Denn Tiere sind keine Maschinen

Muuhpedia

von Admin, am 23.01.2018.


Ein Rind kann am Tag bis zu 50 Kilo Futtermasse zu sich nehmen. Diese besteht gerade im Sommer zumeist aus Gras, der Speiseplan wird aber auch gerne mit Heu aufgepeppt.

Wenn ein Rind Gras rupft oder Heu schlingt, wird der ganze Imbiss kaum durchgekaut, sondern fast nur geschluckt. Das liegt daran, weil Rinder Wiederkäuer sind und deshalb gleich 4 Mägen besitzen. So landet das hastig heruntergewürgte Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot als erstes im Pansen. Dort wird es in einem Teil der bis zu 100 Liter Wasser, die sich ein Rind täglich selber spendiert, eingeweicht und leicht vorverdaut.

Dann wird es etwas unappetitlich. Leser, die gerade selber etwas schnabulieren, sollten vielleicht den Absatz überspringen, denn diesen Essen-Wasser-Cocktail würgt das Rind wieder zurück in sein Maul (siehe auch das Verhalten des Menschen nach dem 11. Pin Jägermeister). Damit nicht genug wird das Ganze sogar nochmal durchgekaut, wobei bis zu 200 Liter Speichel in mehreren Kauvorgängen am Tag produziert werden. Danach wird die Fuhre erneut geschluckt und landet im Netzmagen.

Dieser Magen ist quasi das Gegenstück zu den hilfsbereiten Tauben im Märchen „Aschenputtel“, nur dass er keine schlechten Linsen ins Kröpfchen und die guten ins Töpfchen sortiert, sondern die größeren Teile anmahnt und nochmal in den Pansen schickt, während die kleineren Teile in den Blättermagen wandern.

Dort wird fleißig weiterverdaut, vor allem wird alles entwässert und es wird darauf gewartet, dass auch die letzten größeren Brocken endlich in annehmbaren Portionen ankommen, dann geht der Brei auf seine letzte Station in den Labmagen. Hier wird das Konglomerat endlich mit Hilfe von Magensäure völlig zersetzt und an den Darm weitergeleitet, der dann für die formvollendeten Kuhfladen zuständig ist und diese natürlichen Tretminen möglichst hübsch gestaltet, damit das zielsichere Hineinlatschen von unachtsamen Menschen diesen nicht ganz so ärgerlich erscheint.

Im Video: Maret, Mieke, Minna, Anna, Dina, Mattis und Marte


Kategorie: Allgemein

4 Antworten zu “Muuhpedia”

  1. Christine sagt:

    Die Hübschen im Video futtern so schön miteinander – teils sogar synchron.
    Bei Kühen ist das doch nicht unappetitlich – sind ja nur Kräuter, Grünzeug und Spucke, was hochgewürgt wird – bei Noch-Nicht-Veganern wär‘ ich – igitt – schnell weg.

  2. Ute sagt:

    Ach, ihr Suessen – ihr seid halt einfach ein Allheilmittel im stressigen Alltag. Und eure Tischmanieren – bewundernswert!

  3. Wolfgang sagt:

    „… siehe auch das Verhalten des Menschen nach dem 11. Pin Jägermeister“ … „der dann für die formvollendeten Kuhfladen zuständig ist und diese natürlichen Tretminen möglichst hübsch gestaltet“ …
    Genau dieser lebhafte, humorvolle Stil, der diesen ganzen Vorgang kurzweilig und einprägsam beschreibt, und natürlich die Filmchen sind es, weshalb ich MINDESTENS einmal täglich auf dieser Seite vorbeischaue, was ich sonst nirgendwo tue. Einfach suuuuuuuuuuuuper!
    Die Species „Pferd“ und ihr Stoffwechselprodukt „Hippursäure“ im Zusatzunterricht „Chemie“ an meinem Gymnasium, durchgeführt und gesponsert durch ein namhaftes Deutsches Chemieunternehmen, haben mich vor Jahrzehnten dazu gebracht, Chemie zu studieren und diesen Beruf zu ergreifen.
    Das Aussetzen der Patenschaften für Helgoländer Hummer b.a.w. und die Zufallsbegegnung mit dieser Internetseite haben mich zum Paten für „mein Butenländer Lungenemphysem“ gemacht.
    Beides habe ich bis jetzt nicht bereut. Solche Informationen kann man sehr gut unter das Volk bringen: Unter die Jungen ebenso wie unter die Alten. Denn dieses Wissen ist nicht allzu weit verbreitet!
    WEITER SO!!! Ich bin einfach nur begeistert!

  4. ines sagt:

    Wieder mal etwas Wissen aufgefrischt. Danke, lieber Admin! Deine Texte sind wirklich Spitze!

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