Denn Tiere sind keine Maschinen
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Sein Name war Paul

von Admin | 16. Dezember 2018 | ein Kommentar

Unserem unvergessenen Paulchen haben wir dieses Jahr posthum das allererste Weihnachtsgeschenk gemacht. Im Oktober wurde in unserem Eigenverlag ein Buch veröffentlicht, in dem die Lebensgeschichte von Paul den Rahmen für jede Menge Informationen über Rinder bildet. Ergänzt wird das Ganze mit Bildern, Zeichnungen, Gastbeiträgen von vielen Wegbegleitern unseres Paulchens und einem Vorwort von Hilal Sezgin. Zusätzlich liegt seit gut einer Woche jedem Buch eine CD bei, auf der die Künstlerin Germaid den im Buch enthaltenen Paul-Song zweimal interpretiert, auch eine Überraschungshymne an den Hof hat den Weg auf diesen Tonträger gefunden. Eingespielt wurden alle drei Lieder mit professionellen Musikern, heute veröffentlichen wir als Weltpremiere das Titelstück. Diesmal nicht in der immer kratzigeren Live-Version, sondern in der CD-Qualität. Da es entsprechende Anfragen gab, übersetzen wir auch gerne nochmal den Paul-Song ins Deutsche:

Euren Müttern entrissen
Direkt nach der Geburt
Wie all eure kleinen Brüder
Hört ihr eure Mütter trauern

Euer Geschlecht macht euch nutzlos
Für die Profiteure der Milchwirtschaft
In eurem Kopf ist solch ein Durcheinander
Aus Trauer, Panik und Furcht

Dein kleines Muh bleibt ungehört
Menschen gehen vorbei
So kalt bist diese Menschenwelt
Du gibst den Versuch auf

Mütter werden in Ketten gehalten
Normal in Menschenaugen
Isolierte Babys in Hütten
Mütter weinen ungesehene Tränen

Bestellen kann man das Werk in unserem Shop https://onlineshop.stiftung-fuer-tierschutz.de/ . Dort findet ihr auch den Butenland-Kalender für 2019 und unsere anderen zwei Veröffentlichungen. Bestellungen, die bis Montag eingehen, können noch rechtzeitig verschickt werden, so dass sie pünktlich zur Bescherung ankommen.


Das 16. Tor

von Admin | 16. Dezember 2018 | 6 Kommentare

Im diesjährigen Adventskalender geht der Trend ganz klar zu Teamöffnungen. So wird auch das 16. Törchen gemeinsam aufgestoßen, diesmal von Eisbär Pino und Pippilotta. Und da Pinscher rassebedingt immer sehr schnell frieren, haben wir selbstverständlich auch eine muckelige Decke spendiert.
 
Gesundheitlich gibt es für die beiden sehr unterschiedliche Updates. Ende Oktober zeigten die zwei Süßen plötzliche Lähmungserscheinungen an den Hinterbeinen. Während Pippilotta sich gut erholt hat und auch nachts keine Krämpfe mehr hat, geht es Pino seit 2 Tagen wieder schlechter, überhaupt hatte er schon einige Rückfälle. Mal kommt er mit dem Hinterkörper gar nicht hoch, gelegentlich ist auch nur ein Bein betroffen, mit dem er dann ausschlägt und sehr kraftlos zappelt. Wenn er mal stabil steht, muss er sich erst einlaufen, die ersten Minuten wirken dadurch immer sehr unkoordiniert.
 
Weder seine Wirbelsäule noch die betroffenen Hinterbeine sind schmerzempfindlich, das wurde durch Druck und Tasten bereits herausgefunden. Die Gliedmaßen sind auch beweglich und er kann sie schmerzfrei rotieren, sie sind nur sehr schlaff und fast ohne Körperspannung. Leider nimmt er auch ziemlich ab, obwohl er gut isst und keine Mahlzeit auslässt.
 
Das große Blutbild, das wir anfertigen liessen, war unauffällig, lediglich ein toxikologischer Test ergab Anfang November, dass er eine extrem hohe Menge Glyphosat im Urin hatte, fast doppelt so hoch wie bei anderen Hunden, bei denen dieses Gift festgestellt wurde. Morgen fahren wir mit ihm zu einer Tierärztin, die sich auf Neurologie und Orthopädie spezialisiert hat. Hoffentlich bekommen wir dort eine Diagnose, auf die man sich dann einstellen und diese rätselhaften Symptome bekämpfen kann.

