir heute den Tierarzt kommen lassen, der auch sofort eine sehr langsame Pansenfunktion festgestellt hat, eine Diagnose, die gerade bei Rindern immer ein Alarmsignal ist.

Hinzu kommt Martes Vorgeschichte, denn sie stammt aus einem Betrieb, deren Belegschaft so vernachlässigt wurde, dass das Veterinäramt sie beschlagnahmt hat. In diesem Gefängnis musste sie fast zwanzig Jahre in ständiger Anbindehaltung verbringen. Eigentlich ist es ein Wunder, dass Marte und ihre beste, nur 4 Tage jüngere Freundin Einhorn Maret bisher so rüstig ihr Leben auf Butenland geniessen konnten. Im Video sieht man auch, wie schwerfällig sich unsere Oma bewegt, vergleicht man das allerdings mit ihrer Ankunft, dann liegen trotzdem Welten dazwischen. Davon könnt ihr euch in diesem Clip vom WDR https://www.youtube.com/watch?v=5-n25C7qy44 überzeugen.

Marte bekommt jetzt eine Pansenstimulanz sowie Schmerzmittel und steht bei uns unter noch größerer Beobachtung. Zusätzlich kann aber natürlich ein Daumen drücken nicht schaden, damit unsere älteste Kuh noch ein paar weitere Sommersaisons auf der Weide geniessen kann.

Wer sich übrigens Sorgen um unsere Hunde Puschek und Kuddel macht, die heute ebenfalls einen Tierarzttermin hatten, den können wir erstens beruhigen, aber zweitens auch auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten. Beide haben den Termin überstanden, Puscheks OP wurde sogar verschoben, wir werden allerdings erst in den nächsten Tagen ausführlicher darüber berichten.


Auch eine Trude braucht mal Auszeiten

von Admin | 13. Februar 2019 | 5 Kommentare


Wir lassen das heutige Tagesfoto mal unter Harmonie laufen, obwohl Trude beteiligt ist. Die 14jährige Zebu-Kuh stammt vom Lebenshof eines verstorbenen Freundes und ist im letzten Oktober zusammen mit dem 4jährigen Dexter-Ochsen Bo nach Butenland gezogen. Seitdem spielt sie Rakete in der Herdenhierarchie, indem sie jeden herausfordert, der ihren Weg kreuzt.

Aber auch eine Trude braucht natürlich Freundinnen und Auszeiten, da ist sie bei Lillja an der richtigen Stelle. Die 5jährige Kuh ist seit fast genau 2 Jahren eine Butenländerin und hat eine der schrecklichsten Vorgeschichten in unserer Familie. Sie wurde von ihrem ehemaligen Halter viel zu früh besamt, deshalb war ihr Becken noch viel zu schmal für ihr Kalb. Deshalb musste ihr erst die Zerfix zerschnitten werden, um danach sogar noch einen Kaiserschnitt durchzuführen. Ihr Kind hat die Prozedur nicht überlebt, und da Lillja stark aus ihrem Anus und ihrer Vagina blutete, sollte sie auch als Schlachtvieh enden. Zum Glück wurde sie aber auf unseren Hof vermittelt. Hier war ihre Tortur aber noch nicht beendet, denn unser Tierarzt fand heraus, dass nach dem Kaiserschnitt die Folgebehandlung komplett an die Wand gefahren wurde und Lillja diese Unfähigkeit nun ihr Leben lang bezahlen muss, da ihre Gebärmutter mittlerweile mit ihrem Darm verwachsen ist und sie zeitweise durch die Reibung beider Organe unter Ausfluß leidet.

Hier auf dem Hof spielt sich Lillja zwar nie in den Vordergrund, aber trotzdem geniesst sie ihr Leben in Freiheit sehr. Zumindest in den Zeiträumen, in denen sie nicht von unserer Gans Amanda gestalkt wird, die sich Hals über Kopf in sie verliebt hat. Was Lillja eher nervt als beeindruckt. Also schone bitte ein bißchen das Nervenkostüm von ihr, Trude, Kuscheln ist aber natürlich total o.k..