Wie geht es Samuell?

von Admin | 15. Dezember 2018 | 2 Kommentare

Emily ist auf ihrer „Da bin ich wieder“-Tour mittlerweile im Krankenstall angekommen und macht es sich im Video mit Samuell gemütlich. Herbstzeit stellt sich dahinter schon mal raffiniert an die Spitze der Warteschlange. Danach wird gleich das Abendbrot serviert, in der Stallsaison kredenzen wir unserer Rinderherde täglich 3 Ballen Heu.

Der 8jährige Samuell wurde von seinem ersten Halter in einer Garage eingekerkert, weil dieser Biofleisch für sein Restaurant herstellen wollte. Aus dieser Behandlung, bei der er sich kaum bewegen konnte, resultierten seine deformierten Vorderbeine, wegen denen er auch Teil unserer Krankenabteilung ist.

Leider hatte er in letzter Zeit zusätzlich Pech mit der Gesundheit. Im Herbst 2017 würde bei ihm ein Nasentumor festgestellt, der aber komplikationslos in einer OP entfernt werden konnte. Im letzten Sommer wurde allerdings ein weiterer Tumor im Nasenbereich diagnostiziert. Dieser wächst jedoch sehr viel langsamer als sein Vorgänger und Samuell erfährt durch ihn fast keine Beeinträchtigungen. Solange das so bleibt, werden wir ihn auch nicht herausholen lassen, denn so ein Eingriff ist nur unter Narkose möglich. Das ist bei Tieren wie Rindern, die aufgrund ihres komplizierten Verdauungssystems nicht lange auf der Seite liegen dürfen, aber immer mit einem hohen Risiko verbunden. Also werden wir so lange warten, bis die OP unumgänglich ist und behalten Samuell bis dahin besonders im Auge. Momentan ist das Tumorwachstum aber sogar zum Stillstand gekommen, so dass wir diesen Termin hoffentlich noch lange hinauszögern können.


Das 15. Törchen

von Admin | 15. Dezember 2018 | 4 Kommentare


Bei Türchen Nr. 15 in unserem Adventskalender ist Geschicklichkeit gefragt, da Emily ihre Mittagspause direkt unter dem Säckchen macht und natürlich keine Leckereien auf den Kopf bekommen möchte. Das ist also ganz klar ein Fall für Filigrantechniker Fiete, der im nächsten Monat 7 Jahre alt wird.

Auf solchen Bildern, die beeindruckend die Größe unseres sanften Riesen transportieren, wird erst so richtig deutlich, wie holprig Fietes Lebensstart war. Denn das erste halbe Jahr hier auf der Erde hat er komplett in einer Stallecke verbracht, die zusätzlich durch eine immer offen stehende und in seinen Verschlag hineinragende Tür limitiert wurde. Da er nichts anderes kannte, war er auch völlig überfordert, als er im Juli 2012 nach Butenland vermittelt wurde. Auch hier zog er sich die ersten Wochen immer wieder in die dunkelste Ecke zurück, die er finden konnte, und war sehr mißtrauisch gegenüber dem ungewohnten Wind, Sonnenschein und all den anderen Dingen, die die Freiheit so mit sich bringt.

Geduldig haben wir ihn immer wieder auf die Weiden geführt und irgendwann merkte Fiete dann auch, dass ein freies, selbstbestimmtes Leben eine ziemlich tolle Sache ist. Seitdem läuft er in der großen Herde problemlos mit und ist vor allen Dingen sehr zutraulich gegenüber vertrauten Menschen. Denen signalisiert er täglich, dass er bereit für seine Kuscheleinlage ist, was wir auch in unzähligen Videos dokumentiert haben. Und damit immer wieder Staunen auslösen, zum einen wegen Fietes fast katzenhaften Schnurren, mit dem er seine Zuwendungen geniesst, zum anderen aber auch wegen seiner unglaublich vorausschauenden Behutsamkeit und Vorsicht, mit denen er seinen zerbrechlichen Menschenfreunden begegnet.


Ein saftiges Weihnachtspaket für die Diva

von Admin | 14. Dezember 2018 | 10 Kommentare

Rosa Mariechen hat heute das erste Weihnachtspaket von einer Patin bekommen. Weil sie uns sehr plausibel erklärt hat, wieso Schweine nicht am 24., sondern traditionell am 14.12. Bescherung machen, durfte sie das Paket auch schon heute öffnen. Leider ist die Erklärung zu kompliziert, um sie hier wiederzugeben. Ehrlich gesagt haben wir sie auch nicht komplett verstanden, wir sprechen ja nur sehr gebrochen Oinkisch. Aber selbstverständlich können wir uns darauf verlassen, dass die Diva uns niemals anlügen würden, deshalb wünschen wir euch also heute allen auch in Mariechens Namen eine frohe Schweineweihnacht. Möge euch der PIGolaus auch reichlich mit Ananas eindecken. 🙂


Das 14. Törchen

von Admin | 14. Dezember 2018 | 3 Kommentare

Nach den ganzen Verwicklungen, die wir euch gestern in unserem Tagesvideo-Krimi vorgestellt haben, ist es natürlich klar, dass unsere Lillja das 14. Törchen öffnet. Sie kann die Nervennahrung ja auch wirklich gut gebrauchen, denn wahrscheinlich hat Gans Amanda schon einen neuen Balztanz für sie einstudiert.
 
Die 5jährige Schönheit lebt schon fast 2 Jahre auf Butenland. Auf ihrer ersten Lebensstation wurde sie viel zu früh geschwängert, deshalb passte ihr Kalb nicht durch ihr Becken. Also wurde ihr erst die Zerfix zerschnitten und danach sogar ein kompletter Kaiserschnitt an ihr vollzogen. Ihr Kind hat diese Tortur nicht überlebt, Lillja selber blutete stark aus Vagina und Anus. Das war für ihren Halter das Zeichen, sie als Schlachtvieh abzuschreiben. Zum Glück konnte sie aber auf unseren Hof vermittelt werden. Hier stellten wir nach ein paar Wochen fest, dass der Kaiserschnitt nicht mal richtig versorgt wurde. Deshalb ist Lilljas Gebärmutter inzwischen mit ihrem Darm verwachsen, so dass sie zeitweise durch Reibung dieser Organe unter einem Ausfluß leidet.
 
Davon unberührt ist aber ihr Stand in der Herde. Dort läuft sie ganz selbstverständlich mit und steht sicher in der Hierarchie, wenn sie sich auch immer etwas absondert. Da ist sie aber nicht das einzige Rind, das gerne Zeit nur für sich verbringt. Wir sprechen bei Tieren nunmal auch von Individuen mit ganz speziellen Bedürfnissen, selbstverständlich gibt es da dann auch die introvertierten Personen. Bei ihnen ist ebenfalls die Hauptsache, dass sie frei über ihre Zeit bestimmen können und sich ihren idealen Alltag selber einrichten dürfen. Das tut Lillja, also hoffen wir weiter, dass irgendwann ihr grausamer Start ins Leben nur noch eine diffuse Erinnerung ist oder sogar ganz verblasst. Wir werden sie dabei nach besten Kräften unterstützen.

Aktenzeichen XY GANS ungelöst

von Admin | 13. Dezember 2018 | 4 Kommentare

Lillja hat sich heute eine kleine Auszeit von ihrem Supergroupie Amanda genommen. Man braucht als Kuh halt doch ziemliche Nerven, um ständig das Geturtel einer verliebten Gans über sich ergehen zu lassen, da hilft manchmal nur ein geschicktes Verstecken inklusive Kopf einziehen.

Allerdings hat sie die Rechnung ohne Amanda gemacht, denn die entdeckt sofort die Kommissarin in sich und nimmt die übrigen Bewohner ins Kreuzverhör. Zuerst muss Janne Rede und Antwort stehen. Als die Verdächtige anfängt, auf Zeit zu spielen, und auf konkrete Fragen nach Lilljas Aufenthaltsort sogar mit gelangweilten Gähnen reagiert, kommt es fast zur Polizeigewalt, weil 00Amanda sich für einen Moment nicht unter Kontrolle hat.