Die aktuellen Pflegefellchen

von Admin | 12. Februar 2019 | 8 Kommentare


Im heutigen Tagesvideo möchten wir euch mal wieder bei unseren Sorgenfellchen auf den neuesten Stand bringen. Das erledigen aber Karin und Indira sehr ausführlich mit ihren Erklärungen, deshalb möchten wir hier im Text nochmal darauf hinweisen, dass auch so eine Schwemme an Diagnosen für uns nichts besonderes ist. Wir führen nicht aus PR-Gründen ein Kuhaltersheim, wir sehen uns da einfach auch genau in dieser Pflicht und nehmen deshalb speziesübergreifend ganz bewusst die älteren, oft ungewollten Fälle auf, egal ob das der 12jährige Pekinese Puschek, der in diesem Monat 30jährige Wallach Loriot oder die fast 17jährige Kuh Klara ist.

In der Folge ist es natürlich logisch, dass bei diesen Herrschaften auch die Altersbeschwerden enorm zunehmen. Damit rechnen wir nicht nur, dafür sind wir auch hervorragend im Team aufgestellt. Denn wir erwähnen öfter, dass Jan ein ausgebildeter Landwirtschaftsmeister ist. Darüber darf man aber nicht vergessen, dass es sich bei Karin um eine ausgebildete Krankenschwester handelt, der dementsprechend Injektionen und andere medizinische Handhabungen alles andere als fremd sind, und auch Indira auf eine reichhaltige Erfahrung im Umgang mit Tieren, vor allem mit Pferden, zurückblicken kann. Wir sind im Team einfach ideal aufgestellt, um tierischen Seniorinnen und Senioren noch einen fantastischen Lebensabend zu bieten. Was übrigens auch der Grund ist, warum wir Wochenendarbeiten ablehnen müssen. Hier hat fast jedes Tier seine individuelle Krankengeschichte mitsamt Behandlungsoptionen, die muss man im Kopf haben, um darauf eingehen zu können. Was unmöglich in wenigen Wochen oder sogar Tagen erlernt werden kann, so wird dann jede gutgemeinte Hilfe schnell zu einer Belastung.

Zusammengefasst sollte sich jedenfalls niemand über diese Diagnosen erschrecken, auch nicht über die wirklich harten. Damit muss man in einem Altersheim leider ständig rechnen, wir stehen auch so sehr auf dem Boden der Realität, um jedes Jahr mit mindestens 4, 5, wenn nicht sogar mehr Abschieden zu rechnen. Daran darf man im traurigen Ernstfall nicht zerbrechen, sondern muss sich darauf besinnen, wie sehr das betreffende Tier noch einen Einblick in ein artgerechtes Leben erhalten hat und wie zufrieden es gegangen ist. Denn nur darum geht es auf einem Lebenshof: Geschundenen Seelen nochmal eine möglichst lange Zeit im Paradies zu gewähren und dabei zu hoffen, dass diese Entschuldigung für das grausame Vorleben angenommen wird.


Der „Familienentwurf“ des Bauernverbandes

von Admin | 12. Februar 2019 | 4 Kommentare
https://www.facebook.com/BauernverbandSchleswigHolstein/videos/1584344498335811/
Der Bauernverband Schleswig-Holstein startet aktuell einen weiteren recht hilflosen Versuch, um die industrielle Tierhaltung positiver in der Öffentlichkeit zu besetzen. Jetzt sollen die Betriebe als Arbeitsplätze durchgehen und die tierische Belegschaft als ganz normale Angestellte. Da wünschen wir wirklich von Herzen ganz viel Erfolg bei der Durchsetzung, denn sobald der Staat das durchgewunken hat, ist das ein Riesenschritt in Sachen Tierrechte. Denn es ist absolut auszuschließen, dass sich die deutsche Gesetzsprechung damit vereinbaren lässt, Angestellte gegen ihren Willen und auf regelmäßiger Basis zu schwängern, ihnen direkt nach der Geburt die Kinder wegzunehmen, die männlichen Nachfolger nach kurzer Lebenszeit umzubringen, und überhaupt statt eine Rente auszuzahlen im nicht mehr produktiven Alter einen Termin beim Schlachter zu vereinbaren. Also nur zu, setzt ganz schnell durch, dass eure Rinder normale Arbeitnehmer und eure Angestellten sind, das wäre mal ein Tierwohl-Siegel, das seinen Namen verdient hätte.
 