Da das Mitglied unseres Gänsewachdienstes aber einiges aus ihrem Alltag in der Butenländer Unterwelt gewohnt ist, fängt sie sich schnell wieder und befragt den nächsten suspekt erscheinenden Passanten: Vampirpekinese Puschek. Sollte der Graf etwa Lillja auf sein Hundekörbchenschloß in den Hofkarpaten entführt haben? Fest steht jedenfalls, dass der Befragte sehr nervös und fahrig wirkt, was aber auch vielleicht an der etwas rigorosen „Gute Gans, böse Gans“-Verhörtechnik von Amanda Marple liegen könnte, vor allem weil sie sehr einschüchternd beide Rollen gleichzeitig übernimmt. Irgendwann ergreift er dann sogar die Flucht nach vorne und rennt Richtung Hundeporschekutsche. Das haben wir dann zum Anlass genommen, um Lillja aufzufordern, jetzt doch wieder herauszukommen. Es geht ja nicht an, dass unsere Agentin mit der Lizenz zum Schnäbeln alle Bewohner in den verbalen Schwitzkasten nimmt, da müssen wir auch an die dadurch gefährdete Nachtruhe denken.


Das 13. Törchen

von Admin | 13. Dezember 2018 | 6 Kommentare

Das Öffnen des 13. Tores ist Chefsache, denn die Dauernebenrolle in fast jedem Video Puschek persönlich nimmt die Sache in die Pfote. Inzwischen mischt der Pekinesen-Vampirgraf-Mix schon ein halbes Jahr Butenland auf. Vorher lebte er mit einem Obdachlosen zusammen, der ihn aber nicht mehr versrgen konnte und ihn deshalb im Tierheim abgegeben hat. Gerne hätten wir diesem Mann mitgeteilt, wie gut Puschek inzwischen untergekommen ist, aber leider hatte das Tierheim keine Kontaktmöglichkeit. Und unsere Anfragen bei der Caritas und anderen Hilfsorganisationen in Puscheks letzten Wohnort waren anscheinend noch nicht mal eine kurze Antwort wert. Sehr schade, denn jeder Hundebesitzer kann sich bestimmt vorstellen, was es erstens bedeutet, so ein Familienmitglied abgeben zu müssen, und was zweitens dann die Info, dass der Schatz wenigstens das große Wohnlos gezogen hat, für Gefühle auslösen würde.
 
Hier auf Butenland ist Puschek jedenfalls praktisch ohne Eingewöhnungszeit angekommen. Egal, wie groß die anderen Tiere auch vor ihm aufragen, jedes bekommt eine Ansage, wenn es dem Grafen vom Abstand her zu intim wird. Von ungestümen Teenie-Rindern wie zum Beispiel unserem Julchen lässt er sich auch nur solange jagen, wie er Lust hat. Selbst Menschen werden regelmäßig und konsequent angemahnt, etwa wenn sie einen Mittagsschlaf zur perfekten Gassigehzeit halten wollen, oder wenn der Schlaf der Pekinesengerechten unterbrochen wird, da die letzte Tagesrunde ansteht. Nur vor Hühnern und Gänsen hat das fleischgewordene Selbstbewusstsein auf vier Beinen ziemlichen Respekt, aber das versteht wohl jeder, der einer solchen gefiederten Bestie schon mal Auge in Auge gegenüberstand (und überlebt hat).

Stallpause mit Anna, Martin und Puschek

von Admin | 12. Dezember 2018 | 4 Kommentare

In der Stallsaison misten wir dreimal täglich die Ställe aus, schließlich soll das KUHle Hotel auch bei Dauerbetrieb blitzen. Abends werden zusätzlich alle drei Ställe mit Strohmehl ausgestreut. Da trifft es sich gut, dass es eine erfahrene Helferin wie Emily in ihrem Urlaub wieder auf den Hof gezogen hat.

Dabei ist sie auch in den Pausen im Dauereinsatz. Logisch, denn wenn man so beliebt wie sie auf dem Hof ist und entsprechend viele Freundschaften geschlossen hat, dann reißen bei einer Stippvisite natürlich die Wiedersehensfeten nicht ab. Heute haben sich die Butenländer InKUHencerin Anna und der 1.200-Kilo-Softie Martin ihre Emily-Zeit genommen, alles bis ins Detail durchgeplant von Puschek, der auch immer die nächsten „Meet & Greet“-Kandidaten aus dem Wartebereich aufbellt und darauf achtet, dass sich Emily hin und wieder selber ein Leckerchen zu Gemüte führt. Wenn sie schon vor lauter Klauen, Tatzen, Hufe, Krallen und Flossen schütteln zu nichts anderem mehr kommt, dann soll sie wenigstens nicht hungern, Ehrensache. Außerdem lässt sich Anna bestimmt auch nicht lumpen und leckt ihrer Freundin spontan eine besonders schöne Trendfrisur. Mit extra viel Speichel und Liebe, schließlich muss das Teil dann ja wieder ein paar Monate halten.


Tor Nummer 12

von Admin | 12. Dezember 2018 | 5 Kommentare


Das 12. Törchen in unserem Adventskalender wird GANS behutsam von Amanda geöffnet. Schon oft haben wir euch über die grausamen Verhältnisse in der Gänsemast aufgeklärt, zum Beispiel in unserem Adventskalender 2017 https://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/2017/12/weihnachten-gans-vegan/ .

Und trotzdem gibt es in dieser lebensfeindlichen Industrie noch immer Dinge, die wir noch nicht angesprochen haben. Zum Beispiel die künstliche Besamung, deren Bedeutung in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat. Eingeführt wurde sie ursprünglich für kranke Zuchttiere, die wegen Penisnekrosen, Kloakenentzündungen und anderen Geschlechtsteilerkrankungen nicht mehr auf natürlichem Weg für Nachwuchs sorgen konnten. Mittlerweile werden aber auch immer mehr gesunde Tiere künstlich besamt. Dabei wird der Ganter durch eine Massage stimuliert und danach fachsprachlich „gemolken“. Die Gans wird bei der Besamung an Flügeln und Kopf fixiert und der sogenannte „Inseminator“ führt dann das Sperma mithilfe von Besamungswerkzeugen und seines Fingers in die Kloake der Gans ein. Bei einer anderen Technik wird die Gans auf den Rücken gedreht, was für das Tier eine noch höhere Belastung bedeutet. Aber was tut man nicht alles, damit die „Spitzentiere“, die eine Federproduktion von 200 bis 300 g pro Jahr oder besonders konzentriertes Brust- und Beinfleischwachstum versprechen, auch weiterhin ihre Gene wie gewünscht verteilen?

In Deutschland wurden 2017 über eine halbe Millionen Gänse geschlachtet. Die Zahl ist aber Augenwischerei, denn nur 14 % des hier konsumierten Gänsefleisches wird in unserem Land produziert, der Rest wird aus Ungarn, Polen oder sogar China importiert. Wie eigentlich alle Masttiere hungern auch Gänse vor ihrem Transport zum Schlachtbetrieb bis zu 24 Stunden. Damit will der Produzent verhindern, dass der Tierkörper beim Schlachtvorgang durch Mageninhalt und/oder Kot verunreinigt wird.

Sobald die Tiere im Betrieb ankommen, werden sie kopfüber an den empfindlichen Beinen aufgehängt. Dabei kann sich jeder ausmalen, wie diese Tortur durch den schweren Mastkörper noch verstärkt wird. Über ein Schlachtband werden die Tiere zu einem stromdurchfluteten Wasserbad transportiert, das dortige Eintauchen soll zu einer Bewusstlosigkeit führen. Natürlich klappt das aber nicht bei allen Tieren, gerade nicht in einem maschinellen Massenverfahren. Ist die Gans nicht richtig aufgehängt oder ist sie kleiner als ihre Artgenossen, dann bekommt sie den Schnitt in die Halsschlagader bei vollem Bewusstsein mit. Da diese Tötung auch voll maschinell abläuft, gibt es sogar Gänse, die erst im anschließenden Brühbad, das das Rupfen erleichtern soll, qualvoll sterben. Danach können diese schmerzempfindlichen und selbstbewussten Lebewesen endlich verpackt werden, damit Menschen mit den malträtierten Leichen ein Fest der Liebe feiern können, dessen Sinn schnell ad absurdum geführt wird, sobald man nur einmal in die Opferperspektive wechselt.


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