Aber ganz so einig scheint sich der Bauernverband über diesen mutigen Vorstoß dann doch nicht zu sein, denn im Folgebeitrag ist dann plötzlich die Rede davon, dass es sich um eine Familie handelt, zu der alle Zwei- und Vierbeiner gehören. Passend dazu tänzelt direkt ein menschliches Kind durchs Bild. Dem möchte man direkt ein „Lauf um dein Leben, bevor du deine Geschlechtsreife erlangst“ zurufen, denn wie die Kinder in dieser Familie behandelt werden, sieht man direkt in der nächsten Szene. Dort wird im Hintergrund etwas davon gelallt, dass man in dieser nordischen Version der Addams-Family schon von kleinauf lernt, was Fürsorge und Verantwortung für Tiere bedeutet, während im Bild die Kälber-Iglus auftauchen, in denen die Kinder nur noch von ihren Müttern und der für sie bestimmten Milch träumen können, und stattdessen mit so einem schäbigen Ersatzprodukt abgespeist werden, dass sie gierig jeden Finger, jeden Eisenstab und überhaupt ihre ganze Umgebung nach etwas ablecken, das auch nur ansatzweise daran erinnert. Warum das menschliche Kind noch auf freiem Fuß ist und bestimmt auch gesäugt wurde, wird nicht aufgeklärt. Wahrscheinlich basiert diese Familie doch auf einem Entwurf der Gebrüder Grimm, mit einer Handvoll menschlicher Schwiegermütter und 250 tierischen Aschenputtels, für die es aber kein Prinzen-Happy-End geben wird.
 
Unglaublich auch, dass in diesem Beitrag die Milchquote ganz offen besprochen und sogar abgefeiert wird. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab eine Kuh noch durchschnittlich 2.600 Liter Milch pro Jahr, heute liegt der Wert bei circa 8.000 Litern. Und das ist nur der Durchschnittswert, es gibt heuzutage Spitzenkühe, die über 20.000 Liter im Jahr produzieren müssen. Und das ist wirklich nichts, auf das man stolz sein könnte und mit fröhlicher Gute-Laune-Musik unter das Volk bringen sollte.
 
Zum Abschluß gibt es dann nochmal einen Lacher, denn tatsächlich ist man sich nicht zu schade für den Hinweis, dass die Betriebe strengen Kontrollen unterliegen. Die sind dermaßen streng, dass sie in Niedersachsen alle 21 Jahre erfolgen, in Nordrhein-Westfalen lässt man sich gut 15 Jahre Zeit und in Bayern sind es unglaubliche 48 Jahre, die zwischen den „strengen Kontrollen“ liegen. Im Landesdurchschnitt werden Tierbetriebe alle 17 Jahre von Behördenseite unter die Lupe genommen. Es sei denn, man führt einen Lebenshof, dann kommen gleich mehrere Ämter regelmäßig mehrmals im Jahr vorbei.
 
Wir können wirklich nur hoffen, dass diese Videos und hanebüchenen Aufklärungskampagnen nach hinten losgehen. Immerhin sind sie ja nicht sehr schwer zu entlarven und der Verbraucher wird auch mittlerweile an jeder Ecke von neutralen Stellen über die grausamen Zustände informiert. Vor diesem Hintergrund kann es doch eigentlich nicht funktionieren, einfach mit Lalala-Musik-Unterlegung die widerlichen Fakten ins positive Licht zu stellen und sie mit holprigen Vergleichen humaner wirken zu lassen. Die Hoffnung stirbt da zumindest zuletzt.

Frühjahrsputz mit Chaya und Anna

von Admin | 11. Februar 2019 | 6 Kommentare

Wir schreiben zwar erst Mitte Februar, aber trotzdem steht langsam der Frühling vor der Tür. Das wissen natürlich auch die KUHlen Bewohner, also legt Chaya schnell mal selber Klaue an die Inneneinrichtung des Stalls. Die ausmistenden Menschen machen zwar einen tollen Job, aber für den letzten Pfiff benötigt man natürlich das Auge eines Rindes, um die Wohnzimmer so richtig heimelig zu machen. Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Geschmäcker, denn Anna hatte den selben Gedanken, dessen Verwirklichung bei Chaya nicht unbedingt auf Gegenliebe gestoßen ist. Das muss dann selbstverständlich kurz nonverbal ausdiskutiert werden. Wer gewonnen hat, sehen wir morgen am Deko-Stil. Wir halten euch auf dem Laufenden. 😉


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